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Artischockenextrakt wirkt günstig bei Fettleber – in einer Pilotstudie

Die Wirksamkeit eines Extraktes aus den Blättern der Artischocke gegen nicht-alkoholische Fettleber wurde erstmals in einer Studie an Patienten untersucht.

Weltweit nimmt die Zahl der Menschen zu, die unter einer nicht-alkoholischen Fettleber (Steatosis hepatis) leiden. Sie wird im Unterschied zur alkoholischen Fettleber durch eine zu hohe Energiezufuhr über die Nahrung ausgelöst. Dabei kommt es zu Fetteinlagerungen in den Leberzellen, wodurch deren Funktion beeinträchtigt und Entzündungen (Fettleberhepatitis/Steatohepatitis) hervorgerufen werden können. Zentral für die Behandlung dieser ernährungsbedingten Leberverfettung ist bisher eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten sowie regelmäßige körperliche Bewegung mit dem Ziel einer Gewichtsverminderung. Die  Normalisierung des Fettstoffwechsels kann mit verschiedenen pflanzlichen Arzneimitteln unterstützt werden, wozu auch der Artischockenextrakt zählt. Ob solche Extrakte auch für die Behandlung der nicht-alkoholischen Fettleber erfolgreich eingesetzt werden können, wurde bisher nicht an Patienten untersucht.

Das hat eine Forschergruppe aus Qatar und dem Iran nun mit einer randomisierten, doppelt verblindeten, placebokontrollierten Pilotstudie nun getan.

Die Wissenschaftler teilten erwachsene Patienten mit diagnostizierter Steatohepatitis Grad 1 bis 3 auf zwei Gruppen auf. Die Probaden der Verumgruppe bekamen über einen Zeitraum von acht Wochen dreimal täglich 200 mg Artischockenblattextrakt, standardisiert auf einen Gehalt von 2 mg des aktiven Inhaltsstoffes Cynarin. Der Kontrollgruppe wurden entsprechende Placebo-Tabletten verabreicht. Beim Start und am Schluss der Studie wurden die anthropometrischen Daten Gewicht, Bauchumfang, Body-Mass-Index (BMI) und der Blutdruck der Testpersonen erfasst. Zudem wurden im nüchternen Zustand zum einen mittels Lebersonographie der Grad der Leberverfettung erhoben und zum anderen Blutproben entnommen zur Feststellung der Werte von Glucose, Insulin, glykiertes Hämoglobin, Gesamt-, LDL- und HDL- Cholesterin, Triglyzeride, der Leberenzyme Alanin-Aminotransferase, Aspartat-Aminotransferase und Phosphatase sowie Bilirubin und Harnsäure.

Ausgewertet wurden die Daten von 81 (Artischockenextrakt: 41, Placebo: 40) von anfänglich 100 Probanden. Nach achtwöchigem Behandlungsverlauf lag die Reduktion des BMI und des Bauchumfangs in der Verumgruppe signifikant höher als in der Placebogruppe. Ebenso liessen sich am Schluss der Studie durch Sonographie signifikante Differenzen zwischen den Gruppen zugunsten des Artischockenblattextraktes festgestellen. 81,6 % der mit Artischockenextrakt behandelten Patienten zeigten eine Verbesserung, bei 18,4 % blieb der Zustand unverändert im Vergleich zur ersten Untersuchung.

In der Placebogruppe zeigte der Zustand der Leber bei 5 % der Patienten im Studienverlauf eine Verbesserung, bei 67,5 % trat keine Veränderung auf, und bei 27,5 % war eine Verschlechterung festzustellen. Die Blutzucker- und Insulinwerte wurden von der Artischockenextrakt-Behandlung nicht beeinflusst. Dagegen sanken die Leberenzymwerte (für Phosphatase nicht signifikant), der Gesamt-Bilirubinwert, der Harnsäurewert sowie alle Blutfettwerte signifikant verglichen mit Placebo. Im Verlauf der Studie traten keinerlei unerwünschte Wirkungen auf.

Quelle:

https://www.carstens-stiftung.de/artikel/artischockenextrakt-gegen-fettleber.html

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29520889

Panahi Y, Kianpour P, Mohtashami R, Atkin SL, Butler AE, Jafari R, Badeli R, Sahebkar A. Efficacy of artichoke leaf extract in non-alcoholic fatty liver disease: A double-blind randomized controlled trial. Phytother Res 2018; 32(7): 1382-1387.

 

Kommentar & Ergänzung:

Die Carstens-Stiftung, die diese Studie auf ihrem Portal vorstellt, interpretiert die Ergebnisse in ihrem Kommentar so, dass die Einnahme eines Artischockenblattextraktes eine erfolgversprechende Behandlungsoption für Patienten mit Fettleber sein kann. Sie weist aber auch auf kleinere Unstimmigkeiten im Artikeltext hin betreffend der eingeschlossenen, ausgeschiedenen und letztlich analysierten Patientenzahlen. Die statistische Auswertung sei dadurch nicht eindeutig nachvollziehbar. Der Kommentar kommt aber auch zum Schluss, dass die Grundaussage der Studie von diesen statistischen Ungenauigkeiten unberührt bleiben dürfte.

Bei solchen Meldungen muss immer wieder darauf hingewiesen werden, dass mit einer Pilotstudie nie einwandfrei Wirksamkeit belegt werden kannn.

Pilotstudien werden durchgeführt in einer frühen Phase der Forschung mit Patienten (klinische Forschung). Es sind meisten kurzzeitige, preisgünstige Studien mit einen kleinen Zahl von Probanden. Sie dienen eher einer ersten Erkundung des Therapiekonzepts und des Studienaufbaus. Zeigen sich positive Ergebnisse, braucht es grösser angelegte Studien, um eine Wirksamkeit zu belegen und allenfalls auch ein Überlegenheit gegenüber herkömmlichen Behandlungskonzepten zu zeigen.

Welche Wirkungen von Artischockenblattextrakt werden in der Phytotherapie-Fachliteratur anerkannt.

Die ESCOP-Monografie führt als belegte Anwendungsbereiche auf:

„Verdauungsstörungen wie Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl, Flatulenz und Gallenbeschwerden; Unterstützung einer Niedrigfettdiät zur Behandlung einer leichten Hyperlipidämie.“

Um die Studie besser einschätzen zu können, wären auch genaue Informationen  zum verwendeten Artischockenextrakt nötig. Solche Extrakte können auf unterschiedliche Art hergestellt werden – zum Beispiel mit Wasser oder Alkohol (Äthanol) als Lösungsmittel. Das kann den Gehalt an Inhaltsstoffen qualitativ und quantitativ stark beeinflussen.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe.

