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Ananassaft als Hausmittel gegen Husten und Halsweh

Die österreichische Tageszeitung „Kurier“ stellt Hausmittel gegen Husten und Halsweh vor und empfiehlt dabei unter anderem Ananassaft:

„Der Saft der exotischen Frucht soll dabei bis zu fünf Mal effektiver als Hustensaft sein. Verantwortlich für die heilende Wirkung ist Bromelain, ein Enzym mit entzündungshemmenden und schleimlösenden Eigenschaften, das Infektionen bekämpft und Bakterien tötet. Die Ananas enthält reichlich davon. Der Fruchtsaft wirkt daher nicht nur schleimlösend, er lindert auch Halsschmerzen und Hustenanfälle. Frisch gepresster Ananassaft liefert auch Vitamin C, das gerade in der Grippesaison zur Stärkung der Immunabwehr beiträgt. Ein Glas deckt an die 50 Prozent des täglichen Tagesbedarfs.“

Abschliessen liefert der Artikel ein Rezept für Ananas-Hustensaft:

 

„1 Tasse frischer Ananassaft

1/2 Tasse Zitronensaft

1 Stück Ingwer

1 EL Honig oder Agavendicksaft zum Süßen

1/2 TL Zimt und/oder 1/2 TL Cayennepfeffer“

 

Alle Zutaten mischen und täglich bis zu drei Mal eine halbe Tasse davon trinken.

Quelle:

https://kurier.at/wellness/honig-bis-salzwasser-4-hausmittel-gegen-halsschmerzen/400321701

 

Kommentar & Ergänzung:

Interessante Idee: Ananassaft gegen Husten und Halsweh – davon habe ich noch nie gehört. Aber es lohnt sich vielleicht, darüber nachzudenken. Woher die Aussage kommt, dass Ananassaft fünf Mal effektiver sei als Hustensaft, ist mir allerdings nicht nachvollziehbar.

Bromelain ist ein Enzymgemisch mit eiweissspaltender  (proteolytischer) Wirkung, gehört also zu den Proteasen.

Es kann in Enzympräparaten die Verdauung unterstützen und ist auch der Grund für die Empfehlung von Ananassaft zur Förderung der Verdauung, zum Beispiel bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, die normalerweise Verdauungsenzyme bereitstellt.

Bromelain wird aber insbesondere auch eingesetzt als Begleittherapie bei Schwellungszuständen nach Operationen und Verletzungen, insbesondere der Nase und der Nasennebenhöhlen, sowie bei oberflächlichen Venenentzündungen. In der Schweiz wird dafür das Präparat Traumanase® verschrieben.

Da Bromelain selber aus Eiweiss besteht, wird es im Magen grösstenteils bereits abgebaut, weshalb Traumanase® in Form von magenresistenten Präparaten hergestellt wird.

Ananassaft wird auch während Krebstherapien (Chemotherapie, Strahlentherapie) eingesetzt zur Linderung von Mukositis (Mundschleimhautentzündung). Siehe dazu:

Gefrorene Ananas lindert Mukositis (Mundschleimhautentzündung) bei Strahlentherapie

Eine entzündungswidrige Wirkung von Ananassaft ist also zumindestens denkbar, zum Beispiel bei Halsschmerzen. Gurgeln wäre da aber wohl effektiver als simples Trinken eines Sirups. Oder Lutschen von gefrorenen Ananasstückchen wie in der Krebstherapie.

Ob Ananassaft wirklich auch bei Husten wirkt, scheint mir schwer einschätzbar. Es dürfte auf die Art des Hustens ankommen.

Wenn Sie fundiertes Wissen über Heilpflanzen-Anwendungen erwerben möchten, können Sie das in meinen Lehrgängen, dem Heilpflanzen-Seminar und der Phytotherapie-Ausbildung

 

Ingwer-Wirkstoff und Zitronensäure steigern Immunabwehr im Speichel – wirksam gegen Erkältung?

Zitronensäure und der Scharfstoff 6-Gingerol aus dem Ingwer-Wurzelstock verleihen nicht nur Speisen und Getränken eine besondere Geschmacksnote. Beide Substanzen stimulieren auch die molekularen Abwehrkräfte im menschlichen Speichel. Dies ist das Resultat einer Studie von Wissenschaftlern der Technischen Universität München (TUM) und des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie.

 

Der menschliche Speichel ist eine komplexe, wässrige Mischung aus unterschiedlichsten Bestandteilen. Er enthält neben Schleimhaut- und Immunzellen grössere Zahl von Molekülen, die unterschiedlichste biologische Aufgaben erledigen. Speichel ist nämlich nicht nur wichtig für die Nahrungsaufnahme, sondern ist für die Gesunderhaltung der Zähne, des Zahnfleischs und der Mundschleimhaut.

Darüber hinaus stellt er die erste Barriere gegen von außen eindringende Krankheitserreger dar. Deshalb enthält der Speichel verschiedene, antimikrobiell wirkende Moleküle, zu denen auch das antibakteriell wirkende Lysozym zählt. Sie gehören zum angeborenen, molekularen Immunsystems des Menschen.

Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand, aber auch was jemand isst und trinkt, beeinflussen die Speichel-Zusammensetzung. Über den Einfluss einzelner Lebensmittelinhaltsstoffe ist jedoch noch wenig bekannt.

Um mehr über diesen Punkt zu erfahren, untersuchte die Forscher um Studienleiter Professor Thomas Hofmann, Leiter des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der TUM, den Einfluss unterschiedlicher Geschmacksstoffe auf die Speichelzusammensetzung des Menschen: Zitronensäure (sauer), der Süßstoff Aspartam (süß), Iso-alpha-Säuren (bitter), der Geschmacksverstärker Natriumglutamat (umami), Kochsalz (salzig), 6-Gingerol (scharf) sowie die im Szechuanpfeffer enthaltenen Stoffe Hydroxy-alpha-Sanshool (kribbelnd) und Hydroxy-beta-Sanshool (betäubend).

Durch die Kombination von Speichelflussmessungen, Proteomanalysen und bioinformatischen Auswertungen konnten die Forscherinnen und Forscher estmals nachweisen, dass alle untersuchten Substanzen die Proteinzusammensetzung des Speichels in mehr oder weniger großem Umfang verändern. 

Biologische Funktionsanalysen der von der Modulation betroffenen Speichelproteine ergaben zudem, dass die durch Zitronensäure und 6-Gingerol ausgelösten Veränderungen, das molekulare Abwehrsystem im Speichel aktivieren. 

