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Eckart von Hirschhausen zur Frage: Sind Wunderheiler Scharlatane?

Der Mediziner, Autor und Komiker Eckart von Hirschhausen beschäftigt sich in seinem neuen Bühnenprogramm mit der Kunst der Täuschung.

Im Interview antwortet er auf die Frage: „Sind Wunderheiler Scharlatane?“

Hirschhausen:

„Scharlatane gibt es überall, in der Alternativszene wie in der ‚Schulmedizin’. Typisch sind ihre Selbstüberschätzung und die Abwertung von allen anderen Heilmethoden. Vorsicht bei Anbietern, die unrealistische Versprechungen machen, zum Beispiel Krebs, MS, Alzheimer oder Aids zu heilen, oder die eine Kooperation mit anderen Medizinern ablehnen! Da hört bei mir der Spaß auf. Das erkläre ich auch im Programm deutlich, wo die Risiken und Nebenwirkungen von ‚sanften’ Methoden sein können.“

Frage: „Wo ziehen Sie die Grenze?“

Hirschhausen:

„Seriöse Anbieter akzeptieren die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Nachweislich unsinnig sind Irisdiagnostik, Kinesiologie, Bioresonanz oder Aprikosenkernextrakt. Auch das ‚geistige Heilen’ hat Risiken und Nebenwirkungen, wie psychische Abhängigkeit oder das Unterlassen einer wirksamen Behandlung.“

Quelle:

http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Der-Mann-der-an-Wunder-glaubt-id27766762.html

Kommentar & Ergänzung:

Scharlatanerie in der „Schulmedizin“ gibt es zum Beispiel dort, wo negative Studienergebnisse unter den Tisch gewischt werden (Publikationsbias).

Siehe dazu:

Medizinische Forschung: Petition fordert volle Transparenz

Wenn der Pharmakonzern Roche sich jahrelang weigert, alle Studiendaten des Grippemittels Tamiflu zu publizieren, dann gehört das für mich klar in die Kategorie Scharlatanerie.

Siehe dazu:

Roche will Studiendaten zu Tamiflu nun publizieren

(Die verkündete Absicht ist meines Wissens noch nicht in die Tat umgesetzt. Skepsis ist angebracht…)

Im Bereich von Alternativmedizin bzw. Komplementärmedizin wuchert Scharlatanerie vor allem auf dem Boden von weitestgehend fehlender Qualitätskontrolle, von Allmachtsvorstellungen, Fremd- und Selbsttäuschung.

Siehe dazu:

Komplementärmedizin – woran erkennen Sie fragwürdige Aussagen?

Komplementärmedizin – Qualität und Quacksalberei

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Roche will Studiendaten zu Tamiflu nun publizieren

Der Pharmakonzern Roche wurde in der Vergangenheit mehrfach kritisiert, weil er Studiendaten nicht vollständig veröffentlicht hatte.  Nun will Roche Wissenschaftlern den Zugang zu klinischen Studienberichten gewähren. Die neue Transparenz ist allerdings begrenzt auf das Grippemittel Tamiflu.

Die Kontroverse um das Grippemittel Tamiflu (Oseltamivir) dauert nun schon geraume Zeit an. Roche wurde von mehreren Organisationen wie der Cochrane Collaboration und der Transparency International aufgefordert, alle Studiendaten betreffend Tamiflu zu publizieren. Bereits seit dem Jahr 2009 bezweifelt die Cochrane Collaboration die Wirksamkeit des Grippemittels Tamiflu.

Roche verspricht nun, dass alle Gesundheitsbehörden alle nötigen Informationen zu dem Präparat bekommen. 71 der 74 abgeschlossenen und von Roche gesponserten Studien sollen online über das Studienportal rochetrials.com veröffentlicht werden. Die drei fehlenden Studien würden derzeit noch für die Publikation vorbereitet.

Quelle:

http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/wissenschaft/nachricht-detail-wissenschaft/datenfreigabe-roche-studiendaten-zu-tamiflu-sind-oeffentlich/

Kommentar & Ergänzung:

Uf, das hat aber sehr lange gedauert und sehr viel Druck gebraucht, bis Roche sich in dieser Frage bewegt hat – falls es denn wahr ist.

Und es ist ein halbherziger Schritt. Die vollständige Publikation aller Studiendaten müsste selbstverständlicher Standard sein. Nicht nur betreffend Tamiflu, sondern für alle Roche-Präparate, und natürlich auch für andere Hersteller.