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse.

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse.

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

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Inhaltsverzeichnis: Phytotherapie im Verdauungstrakt

Krankheiten und Beschwerden des Verdauungstraktes sind ein wichtiger Bereich der Phytotherapie. Hier finden Sie die wichtigsten Stichworte, die ich im Heilpflanzen-Seminar und in der Phytotherapie-Ausbildung zu diesem Thema vermittle.

Wir befassen uns vor allem mit Heilpflanzen-Anwendungen in folgenden Bereichen:

Schleimhauterkrankungen des Mund- und Rachenraumes

Magenkrankheiten  

Magenschleimhautentzündung, Magengeschwür, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit u. a.

 ☛ Darmkrankheiten

Funktionelle Darmkrankheiten (z. B. Völlegefühl)

Reizdarmsyndrom (= Reizkolon, irritables Kolonsyndrom IKS)

Meteorismus / Flatulenz 
(Blähungen)

Durchfallkrankheiten

Obstipation (Verstopfung)

Erkrankungen des Mastdarms, des Analbereichs, Hämorrhoiden

Proktitis (Entzündung des Mastdarms)

Analfissur und -rhagade

Analekzem

Hämorrhoiden

Leber- und Gallekrankheiten                                                                            

Leberkrankheiten

Krankheiten der Gallenblase und Gallenwege

Endokrine und Stoffwechselkrankheiten                                          

Diabetes mellitus

Fettsucht (Adipositas)

Bei diesen Beschwerden und Krankheiten geht es vor allem darum, so genau wie möglich zu erfassen, welche Heilpflanze zur Behandlung am wirksamsten ist – und jeweils auch die Grenzen der Heilpflanzen-Anwendungen abzustecken.

 

Und hier eine Aufstellung der wichtigsten Heilpflanzen, mit denen wir  uns beim Thema Verdauungstakt befassen:

Malvae folium – Malvenblätter

Matricariae flos – Kamillenblüten

Arnicae flos – Arnikablüten

Salviae folium – Salbeiblätter

Tormentillae rhizoma – Tormentillwurzel (= Blutwurz)

Myrtilli fructus – Heidelbeerfrucht

Myrrha – Myrrhe

Centaurii herba – Tausendguldenkraut

Menthae piperitae folium – Pfefferminzblatt

Melissae folium – Melissenblatt

Iberidis herba – Schleifenblumenkraut

Solani tuber – Kartoffelknolle, in Form von Kartoffelsaft:

Lini semen – Leinsamen

Gentianae radix – Enzianwurzel

Calami rhizoma – Kalmuswurzelstock

Angelicae radix – Angelikawurzel (Engelwurz)

Trifolii fibrini folium – Fieberkleeblatt, Bitterkleeblatt

Absinthii herba – Wermutkraut

Cnici benedicti herba – Kardobenediktenkraut

Millefolii flos/herba – Schafgarbenblüte/kraut

Psyllii semen – Flohsamen

Althaeae radix – Eibischwurzel

Liquiritiae radix oder succus – Süssholzwurzel oder -saft

Brassicae oleraceae succus – Weisskohlsaft

Ceratoniae semen – Johannisbrotsamen

Carvi fructus – Kümmelfrucht

Foeniculi fructus – Fenchelfrucht

Harunganae cortex und folium – Harongarinde und –blatt

Theae nigrae folium – Schwarzteeblatt

Ratanhiae radix – Ratanhiawurzel

Pektin

Saccharomyces boulardii – Hefepilze

Plantaginis ovatae semen – Indische Flohsamen

Sennae folium und fructus – Sennesblatt und -frucht

Frangulae cortex – Faulbaumrinde

Ricini oleum – Ricinusoel

Rhei radix – Rhabarberwurzel

Aloe – Aloe

Quercus cortex – Eichenrinde

Hamamelidis cortex und folium – Hamamelisrinde/-blatt

Juglandis folium – Walnussblatt

Hippocastani semen – Rosskastaniensamen

Fagopyri herba – Buchweizenkraut

Cardui mariae fructus – Mariendistelfrüchte

Cynarae folium – Artischockenblatt

Curcumae xanthorrhizae rhizoma – Javanische Gelbwurz

Boldo folium – Boldoblatt

Taraxaci radix und herba – Löwenzahnwurzel /-kraut

Raphani sativi radix – Rettichwurzel

Chelidonii herba und radix – Schöllkraut-Kraut/-Wurzel

Petasitidis rhizoma – Pestwurz-Wurzelstock

Fumariae herba – Erdrauchkraut

Cinnamomi cortex – Zimtrinde

Momordicae charantiae fructus – Bittermelone

Guarmehl

Foenugraeci semen – Bockshornkleesamen

 

Bei diesen Heilpflanzen bekommen Sie das nötige Wissen über Wirkstoffe, Wirkung, Anwendungsbereiche (Indikationen), geeignete Zubereitungsformen, Dosierungen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, wichtige erhältliche Naturheilmittel.

Das Heilpflanzen-Seminar vermittelt einen kompakten Überblick über diese Themen. In der Phytotherapie-Ausbildung, die doppelt so lange geht, haben wir mehr Zeit für Vertiefung und Repetition.

Melden Sie sich jetzt für das Heilpflanzen-Seminar oder die Phytotherapie-Ausbildung an, wenn Sie fundiertes, verständliches Wissen über Heilpflanzen-Anwendungen erwerben möchten.

 

Wildkräuter in der Küche: Löwenzahnpesto

Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist eine der auffälligsten und häufigsten Frühlingsblumen. Er hat seit je her auch einen Platz als Wildkraut in der Küche.

Das „Bundeszentrum für Ernährung“ hat gerade auf Löwenzahnpesto aufmerksam gemacht:

„Ein Löwenzahnpesto ist ein ganz besonderer Genuss und nicht schwer zuzubereiten: Ein Bund Blätter, Knoblauch, Olivenöl, Zitronensaft, Mandeln sowie Parmesan werden püriert und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt.

Manchmal kann der bittere Geschmack zu dominant sein. Dann legt man die Blätter vor der Zubereitung für ein bis zwei Stunden in kaltes Wasser. Noch einfacher ist es, die herbe Note mit anderen Zutaten abzumildern. Dafür sind Kartoffeln und Äpfel sehr gut geeignet.“

Quelle:

http://www.bzfe.de/inhalt/wildkraeuter-in-der-kueche-32019.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Der Löwenzahn ist im Frühling auch eine wichtige Nahrungsquelle für Honigbienen und Wildbienen.