6-Gingerol aus Ingwer erhöht Abwehrkraft im Speichel

6-Gingerol erhöhte die Aktivität eines Enzyms, welches das im Speichel gelöste Thiocyanat in Hypothiocyanat umwandelt, wodurch sich die Menge des antimikrobiell und fungizid wirkenden Hypothiocyanats im Speichel in etwa verdreifachte.

Durch Zitronensäure stiegen die Lysozym-Spiegel im Speichel um das bis zu Zehnfache an. 

Wie mittels Untersuchungen an Bakterienkulturen erstmals gezeigt werden konnte, reicht diese Erhöhung aus, um das Wachstum von Gram-positiven Bakterien beinahe vollständig zu stoppen. Lysozym ist gegen diese Art der Bakterien wirksam, indem es deren Zellwand zerstört.

Professor Hofmann vom Lehrstuhl für Lebensmittelchemie und molekularer Sensorik der TUM sagt zu diesen Forschungen:

„Unsere neuen Erkenntnisse zeigen, dass geschmacksgebende Stoffe bereits im Mundraum biologische Wirkungen besitzen, die weit über ihre bekannten sensorischen Eigenschaften hinausgehen.“

Diese geschmacksgebenden Stoffe mit neuesten Analysemethoden weiter zu erforschen, sei eins der Ziele, die sich die Lebensmittel-Systembiologie gesetzt habe, ergänzt der Lebensmittelchemiker. Nur so könnten auf lange Sicht neue Ansätze für die Produktion von Lebensmitteln gefunden werden, deren Inhaltsstoff- und Funktionsprofile an den gesundheitlichen und sensorischen Bedürfnissen der Verbraucherinnen und Verbraucher ausgerichtet seien. 

Quelle:

https://idw-online.de/de/news697688

Originalpublikation:
Matthias Bader, Andreas Dunkel, Mareike Wenning, Bernd Kohler, Guillaume Medard, Estela del Castillo, Amin Gholami, Bernhard Kuster, Siegfried Scherer and Thomas Hofmann: Dynamic Proteome Alteration and Functional Modulation of Human Saliva Induced by Dietary Chemosensory Stimuli, Journal of Agricultural and Food Chemistry 6/2018. DOI: 10.1021/acs.jafc.8b02092

https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acs.jafc.8b02092

Kommentar & Ergänzung:

Diese Forschungsergebnisse sind sehr interessant, auch für die Phytotherapie. Und es taucht sofort eine ganze Reihe von Anschlussfragen auf:

Der Scharfstoff 6-Gingerol aus Ingwer erhöht die antimikrobiellen und fungiziden Eigenschaften des Speichels. Gilt das auch für andere Scharfstoffe – oder nur für 6-Gingerol?

Zitronensäure erhöht die antibakteriellen Eigenschaften des Speichels. Gilt das auch für andere saure Nahrungsbestandteile?

Aus Sicht der Phytotherapie wäre zudem interessant, ob auch Bitterstoffe eine Veränderung im Speichel bewirken, die gesundheiltlich bedeutsam ist.

Interessant ist aber auch, die diese Forschungsergebnisse in der Boulevardpresse dagestellt werden. Während der Informationsdienst Wissenschaft (IDW) sie etwa so darstellt wie ich weiter oben, schreibt „Bild“:

„BEI ERKÄLTUNG

Darum sind Ingwer und Zitrone besser als Medikamente

Eine Tasse Ingwer-Tee hilft sehr wirksam gegen Erkältung. Das wurde jetzt wissenschaftlich bewiesen

Wer sich wirksam vor Erkältung und Grippe schützen will, muss nicht in die Apotheke gehen, sondern in den Supermarkt.

Denn Ingwer und Zitrone stärken die Abwehrkräfte besser als jedes Medikament. Was schon unsere Urgroßmütter wussten, wurde jetzt auch wissenschaftlich bewiesen: mit Spucke.“

Quelle:

https://www.bild.de/ratgeber/gesundheit/gesundheit/bei-erkaeltung-ingwer-und-zitrone-sind-besser-als-medikamente-58345230.bild.html

Das ist vollkommen überzogen dargestellt. Es ist mitnichten wissenschaftlich bewiesen, dass „Eine Tasse Ingwer-Tee…sehr wirksam gegen Erkältung“ hilft. Diese Frage wurde gar nicht untersucht. Es wurde nur untersucht und gefunden, dass Zitronensäure und 6-Gingerol die Konzentration gewisser Stoffe mit antimikrobieller Wirkung im Speichel erhöht. Daraus lässt sich noch kein Schluss ziehen auf die  Wirksamkeit einer Tasse Ingwertee auf eine viral bedingte Erkältung. Es müsste noch gezeigt werden, dass das antimikrobiell wirksame Hypothiocyanat – das zentrale Stoffwechselprozesse bei Bakterien blockiert – auch gegen Erkältungsviren wirkt. Und es müsste gezeigt werden, dass dadurch weniger Erkältungen ausbrechen.

Vorsichtiger wird die Studie im Magazin „Focus“ bewertet:

Die Untersuchung legt also nahe, dass eine Kombination aus Zitronen und Ingwer den Speichel im Kampf gegen Bakterien optimal unterstützt. In diesem Sinne: Lassen Sie sich öfter mal ein Zitronen-Ingwer-Wasser schmecken! Das enthält ganz nebenbei auch viel gesundes Vitamin C.“

Quelle:

https://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/stimuliert-das-immunsystem-zitronenwasser-mit-ingwer-was-das-getraenk-zur-geheimwaffe-macht_id_9207496.html

„Legt nahe“ (Focus) ist bezüglich Erkältungsprävention angemessener und zurückhaltender als die Aussage „wissenschaftlich bewiesen“ (Bild).

Das soll allerdings niemanden davon abhalten, Zitronen-Ingwer-Wasser oder Ingwertee zu trinken. Vielleicht hilfts ja, auch wenn wissenschaftlich gesehen zur Wirksamkeit noch viele Fragen offen sind.

 

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Schmerzmittel: Entzündungswidrige Ernährung statt Ibuprofen und Diclofenac?

Das Magazin „Focus“ publiziert einen Artikel unter dem Titel:

„Statt Ibuprofen und Diclofenac

Alternative zu Schmerzmitteln: Wie Sie Entzündungen wegessen können

In der Einleitung schreibt die Autorin:

„Knie entzündet, Schulter schmerzt? Mediziner sehen darin noch nicht zwangsläufig einen Grund, zu Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Diclofenac zu greifen – viel zu stark seien die Nebenwirkungen. Viele plädieren stattdessen auf eine entzündungshemmende Ernährung – FOCUS Online zeigt, wie die aussehen könnte.“

Was ist davon zu halten? Schauen wir uns den Text genauer an.

