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Fledermäuse verunglücken an Windrädern

Fledermäuse sind durch vielerlei Einflüsse gefährdet und stehen unter Naturschutz. An den wirbelnden Rotorblättern von Windrädern verunglücken jedoch Jahr für Jahr Tausende Tiere tödlich. Darunter sind auch Fledermäsue, die nur auf “Durchreise” sind, wie deutsche Wissenschaftler des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) herausgefunden haben.

Um die Herkunft der verunglückten Tiere zu eruieren, hatten die Forscher bei 136 Großen Abendseglern Haarproben entnommen. Die Fledermäuse waren zwischen 2002 und 2012 tot an Anlagen in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gefunden worden.

Fledermäuse sind nicht in der Lage, die schnellen Rotorblätter rechtzeitig wahrnehmen – mit dramatischen Folgen: Die Tiere werden erschlagen oder erleiden durch die großen Luftdruckänderungen tödliche Schäden der inneren Organe.

Jungtiere und Weibchen besonders betroffen

Die Haarzusammensetzung der Fledermäuse wird von der Umgebungstemperatur beeinflusst. Darin zeigt sich deshalb eine Art geografischer Fingerabdruck. Die Haaranalysen zeigen, dass mehr als ein Viertel (28 Prozent) der untersuchten Tiere aus einem Verbreitungsgebiet vom Baltikum über Russland und Weißrussland bis nach Polen stammte. Die verunglückten Fledermäuse waren offenbar auf dem Weg nach Mittel- und Südeuropa. Deutschland trage damit nicht nur Verantwortung für den Schutz heimischer Fledermausarten, betont daher der IZW-Forscher Christian Voigt.

Die Studie kommt auch zum Schluss, dass junge und weibliche Fledermäuse besonders häufig betroffen sind.

Das ist nach Beurteilung des IZW besonders kritisch für die Fledermauspopulation. Einige der Fledermausarten vermehrten sich bei ungünstigen klimatischen Bedingungen in manchen Jahren ohnehin kaum, schreiben die Forscher.

 

Wie viele der Tiere pro Jahr an deutschen Windrädern verunglücken, sei unklar. Die Schätzungen variieren zwischen einigen Tausend Tieren bis hin zu sechsstelligen Werten. Nach IZW-Angaben ließe sich das Risiko für Fledermäuse reduzieren, wenn Windräder nur bei kräftigem Wind laufen würden, weil Fledermäuse dann nicht aktiv seien.

 

Quelle:

science.ORF.at/dpa

http://science.orf.at/stories/1744244/

 

Kommentar & Ergänzung:

Mit ihrem Ultra-Schall-Echo-Ortungssystem haben Fledermäuse über Jahrmillionen ein perfektes Orientierungssystem für die Nacht entwickelt.

Zur Genauigkeit schreibt Wikippedia:

„Die Zwergfledermaus erkennt Drähte von 0,28 Millimeter aus mehr als einem Meter Entfernung und jagt am Tag etwa 500 bis 1200 Taufliegen (Drosophila), die ungefähr drei Millimeter lang sind. Andere Fledermausarten wie die Mittelmeer-Hufeisennase können sogar einen Weg zwischen 0,05 Millimeter dicken Drähten finden. Experimente haben gezeigt, dass die vom Fledermausohr aufgenommenen und im Gehirn verrechneten Signale es ermöglichen, Ziele zu unterscheiden, welche nur 10 Millimeter auseinander liegen, auch wenn die Objekte völlig verschiedene Größendimensionen haben.“

Da ist es irgendwie schon perfid, wenn nun mit Windrädern den Fledermäusen derart gefährliche Objekte in den Luftraum gestellt werden, die sie nicht erkennen können.

Ob es praktikabel ist, die Windräder nur bei kräftigem Wind laufen zu lassen, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht wäre es ja auch möglich, bei Windrädern eine Art akustischer Warntafel auf Ultraschall-Basis aufzustellen. Ein solches Gerät müsste sich doch entwickeln lassen.

