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Studienlage zur Phytotherapie bei Erkältungskrankheiten

Professor Dr. Robert Fürst von der Uni Frankfurt hat vor kurzem in der Pharmazeutischen Zeitung die Studienlage zu Heilpflanzen-Präparaten bei Erkältungskrankheiten dargelegt.

Zur Vorbeugung von Atemwegsinfektionen allgemein hat gemäss Fürst das Präparat Angocin® Anti-Infekt N zeigen können, dass es die Infektwahrscheinlichkeit gegenüber Placebo reduziert (DOI: 10.1185/03007995.2012.742048).

Als Therapeutikum kann Esberitox® die Symptomlast vermindern. Es verkürzt jedoch nicht die Erkrankungsdauer (DOI: 10.1185/03007999909114094).

Laut den Resultaten eines Cochrane-Reviews aus dem Jahr 2014 kann für Echinacea von einem geringen Effekt bei der Vorbeugung und keinem Effekt bei der Behandlung ausgegangen werden (DOI: 10.1002/14651858.CD000530.pub3). In der Metaanalyse von 24 Studien wurden allerdings extrem heterogene Präparate zusammengefasst (verschiedene Echinacea-Arten, Pflanzenteile oder Extraktionsverfahren). In diesem Fall müsse man sich gezielt die Studien der einzelnen Präparate ansehen, erklärt Fürst. Echinacin® Liquidum Madaus habe zum Beispiel bei Kindern die Schwere und Dauer der Symptome lindern können (DOI: 10.1001/jama.290.21.2824).

Bei einer akuten Rhinosinusitis kann gemäss aktueller S2k-Leitlinie eine Therapie mit Sinupret® extract oder definierten Eucalyptus-Extrakten empfohlen werden. Für eine Empfehlung bei rezidivierender oder chronischer Rhinosinusitis ist laut Fürst die Evidenzlage dagegen nicht genügend. Darüber hinaus gibt es gemäss Fürst Studien, die auch für einen Einsatz von Umckaloabo® bei bakterieller Sinusitis (Bachert et al. Rhinology. 2009; 47: 51-58) sowie bedingt auch für Gelomyrtol® forte (DOI: 10.1055/s-2007-997381) und Soledum® (DOI: 10.1097/00005537-200404000-00027) sprechen. Umckaloabo sei allerdings nicht für die Indikation akute Rhinosinusitis zugelassen.

Zur Therapie von Halsschmerzen sagt die Leitlinie, deren Gültigkeit allerdings abgelaufen ist und die zurzeit überarbeitet wird: »Pflanzliche Arzneimittel können bei ausgeprägtem Therapiewunsch oder unzureichender Wirksamkeit besser belegter symptomatischer Maßnahmen mit Einschränkungen empfohlen werden«. Positiv erwähnt wird der Valverde® Salvia Rachenspray, der allerdings nicht in Deutschland auf dem Markt ist, sowie Umckaloabo. Das Pelargonium-Präparat hat allerdings auch für Halsschmerzen bzw. die akute Pharyngitis keine Zulassung.

Auch in der gültigen S3-Leitlinie Husten finden Phytopharmaka positive Erwähnung: die Kombination aus Thymiankraut und Efeublättern (in Bronchipret® Saft TE), die Kombination aus Thymiankraut und Primelwurzel (in Bronchipret® TP Filmtabletten und Bronchicum® Tropfen) und auch bei dieser Indikation Pelargonium sidoides, also Umckaloabo. Plausibel erscheint Fürst bei akuter Bronchitis der Einsatz von gut untersuchten Efeu-Monopräparaten wie Prospan® oder Hedelix® sowie Gelomyrtol forte und bedingt auch Soledum, obwohl diese Präparate nicht in der Leitlinie aufgeführt sind.

Es gebe noch viele andere Präparate. Nur weil es noch keine überzeugenden Studien gebe, heisse das nicht, dass diese nicht wirken, sagte Fürst. Er rät aber, sich an der aktuellen Datenlage und den Bedürfnissen der Patienten zu orientieren.

Quelle;

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/phytos-evidenzbasiert-bewerten/

Kommentar & Ergänzung:

Das ist eine gute Zusammenstellung der Heilpflanzen-Präparate (Phytopharmaka), deren Wirksamkeit  im Bereich der Erkältungskrankheiten mit Studien belegt ist.

Unterstrichen werden muss dabei, dass diese Studienlage und diese Bestätigungen für Wirksamkeit nur für die untersuchten Präparate gelten. Wenn also ein Efeu-Monopräparat wie Prospan positive Studien vorlegen kann, dann lässt sich das zum Beipsiel nicht auf Efeutinktur übertragen, weil es sich dabei aufgrund unterschiedlicher Herstellungsverfahrung um unterschiedliche Produkte handelt.

Ebenso bei Pelargonium-Präparaten: Belegt ist ausschliesslich Umckaloabo®, weil dieser Hersteller die Studien finanziert hat.

Der Valverde Salvia Rachenspray (mit Salbei) war in der Schweiz im Handel, jetzt nicht mehr. Bei Halsschmerzen ist Gurgeln mit Salbeitee aber eine gute Option. Studien gibt es dazu allerdings nicht, denn für eine simple Kräutertee-Anwendung, die sich nicht patentieren lässt, gibt es keine Finanzierung für fundierte Forschung.

Angocin ist in der Schweiz nicht im Handel, wird aber von Apotheken bei Nachfrage besorgt. Das Präparat enthält Meerrettichwurzel und Kapuzinerkressenkraut. Ich würde dieses Präparat allerdings eher bei akuter Bronchitis (oder akuter Blasenentzündung) einsetzen und weniger zur Vorbeugung.

Gelomyrtol ist ein Gemisch von ätherischen Ölen mit der Hauptkomponente Eukalyptusöl. Ein identisches Präparat ist unter dem Namen Gelodurat im Handel und kassenzulässig aus der Grundversicherung, wenn ein Arzt oder eine Ärztin es verschreibt.

Im übrigen: Die erwähnten DOI-Nummern verweisen auf die entsprechenden wissenschaftlichen Publikationen. Details hier auf Wikipedia.

Professor Fürst hat ein kleines Buch publiziert und darin die durch Studien belegten Heilpflanzen-Anwendungen zusammengefasst:

Pflanzliche Arzneimittel – was wirklich hilft

Ich habe dieses gut verständlich geschriebene Buch in meinem Buchshop genauer vorgestellt. Dort können Sie es auch via Buchhaus bestellen (hier).

Wenn Sie sich fundiertes Wissen über alle gebiete der Phytotherapie aneignen möchten, können Sie das in meinen Lehrgängen, dem Heilpflanzen-Seminar und der Phytotherapie-Ausbildung.

 

Sinupret® / Sinupret® forte / Sinupret® extract – was sind die Unterschiede?

Sinupret ist ein häufig eingesetztes pflanzliches Arzneimittel bei akuten Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitis). Das Phytopharmakon hat eine sehr eigenwillige Zusammensetzung und kommt in verschiedenen Varianten auf den Markt.