Die Autorin weist darauf hin, dass viele Patienten bei Entzündungen schnell zu Schmerzmitteln wie Ibuprofen und Diclofenac greifen und zitiert dann den Spormediziner Klaus Pöttgen, der davon abrät: „Die Nebenwirkungen dieser Medikamente sind viel zu stark“. Stattdessen empfiehlt Pöttgen eine „regenerative Sporternährung“ – also Lebensmittel, die Entzündungen hemmen sollen.

Fünf dieser Lebensmittel empfiehlt Focus online:

Sauerkirschen, Zitronen, Ananas, Kurkuma, Omega-3-Fettsäuren aus Ölen.

Grundsätzlicher Kommentar:

  1. Dass Entzündungen sich über die Ernährung hemmen lassen, ist vorstellbar und es gibt einige Hinweise für eine solche Wirkung.
  2. Entzündungshemmer aus der Gruppe der NSAR wie Ibuprofen und Diclofenac können tatsächlich ernsthafte Nebenwirkungen und Risiken haben, insbesondere bei höherer Dosierung und bei längerdauernder Einnahme.

 

Heikel an diesem Artikel ist die Absolutheit der Aussage.

Bei hoch entzündeten Gelenken – zum Beispiel in einem Polyarthritis-Schub – reicht die entzündungshemmende Wirkung über die Ernährung in der Regel nicht aus. In solchen Fällen kann es wichtig sein, die Entzündung mit stark wirkenden Medikamenten wie Ibuprofen oder Diclofenac herunterzuholen, weil dadurch das Gelenk vor knorpelzerstörenden Enzymen geschützt werden kann. Ersetzt man auch in solchen Phasen Entzündungshemmer durch eine entzündungshemmende Ernährung, können Schäden am Gelenk die Folge sein. Eine unterstützende Wirkung der entzündungshemmenden Ernährung ist aber auch in hoch akuten Phasen möglich.

Ist die akute Entzündung abgeklungen, kann die entzündungshemmende Ernährung dazu beitragen, die Dosierung der NSAR herunterzufahren und in Phasen zwischen den Schüben möglichst ganz darauf zu verzichten.

Der Focus-Artikel vermittelt irreführenderweise den Eindruck, dass die entzündungshemmende Ernährung NSAR wie Ibuprophen oder Diclofenac immer ersetzen kann.

Es geht aber nicht um ein entweder-oder, sondern darum, in jeder Phase das passende einzusetzen.

Auch die Empfehlungen im Einzelnen werfen ein paar Fragen auf.

Zu den Sauerkirschen schreibt „Focus“:

„Die kleinen roten Früchte sind wahre Energiebomben: Sauerkirschen enthalten Antioxidantien, Vitamin C und sogenannte Anthocyanidine, die Entzündungen lindern können.“

Zum Thema Entzündungshemmung mit Sauerkirschen gibt es tierexperimentelle Studien und eine kleine Studie mit Menschen, die aber keine eindeutigen Ergebnisse liefern. Anthocyane wirken entzündungswidrig. Sie werden aber nur schlecht in den Körper aufgenommen, so dass es wichtig wäre zu wissen, wieviel Sauerkirschen bzw. Sauerkirschensaft enzunehmen ist, um eine merkbare Wirkung auszulösen. Hier sind noch viele Fragen offen.

Zu Zitronen schreibt Focus:

„Dass Zitronen einen positiven Effekt auf die Gesundheit haben, ist längst kein Geheimnis mehr. Aber auch Entzündungen kann die Frucht bekämpfen. Für den optimalen Effekt reibt man aber nicht die Frucht selbst, sondern besonders die Schale einer Bio-Zitrone in das gewünschte Gericht.“

Zitronenschalen enthalten die bitter schmeckenden Flavonoide Neohesperidin und Naringenin, sowie das nicht bittere nicht  Rutin; Hydroxycumarine, Furanocumarine, Zitronensäure und Pektine.

Dazu sind mir keine Untersuchungen bekannt. Flavonoide wirken als Radikalfänger und steigern zum Teil auch die Kapillarresistenz. Ein Effekt auf Entzündungen ist meines Erachtens vollkommen unklar, nicht zuletzt auch deshalb, weil wohl nur wenige Menschen die bitterschmeckenden Zitronenschalen in den nötigen Mengen regelmässig einnehmen werden.

Zu Ananas schreibt Focus:

„Ebenfalls nicht zu verachten ist die Kraft der Ananas: Sie enthält ein Enzym, das bei Entzündungen hilft – und nebenbei auch die Verdauung anregt.“

Das erwähnte Enzym heisst Bromelain. Es wurde in klinischen Studien bei Gelenkbeschwerden gegen Placebo und gegen NSAR untersucht, wobei nur etwa jede zweite Studie nicht negativ ausfällt. Das ist nicht gerade überzeugend. Ein sicherer Nachweis der therapeutischen Wirksamkeit von Bromelain konnte jedenfalls noch nicht erbracht werden. In diesen Studien wurde Bromelain in Form von magensaftresistenten Dragees oder Filmtabletten verabreicht, weil dieses Enzym bereits im Magen bereits zum grössten Teil verdaut wird. Warum erwähnt Focus diese bedeutende Einschränkung nicht?

Zu Kurkuma schreibt Focus:

„Kurkuma ist ein Hauptbestandteil von Currypulver. Dem aus Südasien stammenden Gewürz schreibt Sportexperte Pöttgen ebenfalls entzündungshemmende Eigenschaften zu. Der Körper kann es gut aus dem Currypulver, bei akuten Entzündungen aber besser in Form von Dragees aufnehmen.“

Kurkuma als Gewürz stammt von der Wurzel von Curcuma longa (Gelbwurz) und enthält als Hauptwirkstoff den gelben Farbstoff Curcumin.

Curcumin ist ein intensiv wissenschaftlich untersuchter Naturstoff. In Laborexperimenten zeigt Curcumin entzündungswidrige Effekte. Ob diese Wirkung auch im menschlichen Organismus in relevanter Intensität auftritt, ist nicht bekannt. In deutlichem Gegensatz zu den Ausführungen auf Focus online ist die Aufnahmerate aus dem Verdauungstrakt in den Organismus nämlich sehr gering. Erhitzung oder Auflösung in Öl erhöht die Bioverfügbarkeit von in Lebensmitteln enthaltenem Curcumin.

Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2016 zeigte, dass Curcumin in klinischen Studien bei Arthrosepatienten sowohl die Schmerzen verringern als auch die Beweglichkeit verbessern kann. Der Erfolg der klinischen Studien hängt wegen der geringen Bioverfügbarkeit von Curcumin stark von der eingesetzten Curcumin-Formulierung ab, den verwendeten Präparaten werden nämlich oft Substanzen wie Piperin (einem Bestantteil des Pfeffers) zugesetzt, um die Aufnahmefähigkeit zu verbessern.

Siehe:

https://www.liebertpub.com/doi/10.1089/jmf.2016.3705

Zu Omega-3-Fettsäuren aus Ölen schreibt Focus:

„Ebenfalls entzündungshemmend wirken Omega-3-Fettsäuren. Es steckt in Lein-, Oliven- und Rapsöl. Auch Wildlachs ist reich an Omega-3-Fettsäuren. Doch Seefisch sollten Sie allgemein mit Vorsicht genießen: Die Tiere sind heutzutage stark mit Quecksilber und anderen schädlichen Stoffen belastet.“

Omega-3-Fettsäuren wurden vor allem in Form von Fischöl-Präparaten untersucht. In der Mehrzahl der Studien konnten Präparate mit Omega-3-Fettsäuren Schmerzen und andere Symptome bei rheumatoider Arthritis nicht verbessern. Die Resultate sind teilweise jedoch widersprüchlich. Ob eine fischreiche Ernährung wirksam ist, wurde bisher nur ungenügend untersucht.

Insgesamt werden die Möglichkeiten der empfohlenen Mittel im Focus-Artikel also sehr übersteigert und unkritisch dargestellt. Aber ein solcher Text spricht natürlich die Besucherinnen und Besucher der Website an und generiert bestimmt viele Klicks, was die Werbeeinnahmen von Focus sprudeln lässt.

Quelle der Zitate:

https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/entzuendungshemmende-ernaehrung-so-essen-sie-entzuendungen-einfach-weg_id_9199459.html

Was ist Karkade-Tee?

Karkade-Tee wird hergestellt aus den getrockneten Blüten des Hibiscus sabdariffa, einer Pflanze aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae).

Hier ein Foto der getrockneten Blüten auf Wikipedia.

Der Name Karkade bzw. Karkadeh stammt aus der arabischen Sprache. In Deutschland sind die Blüten von Hibiscus sabdariffa auch unter der Bezeichnung Malventee bekannt, was aber ungenau ist, weil verschiedene Malvengewächse als Kräutertee verwendet werden (zum Beispiel die Blüten von Malva silvestris, Grosses Chäslichrut, gegen trockenen Reizhusten).

Karkade-Tee ist als Getränk in Ägypten und im Sudan sehr beliebt und wird heiß oder kalt getrunken.

Bei uns gilt er wegen des säuerlich-fruchtigen Geschmacks kalt getrunken vor allem als Durstlöscher im Sommer.

Die Karkadeblüten enthalten verschiedene Fruchtsäuren, insbesondere Hibiscussäure, Zitronensäure, Äpfelsäure und Weinsäure, ausserdem Ascorbinsäure (Vitamin C).

Interessant aus phytotherapeutischer Sicht ist aber vor allem der hohe Gehalt an Anthocyanen, der für die intensiv rote Farbe des Karkadetees verantwortlich ist.

Anthocyane sind Radikalfänger, wirken also als Antioxidanzien. Sie sollen im Organismus die Sehvorgänge verbessern, entzündungshemmend und gefäßschützend wirken. Allerdings werden sie nur schlecht in den Körper aufgenommen, was ihre Wirksamkeit beschränken dürfte.

Anthocyane sind aber mit Sicherheit ein wertvoller Bestandteil einer vielfältigen Ernährung. Sie kommen als Farbstoff auch in vielen blauen Früchten vor, zum Beispiel in Heidelbeeren, Brombeeren, Aronia-Beeren, Schwarzen Johannisbeeren, Beeren des Schwarzen Holunders.

Im Karkade-Tee sind die Anthocyane sehr wahrscheinlich auch verantwortlich für möglicherweise vorhandene Heilwirkungen.

Kleinere Studien geben nämlich Hinweise darauf, dass die regelmässige Einnahme von Karkade-Tee eine leichte Blutdrucksenkung bewirken könnte.

Sieh dazu:

Karkade-Tee senkt systolischen Blutdruck um 13 mmhg

Forscher aus Taiwan zeigten zudem an Ratten, dass Karkade den Spiegel an LDL-Cholesterin deutlich senkt. Allerdings ist bisher ungeklärt, ob ein solcher Effekt auch bei Menschen auftritt.

Siehe dazu:

Hibiskus: Karkade gegen erhöhtes Cholesterin

Karkadeblüten sind zudem als Farbgeber in vielen Hagebutten-Beuteltees enthalten.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe.

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse.

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse.

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

Wildkräuter: Löwenzahn in der Küche

Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist nicht nur schön anzuschauen, sondern auch in der Küche vielseitig einsetzbar. Seine Blätter, Knospen, Blüten und sogar die Wurzeln sind essbar.

Löwenzahn gehört zu den bekanntesten Wildkräutern und ist insbesondere auf stickstoffreichen Böden zu finden. Die Pflanze bevorzugt sonnige und helle Standorte wie Wiesen und Ackerränder. Sie enthält reichlich Vitamin C, Vitamin A, Magnesium, Kalzium sowie wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe und hat zahlreiche positive Wirkungen auf den Körper. Löwenzahn soll Entzündungen hemmen und den Appetit, den Stoffwechsel und die Verdauung anregen, schreibt das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) in einer Mitteilung. Zur Verwendung des Löwenzahns in der Küche gibt das BzfE folgende Empfehlungen:

„Die zarten gezackten Blätter des Löwenzahns schmecken im Salat und auch in Kombination mit anderen Wildkräutern. Dabei lässt sich der etwas herbe Geschmack durch einen Schuss Sahne oder Schmand im Dressing abmildern. Die Blätter können auch ähnlich wie Spinat kurz blanchiert und als Gemüse verwendet werden. Der bitter-würzige Frühlingsbote ist dabei als Wildkräuterrisotto und Pesto, in der Suppe, in Eierspeisen und im Quark ein Genuss. Für ein Löwenzahnpesto beispielsweise werden ein Bund Löwenzahnblätter, Knoblauch, Olivenöl, Zitronensaft, geröstete Sonnenblumenkerne und Parmesan püriert und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt.“