Informationen zu Fledermäusen und Fledermausschutz:

SSF – Stiftung zum Schutze unserer Fledermäuse in der Schweiz

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

Heilpflanzen: Beinwell vorsichtshalber nicht einnehmen

„Heilpflanzen – die Apotheke aus der Natur“ – unter diesem Titel stellt Radio MDR Thüringen verschiedene Heilpflanzen vor.

Unter den Porträtierten ist auch der Beinwell (Symphytum officinale):

„Wirksam sind die Inhaltsstoffe der Wurzel. Beinwell verwendet man bei Beinbrüchen, zur Wundbehandlung, gegen entzündete Knochen oder eitrige Wunden. Beinwell wächst sehr gut an einem kühlen, schattigen und feuchten Standort. Sie können alle Teile der Pflanze essen. Die Blüten haben einen pfeffrigen und bitteren Geschmack.“

Quelle:

http://www.mdr.de/mdr-thueringen/sendungen/vormittag/heilpflanzen100.html

Kommentar & Ergänzung:

Ausgesprochen fragwürdig ist der Hinweis, dass man alle Teile der Pflanzen essen könne. Das kann man natürlich schon. Die Frage ist einfach, ob es auch sinnvoll und gesund ist.

Beinwell enthält Pyrrolizidinalkaloide, die leberschädigend sind und möglicherweise Krebserkrankungen fördern. Diese Wirkungen der Pyrrolizidinalkaloide sind gut belegt durch Untersuchungen an Tieren und durch Vergiftungen in der Tiermedizin. Zwar ist nirgends eindeutig belegt, dass der einmalige oder auch gelegentlich wiederholte Konsum von Beinwell Schäden verursacht. Aber es ist einfach unsinnig, eine Pflanze mit ersichtlichem Risikopotenzial so ohne Einschränkung zum Konsum zu empfehlen.

Dies vor allem auch, weil es keine sinnvolle Indikation für eine innerliche Anwendung von Beinwell als Heilpflanze gibt. Alle sinnvollen Indikationen betreffen äusserliche Anwendung auf intakter Haut: Gelenkentzündung, Verstauchung, Knochenhautentzündung, Sehnenscheidenentzündung und ähnliches. Bei diesen Anwendungen ist eine riskante Aufnahme von Pyrrolizidinalkaloiden kaum vorstellbar. Ausserdem werden in Beinwellpräparaten zunehmend Pyrrolizidinalkaloid-freie Extrakte verwendet.

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Die “Rundschau” berichtet über “braune” Kontakte zwischen PNOS uns NSU

Die «Rundschau» berichtete gestern Abend über Verbindungen der rechtsextremen „Partei National Orientierter Schweizer“ (Pnos) zum sogenannten NSU, dem «Nationalsozialistischen Untergrund» in Deutschland. Diese Terror-Gruppe aus dem ostdeutschen Thüringen steht unter der Anklage, neun Ausländer und eine Polizistin erschossen zu haben.

Wie verblendet muss man eigentlich sein, um sich mit Leuten einzulassen, die den Nationalsozialismus glorifizieren und als Vorbild sehen? Wer sich nur schon ein bisschen mit Geschichte befasst hat, wird erkennen, welche Verheerungen diese Ideologie angerichtet hat.

Die PNOS schreibt, sie möchte die Mitbürger zu Denken bewegen. Zuerst selber damit anfangen, kann man da eigentlich nur kopfschüttelnd empfehlen…

Man müsste die ganzen Braunen Gesellen auf eine unbewohnte Insel schicken, wo sie dann ohne weitere Kollateralschäden alle samt Herrenmenschen spielen und herumballern dürften.

Quelle:

http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2012/08/08/Schweiz/Braune-Verbindungen-Pnos-Kontakte-nach-Deutschland

Ausserdem: Kein Ort für Neonazis

P.S. Es gibt eine kaum bekannte, unheilvolle Verbindung zwischen Naturheilkunde und Nationalsozialismus.