Der Ursprung von Sinupret geht auf das Jahr 1933 zurück. Sinupret und Sinupret forte enthalten eine Mischung aus fünf getrockneten und pulverisierten Heilpflanzen. Getrocknete Pflanzenteile, die als Arznei eingesetzt werden, nennt man in der Phytotherapie „Droge“. Das ist die ursprüngliche Bedeutung des Wortes „Droge“ und hat nicht mit Betäubungsmitteln zu tun.

Hier die Zusammensetzung von Sinupret und Sinupret forte:

1 Sinupret Dragée enthält in gepulverter Form:

Enzianwurzel 6 mg; Schlüsselblumenblüten 18 mg; Krause Ampfer Kraut 18 mg; Holunderblüten 18 mg; Eisenkraut 18 mg.

 

1 Sinupret forte Dragée enthält in gepulverter Form:

Enzianwurzel 12 mg; Schlüsselblumenblüten 36 mg; Krause Ampfer Kraut 36 mg; Holunderblüten 36 mg; Eisenkraut 36 mg.

Bei Sinupret forte wird die Drogenmenge pro Dragée also verdoppelt. Allerdings lautet die Dosierung bei Sinupret forte:

Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren: 3 mal täglich 1 Dragée.

Beim normalen Sinupret dagegen:

Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren: 3 mal täglich 2 Dragées

Hält man sich also an die empfohlene Dosierung, kommt es nicht darauf an, ob Sinupret oder Sinupret forte eingenommen wird.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass wir es hier mit sehr minimen Drogenmengen, zu tun haben.  Ein Teebeutel eines Kräutertees enthält etwas 1,5 – 2,0 Gramm pulverisierte Droge, wobei von den Wirkstoffen dann allerdings nicht alle ins Teewasser übergehen.

Es gibt aber noch ein weiteres Problem, wenn pulverisierte Droge in ein Dragée abgefüllt wird: Die Droge besteht zum allergrössten Teil aus Gerüststoffen, die das Pflanzenmaterial aufbauen – bei einer Wurzel beispielsweise aus Zellulose. Nur der allerkleinste Teil des Dragée-Inhalts werden Wirkstoffe sein.

Dieses Problem scheint auch der Sinupret-Hersteller Bionorica erkannt zu haben.

Im Jahr 2012 kam Sinupret extract auf den Markt. Es enthält einen Trockenextrakt aus einer Mischung von Enzianwurzel, Schlüsselblumenblüten, Krause Ampfer Kraut, Holunderblüten und Eisenkraut.

Zusammensetzung laut Arzneimittel-Compendium:

Wirkstoff: 160 mg Trockenextrakt (DEV 3-6:1, Auszugsmittel Ethanol 59% (V/V)) aus einer Mischung von Enzianwurzel, Schlüsselblumenblüten, Kraut des Krausen Ampfers, Holunderblüten und Eisenkraut (1:3:3:3:3).“

Für die Herstellung des Trockenextrakts werden die Wirkstoffe mit Alkohol ausgezogen und anschliessend der Alkohol im Vakuum schonend bei tiefer Temperatur abgedampft.

Ein Dragée Sinupret extract enthält daher keine überflüssigen Gerüststoffe und stattdessen die Wirkstoffe in konzentrierter Form.

Nach Angaben von Bionorica enthält Sinupret extract die Wirkstoffe in 4-facher Konzentration:

„Eine 4-fache Konzentration ist nicht gleichzusetzen mit der 4-fachen Wirksamkeit. Die 4-fache Konzentration bezieht sich auf Ø 720 mg eingesetzte Pflanzenmischung in Sinupret extract (entspricht 160 mg Trockenextrakt) im Vergleich zu 156 mg Pflanzenmischung in Sinupret forte, bzw. auf die die schleimlösende bzw. entzündungshemmende Eigenschaft mitbestimmenden Bioflavonoide.“

Quelle: http://www.bionorica.de/atemwege/sinupret®.html

Wer Sinupret anwenden will, sollte daher meines Erachtens Sinupret extract wählen, weil es die effizientere und modernere Arzneiform ist.

Wer Pflanzliche Arzneimitttel fundiert kennenlernen möchte, kann das in meinen Lehrgängen, dem Heilpflanzen-Seminar und der Phytotherapie-Ausbildung. Es lohnt sich, weil Phytotherapie-Wissen vielfältig, interessant und nützlich ist.

 

Kapland-Pelargonie (Pelargonium sidoides): Gute Evidenz bei Atemwegsinfekten

Umfangreiche wissenschaftliche Daten belegen die symptomlindernden und krankheitsverkürzenden Wirkungen des Pelargonium-sidoides-Extrakts EPs® 7630 (Umckaloabo®) bei Atemwegsinfekten.

Bei grippalen Infekten könne der Pelargonium-sidoides-Extrakt die Symptome lindern und die Krankheitsdauer verkürzen, erklärte Professor Dr. Michael Tamm vom Universitätsspital Basel auf einer Veranstaltung des Herstellers Schwabe in Hamburg. Der Pneumologe sagte: »Zahlreiche klinische Studien mit mehr als 10.000 Probanden, darunter circa 4000 Kinder und Jugendliche, dokumentieren die Wirksamkeit von Umckaloabo bei viralen Infekten«.

Das Spektrum reiche von akuter (Rhino-) Pharyngitis (Rachenentzündung), Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung), Laryngitis (Kehlkopfentzündung), Tracheitis (Luftröhrenentzündung) und Otitis media (Mittelohrentzündung) bis hin zur akuten Bronchitis und Lungenentzündung.

Der Pelargonium-sidoides-Extrakt wirke symptommindernd und krankheitsverkürzend unter anderem durch Hemmung der Vermehrungszyklen wichtiger Atemwegsviren.

Ebenfalls nachgewiesen seien bakterizide Effekte durch Minderung der Anheftung dieser Krankheitserreger an Schleimhautzellen bei gleichzeitiger Chemotaxis und Phagozytose. Darüber hinaus werde durch Modulation der Synthese von Interferonen, Entzündungsstoffen und Defensinen das körpereigene Abwehrsystem gestärkt. Professor Tamm zufolge vermindert der Extrakt zudem sowohl die Zahl als auch das Ausmaß von Exazerbationen (akute Verschlechterung) der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD).

Professor Dr. Martin Korte von der Technischen Universität Braunschweig sagte ergänzend:

»Die in Studien nachgewiesene Supprimierung der Replikation spezifischer Grippeviren durch Umckaloabo kann sich auch mit Blick auf die Verringerung bislang kaum berücksichtigter Spätfolgen als wichtig erweisen«.

Bei Erkältungen werden laut Korte im peripheren Gewebe entzündungsfördernde Mediatoren wie TNF-α, IL-6 beziehungsweise Il-1β und Il-2 freigesetzt, die direkt oder indirekt auch auf das Gehirn wirken können. Langfristig könne die zentrale Neuoinflammation zu Symptomen wie Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Depressionen führen, sowie gegebenenfalls auch zu Gedächtnisstörungen bis hin zu Morbus Alzheimer.