Wer es süss möge, könne die frischen Blüten zu einem Gelee oder einem honigartigen Sirup für einen Brotaufstrich verarbeiten. Aus den getrockneten Wurzeln des Löwenzahns lasse sich Tee und aus den jungen Knospen “Kapern” herstellen:

„Für Kapern gibt man die Löwenzahnköpfchen mit Essig, Estragon, Petersilie, Knoblauch und Zwiebelringen in ein verschließbares Glas. Nach acht bis zehn Wochen können Feinschmecker die eingelegten Blütenknospen genießen.“

Löwenzahn wird am besten im eigenen Garten oder von Wiesen an verkehrsarmen Straßen gesammelt. Die im Frühling aus der Erde spriessenden jungen, zarten Triebe enthalten weniger Bitterstoffe und sind deshalb besonders schmackhaft. Man erntet sie am besten vor der ersten Blüte. Wildkräuter sollen grundsätzlich gründlich gereinigt und möglichst noch am selben Tag verarbeitet und gegessen werden.

Quelle:

http://www.bzfe.de/inhalt/pressemeldung-6378.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Löwenzahn wirkt leicht harntreibend, fördet den Gallenfluss und regt Speichel- und Mangensaftproduktion an.

Die ESCOP empfiehlt Löwenzahnkraut mit Wurzeln unterstützend bei Behandlungen, bei denen ein verbesserter Harnfluss wünschenswert ist, z.B. bei Rheumatismus und zur Verhütung von Nierensteinen. Die Löwenzahnwurzel empfiehlt die ESCOP zur Wiederherstellung der Leber- und Gallefunktion; bei dyspeptischen Beschwerden und Appetitlosigkeit.

Löwenzahn wird gerne als Frühjahrskur verwendet. Dagegen ist nichts einzuwenden, wobei aber der Nutzen von Frühjahrskuren generell nicht so klar ist, wie es oft dargestellt wird. Empfehlungen in diese Richtung sind oft sehr vage, zum Beispiel wenn das BZfE schreibt, dass der Löwenzahn den Stoffwechsel anregt.

Stoffwechsel, das umfasst eine riesige Anzahl von Aufbau, Umbau und Abbauprozessen im Organismus.

Den Stoffwechsel anregen, das tönt zwar positiv, sagt aber konkret so gut wie nichts aus.

Auch die ESCOP bewegt sich mit ihren Empfehlungen auf dünnem Boden, etwa mit der Aussage, dass bei Rheumatismus ein verbesserter Harnfluss wünschenswert ist und der Löwenzahn dabe unterstützend wirken kann.

Rheumatismus ist schon ein ungenauer Begriff, der eine ganze Reihe von unterschiedlichen Erkrankungen umschreibt. Dass hier generell ein verbesserter Harnfluss anzustreben ist, lässt sich nicht überzeugend begründen.

Die verdauungsfördernde Wirkung durch die Bitterstoffe ist aber plausibel.

Zum Löwenzahn siehe auch:

Wildkräuter in der Küche: Löwenzahnpesto

Pflanzenkunde: Löwenzahn (Taraxacum) ist nicht gleich Löwenzahn (Leontodon)

Löwenzahn zur Entgiftung?

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Wildkräuter: Giersch (Baumtropfen) in der Küche

Giersch – Mundart „Baumtropfe“ – kann im Garten zur Plage werden. Er bildet unterirdische Ausläufer und kann sich dadurch unkontrolliert ausbreiten. Auch Hacken bringt nichts, da selbst die Bruchstücke der Wurzeln neu austreiben.

Statt das „Unkraut“ zu bekämpfen – empfiehlt das Bundeszentrum für Ernährung – können Sie aus der Not eine Tugend machen und die Pflanze für die Küche nutzen.

Mit seinem fein-würzigen Aroma von Möhre und Petersilie sei der Giersch eines der schmackhaftesten Wildgemüse hierzulande, schreibt das BzfE:

„Außerdem enthalten die Blättchen außergewöhnlich viel Eiweiß und Vitamin C, Provitamin A und Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Eisen. In der Naturheilkunde wird Giersch vor allem gegen Gicht und Rheuma eingesetzt. Ein Tee aus Gierschblättern entsäuert, wirkt harntreibend und bringt die Verdauung wieder in Schwung.“

Der Giersch (Aegopodium podagraria) fällt im Frühjahr und Sommer durch seine weißen Doldenblüten auf, doch gibt es viele weissblühenden Doldenblütler, die leicht zu verwechseln sind:

„Merken Sie sich zur Bestimmung die Zahl Drei,  denn das Wildkraut hat einen dreieckigen Blattstiel und dreiteilig verzweigte Blätter.“

Wer den Giersch nicht im eigenen Garten hat, wird am lichten Waldrand, an Flussufern und in Hängen fündig. Giersch darf allerdings nicht mit giftigen Doldenblütlern wie der Hundspetersilie und dem Gefleckten Schierling verwechselt werden, die auf den ersten Blick ähnlich aussehen.

An dem dreieckigen Blattstiel und dem möhrenartigen Duft isr er jedoch gut von seinen giftigen Verwandten zu unterscheiden.

Das BzfE empfiehlt vor allem die besonders zarten, jungen, hellgrünen Blätter.

„Sie schmecken roh in einem frischen Blattsalat, auch in Kombination mit anderen Wildkräutern wie Löwenzahn und Brennnessel. Fein gehackt werden sie für Bratlinge, Pesto und grüne Soßen verwendet. Sehr lecker ist eine Wildkräuterbutter mit geschnittenem Giersch, Zitronensaft, einem Hauch Knoblauch und etwas Salz. Ältere Blätter haben ein herb-würziges Aroma. Da sie etwas zäher sind, werden sie gerne als Gemüse gedünstet. Die süßen Blüten sind eine essbare Dekoration für Desserts und auch paniert und frittiert ein Genuss.“

Quelle:

http://www.bzfe.de/inhalt/bzfe-newsletter-nr-17-vom-25-april-2018-32163.html#2

 

Kommentar & Ergänzung:

Giersch wird nicht nur Baumtropfen genannt, sondern auch Geissfuss und St. Gerhardkraut. Der heilige St. Gerhard war der Patron der Gichtkranken und gegen Gicht wurde die Pflanze früher auch empfohlen. Über die tatsächliche Wirkung ist aber nichts Sicheres bekannt. Der hohe Gehalt an Kaliumsalzen, durch den sich der Giersch auszeichnet,  könnte zu einer  ermehrten Wasserausscheidung führen. Der Hinweis im Text des BZfE, dass ein Tee aus Gierschblättern “entsäuert”, ist aber fragwürdig, weil die dahintersteckende Vorstellung von “Übersäuerung” grundsätzlich schon nicht fundiert ist.