Davon sind wir noch weit entfernt.

Zur Kontroverse siehe auch:

Tamiflu nicht wirksamer als Placebo

Tamiflu®: Roche verheimlicht weiterhin Studiendaten

Boykottaufruf gegen Roche wegen Tamiflu-Datenverheimlichung

Roche mauert weiterhin mit Tamiflu-Studiendaten

GlaxoSmithKline will transparenter mit Studien umgehen

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GlaxoSmithKline will transparenter mit Studien umgehen

Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline will in Zukunft offener mit eigenen Studien umgehen. In einer Pressemeldung teilte das Unternehmen mit, dass Berichte zu klinischen Studien für bereits zugelassene Arzneimittel öffentlich zugänglich gemacht werden sollen.

Beate Wieseler, Leiterin des Ressorts Arzneimittel am Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQwig) bezeichnete diese Ankündigung in der «Süddeutschen Zeitung» als ganz wesentlichen Schritt. Es zeigte was alles möglich sei. Andere Unternehmen werden begründen müssen, warum sie weniger transparent sind, sagte Wieseler.

Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz von der Goethe-Universität, Frankfurt am Main, forderte kürzlich am Pharmacon-Kongress in Davos den Hersteller Roche auf, endlich Studiendaten zum Grippemittel Oseltamivir (Tamiflu®) zu publizieren. In diesem Zusammenhang hatte das britische Ärzteblatt «British Medical Journal» (BMJ) schon im November des vergangenen Jahres als erste große Fachzeitschrift angekündigt, klinische Studien zu Arzneimitteln und Medizinprodukten nur noch dann zu veröffentlichen, wenn die Autoren unabhängigen Wissenschaftlern Einsicht in die Rohdaten ermöglichen würden.

GlaxoSmithKline hatte bereits im Oktober des vergangenen Jahres angekündigt, bei «vernünftiger wissenschaftlicher Fragestellung» anonymisierte Patientendaten seiner klinischen Studien zur Verfügung zu stellen. Nun will der Konzern offenbar noch transparenter vorgehen.

Die «Süddeutsche Zeitung» wies jedoch darauf hin, dass auch diese Ankündigung noch einigen Einschränkungen unterliegt. GlaxoSmithKline  wolle die Informationen nur preisgeben, wenn das getestete Medikament schon zugelassen sei oder die Entwicklung abgebrochen wurde. Darüber hinaus müssten die Studien vorgängig in einer Fachzeitschrift publiziert worden sein.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=45173&Nachricht_Title=Nachrichten_GSK%3A+Weniger+Geheimnisse+um+Studien&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Falls den Worten Taten folgen, ist dieser Schritt von GlaxoSmithKline sehr begrüssenswert, wenn auch noch nicht ausreichend.

Unvollständige und selektive Publikation von Studiendaten ist ein verbreitetes Problem bei Pharmastudien. Diese Praxis ist nicht nur fragwürdig, sondern zutiefst unwissenschaftlich.

Prägnant formulierte der amerikanische Philosoph John Dewey (1859-1952) „das erste Erfordernis des wissenschaftlichen Verfahrens – nämlich volle Öffentlichkeit der Materialien und Prozesse“.

(in: Erfahrung, Erkenntnis und Wert, S. 314, Suhrkamp 2004).

Gegen diesen Grundsatz verstösst die Datenverheimlichung fundamental. Die Öffentlichkeit darf solch täuschende und irreführende Geheimniskrämereien nicht hinnehmen.

Siehe auch:

Boykottaufruf gegen Roche wegen Tamiflu-Datenverheimlichung

Tamiflu® – Roche verheimlicht weiterhin Studiendaten

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Roche mauert weiterhin mit Tamiflu-Studiendaten

Der Pharmakonzern Roche hält weiterhin wichtige Daten zu Tamiflu-Studien zurück. Ich habe in diesem Blog schon davon berichtet:

Boykottaufruf gegen Roche wegen Tamiflu-Datenverheimlichung

Tamiflu® – Roche verheimlicht weiterhin Studiendaten

Tamiflu nicht wirksamer als Placebo

Roche vernebelt diesen eklatanten Verstoss gegen wissenschaftliche Grundsätze zudem darüber hinaus noch mit oberlausigen Ausreden.