Weiter führt der Neurobiologe Korte aus: »Die eventuellen Nachwirkungen können weit über die akute Phase der Erkrankung reichen, wobei die Intensität und Dauer des grippalen Infekts eine große Rolle spielen. Besonders ältere Menschen erholen sich oft nur schwer und sind häufig über längere Zeit desorientiert«. Auch vor diesem Hintergrund könne sich die frühzeitige Behandlung von Erkältungskrankheiten mit evidenzbasierten Phytopharmaka als bedeutsam erweisen, so der Neurobiologe.

Quelle:

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/gute-evidenz-bei-erwachsenen-und-kindern/

 

Kommentar & Ergänzung:

Der Text in der Pharmazeutischen Zeitung enthält ziemlich viel Fachjargon, aber darüber hinaus auch ziemlich viel Spekulation. Nicht so untypisch für eine Pressekonferenz, die auch Werbecharakter hat. Was die Wirkungen des Pelargonium-sidoides-Extrakt angeht, werden hier viele Ergebnisse aus dem Labor in den Raum gestellt, bei denen ungeklärt ist, ob diese Wirkungen auch im Organismus eines lebenden Menschen so verlaufen und ob sie im Erkältungsfall für die Genesung relevant sind.

Wichtiger ist, ob und in welchen Fällen sich ein Arzneimittel in klinischen Studien mit Patientinnen und Patienten bewährt hat.

Beim erwähnten Extrakt aus Kapland-Pelargonie ist klinisch vor allen der auswurffördernde Effekt bei Bronchitis gut belegt. Bei dieser Indikation kann der Umckaloabo®-Extrakt als Schleimlöser mit den synthetischen Auswurfförderern gut mithalten oder ist ihnen gar überlegen. An diesem Punkt – als auswurfförderndes (=expektorierendes) Hustenmittel  – ist der Pelargonium-sidoides-Extrakt ein wichtiges Phytopharmakon (pflanzliches Arzneimittel).

Dagegen scheint es mir unangebracht, den Pelargonium-sidoides-Extrakt auch noch in einen Zusammenhang zu stellen mit Depressionen, Gedächtnisstörungen und Alzheimer.

In Apotheken und Drogerien werden unterschiedliche Tinkturen oder Extrakte aus der Kapland-Pelargonie verkauft, oft auch als Hausspezialität.

Die Forschung auf diesem Gebiet wurde aber von Schwabe in Karlsruhe mit dem Umckaloabo®-Extrakt gemacht. Dieses Präparat ist zwar in der Regel etwas teuerer als die Hausspezialitäten, aber dafür ist Umckaloabo® besser in seiner Wirksamkeit dokumentiert. Ich selber berücksichtige zudem bevorzugt diejenigen Phytofirmen, die mit Forschung zur Weiterentwiclung der Phytotherapie beitragen – und weniger die Trittbrettfahrer, die auf den Erkenntnissen anderer aufbauend eine Kopie auf den Markt werfen.

Umckaloabo® ist in der Schweiz auch als Kaloabo® im Handel und unter diesem Namen kassenzulässig aus der Grundversicherung, wenn ein Arzt oder eine Ärztin das Präparat verschreibt.

Wer sich fundiert mit den Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten der Heilpflanzen vertraut machen möchte, kann das in meinen Lehrgängen, der Phytotherapie-Ausbildung und dem Heilpflanzen-Seminar.

Akute Bronchitis: Phytopharmaka sind antiviral wirksam ohne Resistenz

Weil Virustatika nur gegen Influenza (Grippe) zugelassen sind, können pflanzliche Arzneimittel bei Atemwegsinfekten eine Alternative sein.

Atemwegsinfekte sind die Auslöser für rund 20 Prozent der Fälle von Arbeitsunfähigkeit (AU) und rund 10 Prozent der AU-Tage. Zur Behandlung kommen Phytotherapeutika aus der Kapland-Pelargonie wie Umckaloabo® in Frage.

An einer Veranstaltung, die vom Umckaloabo®-Hersteller Schwabe unterstützt wurde, sagte Professor Matthias Tisch, Leiter der Poliklinik am Bundeswehrkrankenhaus Ulm:

“Der in Umckaloabo® enthaltene Spezialextrakt EPs® 7630 bewirkt laut Studien eine signifikante Verkürzung der Krankheitsdauer um zwei bis drei Tage.”

In-vitro-Tests (also Untersuchungen im Reaganzglas) zum Wirkmechanismus des Extrakts ergaben, dass er auf verschiedene Weise antiviral wirkt. So reduziert EPs® 7630 die Freisetzung vervielfältigter Viren aus infizierten Zellen durch seinen Einfluss auf komplexe Virusproteine, die diesen Prozess steuern.

Ausserdem wurde ein zytoprotektiver Effekt festgestellt sowie eine Aktivierung der Immunabwehr gegen Viren bei einer Infektion.

Der Wurzelextrakt wurde in Studien mit über 10.000 Patienten untersucht, darunter knapp 4000 Kinder und Jugendliche. Die Anwendungsgebiete waren nicht nur akute Bronchitis, sondern auch akute Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung), Pharyngitis (Rachenentzündung) und Tonsillitis (Mandelentzündung) gehörten dazu.

Franz D. Daschner, ehemals Professor an der Uni Freiburg, sagte:

“Die pflanzlichen Inhaltsstoffe des Extraktes besitzen antiinfektive Eigenschaften ohne eine Resistenzbildung hervorzurufen, da sie nicht in den Erregerstoffwechsel eingreifen.”

Dass heute immer noch etwa 60 bis 70 Prozent der bei Atemwegsinfekten verschriebenen Medikamente Antibiotika enthalten, sbezeichnete er als “Kunstfehler”.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/erkaeltungskrankheiten/article/870263/akute-bronchitis-phytos-antiviral-wirksam-resistenz.html?sh=8&h=-1886162606

 

Kommentar & Ergänzung:

Umckaloabo® ist das am besten untersuchte Präparat auf der Basis von Kapland-Pelargonie.

Weitere Beiträge dazu finden Sie über die Suchfunktion auf dieser Website unter dem Stichwort „Umkaloabo“.

Insbesondere bei aktuer Bronchitis sind die Studien mit Patienten ziemlich gut, was die auswurffördernde Wirkung betrifft.

Bei akuter Sinusitis, Pharyngitis und Tonsillitis ist die Studienlage meinem Eindruck nach weniger überzeugend.

Positiv ist die breite Erfahrung mit Studien bei Kindern. Das ist nicht selbstverständlich. Viele Phytopharmaka, aber auch synthetische Pharmaprodukte, weisen hier Lücken auf und sind bei Kindern nur schlecht dokumentiert.

Etwas Vorsicht scheint mir angebracht bei der Beurteilung der antiviralen Wirkung. Was im Labor im Reagenzglas Viren hemmen kann, muss dies noch lange nicht im menschlichen Organismus ebeno können.

Dass bei aktuer Bronchitis immer noch zu viele Antibiotika verschrieben werden, ist in der medizinischen Fachliteratur wiederholt kritisiert worden. Insbesondere bei viraler Ursache können Antibiotika gegen die Auslöser nicht wirksam werden, weil sie nur Bakterien bekämpfen.

In manchen Fällen ist die Behandlung mit Antibiotika allerdings trotzdem nötig.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Schleimlöser bei Husten: Schlüsselblumenblüten oder Schlüsselblumenwurzel?