Im „Dritten Reich“ wurde die Naturheilkunde stark gefördert. Vollwerternährung und Vegetarismus wurden stark propagiert. Führende Nationalsozialisten wie Hess, Himmler und Streicher standen der Homöopathie oder Anthroposophie nahe und förderten entsprechende Projekte. Im KZ Dachau erstellten und bewirtschafteten Häftlinge unter brutalen Bedingungen riesige Heilpflanzenplantagen. In Dachau und Buchenwald wurden schlimme Menschenversuche mit Naturheilmitteln durchgeführt.

Es stellt sich dabei die Frage, weshalb die Weltbilder von Nationalsozialismus und Naturheilkunde so kompatibel waren.

Diesen Punkt genauer unter die Lupe zu nehmen lohnt sich und man kann daraus viel für die Gegenwart lernen.

Am 17. 11. 2012  informiert ein Tagesseminar in Winterthur über die vorhandenen Fakten, nennt Personen, Firmen, Vorgänge und Verbindungen. Wir schärfen aber auch unseren Blick für die Gegenwart, wo im Grenzbereich von Naturheilkunde und Esoterik fast unbemerkt und kaum hinterfragt antidemokratisches, menschenverachtendes oder gar „braun“ angehauchtes Gedankengut aufkommt.

Info hier:

Naturheilkunde und Nationalsozialismus – eine fast unbekannte, unheilsame Verbindung

…und was wir heute daraus lernen können

Ausserdem:

Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Reizdarm: Chronische Bauchschmerzen bei Kindern

Leidet ein Kind unter chronischen Bauchschmerzen und hat der Kinder- und Jugendarzt andere Krankheiten ausgeschlossen, handelt es sich meist um ein sogenanntes Reizdarmsyndrom. In solchen Fällen können Entspannungstechniken, Joghurt und/oder Pfefferminzölkapseln die Beschwerden lindern. „Das Reizdarmsyndrom macht sich durch wiederholte leichte bis mittelstarke Schmerzen im Bereich des Bauchnabels bemerkbar. Diese Beschwerden treten in manchen Familien gehäuft auf. Vermutlich ist eine Überempfindlichkeit der Schmerznerven im Darm dafür verantwortlich. Wenn sich z.B. bei Stress die Darmbewegungen verstärken, haben betroffene Kinder ‚Bauchweh’“, sagt Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin in Weimar,  Pressesprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Thüringen. Blähungen, Durchfall, aber auch Obstipation (Verstopfung) kommen häufig bei Reizdarm vor.

„Eltern sollten mit ihren Kindern Entspannungstechniken wie Atemtechniken, Yoga, Fantasiereisen üben, die helfen, von den Bauchschmerzen abzulenken und Stress zu vermeiden. Manchmal kann auch eine Verhaltenstherapie hilfreich sein. Ob Pfefferminzölkapseln für ihr Kind sinnvoll sind, darüber sollten sich Eltern beim Kinder- und Jugendarzt informieren“, empfiehlt Dr. Niehaus. „Ablenkung statt Verstärkung“ heiße das Motto. Kinder können dadurch lernen mit dem empfindlichen Darm umzugehen, während den Schmerzen selbst möglichst wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Quelle:

http://www.kinderaerzte-im-netz.de/bvkj/aktuelles1/show.php3?id=4030&nodeid=26

Kommentar & Ergänzung:

Reizdarm ist ein sehr vielgestaltiges Phänomen, manchmal sehr belastend, doch ungefährlich, wenn andere Ursachen ausgeschlossen sind.

Hier ein paar vertiefende Informationen zum Reizdarm.

Worum handelt es sich beim Reizdarm?