Geradezu ungeheuerlich finde ich, dass Roche den Forschern der Cochrane-Collaboration offenbar Einsicht in die Daten nur gewähren wollte gegen Unterzeichnung einer Schweigevereinbarung. Das heisst so viel wie: Wir lassen Euch die Daten sehen, aber nur, wenn ihr eure Erkenntnisse daraus nicht weitergebt.

Das British Medical Journal (BJM) hat nun den Briefwechsel mit Roche in dieser Angelegenheit ins Internet gestellt:

http://www.bmj.com/tamiflu

Im Tages-Anzeiger berichtete vor kurzem Urs P. Gasche über die neuste Entwicklung (hier).

Und im Skeptiker-Blog nimmt Marko Kovic dazu Stellung und zieht den Schluss:

„Ab und an mag der Eindruck entstehen, Skeptikerinnen und Skeptiker schiessten sich nur auf  «Alternativmedizin» ein und ignorierten Probleme in weniger anrüchigen Forschungsgebieten. Dem ist nicht so: Für medizinische Forschung müssen einheitliche Standards der Prüfung vermuteter Wirkungen eingehalten werden. Es gibt demgemäss auch keine Kategorien wie «Schulmedizin», «Alternativmedizin», «Komplementärmedizin», sondern nur Mittel und Verfahren, deren medizinische Wirksamkeit aufgrund der verfügbaren Datenlage gestützt ist, sowie Mittel und Verfahren, deren medizinische Wirksamkeit ungestützt oder gar widerlegt ist.“

Dem kann ich nur zustimmen.

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Novartis-Tochter Sandoz in Italien unter Korruptionsverdacht

Italienische Mediziner haben gemäss Medienberichten Kindern Wachstumshormone verschrieben, obwohl es dafür keine medizinische Rechtfertigung gab. Grund dafür waren offenbar Geschenke und Geld von Sandoz-Vertretern.

Sandoz gehört zum Pharmakonzerns Novartis und bündelt die Generikaaktivitäten der Novartis-Gruppe.

Von Palermo bis Mailand durchsuchten Carabinieri unter Führung der  Gesundheitspolizei NAS Bologna die Büros von Spitälern.

Gemäss einer Medienmitteilung der NAS sollten die Razzien klären, ob die Wachstumshormone von Sandoz den Patienten zu Recht verschrieben wurden. Unterlagen, welche die Zahlungen an die Ärzte dokumentieren, lägen der NAS schon vor.

Verdächtigt werden 67 Ärzte, die in pädiatrischen und endokrinologischen Abteilungen privater und öffentlicher Spitäler arbeiten.

Pharmavertreter von Sandoz sollen den Ärzten teure Reisen, Designerklamotten oder Bargeld bezahlt haben, damit sie Kindern mehr Wachstumshormone verschrieben.

Mediziner, die entweder höhere Dosen verordneten oder die Hormonpräparate an neue Patienten verschrieben, seien mit Summen zwischen 500 und 1000 Euro pro Patient entschädigt worden, berichten italienische Zeitungen.

Nach Angaben der «Repubblica» sollen die Sandoz-Vertreter die verantwortlichen Ärzte mit Aufmerksamkeiten im Wert von insgesamt 500’000 Euro versorgt haben. Diese Summe hätten die Mitarbeiter kaum aus der eigenen Tasche bezahlt, schreibt die Zeitung – und wirft damit die Frage auf, ob Sandoz in die Zahlungen involviert war.

Erste Hinweise auf die unnötige Verschreibung von Wachstumshormonen zeigten sich gemäss «Repubblica» schon vor einem Jahr. In Rimini wurde damals ein Sportarzt verhaftet, der Kindern und Jugendlichen Hormone verschrieb, um ihre sportlichen Leistungen zu steigern.

Bestürzt über die Vorwürfe zeigte sich im «Corriere della Sera» Alberto Ugazio, Präsident der italienischen Gesellschaft für Kinderheilkunde. Eigentlich müsse nur Kleinwuchs mit Wachstumshormonen therapiert werden. Dabei handele es sich um eine sehr seltene Krankheit. Die Behandlung mit Wachstumshormonen habe stark zugenommen, kritiserte der Kinderarzt. Amateursportler verwendeten sie, um ihre Leistung zu verbessern. Die Sportler werden dabei offensichtlich von Ärzten unterstützt. In Italien dürfen gemäss Ugazio Hormone nur auf Rezept verkauft werden.