Die Echte Schlüsselblume (Primula veris) ist eine wichtige Heilpflanze bei produktivem Husten. Sie wird bei dieseer Indikation als Schleimlöser (Expectorans) eingesetzt wird.

Dabei ist es wichtig zu wissen, dass der Wirkstoffgehalt in der Schlüsselblumenwurzel deutlich höher ist als in den Schlüsselblumenblüten.

Präzis beschrieben hat dies vor kurzem ein Beitrag auf Apotheke-Adhoc:

„In der Phytotherapie finden sowohl die Blüten als auch die Wurzel Anwendung. Die Schlüsselblumenblüten enthalten jedoch weitaus weniger wirksame Inhaltsstoffe als die Wurzel. Bislang konnte nur ein geringer Anteil an Triterpensaponinen nachgewiesen werden. Ätherisches Öl ist zu etwa 0,1 Prozent enthalten, Flavonoide zu etwa 3 Prozent. Die Blüten werden volkstümlich bei Reizbarkeit, Ruhelosigkeit und Angstzuständen eingesetzt. Auch wenn die Wirksamkeit nicht belegt ist, kommen die Blüten außerdem bei Neuralgien, Kopfschmerzen oder Schlaflosigkeit zum Einsatz.

Die Wurzel enthält weitaus mehr Triterpensaponine, insgesamt können es bis zu 12 Prozent der Pflanzeninhaltsstoffe sein. Der Großteil bezieht sich auf das Aglykon Protoprimulagenin A und die dazugehörigen Glykoside – die Primulasaponine. Primverin und Primulaverin sind als Phenolgylkoside die Hauptkomponenten.“

Apotheke-adhoc geht auch auf den Wirkungsmechanismus der Schlüsselblume ein, also auf die Frage, wie die schleimlösende Wirkung der Saponine zustande kommt:

„Die Wirkung ist auf die Triterpensaponine zurückzuführen. Sie reizen die Magenschleimhaut und regen die Bronchialschleimhaut durch die Reizweiterleitung über Nervenfasern dazu an, mehr Schleim zu produzieren. Somit verdünnt sich das Sekret und kann leichter abgehustet werden. Als Nebenwirkungen können vereinzelt Magenreizungen oder Übelkeit auftreten. Die Wurzel kann als Expektoranz zum Beispiel mit Thymian, Spitzwegerich, Fenchel oder Süßholz kombiniert werden.“

Quelle:

http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/nachricht-detail/arzneipflanzen-primula-veris-fruehblueher-gegen-husten/

Kommentar & Ergänzung:

Das ist ein fachlich kompetenter Text. Bei der Schlüsselblume steht heute tatsächlich die schleimlösende Wirkung im Zentrum.

Die erwähnten volkstümlichen Anwendungen der Schlüsselblumenblüten bei Reizbarkeit, Ruhelosigkeit, Angstzuständen, Neuralgien, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit sind nicht plausibel. Schlüsselblumenblüten eignen sich aber gut zur Teeverschönerung. Sie sind auch enthalten im Präparat „Sinupret“, das bei Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis) eingesetzt wird.

Bei Husten ist aber wegen des höheren Saponin-Gehalts mit grosser Wahrscheinlichkeit die Schlüsselblumenwurzel wirksamer. Allerdings ist sie einzeln nicht nicht fundiert auf ihre Wirksamkeit untersucht worden. Es gibt aber gute Studien zur Wirksamkeit einer Kombination von Thymianextrakt und Schlüsselblumenwurzelextrakt. Dieses Kombipräparat wird sogar in den Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) empfohlen.

Siehe dazu hier:

Erkältungsmittel: Hustenstiller und Schleimlöser bewertet

Schlüsselblume als Hustenmittel

 

Heilpflanzen-Extrakte aus Schlüsselblume und Thymian helfen beim abhusten

Den beschriebenen Wirkungsmechanismus der Triterpensaponine nennt man auch gastropulmonalen Reflex. Er ist nicht spezifisch für die Schlüsselblume, sondern tritt auch bei anderen Heilpflanzen auf, die Triterpensaponine enthalten.

Die Echte Schlüsselblume (Primula veris) steht im Übrigen unter Naturschutz. Zu Heilzwecken kauft man sie besser in der Apotheke oder Drogerie.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Gemeinsame Strategie gegen Antibiotika-Resistenzen

Im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen bringt die Politik alle Beteiligten in ein Boot. Zudem werden Kooperationen in der Forschung unterstützt.

2001 hat die Weltgesundheits-Organisation (WHO) eine globale Strategie zur Eindämmung antimikrobieller Resistenzen publiziert, die in den EU-Ländern in unterschiedlichem Maße umgesetzt wurde.

16 Berater einigten sich im August 2010 im Namen der WHO auf einen strategischen Aktionsplan für Europa mit sieben Punkten.

Um die Resistenzentwicklung zu bremsen und neue Antibiotika zu entwickeln, ist die Einbindung aller beteiligten Bereiche im sogenannten “One-HealthAnsatz” nötig: Humanmedizin, Veterinärmedizin, Landwirtschaft und Umwelt.

Denn 2013 wurden mit 1452 Tonnen doppelt so viel Antibiotika an Tierärzte abgegeben wie im humanmedizinischen Bereich.

Erst seit dem Jahr 2011 werden die Antibiotikaabgaben in der Veterinärmedizin erfasst.

Dabei existiert ein offensichtlicher Zusammenhang zwischen dem Antibiotikaeinsatz bei Zuchttieren und Resistenzen von Salmonellen und Campylobacter, aber auch MRSA-Keimen. Zudem mehren sich die Hinweise für eine Assoziation mit ESBL-Keimen.

Dringenden Handlungsbedarf sieht die WHO bezüglich Förderung der Forschung.

Es braucht zuverlässige Diagnosetests, die breit und schell verfügbar sind, um Antibiotika gezielter einzusetzen, sowie neue Antibiotika und insbesondere neue Antibiotikaklassen.

In den letzten 30 Jahren sind nur zwei wirklich neue Antibiotikaklassen dazugekommen, Oxazolidinone und zyklische Lipopeptide. Sie sind aber beide nur wirksam gegen grampositive Bakterien.

Die Entwicklung neuer Antibiotika kostet viel Geld, bringt aber nicht entsprechende Gewinnaussichten. Forschung in diesem Bereich ist daher für Pharmafirmen nicht sonderlich attraktiv.

Bund und EU-Kommission setzen zwecks Förderung der Forschung in diesem Bereich nun verstärkt auf Kooperationen zwischen Forschungseinrichtungen und Industrie (Private Public Partnership). Beispiele dafür sind “New Drugs 4 Bad Bugs” (ND4BB), gefördert von der Europäischen Kommission, und “InfectControl 2020”, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/atemwegskrankheiten/article/893912/one-health-ansatz-gemeinsam-antibiotika-resistenzen.html?sh=13&h=1911711750

 

Kommentar & Ergänzung:

Er geht besorgniserregend langsam, dieser Kampf gegen die Antibiotika-Resistenzen.