„In der Medizin (Gastroenterologie) bezeichnet der Begriff Reizdarmsyndrom (RDS) eine Gruppe funktioneller Darmerkrankungen, die eine hohe Prävalenz (Krankheitshäufigkeit in der Bevölkerung) haben und bis zu 50 % der Besuche beim Spezialisten ausmachen. Das Reizdarmsyndrom kann Symptome aller möglichen Darmerkrankungen nachahmen, ist jedoch, wenn diese Erkrankungen ausgeschlossen sind, ungefährlich. Synonyme Begriffe sind Irritables Darmsyndrom (IDS) bzw. Irritable Bowel Syndrome (IBS), Reizkolon, Colon irritabile und ‚nervöser Darm’.“

(Quelle: Wikipedia)

Mit welchen Symptomen zeigt sich ein Reizdarm?

„ Symptome des Reizdarmsyndroms sind Schmerzen oder Unwohlsein im Bauchraum zusammen mit einer Veränderung in den Stuhlgewohnheiten unter Ausschluss einer strukturellen oder biochemischen Ursache. Eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit des Darmes gegenüber mechanischen Reizen ist ein sehr sensitives, weniger spezifisches Zeichen des Reizdarmsyndroms. Je nach Charakter der Schmerzen und der Stuhlgewohnheiten spricht man auch vom spastischen Kolon. Das Reizdarmsyndrom kann in verschiedene Untergruppen klassifiziert werden, dazu gehören Diarrhoe-prädominantes (Durchfall), Obstipations-prädominantes (Verstopfung) Reizdarmsyndrom und Reizdarmsyndrom mit wechselnden Stuhlgewohnheiten. Typisch ist die Überlappung mit chronischen Beckenschmerzen (ursächlich ist dafür wahrscheinlich die Fehldiagnose durch den Gynäkologen), mit Fibromyalgie (chronische Schmerzen, geistige und körperliche Erschöpfung) und psychischen Erkrankungen.“

(Quelle: Wikipedia)

Zu den Behandlungsmöglichkeiten bei Reizdarm:

„ Bei günstiger Symptomatik kann die Behandlung auf eine Diätberatung beschränkt bleiben. Bei verstopfungs-prädominanten RDS können Abführmittel eingenommen werden, bei diarrhoe-prädominantem Reizdarmsyndrom dagegen die Abfuhr hemmende Wirkstoffe. Die Wirksamkeit verschiedener anderer Ansätze, wie Pfefferminzöl, Ballaststoffe oder krampflösende Medikamente belegt eine neue Meta-Untersuchung bekannter Studien.

Als empfehlenswert haben sich wasserlösliche Ballaststoffe wie z. B. Flohsamenschalen herausgestellt. Auch pflanzliche Wirkstoffe wie Pfefferminzöl oder hochkonzentrierter Extrakt aus Melissenblättern haben sich bei Reizdarm bewährt. Es sind die darin auf den Darm beruhigend wirkenden ätherischen Öle, ebenso wie Alkaloide aus Nachtschattengewächsen (Wirkstoff: Butylscopolamin).

Neuere Präparate wie Alosetron und Tegaserod, die zurzeit (August 2011) in Deutschland noch nicht zugelassen sind, werden von der Pharmaindustrie heftig beworben, ihr Nutzen im klinischen Alltag muss sich jedoch erst zeigen. Der Hersteller Novartis hat in den USA den Verkauf des Medikamentes Zelnorm® (Wirkstoff: Tegaserod) gestoppt, das seit Juli 2002 zur Behandlung des Reizdarmsyndroms (Colon irritabile) zugelassen war. Grund ist eine aktuelle Auswertung von Studienergebnissen, die ein erhöhtes Risiko von kardiovaskulären (Herz-Kreislauf) Komplikationen gegenüber einem Placebo ergab.