Sandoz bestätigte, dass die Firma gegen Mitarbeiter, die in das Gerichtsverfahren involviert sind, Disziplinarmassnahmen ergriffen habe.

Quelle:

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/SandozVertreter-sollen-italienische-Kinderaerzte-bestochen-haben/story/12647632

Kommentar & Ergänzung:

Noch ist in dieser Angelegenheit niemand schuldig gesprochen. Sollte sich der Verdacht aber bestätigen, wäre dies eine schwerwiegende Angelegenheit.

Wikipedia schreibt zum Wachtumshormon Somatropin:

„Synthetisches Somatropin wird als „Anti-Aging“-Mittel verwendet, wobei es keine Belege für einen Langzeitnutzen gibt. Häufig missbräuchlich angewendet wird es aufgrund seiner muskelbildenden Eigenschaften auch im Bodybuilding und anderen Sportarten. Zu diesem Zweck wird es teilweise auch mit Testosteron, Insulin, Trenbolon und dem Schilddrüsenhormon Triiodthyronin (T3) kombiniert. Mittlerweile sind aber auch schon gefährliche Totalfälschungen von angeblich Somatropin-haltigen Arzneimitteln aufgetaucht, die für die Verwendung in der Bodybuilder-Szene bestimmt waren. In der Doping-Szene gilt Somatropin allgemeinhin als teure „Wunderwaffe“. Die Anwendung von Somatropin bei Menschen ohne vorliegenden Mangel führt zu Akromegalie mit schwersten Nebenwirkungen, die oft irreversibel sind.“

Bestätigt sich der Verdacht und ist dieses Schmieren von Ärzten nicht nur ein einzelner krimineller Ausrutscher, sondern eine verbreitetere Praxis – und danach sieht es aus –  wäre ein Rücktritt der verantwortlichen Novartis-Führung meines Erachtens angemessen. Die Situation ist dann nämlich ähnlich wie bei UBS-CEO Oswald Grübel nach dem Betrugsfall des Händlers Kweku Adoboli im Investmentbanking in London.

Oswald Grübel hat vorgemacht, dass man als oberster Chef  auch Mitverantwortung trägt für ungenügende Kontrollmechanismen und manchmal Konsequenzen ziehen muss, selbst wenn man nicht direkt in den Betrugsfall verwickelt ist.

Die schon seit langem kritisierte, unnachvollziehbar überrissene  „Entschädigung“ von Novartis-Chef Daniel Vasella müsste dann nämlich immer im Zusammenhang mit Gewinnen gesehen werden, die der Konzern auf Kosten der Gesundheit von Kindern eingestrichen hat.

Ich zweifele aber daran, dass die Novartis-Verantwortlichen ihre Mitverantwortung hier erkennen. Schliesslich wissen sie schon seit 2011 von den Ermittlungen.

Und es gibt einen bedeutsamen Unterschied zwischen dem Betrugsfall Adoboli bei der UBS und dem Schmiergeld, das in Italien von der Sandoz gezahlt worden sein soll:

Adoboli hat sehr viel Geld in den Sand gesetzt. Das muss natürlich Konsequenzen haben.

Die Machenschaften von Sandoz Italien dagegen, sollten sie so stattgefunden haben, brachten der Firma Umsatz und schadeten nur den unnötigerweise behandelten Kindern.

Das ist offenbar nicht so relevant.

Die Finanzbranche hat ihren Ruf über weite Strecken ruiniert. Die Pharmabranche scheint sich in eine ähnliche Richtung zu bewegen. Das pauschale Feindbild der bösen Pharmaindustrie ist mir fremd. Es gibt aber eine ganze Reihe von kritikwürdigen Verhaltensweisen, die meines Erachtens immer wieder auf den Tisch gelegt werden müssen.

Beispiele:

Indien: Menschliche Versuchskaninchen für die Pharmaindustrie

Tamiflu nicht wirksamer als Placebo

Boykottaufruf gegen Roche wegen Tamiflu-Datenverheimlichung

Industriefinanzierte Medizinstudien liefern verzerrte Reaultate

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Industriefinanzierte Medizinstudien liefern verzerrte Resultate

Studien zu Medizinprodukten und Arzneimitteln fallen positiver aus, wenn sie mit Geld von Industrie-Unternehmen finanziert werden.

Ausserdem stimmen die Schlussfolgerungen der Studien seltener mit den tatsächlichen Befunden überein. .