Der Vorschlag, Giersch aus dem Garten zu essen, statt sich über ihn zu ärgern, ist ja nicht schlecht. Allerdings wuchert die Pflanze oft so stark im Garten, dass man mit der kulinarischen Verwertung kaum nachkommen wird. Loswerden kann man den Giersch durch intensives Ausdunkeln, das heisst durch mehrjähriges Abdecken des Bodens.

Koschtschejew empfiehlt im Buch „Wildwachsende Pflanzen in unserer Ernährung“ zur Anwendung von Giersch:

„Wenn man die Blätter durch den Fleischwolf dreht, erhält man ein Püree, das man einsalzen und im Winter für Suppen und als Zutat verwenden kann.“

Vielleicht wäre Einfrieren statt Einsalzen auch eine Möglichkeit?

Das Buch von Koschtschejew wurde in der ehemaligen DDR aus dem Russischen übersetzt und erschien 1990 in der 2. Auflage.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Wildkräuter: Gundelrebe / Gundermann in der Küche & als Heilpflanze

Der Gundermann (Glechoma hederacea), auch Gundelrebe genannt, zählt zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceen). Mit ihren blauvioletten Blüten ist die Pflanze im Frühling recht auffällig.

Nur wenige nutzen Gundermann in der Küche. Das Bundeszentrum für Ernährung weist aber darauf hin, dass sein herbes bis leicht harziges Aroma viele Alltagsgerichte wie Pellkartoffeln und Eierspeisen interessanter macht.

Auch für Salate, Kräuterquark und Pesto sei der Gundermann eine Bereicherung. Zum Osterfest werde er traditionell in der Gründonnerstagsuppe serviert, die aus neun verschiedenen Kräutern zubereitet wird.

Wie die Zubereitung von statten geht, beschreibt das BZfE so:

„Alle Wildkräuter, darunter auch Brennnessel, Gänseblümchen und Löwenzahn, werden gewaschen, trocken getupft und fein geschnitten. Anschließend Zwiebeln und Knoblauch in etwas Butter andünsten, Gemüsebrühe und das frische Grün hinzugeben. Nun lässt man die Suppe zwanzig Minuten köcheln und schmeckt mit etwas Schmand, Salz und Pfeffer ab.“

Auch Tee und Kräuterlimonade könne mit Gundermann verfeinert werden, schreibt das BzfE weiter, weist aber darauf hin, dass sparsam dosiert werden soll, damit der Geschmack nicht zu intensiv wird.

Gundermann wird 10 bis 20 cm hoch und wächst am Waldrand, unter Hecken, aber auch in feuchten Wiesen. Er zählt Im Frühjahr zu den ersten verfügbaren Wildkräutern für die Küche und zeigt in den Monaten April bis Juni seine blauvioletten Blüten. Beim Zerreiben der Gundermannblätter entsteht ein scharfer Geruch, der etwas an Minze erinnert.

Die Pflanze enthält unter anderem Vitamin C, Mineralstoffe wie Kalium, ätherische Öle, Saponine, Gerbstoffe und Bitterstoffe. Im Mittelalter wurde Gundermann in klösterlichen Gärten als Arzneipflanze angebaut und zur Wundheilung eingesetzt. So leitet sich der Name wahrscheinlich vom althochdeutschen Wort „gund“ für Eiter oder Beule ab.

Quelle:

https://www.bzfe.de/inhalt/bzfe-newsletter-nr-12-vom-21-maerz-2018-31994.html#3

 

Kommentar & Ergänzung:

Gundermann eignet sich auch für Rahmspeisen wie Eiscreme oder Panna Cotta. Aber auch hier sparsam dosieren, sonst kippt der Geschmack ins Unangenehme. Schliesslich verwendete man früher bei den Sachsen den Gundermann anstelle von Hopfen als Bittermittel zum Bierbrauen.

Die Griechen und Römer in der Antike kannten den Gundermann nicht. Bei den Germanen war er aber wohl eine wichtige Heilpflanze. Im Mittelalter erwähnt ihn Hildegard von Bingen.

In der traditionellen Pflanzenheilkunde wurde Gundermann für eine grosse Bandbreite von Erkrankungen eingesetzt, zum Beispiel innerlich bei Durchfall, Magenbeschwerden, Darmkatarrh, Bronchialerkrankungen, Nierenerkrankungen, Lebererkrankungen, Lungenleiden.

Diese „Indikationslyrik“ ist unübersichtlich, weil nicht mehr klar ist, wofür die Pflanze wirklich wirksam ist.

Es gibt keine fundierten Belege für solche Wirkungen des Gundermanns. Vermutet werden entzündungswidrige Wirkungen durch Flavonoide, Triterpentoide und Gerbstoffe, was bei äusserlicher Anwendung eine Rolle spielen könnte.

In der Alternativmedizin tauchen immer wieder Versprechungen auf, dass Gundermann / Gundelrebe zur Ausleitung von Schwermetallen wie Blei und Quecksilber wirksam ist.

Das ist natürlich eine attraktive Vorstellung – eine Pflanze, die Gifte rausholt. Darum stossen solche Versprechungen auf grosse Ressonanz.

Diese Versprechen sind aber sehr fragwürdig. Es gibt keine glaubwürdigen Argumente oder gar Belege für eine solche Wirkung. Es gibt auch keine plausible Erklärung dazu, wie der Gundermann eine solche Wirkung zustande bringen soll.

Zu Laborforschung und klinischen Studien mit Gundermann habe ich nur im Fachbuch „Teedrogen und Phytopharmaka“ einen Hinweis gefunden – und zwar zum Thema Hyperpigmentierung.

Im Labor hemmte ein Gundermann-Extrakt die Melatoninsynthese und die Tyrosinaseaktivität bei B16-Melanomzellen, woraus auf eine mögliche Wirksamkeit bei der Behandlung von Hyperpigmentierungsflecken der Haut geschlossen wurde.

Eine Lotion mit Gundermann-Extrakt bewirkte nach 8-wöchiger Behandlung von UV-induzierten Pigmentflecken der Haut eine im Vergleich zu Placebobehandlung eine signifikante Depigmentierung und Entzündungshemmung.