Siehe auch:

Europäische Fachleute warnen vor Antibiotika-Resistenz

Warnung vor zunehmenden Antibiotika-Resistenzen

WHO schlägt Alarm wegen Antibiotikaresistenzen

Kinderärzte warnen vor Antibiotikaresistenz

Heilpflanzen-Anwendungen können in vielen Anwendungsbereichen Antibiotika nicht ersetzen. Die Medizin braucht wirksame Antibiotika.

In manchen Fällen sind aber Antibiotika-Gaben schlicht unnötig und unsinnig, zum Beispiel bei viralen Erkrankungen. In genau begrenzten Situationen kann mit Heilpflanzen-Anwendungen darum durchaus ein Antibiotika-Einsatz vermieden werden.

Siehe beispielsweise:

Akute Bronchitis: Myrtol meist sinnvoller als Antibiotika

Nicht sofort die Antibiotika-Keule

 

Ätherische Öle gegen Antibiotika-resistente Bakterien

Antibiotika bei Sinusitis: Nutzen in Frage gestellt

Kapuzinerkresse – Breitbandantibiotikum aus der Natur

Meerrettich – Breitbandantibiotikum aus der Natur

Korianderöl bekämpft gefährliche Bakterien

Ätherische Öle gegen Bakterien

Senfölglykoside hemmen multiresistente-Erreger (MRSA)

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Europäische Fachleute warnen vor Antibiotika-Resistenz

Problematisch sei nicht nur die zu häufige und falsche Verschreibung, sondern auch der intensive Einsatz in der Landwirtschaft.

In Europa sei zwischen 2010 und 2013 der Anteil gegen Antibiotika resistenter Bakterien teilweise gestiegen. Das zeigt der neueste Bericht des Europäischen Zentrums für Krankheitskontrolle (ECDC) in Stockholm.

ECDC-Direktor Marc Sprenger unterstrich in diesem Zusammenhang die komplexen Ursachen von Antibiotikaresistenzen. Dazu gehören insbesondere zu viel Verwendung, auch bei “falschen” Krankheiten (Virusinfektionen), in der Humanmedizin, nicht ausreichende Dosierung und Einnahmedauer richtig verschriebener Antibiotika und die Verwendung in großen Mengen für Humanmedizin-fremde Ziele.

Letzteres betrifft hauptsächlich die Agrarindustrie. Eine spezielle Problematik sind dabei auch Spitalhygiene und sogenannte Spitalkeime, die besonders häufig Resistenzen aufweisen. Obwohl der größte Teil des Antibiotikaverbrauchs außerhalb von Kliniken stattfinde, sei der Antibiotikagebrauch in den Kliniken der hauptsächliche Faktor für die Verbreitung multiresistenter Bakterien, die Infektionen im Gesundheitseinrichtungen selbst auslösen, erläutert Sprenger.

Die Situation sei unterschiedlich von Antibiotikum zu Antibiotikum und von Keimart zu Keimart. Gleichzeitig seien Antibiotikaresistenzen häufig lokaler (nationaler) Natur, weil sie direkt mit der häufig sehr unterschiedlichen Verwendung in Verbindung stehen. Ein Beispiel sei der Anteil der Klebsiella pneumoniae-Keime, die zum Beispiel gegen die häufig verwendeten Fluorchinolone, Cephalosporine der dritten Generation und Aminoglykoside unempfindlich geworden sind.

Die früher als “Wunderantibiotika” für den Spitalsbereich bezeichneten Carpabeneme sind eine der letzten Möglichkeiten bei sonst resistenten Klebsiella pneumoniae und E. coli-Keimen. Hier zeichnet sich haupsächlich bei den Klebsiellen eine Verschlechterung der Situation ab.

In den vergangenen 20 Jahren sind als Spitalkeime auch die sogenannten methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Bakterien (MSRA) wichtig geworden. Hier haben in den vergangenen Jahren entsprechende Gegenmaßnahmen für eine Reduktion der Problematik gesorgt. Die Verminderung des Anteils der resistenten Erreger zwischen 2010 und 2013 in Europa war jedoch geringer als davor.

ECDC verlangt in diesem Zusammenhang einen vorsichtigen Gebrauch der Arzneimittel von der Versorgung von Patienten mit bakteriellen Infektionen im Akutfall bis hin zur Langzeitpflege sowie entsprechende Hygienemaßnahmen, um Infektionen überhaupt zu vermeiden.

Quelle:

http://derstandard.at/2000008243550/Europaeische-Experten-warnen-vor-Antibiotika-Resistenz

 

Kommentar & Ergänzung:

Eine Massentierhaltung, die auf die flächendeckende, kontinuierliche Antibiotika-Gabe angewiesen ist, ist nicht nachhaltig und gehört in dieser Form abgeschafft. Schärfere Regeln sind nötig. Das gilt allerdings auch für die Medizin, die wider besseres Wissen offensichtlich nicht in der Lage ist, falsche und unnötige Antibiotika-Verschreibungen von sich aus in den Griff zu bekommen. Es braucht hier harte gesetzliche Regelungen, wenn möglich weltweit.

Das schreibe ich nicht aus Feindschaft gegenüber den Antibiotika, sondern weil ich den unschätzbaren Wert dieser Medikamente anerkenne. Und dass sich Antibiotika nicht einfach durch Heilpflanzen ersetzen lassen, braucht gar nicht erst speziell betont zu werden.

In ganz bestimmten Teilbereichen könnten Heilpflanzen allerdings schon zur Reduktion des Antibiotika-Verbrauchs beitragen. Jedenfalls kommen mir dazu einige Möglichkeiten in den Sinn. So könnte beispielsweise die gute antimikrobielle Wirkung vieler ätherischer Öle bei örtlicher Einwirkung besser genutzt werden (z. B. Korianderöl, Lavendelöl, Teebaumöl).

Senfölglykoside (Glukosinolate) aus Meerrettich, Kapuzinerkresse und Brunnenkresse entfalten antibakterielle Wirkungen bei Infektionen der Harnwege (Blasenentzündung) und der Atemwege (akute Bronchitis) und lassen sich gut einsetzen, wenn man auch ihre Grenzen kennt. Und die Kapland-Pelargonie (Umckaloabo®) ist ein bewährtes Mittel bei unkomplizierter, viraler Bronchitis, einem Krankheitsbild, bei dem immer noch Antibiotika eingesetzt werden, obwohl diese bei viralen Erkrankungen gar nicht wirksam sind.

Eine weitere Option ist Myrtol / Eukalyptusöl in Kapselform (Gelomyrtol®) – vor allem bei Infektionen der Atemwege (Bronchitis, Sinusitis).