Für die Anwendung von Löwenzahn als Heilpflanze in der Phytotherapie stehen von den Wirkstoffen die Bitterstoffe im Vordergrund. Daraus ergeben als wichtigste Indikation Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Blähungen, vorübergehende Appetitlosigkeit, Störungen des Gallenflusses.

Und zuletzt ein Tipp zum Thema Wildkräuter: Zuerst kennenlernen – dann essen.

Selbst beim Löwenzahn gibt es ähnlich aussehende Pflanzenarten, insbesondere in den Bergregionen. Zum Kennenlernen von Heilpflanzen. Wildkräutern und Alpenblumen, aber zur Sicherheit auch von Giftpflanzen, empfehle ich meine Kräuterwanderungen. Programm hier:

Kräuterwanderungen und Kräuterkurse

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Interessantes zum Gelben Enzian, zum Enzianschnaps und zum Germer

In der Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie (5/2017) präsentiert Univ.-Doz. Dr. Reinhard Länger einen informativen Beitrag über den Gelben Enzian (Gentiana lutea, Bild: Gelber Enzian).

 

Die Wirkung des Gelben Enzians ist verbunden mit dem hohen Gehalt an Bitterstoffen. Er wird angewendet bei Verdauungsbeschwerden wie Appetitlosigkeit und Völlegefühl.

Ausserdem wird aus den Enzianwurzeln der Enzianschnaps hergestellt. Die Pflanze wird bis zu 150 cm hoch, erreicht ein Alter von bis zu 60 Jahren und die Enzianwurzel kann in Kultur frühestens nach 4 bis 5 Jahren geerntet werden.

Enzianwurzel hat einen Bitterwert von mindestens 10 000. Der Bitterwert macht eine Aussage dazu, wie stark eine Substanz verdünnt werden muss, damit der bittere Geschmack noch wahrnehmbar ist.

Reinhard Länger hat diesen Bitterwert des Gelben Enzians in anschauliche Beispiele umgerechnet:

„Im Fall von Enzianwurzel bedeutet dies, dass 1g Enzianwurzel 10 Liter Wasser bitter machen kann. Die Bitterstoffe sind gemäß ihrer chemischen Struktur Secoiridoide. Mengenmäßig dominiert Gentiopikrosid (Bitterwert 12 000), die Substanz mit dem höchsten Bitterwert ist Amarogentin (Bitterwert 58 000.000, d. h. 1 g Amarogentin macht 58 000 000ml (= 58m3) Wasser bitter, dies entspricht einem großen Eisenbahn-Kesselwaggon)!“

Eine bitterere Substanz als Amarogentin ist kaum vorstellbar.

Zum Enzianschnaps erklärt Länger den Unterschied zwischen destilliertem und angesetzem Produkt:

„Für die Bereitung von destilliertem Enzianschnaps werden die frischen Wurzeln fermentiert und je nach Rezeptur mit Wasser eingemaischt oder Obstmaische zugesetzt. Die Bitterstoffe sind nicht flüchtig und gelangen daher nicht in das klare Destillat. Anders bei angesetzten Schnäpsen: die Inhaltstoffe werden extrahiert, der Schnaps ist daher braun und stark bitter.“

Der Text geht ausserdem auf Unterschiede zwischen dem Gelben Enzian und dem giftigen Germer (Veratrum album) ein:

„Blattrosetten des Enzian ähneln entfernt jenen des stark giftigen Germer. Beim heimlichen, unerlaubten Graben in der Dämmerung können daher Verwechslungen passieren. Die Alkaloide des Germer sind ebenfalls nicht flüchtig und würden daher auch nicht in ein Destillat übergehen. Bei Ansatzschnäpsen werden sie aber extrahiert. Im Fall einer Vergiftung tritt meist rasch Erbrechen ein, weshalb tödlich verlaufende Vergiftungen in letzter Zeit nicht aufgetreten sind. Bei Tageslicht sollte die Differenzierung von Enzian und Germer kein Problem darstellen: die Blätter des Enzian sind kreuz-gegenständig angeordnet, jene des Germer wechselständig.“

Quelle:

http://www.phytotherapie.co.at/pdf/PT0517.pdf

 

Kommentar & Ergänzung:

Interessant ist hier die Angabe, dass sowohl beim Enzianschnaps die Bitterwirkung als auch beim Germer die Giftwirkung von der Herstellungsweise abhängig ist.

Gelber Enzian und Germer unterscheiden sich auch in der Blattfärbung. Die Blätter des Gelben Enzians haben einen grünlich-bläulichen Ton, Germer dagegen einen grünlich-gelblichen Ton. Um diesen Unterschied sicher zu erkennen, muss man die Pflanzen möglichst nebeneinander in der Natur sehen

Sehr viele Gelben Enziane und Germer können Sie kennenlernen auf meinen Kräuterwanderungen im Berner Oberland – in Lenk im Simmental und in Mürren im Lauterbrunnental.

 

Der Germer ist unter der Bezeichnung Veratrum album ein wichtiges Mittel in der Homöopathie. Weil bei der Herstellung der Globuli die Pflanze so stark verdünnt wird, bis praktisch keine Wirkstoffe mehr verhanden sind, sind die Präparate ungiftig (zum Beispiel D6 = 1: 1 000 000 oder D12 = 1: 1 000 000 000 000).

Hauptanwendungsgebiete sind zum Beispiel Erschöpfung, schwacher Kreislauf, Kollaps, Kreislaufbeschwerden, Erbrechen und Durchfall. Veratrum album wird in der Homöopathie oft auch als Hauptmittel bei Cholera erwähnt. Das sind allerdings sehr grosse Versprechungen für ein Produkt, für dessen Wirksamkeit es – wie bei Homöopathika generell – keinerlei Belege für eine spezifische Wirksamkeit gibt.

Der Germer hat im Übrigen sehr schön geformte Blätter. Foto hier.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Kümmelöl-Leibauflagen beim Reizdarmsyndrom

Etwa 10 und 15 % der Bevölkerung in Europa leiden unter dem Reizdarmsyndrom. Bei den Betroffenen kommt es zu Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung oder Durchfall, Unterbauchschmerzen, Völlegefühl oder übermäßig auftretenden Blähungen. Da eine ursächliche Behandlung nicht möglich ist, bieten sich nur Therapiemaßnahmen auf der Symptomenebene an. Vor allem phytotherapeutische Maßnahmen wie die Gabe von Pfefferminzöl und Kümmelöl in Kapselform sowie von Flohsamen haben sich bereits als effektiv in der Bekämpfung einzelner Beschwerden erwiesen.