Das berichten Mediziner um Andreas Lundh vom Cochrane Center in Kopenhagen im Fachblatt “Cochrane Library”. Sie haben 48 Medizinprodukte und Medikamente unter die Lupe genommen. Studien, die von den Herstellern finanziert wurden, berichteten demnach von positiveren Wirkungen und weniger schädlichen Nebenwirkungen als Studien mit anderen Geldquellen.

“Unsere Ergebnisse legen nahe, dass industriefinanzierte Studien häufiger die Produkte des Sponsors favorisieren”, erklärte Forschungsleiter Lundh.

Für ihn unterstützen diese Ergebnisse aktuelle Forderungen nach besserem Zugang zur Methodik und den Rohdaten von klinischen Studien.

Denn die Resultate klinischer Studien beeinflussen, welche Medikamente auf den Markt kommen und ob sie von den Krankenkassen bezahlt werden. Pharma-Unternehmen und die medizintechnische Industrie haben natürlich ein Interesse daran, ihre Produkte zu verkaufen.

Klinische Studien beeinflussen, welche Medikamente auf den Markt kommen und ob sie von den Krankenkassen bezahlt werden. Pharma-Unternehmen und die medizintechnische Industrie haben natürlich ein Interesse daran, ihre Produkte zu verkaufen.

Die “Cochrane Collaboration” ist eine allgemeinnützige Organisation mit dem Ziel, medizinische Sachverhalte unverzerrt darzustellen. Sie hatte zuvor schon für einzelne Medikamente gezeigt, dass positive Ergebnisse selektiert wurden, wenn Unternehmen die Tests sponserten.

Quellen:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=168227

http://science.orf.at/stories/1709307/

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/14651858.MR000033.pub2/abstract;jsessionid=0B85DD3CFE9A112086F241A467D87E65.d01t02?systemMessage=Wiley+Online+Library+will+be+disrupted+on+15+December+from+10%3A00-13%3A00+GMT+%2805%3A00-08%3A00+EST%29+for+essential+maintenance

Kommentar & Ergänzungen:

1. Die Cochrane Collaboration fordert schon seit Jahren vom Pharmakonzern Roche die Herausgabe von geheim gehaltenen Daten aus Studien zum Roche-Präparat Tamiflu.

Siehe dazu:

Boykottaufruf gegen Roche wegen Tamiflu-Datenverheimlichung

Tamiflu®: Roche  verheimlicht weiterhin Studiendaten

2. Die Gefahr, dass Hersteller-finanzierte Studien verzerrt-positivere Resultate bringen, besteht natürlich nicht nur bei „normalen“ Pharmakonzernen, sondern auch bei Herstellern aus Komplementärmedizin, Naturheilkunde und Phytotherapie.

3. Es wäre meines Erachtens falsch, aufgrund dieser Resultate den Verzicht auf die Durchführung von Studien zu fordern.

Für viele Fragen bezüglich Wirksamkeit gibt es nichts besseres als die klinische Doppelblind-Studie. Aber man muss die Anfälligkeit solcher Studien für Fehler und Verzerrungen kennen, damit man sie nicht unkritisch bewertet. Und es braucht schärfere Regeln, um solchen Verzerrungen vorzubeugen.

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Boykottaufruf gegen Roche wegen Tamiflu-Datenverheimlichung

In einem diese Woche publik gemachten Brief fordert Peter Gøtzsche, der Leiter des angesehenen Nordischen Cochrane-Zentrums in Kopenhagen, dass die Regierungen der europäischen Länder den Pharmahersteller Roche verklagen und dass generell alle Produkte des Unternehmens boykottiert werden sollten – so lange, bis Roche fehlende Daten zu seinem Grippemittel Tamiflu (Oseltamivir) öffentlich macht.

Vor kurzem hatte auch die Chefredakteurin des „British Medical Journal“ (BMJ) in einem offenen Brief von Roche gefordert, die Studiendaten zum Grippemittel Tamiflu® endlich offenzulegen.

Siehe:

Tamiflu® – Roche verheimlicht weiterhin Studiendaten

Mit reichlich Verzögerung hat Roche nun darauf reagiert, aber kaum Neues gesagt.

In einer öffentlichen Stellungnahme des Pharmakonzerns heißt es, Roche akzeptiere den Vorwurf der mangelnden Transparenz nicht. Das Unternehmen halte sich an alle gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich der Publikation von Daten.