Siehe auch:

Jedes dritte Antibiotikum unnötig verordne

Phytotherapie: Infektabwehr aus der Natur (Pelargonium-Extrakt) 

Übersichtsstudie zu Umckaloabo zieht positives Fazit 

Kinderärzte warnen vor Antibiotikaresistenz 

Akute Bronchitis – Myrtol meist sinnvoller als Antibiotika 

Myrtol / Gelomyrtol bei Husten und Bronchitis

Metaanalyse zeigt: Umckaloabo lindert Atemwegsinfekte 

Senfölglycoside gegen Infektionen

Senfölglykoside hemmen multiresistente Erreger

Meerrettich – Breitbandantibiotikum aus der Natur 

Kapuzinerkresse – Breitbandantibiotikum aus der Natur 

Myrtol bei Bronchitis und Sinusitis

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

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Medikamentencheck für Erkältungsmittel: Sinupret

Spiegel online veröffentlichte eine Beurteilung von „chemischen“, pflanzlichen und homöopathischen Erkältungsmitteln. Als Experte fungierte dabei Peter Sawicki. Der Internist und Diabetologe war von 2004 bis 2010 Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in Köln.

Eines der beurteilten Erkältungsmittel ist Sinupret. Das Präparat enthält Eisenkraut, Enzianwurzel, Gartensauerampferkraut, Holunderblüten und Schlüsselblumenblüten. Sinupret forte wird bei akuter Nasennebenhöhlenentzündung eingesetzt und ist das am meisten verkaufte pflanzliche Arzneimittel in Deutschland.

Zu Sinupret schreibt Peter Sawicki:

„Das Präparat ist eine Mischung aus verschiedenen Pflanzenextrakten ohne nachgewiesenen Nutzen bei Virusinfekten und Infekten der oberen Atemwege. Grundsätzlich ist das Medikament (mit Ausnahme des Sirups) nur zur Behandlung der Infektion der Nasennebenhöhlen zugelassen – also nicht bei grippalen Symptomen“

Quelle:

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/erkaeltung-was-hilft-gelomyrtol-umckaloabo-echinacea-im-test-a-954781.html

Kommentar & Ergänzung:

Ein hartes Urteil zu einem Präparat, das so häufig gekauft wird. Man könnte argumentieren, dass ein so häufig gekauftes Präparat auch wirksam sein müsse. Aber so einfach ist die Wirksamkeit nicht beurteilbar, weil eine akute Nebenhöhlenentzündung in der Regel nach ein paar Tagen auch von selbst abklingt.

Es gibt eine ganze Anzahl klinischer Studien zu Sinupret, die dem Präparat eine Wirksamkeit zuschreiben. Allerdings ist die Qualität der meisten dieser Studien nicht gerade hoch. Wikipedia führt eine neuere Studie an, die ein positives Resultat zeigte:

„Das 2012 zugelassene Sinupret extract wurde in einer doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studie an 386 Patienten untersucht. Das Hauptzielkriterium (ein Symptomwert, der nasale Sekretion, retronasale Sekretion, Verstopfung der Nase, Kopfschmerz und Gesichtsdruck berücksichtigt) war nach Behandlung mit Verum signifikant verbessert gegenüber der Behandlung mit Placebo.“

Die Studie wurde hier veröffentlicht.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23193534?dopt=Abstract

Die „Medical-Tribune“ beschrieb 2012 die Studie so:

„Prof. Bachert berichtete über eine multizentrische Phase-III-Studie mit der Prüfsubstanz BNO 1016 (seit 1. Oktober als Sinupret® extract im Handel), die doppelblind, randomisiert und placebokontrolliert (DBRPC) mit 380 Patienten durchgeführt wurde. Sie erhielten über rund 15 Tage täglich entweder Placebo oder 480 mg BNO 1016 (3 x 2 Drg.).
Die Wirksamkeit wurde anhand des Major Symptom Score (MSS) bewertet, der fünf Symptome umfasst (anteriore bzw. posteriore Rhinorrhö, nasale Verstopfung, Kopfschmerz, Gesichtsschmerz). Ab dem dritten Behandlungstag zeigte sich ein deutlicher Unterschied zugunsten des Verums.

In dieser laut Prof. Bachert ersten DBRPC-Studie mit einem Phytopräparat bei akuter Rhinosinusitis waren Patienten unter der Phytotherapie 3,8 Tage früher geheilt als Angehörige der Placebogruppe. Der MSS zeigte sich am Tag 15 signifikant reduziert, was durch Sonographie der Nasennebenhöhlen bestätigt wurde.“

Quelle:

http://www.medical-tribune.ch/medizin/fokus-medizin/artikeldetail/rhinosinusitis-antibiotikum-oft-unnoetig.html

So wie eine einzelne Schwalbe noch keinen Frühling macht, macht eine einzelne gute Studie allerdings noch keine eindeutig belegte Wirksamkeit.

Leider. Auf diesem Hintergrund ist das harte Urteil des Experten nachvollziehbar, wenn die Kriterien der evidenzbasierten Medizin als massgeblich betrachtet werden.

Die Studie wurde mit „Sinupret extract“ durchgeführt, während im Spiegel von Sinupret oder Sinupret forte die Rede ist.

Das ist aber ein grosser Unterschied, der vielleicht bei dieser Beurteilung im Spiegel nicht oder zuwenig berücksichtigt wurde:

Sinupret Drg.:

Enzianwurzel (6 mg), Primelblüten (18 mg), Sauerampferkraut (18 mg), Holunderblüten (18 mg), Eisenkraut (18 mg)

Sinupret Forte Drg:

Enzianwurzel (12 mg), Primelblüten (36 mg), Sauerampferkraut (36 mg), Holunderblüten (36 mg), Eisenkraut (36 mg)

Sinupret und Sinupret forte enthalten getrocknete, pulvierisierte Heilpflanzen in einem Dragees und das in eher geringer Menge, wobei der Gehalt in Sinupret forte doppelt so hoch ist.

Sinupret extract enthält dagegen laut Beipackzettel pro Tablette 160,00 mg Trockenextrakt  aus Enzianwurzel, Schlüsselblumenblüten, Ampferkraut, Holunderblüten, Eisenkraut. Durch die Verwendung eines Trockenextraktes kann eine etwa vierfach höhere Konzentration an Wirkstoffen erreicht werden. Sinupret extract ist in Deutschland auf dem Markt, leider aber nicht in der Schweiz. Sinupret extract ist überzeugender und ich würde es vorziehen – jedenfalls für Erwachsene. Das Präparat kann in der Schweiz via Apotheke auch aus Deutschland besorgt werden.

Eigenartig finde ich die Verwendung von Schlüsselblumenblüten, weil Schlüsselblumenwurzel etwa 4mal mehr wirksamkeitsbestimmende Saponine enthält. Für Schlüsselblumenwurzel ist ein schleimlösender Effekt relativ gut dokumentiert. Auch sonst habe ich einige Fragezeichen zur Zusammensetzung von Sinupret. Für Enzianwurzel, Holunderblüten und Ampferkraut postuliert der Hersteller schleimlösende und antivirale Wirkungen, die jedoch hauptsächlich durch Tierversuche und Experimente mit Zellkulturen belegt werden. Solche Ergebnisse lassen sich nicht einfach auf die Anwendung am Menschen übertragen.

Mein eigenes Fazit: Sinupret und Sinupret forte überzeugen mich nicht (Sinupret, Sinupret forte) oder mässig (Sinupret Extrakt).