Ein Team der Universität Duisburg-Essen untersuchte nun die Wirksamkeit von Kümmelölleibauflagen, wie sie in der Kneipptherapie angewandt werden, bei Reizdarm-Patienten.

Die an der Studie beteiligten Reizdarm-Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip in drei Gruppen aufgeteilt, die unterschiedliche Behandlungen bekamen, wobei aber nach dem Rotationsprinzip jeder Proband jede der drei Interventionen erhielt.

Jede der Behandlungen wurde über einen Zeitraum von drei Wochen appliziert, und zwar täglich für jeweils ca. 30 Minuten.

So sahen die drei Behandlungsgruppen aus:

1.)     Die zu prüfende Leibauflage mit Kümmelöl (2 %ig mit Olivenöl) und eine Moor-Wärmeauflage.

2.)     Eine erwärmte Leibauflage mit Olivenöl.

3.)     Eine körperwarme, nicht erwärmte Auflage mit Olivenöl.

Die Gruppen 2 und 3 dienten als Kontrollgruppen. Sie sollten es ermöglichen, die spezifischen Effekte des Kümmelöls sowie die Rolle der Wärme für eine potenzielle Linderung der Symptome zu unterscheiden.

Die Auflagen mit Kümmelöl zeigten sich den anderen Behandlungen deutlich überlegen, was die Zufriedenheit der Patienten und die Linderung der Symptome anbelangt. Die Kümmelölleibauflagen waren gut verträglich und wurden von den meisten der Patienten als angenehm und hilfreich bei der Linderung der Symptome beurteilt.

Quellen:

– http://www.carstens-stiftung.de/artikel/kuemmeloelleibauflagen-beim-reizdarm-endlich-ruhe-im-bauch.html

– Zeitschrift für Phytotherapie 2015; 36(06): 244-246

DOI: 10.1055/s-0041-109742

– Digestion. 2015;92(1):22-31. doi: 10.1159/000398790. Epub 2015 Jun 5.

Efficacy of Caraway Oil Poultices in Treating Irritable Bowel Syndrome–A Randomized Controlled Cross-Over Trial.

Lauche R1, Janzen A, Lüdtke R, Cramer H, Dobos G, Langhorst J.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed?filters=&orig_db=PubMed&cmd=Search&term=92%2A%5Bvolume%5D%20AND%2022%5Bpage%5D%20AND%202015%5Bpdat%5D%20AND%20Lauche%20R%5Bauth%5D

 

Kommentar & Ergänzung:

Die Studie war zwar klein (48 Patienten, wovon 40 Frauen, Durchschnittsalter 53,9 Jahre) und nicht verblindet. Das schränkt die Aussagekraft ein.

Es ist aber schwierig, für einfache, billige, nicht patentierbare Massnahmen grosse Forschungsgelder für umfangreiche Studien zu finden.

Daher sind auch schon derart kleine Studien willkommen.

Auch ist es generell schwierig, Wickel, Auflagen und ätherische Öle zu verblinden.

Bei einer Tablette ist das einfacher. Man kann sie wirkstoffrei herstellen und hat voilà – ein identisch aussehendes Placebo (Scheinpräparat) für die Kontrollgruppe.

Aber wie lässt sich ein Placebo herstellen für eine Kümmelölleibauflage, ein wirkstoffloses Scheinpräparat, das aussieht, sich anfühlt und riecht wie eine Kümmelölleibauflage?

Wenn etwas so riecht, sich anfühlt und aussieht wie eine Kümmelölleibauflage, dann ist es eine Kümmelölleibauflage.

Die mangelnde Verblindung kann man also nicht den Forschern und nicht der Kümmelölleibauflage zum Vorwurf machen. Sie folgt aus der Komplexität der Intervention.

In der Zeitschrift für Phytotherapie (6/2015) werden die Resultate der Studie so zusammengefasst:

„Ein signifikanter Unterschied bezüglich der Symptome zugunsten der Kümmelölleibauflage wurde im Vergleich zur körperwarmen Auflage identifiziert (Differenz –38,4 Punkte; p = 0,033), nicht jedoch im Vergleich zur erwärmten Auflage mit Olivenöl (Differenz –24,3 Punkte; p = 0,139). Die Anzahl der Therapieansprecher (mindestens 50 Punkte Symptomreduktion) war in der Gruppe der Patienten mit Kümmelölleibauflage (43,9 %) signifikant höher im Vergleich zu maximal 20 % in den anderen beiden Gruppen.“

Signifikant war der Unterschied zugunsten der Kümmelölauflage also nur im Vergleich zur körperwarmen Auflage mit Olivenöl, nicht jedoch zur erwärmten Auflage. Das unterstreicht die Bedeutung der Wärmeanwendung. Offensichtlich waren die Patienten aber mit der Kümmelölleibauflage zufriedener. Da könnte auch der Duft eine Rolle spielen, der eine Massnahme wirksamer erscheinen lässt.

Und wie macht man nun eine Kümmelölleibauflage praktisch. Der Betrag in der „Zeitschrift für Phytotherapie“ (6/2015) gibt dazu eine Anleitung:

„Für die Kümmelölleibauflage benötigen Sie eine Wärmeauflage (Wärmeflasche, Moor-Wärmeauflage), ein Geschirrtuch, ein großes Frotteetuch sowie eine Mischung aus Kümmel- und Olivenöl (2–10 % Kümmelölanteil, erhältlich z. B. in der Apotheke) und einen Löffel.

Tränken Sie das Geschirrtuch in heißem Wasser, und wringen Sie es gut aus. Nehmen Sie einen Teelöffel des Ölgemisches und reiben Sie es mit kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn auf den Bauch ein. Darüber legen Sie dann das feuchtwarme Geschirrtuch und fixieren das Ganze mit dem großen Frotteetuch. Legen Sie dann die Wärmeauflage oben auf. Danach begeben Sie sich für ca. 30 Minuten mit der Auflage ins Bett oder auf die Couch.

Wichtig: Prüfen Sie unbedingt die Temperatur der Auflage im Vorfeld, z. B. am Unterarm. Besondere Vorsicht ist bei Kindern oder älteren Menschen geboten, insbesondere wenn die Temperaturwahrnehmung gestört ist. Bei empfindlicher Haut können Sie den Anteil des Kümmelöls zudem reduzieren.