Psychotherapie ist eine Behandlungsform für das Reizdarmsyndrom bei den Patienten, bei denen eine psychische Komorbidität besteht. Funktionelle Darmkrankheiten gehören zu den psychosomatischen Krankheiten und hängen von daher meist mit psychischen Prozessen zusammen. Trotzdem sind viele Patienten nicht bereit, eine solche Therapie zu beginnen. Es gibt unterschiedliche Psychotherapie-Formen, wobei die Wirkung oft unabhängig von der Therapieform ist (Psychoanalyse, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Hypnose, Gesprächstherapie, Gruppentherapie). Auch der Gebrauch von Antidepressiva ist eine Möglichkeit, z. B. Amitriptylin in niedriger Dosierung. Sie unterdrücken die Schmerzen und wirken sich bei manchen Patienten positiv auf die Darmmotilität aus.“

(Quelle: Wikipedia)

Aber konzentrieren wir uns zum Schluss auf die Phytotherapie bei Reizdarm. Im Vordergrund stehen das Pfefferminzöl (in Kapselform), es lindert Bauchkrämpfe und Bauchmerzen, sowie Flohsamen / Flohsamenschalen zur Regulation von Verstopfung und/oder Durchfall.

Weitere Info:

Pfefferminzöl bei Reizdarm schmerzlindernd

Pflanzenheilkunde bei Reizdarm: Pfefferminze, Kümmel, Fenchel, Anis, Flohsamen

Phytotherapie bei Reizdarm

Kinderheilkunde: Heilpflanzen-Kombination gegen Bauchbeschwerden

Reizdarmsyndrom – Flohsamen und Pfefferminzöl top  – Kleie flop

Mögliche Ursache des Reizdarmsyndroms entdeckt

Phytotherapie: Wirksame Behandlung bei Reizdarm und funktioneller Dyspepsie

Ballaststoffe bessern Reizdarmsyndrom

Reizdarm: Ausgewogene Kost und Entspannung hilft

Phytotherapie: Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom

Phytotherapie bewährt bei Reizdarmsyndrom (Colon irritabile)

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Leinsamenschleim gegen Sodbrennen

Das Magazin „Focus“ veröffentlichte eine Serie mit bewährten Hausmitteln und Heilpflanzen-Anwendungen gegen Verdauungsprobleme.

Die vorgestellten Tipps aus Naturheilkunde und Phytotherapie sind erfreulich fundiert, was ganz und gar nicht selbstverständlich ist.

Hier ein Tipp gegen Sodbrennen:

„Auch gegen Sodbrennen hilft Leinsamenschleim gut. Seine physikalische Beschaffenheit ist der des Magenschleims sehr ähnlich. Er wirkt reizlindernd und legt sich schützend auf die Magenwand.

Für den Leinsamenschleim einen Esslöffel Leinsamen in einem Viertelliter Wasser aufkochen und anschließend eine halbe Stunde kochen lassen. Dann den Schleim abseihen und über ein paar Tage verteilt kleine Mengen trinken.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/verdauung/tid-21554/hausmittel-sodbrennen-feuer-in-der-speiseroehre-loeschen_aid_605250.html

Kommentar & Ergänzung:

Leinsamen ist sehr bekannt als Heilpflanzen-Anwendung gegen Verstopfung.

Schleimstoffe lassen sich aber auch sehr gut zum Schutz von Schleimhäuten einsetzen.

Bei Sodbrennen schützt der Leinsamenschleim die Magenschleimhaut gegen die aggressive Magensäure.

Lein  (Linum usitatissimum, Flachs) ist im übrigen eine alte Kulturpflanze:

„ Gemeiner Lein (Linum usitatissimum), auch Saat-Lein oder Flachs genannt, ist eine alte Kulturpflanze, die zur Faser- (Faserlein) und zur Ölgewinnung (Öllein, Leinöl) angebaut wird. Er ist eine Art aus der Gattung Lein (Linum) in der Familie der Leingewächse (Linaceae) und die einzige Lein-Art, deren Anbau eine wirtschaftliche Bedeutung hat. Es gibt mehrere Convarietäten sowie etliche Sorten. In der Praxis wird nach der Hauptverwendung Faserlein und Öllein unterschieden.