Sehr positiv bewerte ich, dass Bionorica als Hersteller von Sinupret ein mittelständischer Betrieb ist, der viel in Forschung und Entwicklung zugunsten von Phytopharmaka investiert. Ich schätze das auch bei anderen Herstellern (z. B. Schwabe, Zeller). Trittbrettfahrer haben wir genug. Wer in Forschung und Entwicklung investiert, sollte auch von Konsumentinnen und Konsumenten unterstützt werden.

P. S.

Ich selber bevorzuge im Übrigen bei Nasennebenhöhlenentzündung und Bronchitis eher Gelomyrtol®.

Siehe:

Myrtol / Gelomyrtol bei Husten und Bronchitis

Phytopharmaka: Gelomyrtol / Gelodurant / Sibrovita – was ist der Unterschied?

Myrtol bei Bronchitis und Sinusitis

Neu in der Schweiz: Gelomyrtol gegen Bronchitis und Sinusitis

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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Chronische Rhinosinusitis: Hypertone Salzlösung unterstützt Behandlung

Unter einer Rhinosinusitis versteht man eine gleichzeitige Entzündung der Nasenschleimhaut („Rhinitis“) und eine Entzündung der Schleimhaut der Nasennebenhöhlen („Sinusitis“).

Zur Symptomlinderung bei chronischer Rhinosinusitis können außer spezifischen Medikamenten unterstützend hypertone Salzlösungen lokal eingesetzt werden. Der osmotische Effekt bewirkt eine schonende Abschwellung der Nasenschleimhäute.

Eine Schädigung der Nasenschleimhaut, wie sie als Nebenwirkung bei der längerfristigen Anwendung klassischer Nasensprays zur Abschwellung auftreten kann, sei mit diesen Präparaten nicht zu befürchten, sagt Professor Ludger Klimek vom Zentrum für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden.

Der Nasenschleimhaut wird durch die erhöhte Salzkonzentration überschüssiges Wasser entzogen, was die Schleimhäute abschwellen lässt. Durch die frei werdende Flüssigkeit lösen sich zudem zähes Sekret und Verkrustungen.

Das lässt den Patienten wieder besser durchatmen. Dieser lokale Effekt unterstützt die Selbstreinigungs- und Abwehrfunktion der Nasenschleimhaut auch bei längerfristiger Anwendung.

Auch die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie erwähnt die lokale Anwendung hypertoner Salzlösungen zur Beschwerdelinderung.

Eine kontrollierte Studie mit 211 Patienten belegte bei zweimal täglicher Anwendung einer hypertonen Salzlösung eine Verminderung der Beschwerden. Ein Cochrane Review bestätigte den Nutzen einer topischen Salzlösung als unterstützende Maßnahme bei chronischer Rhinosinusitis.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/hno-krankheiten/article/851517/chronische-rhinosinusitis-kochsalzloesung-unterstuetzt-therapie.html

Kommentar & Ergänzung:

Im Handel sind zum Beispiel Präparate mit hypertoner Kochsalzlösung 2,7%ig.

Das kann man mit Leitungswasser auch selber herstellen. 27 g Kochsalz auf einen Liter Wasser = 2,7%. Ein gestrichener Teelöffel Kochsalz gilt als 5 Gramm. Allerdings sind mit dieser Standardangabe wohl eher die früher üblichen „tieferen“ Löffel gemeint und nicht die heutigen flachen.

Die meisten der heute als Nasenspray oder Nasenspüllösung verkauften Salzlösungen sind nicht hyperton, sondern isotonisch ( = 0,9%, „physiologische Kochsalzlösung“).

Salzlösung – das ist eine sehr einfache Sache, aber die Studienlage ist ziemlich komplex.

Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde kommt zum Schluss, dass bei akuter Rhinosinusitis weder isotone noch hypertone Salzlösungen hilfreich sind.

Bei chronischer Rhinosinusitis  gibt die Leitlinie eine starke Empfehlung für hypertone Lösungen ab mit der Begründung, sie könnten zu mindestens eine Beschwerdelinderung bewirken. Isotone Kochsalzlösung, Emser Salz und Leitungswasser (hypoosmolar) zeigten dagegen gemäss „Leitlinie“ keine therapeutische Effekte.

Quelle:

http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/017-049l_S2k_Rhinosinusitis_2011-07.pdf

(Seite 39)

Gegen eine tägliche Langzeitanwendung von Salzspülungen wandte sich allerdings 2009 der  US-Allergologe Talal Nsouli. Er hatte in zwei Studien über 24 und 12 Monate bei Patienten mit chronischer Nasennebenhöhlenentzündung erhöhte Raten an akuten Infektionen der Nebenhöhlen festgestellt. Die Studien sind allerdings klein und wurden nicht in einer Fachpublikation veröffentlicht. Sie haben daher nur begrenzte Aussagekraft.

Quelle:

http://ml.spiegel.de/article.do?id=879276

Der Allergologe Nsouli sagte an einem Kongress, die nasale Schleimhaut sei nicht nur eine Quelle der Verschleimung, sondern diene offenbar auch als erste Verteidigungslinie gegen eindringende Erreger. Spüle man diesen Schleim zwei Mal täglich mit Salz weg, dann beraube man seine Nase um diese Abwehrtruppe. Seiner Meinung nach spreche nichts dagegen, einige Wochen lang täglich oder auch zwei Mal pro Tag zur Nasendusche zu greifen, aber nicht für längere Zeit.

Quelle:

http://news.doccheck.com/de/2179/rhinosinusitis-kalte-dusche-fur-therapie/

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Erkältungen: Honig hilft gegen Husten

Bei akutem Erkältungshusten werden zahlreiche Arzneimittel angewendet, aber nur wenige sind wirklich indiziert und hilfreich. Antibiotika werden zwar sehr oft verordnet, aber der Husten klinge durch sie nicht früher ab, erklärte Dr. Peter Kardos, Frankfurt, beim Pharmacon in Meran.

Ansonsten gesunde Patienten mit akutem Husten nach einem bakteriellen Infekt hätten ebenfalls keinen Nutzen von Antibiotika, sagte Kardos. Anders verhalte es sich bei bakteriellen Sekundärinfekten, doch trete auch hier der Effekt nicht unmittelbar ein.

Positive Studiendaten für Honig, Efeu / Thymian, Umckaloabo und Cineol

Für das Hausmittel Honig liege eine Studie vor, die für einen Nutzen bei nächtlichem Husten von Kindern zeigt, sagte der Experte, der federführend an der Ausarbeitung der aktuellen Husten-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie 2010 beteiligt war. Auch für einige Phytopharmaka, beispielsweise Zubereitungen aus Thymian & Efeu (ein Kombinationspräparat), Pelargonium sidoides (Umckaloabo) oder Cineol, lägen positive Studiendaten vor. Der Arzt bedauerte allerdings auch, dass es viele Vorurteile gegenüber Phytopräparaten gebe. Sie würden trotz Studien oft nicht in Leitlinien aufgenommen.

Bei einem akuten Erkältungshusten, der definitionsgemäss bis zu acht Wochen anhalten kann, sind Sekretolytika und Antitussiva wie Codein laut Kardos kaum wirksam.