Sollten bei der Anwendung Unverträglichkeitsreaktionen auftreten (Juckreiz, Rötung), entfernen Sie die Auflage und reinigen Sie die Haut gründlich mit warmem Wasser. In diesem Fall sehen Sie von weiteren Anwendungen ab.“

Zum Reizdarmsyndrom siehe auch:

Phyto-Kombi mit Pefferminzöl und Kümmelöl bei Reizdarm

Kombination von Pfefferminzöl und Kümmelöl lindert Reizdarmsyndrom

Ballaststoffe beim Reizdarmsyndrom

Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom

 

Heilpflanzen-Anwendungen bei Reizdarmsyndrom

Pfefferminzöl bei Reizdarm schmerzlindernd

Pflanzenheilkunde bei Reizdarm: Pfefferminze, Kümmel, Fenchel, Anis, Flohsamen

Reizdarmsyndrom: Flohsamen und Pfefferminzöl top – Kleie flop

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Ingwertee als „Energiebooster“?

Ingwer scheint gerade sehr im Trend zu liegen. Laufend treffe ich auf Empfehlungen, wozu Ingwer alles gut sein soll. Tatsächlich ist Ingwer ein interessantes Gewürz und eine wirksame Heilpflanze. Aber wie so oft bei derartigen Hypes kommen die Empfehlungen manchmal etwas schwammig und übertrieben daher.

Auf Focus online hat gerade ein Gesundheitsexperte Ingwer empfohlen. Schauen wir uns das etwas genauer an:

„Mit Ingwertee können Sie ganz ohne Koffein fit in den Tag starten……

Die Wurzel verfeinert nicht nicht nur Ihr Essen, sondern kurbelt Ihren Stoffwechsel an, lindert Halsschmerzen und hilft bei Magen und Darmbeschwerden. Probieren Sie doch mal Ingwertee. Schneiden Sie dazu den Ingwer in dünne Scheiben und geben diese anschließend in heißes Wasser…….

Egal, ob Sie den Ingwertee am Morgen als Kaffeeersatz oder als Energie Booster unterm Tag trinken: Sie tun Ihrem Körper etwas Gutes. Die scharfe Wurzel beruhigt Ihren Bauch und hilft bei Durchfall und Magenbeschwerden.

Wenn das noch nicht genug wäre, wirkt Ingwer zudem noch antiseptisch. Kratzt es Ihnen im Hals, empfiehlt es sich deshalb auf einem kleinen Stück Ingwer zu kauen.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/videos/ingwertee-darum-sollten-sie-ihn-vor-dem-fruehstueck-trinken_id_6867281.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Energiebooster – das tönt wirklich stark. Energiebooster ist ein trendigerer Ausdruck für Energydrink. Das sind Getränke, die wach machen und dem Organismus Energie zuführen oder Energiereserven mobilisieren sollen. Das machen sie in der Regel mit viel Koffein und viel Kohlenhydraten (insbesondere Zucker). Ingwertee – sofern ungesüsst getrunken – führt kaum Kohlenhydrate zu und enthält weder Koffein noch koffeinähnlich wirkende Inhaltsstoffe.

Pharmakologisch ist von Ingwertee keine „Energiebooster“-Wirkung zu erwarten, wobei aber auch fraglich ist, ob all die vermarkteten Energie-Booster-Präparate ihre Versprechungen erfüllen können. In Vergleich zu diesen oft wenig glaubwürdig zusammengesetzten Energydrinks ist Ingwertee wohl immerhin die gesündere Variante.

Vorstellen kann ich mir beim Trinken von Ingwertee am Morgen einen sinnlich-psychologischen Wachmacher-Effekt. Ingwer enthält Scharfstoffe. Auf der sensorischen Ebene könnte dadurch ähnlich wie bei Kräutertees mit hohem Bitterstoffgehalt die Aufmerksamkeit geweckt werden im Sinne von „Was kommt denn da?“ – während der Organismus auf irgendeine fade Flüssigkeit kaum reagieren wird.

Sehr eigenartig ist die Vorstellung, dass Ingwertee den Stoffwechsel ankurbeln soll. Aber auch das tönt natürlich toll…

Der Stoffwechsel, das ist die Gesamtheit der chemischen Prozesse in einem Lebewesen.

Den Stoffwechsel kann man einteilen in katabole Reaktionen, welche durch den Abbau von chemisch komplexen Nahrungsstoffen zu einfacheren Stoffen Energie liefern (Katabolismus), und anabole Reaktionen, welche unter Energieverbrauch körpereigene Stoffe aus einfachen Bausteinen aufbauen (Anabolismus).

Wenn Ingwertee nun einfach generell den Stoffwechsel ankurbelt, werden alle chemischen Prozesse in Organismus beschleunigt. Wollen wir wetten, dass das nicht gut ausgeht?

Hier müsste nachgefragt werden, welche Prozesse genau durch Ingwer angekurbelt werden, doch ist eher unwahrscheinlich, dass auf diese Frage eine fundierte Antwort kommt. Solche wohlklingenden Ausdrücke wie „Energie Booster“ oder „kurbelt Ihren Stoffwechsel an“ leben davon, dass sie vage und dadurch kaum zu fassen sind.

Dass viele Menschen Ingwer bei Halsschmerzen oder anderen Erkältungskrankheiten als wohltuend empfinden, ist schon seit langem bekannt. Wie diese Wirkung zustande kommt, ist nicht wirklich geklärt. Im Labor wirken Ingwer-Wirkstoffe antibakteriell und antiviral, aber ob diese Wirkungen auch beim Trinken von Ingwertee im Mund-Rachenraum zustande kommen, kann daraus nicht mit Sicherheit geschlossen werden. Durch die Erregung der Wärmerezeptoren in der Mundschleimhaut wird ein Hitzegefühl ausgelöst und vermutlich reflektorisch die Speichelsekretion angeregt. Diese Wirkungen entstehen durch die Scharfstoffe und könnten zum wohltuenden Effekt eines Ingwertees bei Erkältungen beitragen.

Dass Ingwer gegen Durchfall helfen soll ist eine ungewöhnliche Empfehlung, die in der Phytotherapie-Fachliteratur nirgends vorkommt, und die Empfehlung bei Magenbeschwerden und Darmbeschwerden ist vage. Das kann fast alles umfassen, was im Verdauungstrakt schiefläuft. Hier wären präzisere Angaben wünschenswert.

Ingwer fördert den Speichelfluss, die Magensaftsekretion und den Gallenfluss. Daraus kann eine verdauungsfördernde Wirkung gegen Völlegefühl abgeleiteet werden, was gut zur Verwendung als Gewürz passt. In der Phytotherapie am besten untersucht und am häufigsten empfohlen ist allerdings die Anwendung von Ingwerwurzel-Pulver zur Vorbeugung von Reisekrankheit. Ob Ingwertee hier auch eine Wirkung zeigt, ist ungeklärt. In den Experimenten zeigten vor allem lipophile Inhaltsstoffe diese Wirkung, während ein wässriger Ingwer-Extrakt versagte.