Wie gut die Wirksamkeit dieser Lotion nun wirklich geklärt ist,  kann ich nicht beurteilen. Im Markt scheint sie jedenfalls bisher nicht erhältlich zu sein.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

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Gundelrebe / Gundermann

Wildkräuter: Hirtentäschel in der Küche

Das Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris) mit seinen herzförmigen Früchten ist eine unscheinbares Pflänzchen. Die alte Heilpflanze hat auch kulinarische Qualitäten.

Die jungen Hirtentäschelblätter besitzen einen würzig-scharfen Geschmack, der an eine Mischung aus Kresse und Meerrettich erinnert. Sie setzen in Suppen, in Eierspeisen und im Kräuterquark interessante Akzente. Für einen Salat können die Blätter zu gleichen Teilen mit Feldsalat (= in der Schweiz: “Nüsslisalat”) gemischt werden. Dazu gibt man beispielsweise klein geschnittene hart gekochte Eier, geröstete Kürbiskerne und ein Dressing aus Olivenöl, Weinessig, Naturjoghurt, Senf, Salz und Pfeffer.

Die milde Schärfe der Hirtentäschelfrüchte bringt Pep aufs Butterbrot und dient in Gemüsepfannen als Pfefferersatz. Die herzchenförmigen Hirtentäschelfrüchte enthalten kleine Samen, die wie Senf gemahlen und als Gewürz verwendet werden können.

Das Hirtentäschelkraut wird zur Pflanzenfamilie der Kreuzblütler (Brassicaceen) gezählt. Das ein- bis zweijährige Kraut wächst bis zu einer eine Höhe von 40 Zentimetern und bildet in Bodennähe Rosetten aus länglichen, löwenzahnähnlich gelappten Blättern. Die kleinen, weißen Blüten sind ebenfalls essbar und sitzen in Trauben am Ende des aufrechten Stängels. Die außergewöhnliche Form der Früchte haben dem Hirtentäschel seinen Namen gegeben: Sie sind platt und umgekehrt herzförmig, was an die Umhängetaschen von Hirten aus früheren Zeiten erinnern soll. Hirtentäschel ist sehr genügsam und wächst auf Wegen, selbst zwischen Pflastersteinen, am Ackerrand, auf Schutthalden und in Gärten.

Als Wildkraut für die Küche wird das Hirtentäschel am besten im Frühjahr geerntet. Dazu pflückt man am besten die jungen, zarten Blätter, denn nach der Blüte werden sie etwas bitter. Hirtentäschel enthält unter anderem reichlich Flavonoide, Saponine, Senfölglykoside, Gerbstoffe, Vitamin C, Kalium und Kalzium.

Quelle:

http://www.bzfe.de/inhalt/hirtentaeschel-32188.html

Kommentar & Ergänzung:

In der traditionellen Pflanzenheilkunde zählt Hirtentäschelkraut zu den „Frauenkräutern“. Es wird unter anderem zur Blutstillung bei zu starker Menstruation empfohlen. Eine ernsthafte Erkrankung sollte aber durch eine ärztliche Untersuchung ausgeschlossen werden.

Im Gegensatz zum Beispiel zur Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) und zum Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) gehört Hirtentäschel allerdings zu den schlecht untersuchten und nur ungenügend dokumentierten „Frauenkräutern“.

 

Eine interessante Studie zum Hirtentäschelkraut in der Gynäkologie hier:

Hirtentäschelkraut reduziert laut Studie Blutungen nach der Geburt

Bei günstigem Klima kann Hirtentäschel das ganze Jahr über blühen. Es ist nahezu weltweit verbreitet und dadurch wohl eine der erfolgreichsten Pflanzen überhaupt.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Quittensirup bei Schwangerschaftsübelkeit?

Die Carstens-Stiftung beschreibt eine iranische Studie, wonach Quittensirup schwangerschaftsinduzierte Übelkeit besser reduziert als standardmäßig verabreichtes Vitamin B6. Das ist interessant, wirft aber auch einige Fragen auf.

Acht von zehn Schwangeren leiden an Übelkeit und Erbrechen und bei besonders stark ausgeprägtem Verlauf spricht man von Hyperemesis gravidarum. Der anhaltende Brechreiz kann mehrmals täglich zur Erbrechen und infolgedessen zu teils gravierendem Flüssigkeits- und Nährstoffverlust führen. Eine Anpassung der Ernährung, der Ausgleich des entstehenden Flüssigkeits- und Nährstoffmangels und die Behandlung der Symptome mittels medikamentöser Verfahren sowie eine Vitamin B6-Supplementierung (Pyridoxin) zählen zur Standardbehandlung der Hyperemesis gravidarum. Da vor allem in der frühen Schwangerschaftsphase wegen möglicher Komplikationen und Schädigungen des ungeborenen Kindes auf synthetische Arzneimittel möglichst verzichtet werden sollte, wird zunehmend auf pflanzliche Mittel wie z.B. Pfefferminze und Ingwer zurückgegriffen, um die Schwangerschaftsübelkeit zu reduzieren

Unbekannt ist bei uns bisher die Anwendung von Quittensirup.

In der Traditionellen Iranischen Medizin wird die Quitte unter anderem als Magentonikum zur Linderung von Übelkeit und Erbrechen sowie als Mittel zur Appetitanregung empfohlen. Auf dieser Basis führten iranische Wissenschaftler eine Studie durch, um die Wirkung von Quittensirup im Vergleich mit Vitamin B6 bei Frauen mit Schwangerschaftsübelkeit zu untersuchen. Die Studie wurde an fünf klinischen Zentren in Teheran und Qom durchgeführt. Aufgenommen wurden 90 Frauen in der Gestationsphase zwischen der 6. bis 14. Woche und einer therapiebedürftigen, schwangerschaftsinduzierten Übelkeit von 3 bis 12 Punkten auf der PUQE-Skala (PUQE = Pregnancy-Unique Quantification of Emesis) mit und ohne Erbrechen. Per Zufallsprinzip wurden die Studienteilnehmerinnen in eingeteilt und bekamen über die Therapiephase von einer Woche dreimal täglich jeweils vor den Mahlzeiten entweder einen Esslöffel des eigens für die Studie hergestellten Quittensirups oder aber eine Tablette mit einem Gehalt von 20 mg Vitamin B6 pro Einheit.