Man habe die Cochrane-Gruppe mit 3.200 Seiten Informationen ausgestattet, um ihre Fragen zu beantworten. Ein weiterer Antrag auf Auskunft sei jedoch verweigert worden, weil die Wissenschaftler es abgelehnt hätten, eine Vertraulichkeitserklärung zu unterzeichnen. Darüber hinaus behauptet Roche, den nationalen Gesundheitsbehörden vollständige klinische Daten zur Verfügung gestellt zu haben.

Die Cochrane-Wissenschaftler wiederum halten fest, ihnen sei eine solche Vertraulichkeitsvereinbarung nie angeboten worden. Darüber hinaus habe die Europäische Arzneimittel-Agentur ihnen bestätigt, dass ihr einige Module der Studien fehlten.

Quellen:

Tages-Anzeiger, 15. November 2012

http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2012/11/12/roche-reagiert-aber-liefert-keine-daten/8749.html

Kommentar & Ergänzung:

Natürlich können Aussenstehende nicht überprüfen, ob Roche relevante Daten zu Tamiflu-Studien zurückhält. Es liegt aber nicht an Roche zu entscheiden, ob die Cochrane-Forscher alle Daten haben, die sie benötigen. Und im Grunde ist es völlig ungehörig von Roche,  wenn der Konzern von den Wissenschaftlern eine Vertraulichkeitserklärung verlangt. Wissenschaft ist dazu da, dass die Ergebnisse publiziert werden.

Ich kann mich nur wiederholen:

Der amerikanische Philosoph John Dewey (1859-1952) formulierte sehr prägnant „das erste Erfordernis des wissenschaftlichen Verfahrens – nämlich volle Öffentlichkeit der Materialien und Prozesse“.

(in: Erfahrung, Erkenntnis und Wert, S. 314, Suhrkamp 2004)

Ein Pharmakonzern, welcher derart grosse Summen mit staatlichen Gesundheitsinstitutionen verdient, ist der Öffentlichkeit verpflichtet. Kommt er dieser Transparenzforderung nicht nach, ist Boykott durch Behörden, Apotheken, Konsumentinnen und Konsumenten eigentlich nur eine folgerichtige Konsequenz.

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Tamiflu®: Roche verheimlicht weiterhin Studiendaten

Die Chefredakteurin der medizinischen Fachzeitschrift „British Medical Journal“ (BMJ), Fiona Godlee, hat in einer Mail den Roche-Vorstand dazu aufgerufen, die Studiendaten zum Grippemittel Oseltamivir (Tamiflu®) offenzulegen. Sie unterstützt damit die langjährige Forderung von Cochrane-Wissenschaftlern, Transparency International Deutschland und inzwischen auch Überwachungsbehörden nach mehr Transparenz.

Seit Jahren fordern Cochrane-Wissenschaftler um Tom Jefferson von Roche vor allem die Offenlegung von Daten aus acht klinischen Studien, die die Überlegenheit von Oseltamivir gegenüber Placebo gezeigt haben sollen. Aus Sicht des Pharmakonzerns haben die Cochrane-Autoren alle Daten, die sie brauchen, bekommen. Die Forscher werfen Roche hingegen vor, die Daten aus der Metaanalyse und weitere Daten gezielt zurückzuhalten.

Godlee schreibt in ihrer Mail, Tamiflu® sei ein enormer kommerzieller Erfolg für Roche. Öffentliche Gelder dafür seien in Milliardenhöhe ausgegeben worden und trotzdem bleibe der Beleg für die Wirksamkeit und Sicherheit bis heute verborgen.

Allerdings scheint es seitens Roche keine Bereitschaft zu geben, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Jedenfalls wartet die Chefredaktorin offenbar immer noch auf eine Antwort des Konzerns.

Quelle: http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2012/10/30/skeptiker-lassen-nicht-locker/8631.html

Kommentar & Ergänzung:

Tom Jefferson kritisierte schon im Dezember 2009, dass der Tamiflu-Hersteller Roche nicht alle Studiendaten veröffentlicht habe. Das birgt die Gefahr, dass Studienresultate falsch dargestellt und interpretiert werden können, dass sie also „geschönt“ werden. Auf ein Angebot von Roche – Zugang zu den Daten gegen Zusicherung  von Stillschweigen – ging die Cochrane Collaboration verständlicherweise nicht ein.