Zu diskutieren wäre die Angabe, dass Ingwer den Bauch beruhigt. Immerhin steigert Ingwer den Tonus und die Peristaltik im Darm. Da könnte man eher daraus schliessen, dass Ingwer den Bauch „wach“ macht.

Wie vielfältig Ingwer als Heilpflanze ist, zeigt folgende Ausstellung:

Öko-Test: Ingwer gegen Reisekrankheit als gut bewertet

Ingweröl gegen Erbrechen?

Ingwer – wie eine tolle Heilpflanze unseriös als Wundermittel gegen Krebs vermarktet wird

 

Metaanalyse: Ingwer reduziert Menstruationsschmerzen

Metaanalyse: Ingwer lindert Schmerzen bei Arthrose

Ingwer bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft

 

 

Ingwer lindert akuten Kopfschmerz bei Migräne

Onkologie / Palliative Care: Ingwer gegen Erbrechen bei Chemotherapie

Ingwer als Hausmittel gegen Verdauungsbeschwerden

Forschung zum Wirkungsmechanismus von Ingwer gegen Übelkeit bei Chemotherapie

 

Schwangerschaftsübelkeit: Ingwer, Frischluft und Vitamin B6

Ingwer bei Erkältungen

Ingwertee gegen Übelkeit

 

Ingwer und andere Tipps gegen Reisekrankheit

Phytotherapie: Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen

Phytotherapie: Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen

Ingwer-Inhalationen gegen Schnupfen?

Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren

 

Phytotherapie: Ingwer lindert Übelkeit bei Chemotherapie

Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie bei Reizmagensyndrom

Die Pharmazeutische Zeitung hat gerade einen Artikel publiziert zum Thema „Reizmagen und Reizdarm“.

Zum „Reizmagen“ werden darin auch konkrete Hinweise auf Phytopharmaka aufgeführt, auf die ich hier kurz eingehen will.

Statt vom „Reizmagen“ spricht man eigentlich besser vom „Reizmagensyndrom“ (RMS), da es sich in den meisten Fällen um mehrere Symptome handelt. Im internationalen Sprachgebrauch ist die Bezeichnung „funktionelle Dyspepsie“ (FD) gebräuchlich.

Ein Reizmagensyndrom ist gemäß den sogenannten Rom-IV-Kriterien charakterisiert durch eines oder mehrere der folgenden belästigenden, das heißt alltägliche Aktivitäten beeinträchtigenden Symptome:

Völlegefühl nach den Mahlzeiten,

Vorzeitiges Sättigungsgefühl,

Im Oberbauch lokalisierte Schmerzen,

Im Oberbauch lokalisiertes Brennen.

Von einem RMS spricht man aber erst, wenn diese Symptome nach einer routinemäßigen klinischen Abklärung einschließlich Ösophago-Gastro-Duodenoskopie nicht hinreichend erklärbar sind. Ausserdem müssen die Symptome seit mindestens drei Monaten vorliegen mit einem Symptombeginn, der sechs Monate oder ­länger zurückliegt.

Und was sagt nun der Beitrag zu den phytotherapeutischen Möglichkeiten bei RMS?

Zitat:

„Daten zur Wirksamkeit aus kontrollierten Studien gibt es auch für Phytopharmaka wie STW-5, eine Phytokombination auf der Basis von Iberis amara, oder die Kombination aus Pfefferminzöl und Kümmelöl….“

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=68591

Kommentar & Ergänzung:

STW-5 ist bei Reizmagen ein bewährtes und durch Studien gut belegtes Phytopharmakon, das unter dem Namen „Iberogast“ im Handel ist.

Iberogast ist ein Kombi-Präparat aus neun verschiedenen Heilpflanzen:

Bittere Schleifenblume (Iberis amara), Angelikawurzel (Engelwurz), Kamillenblüten, Kümmelfrüchte, Mariendistelfrüchte, Melissenblätter, Pfefferminzblätter, Schöllkraut und Süßholzwurzel.

In der neueren Phytotherapie ist es eher unüblich, dass ein Präparat aus so vielen Heilpflanzen zusammengesetzt ist. Offenbar ergänzen die Bestandteile sich aber gut.

Zu STW-5 siehe auch:

Kinderheilkunde: Heilpflanzen-Kombination gegen Bauchbeschwerden

Phytotherapie bei funktionellen Magenbeschwerden

Phytotherapie als Standardtherapie bei funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen

Etwas eigenartig ist die Empfehlung der Kombination von Pfefferminzöl und Kümmelöl bei RMS. Hier ist zweifellos vom Präparat Carmenthin® die Rede, das diese Zusammensetzung aufweist. Allerdings handelt es sich dabei um magensaftresistente Kapseln, die sich erst im Dünndarm auflösen. Etwas spät für eine Wirkung bei Reizmagen….

Carmenthin® eignet sich hingegen gut für Reizdarm und wirkt dort gegen Blähungen und Darmkrämpfe. Das Präparat stammt aus Deutschland und ist in der Schweiz nicht als Arzneimittel registriert.

Der Artikel in der Pharmazeutischen Zeitung geht auch auf das Reizdarmsyndrom (RDS) ein:

„Unter einem Reizdarmsyndrom (RDS) versteht man länger als drei Monate anhaltende oder wiederkehrende Symptome, die die Lebensqualität einschränken und deren Ursprung im Darm vermutet wird: Stuhlunregelmäßigkeiten wie Durchfall und Verstopfung, die auch im Wechsel auftreten können, Schmerzen oder Druckgefühl im Bauch und Blähungen. Diese Symptome können allein oder in Kombination auftreten. Voraussetzung für die Annahme eines Reizdarmsyndroms ist der Ausschluss einer anderen organischen Krankheit.“

Unter den Therapieoptionen beim Reizdarmsyndrom werden auch zwei Phytotherapeutika aufgeführt, und zwar bei den Leitsymptomen Blähungen, abdominelle Distension und Flatulenz (Evidenzgrad A und B) und beim Leitsymptom Verstopfung (Evidenzgrad A). Leider werden aber weder die Präparate noch die darin enthaltenen Heilpflanzen konkret genannt.

Gemeint sind aber wohl

– Carmenthin®, die Kapsel aus Kümmelöl und Pfefferminzöl,

– Colpermin®, eine magensaftresistente Kapsel mit Pfefferminzöl zur Linderung von Darmkrämpfen,

– Flohsamen-Präparate als Stuhlregulans bei Verstopfung und/oder Durchfall.