Codein sei in der 60-mg-Dosierung als Arzneimittel aber nützlich bei nicht-erkältungsbedingtem Husten.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=46625&Nachricht_Title=Nachrichten_Erk%E4ltungshusten%3A+Honig+hilft&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Beim Erkältungshusten gibt es einige Phytopharmaka, die mit Studien gut belegt sind, und es diesbezüglich mit synthetischen Wirkstoffen aufnehmen können.

Siehe dazu auch:

Wirkstoffkunde: Was ist Cineol / 1,8-Cineol?

Myrtol / Gelomyrtol® bei Husten und Bronchitis

Phytopharmaka: Gelomyrtol / Gelodurant und Sibrovita – Unterschied?

Myrtol bei Bronchitis & Sinusitis

Akute Bronchitis: Myrtol meist sinnvoller als Antibiotika

Phytotherapie: Eukalytusöl / Myrtol bei Husten

Phytotherapie: Umckaloabo-Studien

Phytotherapie: Umckaloabo (Pelargonium sidoides) bei Erkältungen

Phytotherapie bei Husten: Wirksamkeit in Studien nachgewiesen

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Eukalyptus /Eukalyptusöl

EUKALYPTUS / EUKALYPTUSÖL


AUSTRALISCHER RIESEN-EUKALYPTUS PROFITIERT VON BUSCHBRÄNDEN

Der australische Riesen-Eukalyptus (Foto auf Wikipedia) benötigt für seine Fortentwicklung Feuer.

Das tönt zuerst einmal paradox, hat jedoch Wissenschaftlern der Tasmanischen Schule für Pflanzenwissenschaft zufolge mehrere Gründe. Im Fachblatt „New Phytologist“ schreiben die Forscher, durch einen Buschbrand stürben zwar die Bäume, ihre Samen jedoch blieben in kleinen Kapseln geschützt. Auf dem nährstoffreichen verbrannten Boden könnten sie sich daraufhin speziell gut entwickeln. zudem gäbe es infolge der Brände weniger Tiere, die sich von den Eukalyptus-Samen ernährten.
Der australische Riesen-Eukalyptus kann über 100 Meter hoch werden… Zum vollständigen Text hier…

WIRKSTOFFKUNDE: WAS IST CINEOL / 1,8-CINEOL?

1,8-Cineol ist ein wichtiger Bestandteil verschiedener ätherischer Öle. In hoher Konzentration kommt es vor in Eukalyptusöl, das ungefähr 85% Cineol enthält, und im ätherischen Lorbeeröl (45%). In tieferen Konzentrationen ist Cineol vorhanden in Minzöl, Salbeiöl, Thymianöl, Basilikumöl und im Teebaumöl.

Cineol lässt sich in großen Mengen gewinnen durch fraktionierte Destillation aus Eukalyptusöl.

Cineol wirkt auswurffördernd, antiseptisch und antiparasitär.

1,8-Cineol wird eingesetzt bei Atemwegserkrankungen in der Humanmedizin, aber auch in der Veterinärmedizin. Parfümindustrie nutzt Cineol als Aromastoff, die Zahnmedizin  bei der Revision von Wurzelfüllungen… Zum vollständigen Text hier…

KRÄUTERTEES FÜR JEDE GELEGENHEIT: EUKALYPTUS

Die „Kleine Zeitung“ veröffentlichte eine Zusammenstellung von bekannten Heilpflanzen und ihren Wirkungen. Hier der Abschnitt zur Hustenpflanze Eukalyptus:

„Eukalyptus

Das angeblich beste Mittel gegen Schnupfen ist Tee aus Eukalyptusblättern. Allerdings sollte bei der Zubereitung darauf geachtet werden, den Tee sehr lange ziehen zu lassen, da er ansonsten eine stark ermüdende Wirkung hat. 15 bis 20 Minuten Zeit sollten Sie ihm schon lassen.“… Zum vollständigen Text hier…

NEU IN DER SCHWEIZ: GELOMYRTOL® GEGEN BRONCHITIS & SINUSITIS

GeloMyrtol® ist seit Oktober 2011 auch in der Schweiz im Handel. In Deutschland ist das Heilpflanzen-Präparat seit Jahren auf dem Markt.

Ein identisches Produkt ist in der Schweiz allerdings bereits unter dem Markennamen Sibrovita® erhältlich.

GeloMyrtol® / Sibrovita® enthält magensaftresistente Weichkapseln mit einem Destillat aus einer Mischung von Eukalyptusöl, Süssorangenöl, Myrtenöl und Zitronenöl.

Zur Anwendung kommt GeloMyrtol® / Sibrovita® bei akuter und chronischer Bronchitis und Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung)… Zum vollständigen Text hier…

ASTHMA: BESSERE KONTROLLE DURCH EUKALYPTUSÖL / CINEOL

Eine beim Pneumologen-Kongress als Poster präsentierte, randomisiert-kontrollierte Multicenterstudie hat den Effekt einer sechsmonatigen Behandlung mit dreimal 200 mg Cineol im Vergleich zu Placebo bei 247 Patienten mit persistierendem Asthma untersucht. Cineol ist ein antiinflammatorisch (= entzündungshemmend) wirksamer Bestandteil des Eukalyptusöls.

Primärer Endpunkt der Studie war ein kombinierter Score, in den Häufigkeit und Intensität der Asthmasymptome, außerdem Lebensqualität und FEV1 einflossen. Hier zeigte sich ein hoch signifikanten Vorteil zugunsten der Cineol-Gruppe… Zum vollständigen Text hier…

PHYTOTHERAPIE: EUKALYPTUSÖL & MYRTOL BEI HUSTEN

Wenn es um die Erforschung von klinischen und pharmakologischen Daten von ätherischen Ölen geht, haben in den vergangenen Jahren 1,8-Cineol, der Hauptbestandteil von Eukalyptusöl, sowie Myrtol, eine Fraktion aus dem ätherischen Öl von Myrtus communis, eine Vorreiterrolle übernommen…… Zum vollständigen Text hier…

PHYTOTHERAPIE: EUKALYPTUSÖL SCHÜTZT BEI CHRONISCHER BRONCHITIS

Menschen mit einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (chronische Raucherbronchitis bzw. COPD) sollten sich in der Winterzeit gegen eine Verschlechterung ihrer Krankheit wappnen, indem sie zusätzlich zur gewohnten medikamentösen Behandlung ein Präparat mit Cineol einnehmen, dem Hauptinhaltsstoff von Eukalyptusöl……. Zum vollständigen Text hier…

Erkältung beim Kind nicht mit Eukalyptusöl behandeln

Zahlreiche der für Erwachsene normal verträglichen Erkältungsmittel mit ätherischen Ölen sind für Kinder gefährlich. Die Medikamente könnten die Atemwege verkrampfen und im Extremfall Atemnot auslösen.

Davor hat die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände soeben gewarnt. Arzneien mit Eukalyptusöl sollen deshalb nicht im Gesicht, Pfefferminzöl nicht direkt im Mund- und Nasenbereich oder auf dem Brustkorb von Säuglingen und Kindern aufgetragen werden. Vorsicht ist angezeigt bei vermeintlich harmlosen Erkältungsbädern. Als Alternative bieten sich Heilpflanzen-Präparate mit Extrakten aus Thymian und Efeu an……. Zum vollständigen Text hier…