Das Artepitheton usitatissimum bedeutet in Latein sehr nützlich und bezieht sich auf die vielfältige Verwendbarkeit. ‘Flachs’ leitet sich von ‘flechten’ ab und bezieht sich auf die Verarbeitung.“

(Quelle: Wikipedia)

Und hier noch zur Geschichte des Leins:

„ Die ältesten archäologischen Leinsamenfunde stammen aus Ali Kosh im Iran (7.500-6.700 v. Chr.) und aus Çayönü in der Südosttürkei (rund 7.000 v. Chr.). Die Leinsamen sind jedoch so klein, dass sie dem Wild-Lein (Linum bienne) zugeordnet werden. In Tell Ramad in Syrien wurden in einer auf 6.200 bis 6.100 v. Chr. datierten Siedlungsschicht Leinsamen gefunden, die der Größe dem Gemeinen Lein näher sind. Andere frühe Fundstellen liegen am Oberlauf des Tigris, in den Ausläufern des Zagros-Gebirges und in Syrien. Eine Fundstelle in Griechenland (Sesklo, Peloponnes) wird auf 5.500 v. Chr. datiert, zwei Fundstellen in Bulgarien auf 4800 und 4600 v. Chr. Genetische Studien konnten zeigen, dass der Gemeine Lein durch ein einziges Domestizierungs-Ereignis vom Wild-Lein abstammt. Die erste Verwendung war diesen Untersuchungen zufolge die Nutzung der Samen.

Die ältesten Funde der Leinenverarbeitung sind Leinenstoffe aus Ägypten aus dem Beginn des 4. Jahrtausends v. Chr. Sie stammen aus El Badâri in Oberägypten. Auf 3500 bis 3000 v. Chr. wird das Leinentuch aus el-Gebelên in der Libyschen Wüste datiert. Ab der 4. Dynastie haben sich Mumienbinden aus Leinen erhalten. Ebenfalls aus dem Alten Reich stammen bildliche Darstellungen der Flachsernte. Aus dem Mittleren Reich wurden mehrfach Samen und Kapseln als Grabbeigaben gefunden.

Nach Mitteleuropa kam der Lein mit der Bandkeramikkultur, er wurde auf den Lößflächen nördlich der Donau bis nach Nordfrankreich angebaut. In den Ufer- und Pfahlbausiedlungen an Bodensee und den Schweizer Seen wurde der Lein etwas später eingeführt. Nach Irland und Schottland gelangte der Lein ungefähr um 1.800 v. Chr. In Norddeutschland und Skandinavien ist er erst ab der Eisenzeit, ab etwa 500 v. Chr. nachweisbar, stand aber während der römischen Kaiserzeit (1. bis 3. Jahrhundert n. Chr.) in hoher Blüte.

Im Mittelalter wird der Lein in allen Verzeichnissen zu Landwirtschaft und Medizin aufgelistet. Im Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert war Leinen neben Hanf, Nessel und Wolle die einzige Textilfaser. Herstellung und Handel mit Leinen waren im Mittelalter und in der frühen Neuzeit wichtige wirtschaftliche Säulen in Venedig, Mailand, Augsburg, Ulm, Kempten und in Gent, Brügge, Antwerpen. Auch für die Hanse waren Leinenprodukte ein wichtiger Handelszweig. Die wichtigen deutschen Anbaugebiete befanden sich um den Bodensee und in Schlesien und verbreiteten sich auf die Schwäbische Alb, das Wuppertal, die Gebiete um Ravensburg und Osnabrück, Sachsen, Thüringen, Böhmen und Ostpreußen. Im 12. und 13. Jahrhundert war Deutschland der weltweit führende Flachsproduzent. Die Leinenproduktion konzentrierte sich auf Schlesien, Schwaben und Westfalen.