Zu den phytotherapeutischen Optionen bei Reizdarmsyndrom siehe auch:

Phyto-Kombi mit Pfefferminzöl und Kümmelöl bei Reizdarm

Reizdarmsyndrom: Kümmel, Anis und Fenchel als Tee?

Kombination von Pfefferminzöl und Kümmelöl lindert Reizdarmsyndrom

Ballaststoffe beim Reizdarmsyndrom

Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom

Heilpflanzen-Anwendungen bei Reizdarmsyndrom

Dronabinol (THC) vermindert Dickdarmbewegungen bei Reizdarmpatienten

 

Pfefferminzöl bei Reizdarm schmerzlindernd

Pflanzenheilkunde bei Reizdarm – Pfefferminze, Kümmel, Fenchel, Anis, Flohsamen

Phytotherapie bei Reizdarm

Reizdarmsyndrom: Flohsamen und Pfefferminzöl top – Kleie flop

 

 

 

Phytotherapie: Wirksame Behandlung bei Reizdarm und funktioneller Dyspepsie

Ballaststoffe bessern Reizdarmsyndrom

Phytotherapie: Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom

Phytotherapie bewährt bei Reizdarmsyndrom (Colon irritabile)

 

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Meerrettichwein gegen Verdauungsprobleme

Der Bayerische Rundfunk berichtete kürzlich sehr informativ über Meerrettich und seine Wirkungen. Dabei kam die Rede auch auf den Meerrettichwein:

„Auch bei Verdauungsproblemen kann Meerrettich helfen. Gerieben mit dem Lieblingswein mischen – acht Tage im Dunkeln lagern, gelegentlich schwenken. Fertig ist der Verdauungstrunk.“

Quelle:

http://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/gesundheit/meerrettich-heilpflanze-gesundheit-100.html

Kommentar & Ergänzung:

Meerrettichwein ist ein altes Hausmittel, das vor allem als schleimlösendes Mittel bei Husten und Bronchitis eingesetzt wird.

Die Empfehlung bei „Verdauungsproblemen“ ist nachvollziehbar, aber sehr vage. Als „Verdauungsprobleme“ können sehr unterschiedliche Beschwerden bezeichnet werden.

Meerrettich regt die Verdauungssäfte an und soll deshalb gegen Appetitlosigkeit wirken.

Meerrettichwurzel enthält Senfölglykoside (Glukosinolate), die reizend und durchblutungsfördernd auf Haut und Schleimhäute wirken. Im Magen-Darm-Trakt könnten Senfölglykoside dadurch zu einer gesteigerten Magen- und Darmperistaltik führen. Das kennt man aus Studien mit dem Präparat Iberogast, das ebenfalls Senfölglykoside enthält (aus Iberis amara, Bittere Schleifenblume). Das legt die Vermutung nahe, dass Meerrettichwein auch bei Völlegefühl wirksam sein könnte. Genauer untersucht wurde die Wirkung von Meerrettichwein allerdings nicht.

Der Tipp des Bayerischen Rundfunks hält sich etwas knapp mit Angaben zur Zubereitung und Dosierung des Meerrettichweins. Wieviel Meerrettich pro Liter Wein? Wieviel Meerrettichwein pro Tag?

Glukosinolate und andere Scharfstoffe werden allerdings von Menschen unterschiedlich vertragen. Ich würde jedenfalls beim ersten Versuch zurückhaltend sein mit der Menge an zugegebener Meerrettichwurzel. Falls das Produkt dann zu schwach wirkt, lässt sich die Menge bei der nächsten Zubereitung immer noch steigern.

Siehe auch:

Meerrettich als “Penicillin des Gartens”?

Senföle aus Meerrettich und Kapuzinerkresse hemmen Grippeviren vom Typ H1N1

Meerrettich: Breitbandantibiotikum aus der Natur

Phytotherapie: Senföl aus Meerrettich und Kapuzinerkresse bekämpfen Influenzaviren

Phytotherapie: Meerrettich als Heilpflanze bei Husten und Blasenentzündung

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Artischocke bei Kreislaufproblemen?

Die Boulevard-Zeitung „Blick“ stellt „Grosis Hausmittelchen“ vor. Das wäre ja löblich, wenn dabei nicht soviel Unfug zusammengeschrieben würde. Es ist wirklich eindrücklich, was alles an Unsinn in Medien und auch sonst im Internet über Heilpflanzen herumgeistert.

Ich nehme hier den Abschnitt über Artischocke unter die Lupe und will damit auch zeigen, dass und wie man solche Aussagen auf ihre Substanz abklopfen soll und kann.

Was also schreibt der „Blick“ über Artischocke:

Artischocke: Hilfe bei Kreislaufproblemen und zu hohem Cholesterinwert

Schon Griechen und Römer wussten um die verdauungsfördernde Wirkung des Distelgewächses. Regelmässiger Verzehr hilft bei Kreislaufproblemen und hohem Cholesterinspiegel. Zudem sorgt die Artischocke für ein rasches Völlegefühl – ideal also für alle, die abnehmen wollen.“

Quelle:

http://www.blick.ch/gesundheit/wellness/grosis-hausmittelchen-bringens-rezeptfrei-und-guenstig-gesund-werden-id5668173.html

Kommentar:

Davon, dass Artischocke „bei Kreislaufproblemen“ hilft, weiss die Phytotherapie-Fachliteratur nichts.

Aber könnte es nicht ein, dass die Phytotherapie-Fachautoren und die Qualitätssicherungsgremien wie die ESCOP diese Wirkung einfach noch nicht erkannt haben und der Blick-Journalist Recht hat?

Sehr unwahrscheinlich – aber nicht ausgeschlossen. Die Angabe „Kreislaufprobleme“ ist allerdings schon ausgesprochen fragwürdig, weil viel zu vage. „Kreislaufprobleme“ gibt es in sehr vielen Varianten und mit ganz unterschiedlichen Ursachen. Kaum denkbar, dass Artischocke einfach in jedem Fall helfen können soll. Da wären genauere Angaben gefragt.

Artischockenextrakt aus den Blättern bewirkte in Studien eine leichte Senkung des Cholesterinspiegels. Ob ein solcher Effekt beim Verzehr von Artischocke als Gemüse auch auftritt, wie das der „Blick“ behauptet, ist völlig unklar. Jedenfalls handelt es sich hier um eine Anwendung aus der modernen Phytotherapie und nicht um „Grosis Hausmittelchen“.