Und es kann nicht in der Entscheidungskompetenz von Roche liegen, ob die Cochrane-Forscher alle Daten haben, die sie brauchen. Vertrauen kann Roche nur gewinnen, wenn die Firma ohne wenn und aber alle Daten publiziert. Die Geheimniskrämerei nährt nur den Verdacht, dass Roche etwas zu verstecken hat.

Die Wissenschaftsgemeinschaft darf hier nicht locker lassen, sonst definieren Konzerne, was Wissenschaft ist. Die Unabhängigkeit der Wissenschaft von den Pharmakonzernen ist zu verteidigen und zu stärken.

Der amerikanische Philosoph John Dewey (1859-1952) formulierte sehr prägnant „das erste Erfordernis des wissenschaftlichen Verfahrens – nämlich volle Öffentlichkeit der Materialien und Prozesse“.

(in: Erfahrung, Erkenntnis und Wert, S. 314, Suhrkamp 2004)

Trifft die Kritik von Tom Jefferson und nun auch von Fiona Godlee und vielen anderen Fachleuten und Fachgremien zu, dass Roche die Studiendaten zu Tamiflu nicht vollständig offengelegt hat und sich vollständiger Transparenz verweigert, so verabschiedet sich der Konzern an diesem Punkt aus dem wissenschaftlichen Prozess.

Konsequenterweise müsste dann Tamiflu zu jenen Bereichen der Komplementärmedizin gerechnet werden, die sich ebenfalls einer fundierten Überprüfung durch Doppelblind-Studien entziehen wollen – beispielsweise mit dem fragwürdigen Argument, „individuelle“ Therapien könnten nicht mit Doppelblind-Studien überprüft werden.

Allerdings wäre eine Umteilung von Tamiflu in den Bereich Komplementärmedizin auch nicht zielführend. Da Präparate aus Homöopathie und Anthroposophischer Medizin vom Wirksamkeitsnachweis durch Doppelblind-Studien schon zum vorneherein pauschal befreit sind, würde es die Diskussion, wie sie jetzt um Tamiflu geführt wird, so dann auch nicht mehr geben.

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Mariendistel: Silymarin wirkt im Labor gegen Grippe-Viren

Silymarin ist ein Flavonoid-Gemisch aus den Früchten der Mariendistel (Silybum marianum), die hierzulande eher als Leberschutz-Präparat bekannt ist. Jetzt sind koreanische Wissenschaftler bei diesem Mariendistel-Wirkstoff auf eine Wirksamkeit gegen Grippe-Viren gestoßen, was angesichts der zunehmenden Resistenz von Grippeviren gegen die herkömmlichen antiviralen Medikamente in Zukunft von großem Interesse sein könnte.

Die Forscher haben tierische Zellen mit H1N1 Grippe-Viren infiziert und die Wirkung des Silymarins beobachtet. Anhand von Mikroskop-Bildern wurden die morphologischen Veränderungen nach Behandlung mit Silymarin, einem konventionellen Standardpräparat (Oseltamivir, = Tamiflu) und mit der Leerkontrolle verglichen. Dabei zeigte sich, dass bei hohen Konzentrationen Silymarin ungefähr doppelt so effektiv war wie die Standardarznei Oseltamivir. Gleichzeitig erwiesen sich diese hohen Silymarin-Konzentrationen für die tierischen Zellen als ungefährlich. Die Analyse der Genaktivität zeigte, dass das Ablesen der Virengene durch Silymarin verhindert wurde, so dass sich die Viren nicht vermehren konnten.

Quellen:

http://www.carstens-stiftung.de/artikel/silymarin-einmal-anders.html

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21377857

Kommentar & Ergänzung:

Silymarin bzw. dessen Bestandteil Silibinin wird auch bezüglicher einer möglichen Wirkung auf andere Viruserkrankungen erforscht, vor allem Hepatitis C.

Siehe:

Mariendistel hat auch antivirale Wirkung

Silibinin aus Mariendistel unterstützt Standardtherapie bei chronischer Hepatitis

Von daher ist es schon interessant, ob auch bei Grippe ein günstiger Effekt zu erwarten ist, und wie dieser allenfalls zustande kommt.