Im 18. Jahrhundert hatte Leinen einen Anteil von etwa 18 %, verglichen mit 78 % für Wolle. Wichtige Anbaugebiete waren Westeuropa, Deutschland und Russland. 1875 waren die drei größten Anbaugebiete das Russische Reich mit 910.000 Hektar, das Deutsche Reich mit 215.000 und Österreich-Ungarn mit 94.000 Hektar. Durch das Aufkommen der billigeren und vor allem leichter zu verarbeitenden Baumwolle gingen die Anbauflächen noch im 19. Jahrhundert stark zurück. 1914 wurden in Deutschland nur noch 14.000 Hektar angebaut. Einen kurzen Anstieg erfuhr der Anbau während der beiden Weltkriege, als Baumwollimporte durch die politische Lage nicht möglich waren. In der Nachkriegszeit ging der Leinanbau stark zurück und war 1957 in Westdeutschland und 1979 in Ostdeutschland bis auf geringe Restflächen verschwunden. Der Anbau hielt sich in Westeuropa nur in Nordfrankreich, Belgien und den Niederlanden.

In den 1980er Jahren stieg mit der Ökologie-Bewegung die Nachfrage nach Leinen an.

In den 1990er Jahren gab es in einigen EU-Ländern Anstrengungen, Flachs-Anbau und -produktion wiederzubeleben. Dabei konzentrierte man sich auf die Kurzfaser-Produktion. Durch Förderungen stiegen die Anbauflächen auf bis zu 212.000 Hektar im Jahre 1999. Vermarktungsprobleme auf der einen Seite und strengere Kontrollen bezüglich der tatsächlichen Produktion und Vermarktung der Fasern auf der anderen Seite führten zu einem Rückgang der Anbauflächen in diesen „neuen“ Flachsländern (Spanien, Portugal, Großbritannien, Deutschland). Spanien zahlte die kompletten Förderbeträge der Jahre 1996 bis 1999 in Höhe von knapp 130 Millionen Euro zurück. Der Flachsanbau ist heute wieder im Wesentlichen auf die traditionellen Länder Frankreich, Belgien, Niederlande, sowie die neuen EU-Mitgliedsländer Tschechien, Lettland und Litauen beschränkt.

2005 war der Lein in Deutschland die Heilpflanze des Jahres.

Im Jahr 2009 wurde bei Kontrollen kanadischer Leinsaat in Baden-Württemberg eine erhebliche Verunreinigung mit gentechnisch verändertem CDC Triffid-Leinsamen gefunden.“

(Quelle: Wikipedia)

In der Schweiz war die Leinproduktion bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts verbreitet. Die dafür verwendete Fläche betrug noch 1943 280 ha. Die Leinproduktion wurde damals aber endgültig verdrängt durch die Importe von Baumwolle für die Textilproduktion und das Aufkommen des Mais-Anbaus oder die Einfuhr von Soja für die Fütterung der landwirtschaftlichen Nutztiere.

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Johanniskraut gegen Winterdepressionen

Das wenige Sonnenlicht der Herbst- und Wintermonate schlägt zahlreichen Menschen auf das Gemüt. Umfragen zufolge leiden etwa zwei Drittel der Deutschen in der kalten Jahreszeit unter Stimmungsschwankungen. Neben Sport und Spaziergängen können auch Heilpflanzen-Präparate mit Johanniskraut gegen Winterdepressionen helfen. Thüringens Apotheker empfehlen jedoch, Präparate mit der Heilpflanze nicht ohne eine vorherige Beratung einzunehmen.

“Bei der saisonal abhängigen Depression, die vor allem in den dunklen Monaten auftritt, handelt es sich um den sogenannten Winterblues”, sagt Danny Neidel, Geschäftsführer der Apothekerkammer Thüringen. “Der Lichtmangel führt dazu, dass der Körper den Botenstoff Serotonin nicht mehr ausreichend produziert. Die Betroffenen fühlen sich niedergeschlagen und antriebslos.” Erhöhtes Schlafbedürfnis und gesteigerter Appetit können als weitere Symptome auftreten.
Heilpflanzen-Präparate mit Johanniskrautextrakt können bei leichten depressiven Störungen helfen. “Die Arzneimittel sind ohne Rezept in Apotheken erhältlich”, erklärt Neidel. “Damit sich die stimmungsaufhellende Wirkung auch voll entfalten kann, ist es wichtig, das Mittel ausreichend hoch zu dosieren. Nahrungsergänzungsmittel sind oftmals wirkungslos, weil sie unterdosiert sind.” Die Einnahmeempfehlungen liegen bei 600 bis 900 Milligramm standardisiertem Johanniskraut-Extrakt pro Tag. Die Wirkung von Johanniskraut setzt in der Regel erst nach etwa zwei bis vier Wochen ein; die entsprechenden Medikamente müssen regelmäßig angewendet werden.