Die Einnahme zusätzlicher Arzneimittel war nicht gestattet. Darüber hinaus wurden die Probandinnen zu einer Vermeidung von fettem Essen und dem Verzehr regelmäßiger kleiner Mahlzeiten angehalten. Während der einwöchigen Therapiephase und der nachfolgenden, ebenfalls siebentägigen Nachbeobachtungszeit dokumentierten die teilnehmenden Frauen mittels PUQE-24-Fragebogen die Dauer, Häufigkeit und Intensität ihrer Übelkeit und des auftretenden Erbrechens. Ausserdem wurden die Probandinnen zur Erfassung auftretender Nebenwirkungen angehalten.

In die Auswertung flossen Daten von 76 Patientinnen ein. In der Quittensirup-Gruppe konnte im Vergleich mit der Vitamin B-Gruppe nach 7 Tagen schon eine klinisch signifikante Besserung um rund 4,3 Punkte auf der PUQE-Skala festgestellt werden, die noch eine Woche nach Beendigung der Behandlung anhielt. In der Vitamin B6-Gruppe betrug die Punktedifferenz nach 7 Tagen lediglich 1,1 Punkte – mit sinkender Tendenz nach 14 Tagen. Zudem wiesen die Probandinnen der Quittensirup-Gruppe zu Studienbeginn eine höhere Punktezahl auf der PUQE-Skala auf (9.55, Standardabweichung 2.05) als die Frauen in der Vitamin B-Gruppe (8.44, Standardabweichung 1.87). Die Forscher ziehen daraus den Schluss, dass die Quittensirup-Intervention sich auch bei schwereren Verläufen erfolgreich ist. Keine der teilnehmenden Frauen klagte über das Auftreten von Nebenwirkungen.

Quelle:

https://www.carstens-stiftung.de/artikel/gar-nicht-uebel-quittensirup-bei-schwangerschaftsuebelkeit.html

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28631509

 

Kommentar & Ergänzung:

Da Schwangerschaftsübelkeit für die betroffenen Frauen oft eine starke Belastung ist und Quittensirup ein billiges und darüber hinaus gesundes Mittel, kann diese Studien aus dem Iran berechtigtes Interesse wecken. Jedenfalls sind mir keine Gründe bekannt, die gegen einen Versuch mit Quittensirup sprechen würden.

Die Studie ist allerdings mit 90 teilnehmenden Frauen ziemlich klein, was ihre Aussagekraft einschränkt. Wir treffen hier auf ein Problem, das in der Forschung mit Naturheilmitteln oft vorkommt:

Für eine grosse, beweisende Studie, die entsprechend teuer und aufwendig ist, wird sich kaum ein Sponsor finden, wenn das untersuchte Produkt nicht patentierbar sondern billig im Haushalt herzustellen ist. Bei solchen Hausmitteln fehlt einfach oft (und ökonomisch nachvollziehbar) das kommerzielle Interesse für Investitionen in die Forschung.

Fragen wirft auch der Vergleich von Quittensirup versus Vitamin B6-Gabe auf.

Die Wirksamkeit von Vitamin B6 bei Schwangerschaftsübelkeit ist selber nicht zweifelsfrei geklärt. Pharmawiki schreibt dazu:

„Die Verwendung von Pyridoxin gegen Übelkeit geht vermutlich auf kleine, unkontrollierte Studien aus den 1940er Jahren zurück (z.B. Willis et al., 1942). Moderne Zulassungsstudien sind nicht verfügbar. Wir haben in der neueren wissenschaftlichen Literatur lediglich zwei kleine randomisierte und placebokontrollierte klinische Studien aus den 1990er Jahren identifiziert, ausschliesslich in der Indikation Schwangerschaftserbrechen (Sahakian, 1991; Vutyavanich, 1995). Aus unserer Sicht gibt es Hinweise für eine mögliche Wirksamkeit, sauber wissenschaftlich nachgewiesen ist sie bisher jedoch nicht. Ein Therapieversuch ist aufgrund der guten Verträglichkeit möglich.“

Quelle:

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Pyridoxin%20gegen%20Übelkeit

 

Und die Pharmazeutische Zeitung verweist auf eine Cochrane-Metaanalyse:

„Forscher der Cochrane Collaboration haben in einer aktuellen Übersichtsarbeit Studien zu Arzneimitteln zusammengefasst, die bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft empfohlen werden. Ihr Fazit: In Anbetracht der hohen Prävalenz der Beschwerden ist die Studienlage erstaunlich schlecht. So fanden sich beispielsweise für die vielfach empfohlenen Ingwer- oder Pyridoxinpräparate nur sehr wenige Daten aus qualitativ hochwertigen klinischen Studien. Ingwer und Pyridoxin (Vitamin B6) scheinen aber besser als Placebo morgendliche Übelkeit zu lindern. Bei der Reduktion von Erbrechen zeigte nur Ingwer einen leichten Nutzen, während sich die Symptome mit Vitamin B6 nicht eindeutig verbesserten.“

Quelle:

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=36523

Wenn für die Vergleichsgruppe mit der Vitamin B6-Gabe eine Intervention gewählt wird, die selber nicht eindeutig in ihrer Wirksamkeit ist, dann kann der Quittensirup diese Vergleichgruppe verhältnismässig leicht übertreffen. Aussagekräftig wäre zudem eine dritte Gruppe gewesen, die ein Placebo bekommen hätte.

Aber eben, das ist alles auch eine Frage der Ressourcen.

Interessant schein mir noch die überlegung, welcher Wirkungsvorgang der Anwendung von Quittensirup bei Schwangerschaftsbelkeit zugrunde liegen könnte.

Die Quittenfrucht enthält „viel Vitamin C, Kalium, Natrium, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan und Fluor, Tannine (Catechin und Epicatechin), Gerbsäure, organische Säuren, viel Pektin und Schleimstoffe.“ (Quelle: Wikipedia)

Am interessantesten scheinen mit hier Pektin und Schleimstoffe zu sein. Sie könnten möglicherweise über eine Eindickung der Nahrung dem Erbrechen entgegenwirken. Das kennt man auch von Johannisbrotkernmehl (z. B. als Nestargel) gegen Erbrechen bei Säuglingen.

In der traditionellen Pflanzenheilkunde werden eher die reifen Quittensamen verwendet. Unzerkleinerte Quittensamen nutzt man für die Zubereitung eines Schleims, der gegen Hustenreiz, als mildes Abführmittel und gegen Entzündungen von Haut und Schleimhäuten eingesetzt wird.

Quittensirup gibt es meines Wissens nicht als Fertigprodukt zu kaufen, doch existieren viele Rezepte zur Zubereitung.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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