Wie immer bei Laboruntersuchungen muss aber erwähnt werden, dass sich solche Wirkungen nicht direkt auf den Menschen übertragen lassen. Ob Grippe-Patienten von Silymarin profitieren, lässt sich nur an Grippe-Patienten feststellen, und nicht an tierischen Zellen. Entscheidend ist auch nicht, ob ein Wirkstoff im Labor Influenzaviren in isolierten Zellen hemmt, sondern ob er bei Grippepatienten vor schweren Komplikationen wie Lungenentzündung schützt. In dieser Hinsicht ist allerdings auch Oseltamivir / Tamiflu bisher nicht überzeugend.

Siehe: Tamiflu nicht wirksamer als Placebo

Für Silymarin spricht, dass dieser Mariendistel-Wirkstoff ausgesprochen gut verträglich ist und dass es daher realisierbar erscheint, ihn auch in hoher Konzentration dem lebenden Organismus zuzuführen.

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

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Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

moodle.heilpflanzen-info.ch/

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Aufklärung des Schweinegrippe-Fehlalarms verlangt

Zum Verlauf der Schweinegrippe wurden falsche Risikoprognosen verbreitet, wodurch die Pharmaindustrie Milliarden verdiente. Transparency International fordert Aufklärung.

Die Antikorruptionsorganisation Transparency International (TI) Deutschland hat die Aufarbeitung des Schweinegrippen-Fehlalarms aus dem Jahr 2009 verlangt. In einem Offenen Brief an den Vorsitzenden der Gesundheitsministerkonferenz, den hessischen Sozialminister Stefan Grüttner (CDU), bittet Transparency International um Auskunft darüber, welche Kosten Bund, Ländern und Kassen durch den damaligen Fehlalarm entstanden sind.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte 2009 wegen der Schweinegrippe die höchste Pandemiestufe ausgerufen und mit ihrer Warnung eine weltweite Impfaktion ausgelöst. Für die Pharmaindustrie entwickelte sich diese Situation nach Einschätzung von Kritikern zum Milliardengeschäft. Allerdings erwies sich das H1N1-Virus dann im Vergleich zu üblichen saisonalen Grippeerkrankungen als verhältnismässig harmlos.

Quelle:

http://www.welt.de/gesundheit/article13647025/Aufklaerung-des-Schweinegrippe-Fehlalarms-gefordert.html

Kommentar & Ergänzung:

Das bequeme und undifferenzierte Feindbild „Pharmaindustrie“ – wie es zum Teil in der Komplementärmedizin gehätschelt wird – ist mir gänzlich fremd. Das bedeutet aber nicht Kritiklosigkeit. Man soll durchaus auch gegenüber der Pharmaindustrie kritisch sein, dabei aber konkrete Vorgänge unter die Lupe nehmen und die Kritik mit möglichst präzisen Argumenten formulieren.

Ein Punkt, an dem genaueres Hinsehen und Kritik wohl angebracht sein dürfte, ist die Geschichte mit der Schweinegrippe.

Mit der Schweinegrippe wurden tatsächlich horrende Umsätze generiert –  mit Tamiflu und Grippeimpfstoffen.

Dass Transparency International hier Aufklärung der Vorgänge fordert, scheint mir angemessen.

Allerdings müsste auch einmal das Verhalten der Medien sowie generell unser  Umgang mit Gesundheitsrisiken zum Thema werden.

Wäre nämlich keine Warnung erfolgt und wären keine Medikamente und Impfstoffe geordert worden – und es wäre wirklich zu einer ernsthaften Epidemie gekommen, dann wären die Verantwortlichen in Stücke zerrissen worden.

Hier noch der Link zu Transparency International(TI):

TI Deutschland: http://www.transparency.de/

TI Österreich: http://www.ti-austria.at/

TI Schweiz: http://www.transparency.ch/

Korruption ist ein Krebsgeschwür, dessen Bekämpfung deutlich höhere Priorität haben sollte.

Dazu ein Zitat von Ständerat Dick Marty (FDP), Abgeordneter im Europarat:

„Korruption und organisierte Kriminalität sind viel gefährlicher als Terrorismus. Und mein Vorwurf an die Politiker im Westen, bei uns, ist, dass sie die Terrorismusgefahr ausschlachten, um Angst zu schüren, Gesetze zu ändern, Freiheiten einzuschränken, während sie gleichzeitig die viel grösseren Gefahren unterschätzen. Dabei fordern Menschen- Waffen- und Drogenhandel sehr viel mehr Opfer als der Terrorismus.“

Quelle: Tages-Anzeiger, 29. Januar 2011

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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