Neidel empfielt, sich vor der Einnahme in einer Apotheke beraten zu lassen: “Arzneimittel mit Johanniskraut sind nicht für jeden geeignet”, betont der Apotheker. “Wer andere Medikamente einnimmt, muss womöglich mit Wechselwirkungen der Präparate untereinander rechnen.” Denn gewisse Inhaltsstoffe der Arzneipflanze beeinflussen Stoffwechselenzyme in der Leber. Sie bewirken, dass andere – zeitgleich eingenommene – Medikamente wie die Antibabypille, Blutverdünner oder Präparate zur Behandlung von Krebserkrankungen oder der Immunschwächekrankheit AIDS rascher abgebaut und so in ihrer Wirkung abgeschwächt werden.

Außerdem kann Johanniskraut-Extrakt zu sogenannten phototoxischen Reaktionen führen. “Gerade bei hellhäutigen Personen kann die Einnahme von Extrakten der Heilpflanze die Haut empfindlicher gegenüber Sonnenlicht machen”, erklärt Neidel. Solarium oder Höhensonne lösen sonnenbrandähnliche Reaktionen aus und sind in der Zeit der Johanniskraut-Therapie tabu. Wer intensive UV-Strahlen nicht vermeiden kann, sollte gute Sonnenschutzmittel auftragen.

Neidel empfielt, bei Winterdepressionen nicht nur auf medikamentöse Behandlung zu setzen. “Einfache Maßnahmen wie Bewegung und Tageslicht können die Symptome bessern.” Selbst an trüben und grauen Tagen ist die Lichtintensität im Freien intensiver als in geschlossenen Räumen. Um die Ausschüttung des stimmungsaufhellenden Hormons Serotonin anzukurbeln, genügt bereits eine halbe Stunde Spaziergang. Auch Sport kann die Produktion des Botenstoffs in Gang setzen.

Quelle:

Pressemeldung der Landesapothekerkammer Thüringen

http://www.lak-thueringen.de/index.php?neloh=S010825&jahr=2010&newsbeitrag=916

Kommentar & Ergänzung:

Tatsächlich spricht sehr viel dafür, dass es für eine wirksame Dosis 600 bis 900 mg standardisierten Johanniskraut-Trockenextrakt braucht, und dass zahlreiche unterdosierte und unwirksame Johanniskraut-Präparate verkauft werden.

Ernst nehmen würde ich mögliche Wechselwirkungen zwischen Johanniskraut-Extrakten und verschiedenen anderen Medikamenten. Insbesondere ist es wichtig, dass behandelnde Ärztinnen oder Ärzte von einer Johanniskraut-Einnahme wissen.

Es stimmt auch, dass Johanniskraut die Empfindlichkeit der Haut gegenüber von UV-Strahlung erhöhen kann. Daher ist extreme Sonnenbestrahlung während der Johanniskraut-Therapie (aber auch sonst) zu meiden. Es wäre aber auch falsch, diesen Punkt zu dramatisieren. Eine normale Sonnenbestrahlung tut gerade depressiven Menschen ja auch gut.

Dass Bewegung auch antidepressiv wirken kann, ist inzwischen überzeugend belegt.

Dazu kommt mir ein schönes Zitat in den Sinn von Sören Kierkegaard“

“Ich laufe mir jeden Tag mein tägliches Wohlbefinden an und entlaufe so jeder Krankheit; ich habe mir meine besten Gedanken angelaufen, und kenne keinen, der so schwer wäre, dass man ihn nicht beim Gehen loswürde. Ist man so am Gehen, so geht es schon.”

(Sören Kierkegaard, dänischer Philosoph, 1813 – 1855)

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