Komplett eigenartig ist dieser Satz:

„Zudem sorgt die Artischocke für ein rasches Völlegefühl – ideal also für alle, die abnehmen wollen.“

Artischocke wird in der Phytotherapie empfohlen gegen Völlegefühl.

Völlegefühl wird meist durch eine üppige Mahlzeit verursacht und hat daher nichts mit Ab- oder Zunehmen zu tun. So wie der „Blick“ das formuliert tönt es aber so, wie wenn Völlegefühl etwas Positives wäre, weil man dann weniger isst und schlank bleibt. So ist der Begriff aber nicht gemeint.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie als Standardtherapie bei funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen

An der Dreiländertagung Phytotherapie 2016 befasste sich Olaf Kelber in einem Vortrag mit dem Thema „Phytotherapie als Standardtherapie – Wunsch oder Wirklichkeit“.

Der geläufigen Auffassung nach liege Phytotherapie als Standardtherapie 200 Jahre zurück, in einer Zeit, als chemisch definierte Arzneimittel noch nicht erfunden waren.

Doch habe es sich durchaus als möglich erwiesen, dass pflanzliche Präparate auch heute noch zur Standardtherapie avancieren, wenn gewisse Voraussetzungen gegeben sind – wie insbesondere eine gute Studienlage.

Ein aktuelles Beispiel erwähnt Kelber die Therapie der funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen:

„Als Standardtherapie hatten sich in den 80er- und 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Prokinetika durchgesetzt, also Präparate wie Cisaprid, Metoclopramid und Domperidon, die insbesondere an Serotoninrezeptoren angreifen. Im Jahr 2000 fiel hier Cisaprid, 2014 Metoclopramid und Domperidon wegen seltener schwerwiegender Nebenwirkungen weg. Das Phytopharmakon Iberogast, für das in Studien schon 1984 die Vergleichbarkeit mit Metoclopramid, 2002 mit Cisaprid gezeigt worden und das schon 1999 bzw. 2001 in die ärztlichen Leitlinien aufgenommen worden war, nimmt nun in vielen Fällen den Platz dieser Therapien ein.“

Quelle:

Zeitschrift für Phytotherapie 2016; 37 – V02

DOI: 10.1055/s-0036-1584427

 

Kommentar & Ergänzung:

Iberogast ist tatsächlich eine Erfolgsgeschichte, was die Aufnahme in ärztliche Leitlinien betrifft. Bei Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Blähungen, Magen-Darm-Krämpfen, Übelkeit und Sodbrennen bewährt sich das Präparat.

Speziell an Iberogast ist seine Zusammensetzung aus neun verschiedenen Heilpflanzen:

 

Schleifenblumen-Extrakt

Engelwurz-Extrakt

Mariendistel-Extrakt

Kümmel-Extrakt

Schöllkraut-Extrakt

Süssholz-Fluidextrakt

Kamillenblüten-Fluidextrakt

Melissenblätter-Fluidextrakt

Pfefferminzblätter-Fluidextrakt

 

Das ist ungewöhnlich, weil moderne Phytopharmaka in der Regel nur noch aus 1 – 2 Heilpflanzen-Extrakten zusammengesetzt sind. Mischt man zu viele Pflanzen in ein Präparat, werden die Wirkstoffe der einzelnen Pflanzen nur noch in ungenügender Menge zugeführt. Konzentriert man sich dagegen auf einen oder wenige Bestandteile, erreicht man für die einzelnen Wirkstoffe höhere Spiegel.

Bei Iberogast funktioniert aber offenbar diese Mischung aus neun Pflanzen. Das zeigen jedenfalls klinischen Studien.

Es handelt sich dabei um eine typische Multi-Target-Therapie.

Siehe dazu:

Phytotherapie: Auf die Mischung kommt es an

Der Referent Olaf Kelber ist im Übrigen nicht ohne Interessensbindungen bezüglich Iberogast. Er arbeitet für den Iberogast-Hersteller Steigerwald.

Steigerwald gehört zu den bedeutenden Phytopharmaka-Herstellern in Deutschland und wurde 2013 von Bayer übernommen. Das war eine freundliche Übernahme. Die Besitzerfamilie wollte Bayer als Käufer.

Siehe dazu:

Bayer übernimmt Phytopharmaka-Hersteller Steigerwald

Das Beispiel zeigt übrigens, dass es nicht die scharfe Trennlinie zwischen Naturheilmittelherstellern einerseits und der „Pharmaindustrie“ andererseits gibt.

Und es ist auch nicht so, wie es leicht verschwörungstheoretisch angehaucht oft dargestellt wird, dass die böse Pharmaindustrie die Naturheilmittel-Hersteller kaputt machen will. Die Pharmaindustrie hat keine ideologische Feindschaft gegenüber Naturheilmitteln. Sie verkauft auch Phytopharmaka, wenn sie darin ein lohnendes Geschäftsfeld sieht.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Kümmel / Kümmelöl

Kümmel / Kümmelöl

Kümmelöl-Leibauflagen beim Reizdarmsyndrom

Etwa 10 und 15 % der Bevölkerung in Europa leiden unter dem Reizdarmsyndrom. Bei den Betroffenen kommt es zu Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung oder Durchfall, Unterbauchschmerzen, Völlegefühl oder übermäßig auftretenden Blähungen. Da eine ursächliche Behandlung nicht möglich ist, bieten sich nur Therapiemaßnahmen auf der Symptomenebene an. Vor allem phytotherapeutische Maßnahmen wie die Gabe von Pfefferminzöl und Kümmelöl in Kapselform sowie von Flohsamen haben sich bereits als effektiv in der Bekämpfung einzelner Beschwerden erwiesen.

Ein Team der Universität Duisburg-Essen untersuchte nun die Wirksamkeit von Kümmelölleibauflagen, wie sie in der Kneipptherapie angewandt werden, bei Reizdarm-Patienten… Zum vollständigen Text hier…


Phyto-Kombi mit Pfefferminzöl und Kümmelöl bei Reizdarm

Mit einem pflanzlichen Kombinationspräparat aus Pfefferminzöl und Kümmelöl lassen sich die Symptome funktioneller Magen-Darm-Beschwerden erfolgreich lindern. Zudem ist die Behandlung mit dem Phytopharmakon leitliniengerecht.

Studiengemäß habe sich der symptomgerechte Einsatz von Pfefferminzöl und Kümmelöl bei Reizdarm als effektiv erwiesen, sagte der Gastroenterologe Professor Dr. Ahmed Madisch, Hannover, auf einer Pressekonferenz der Dr. Willmar Schwabe GmbH.

Er unterstrich dabei, dass der pflanzlichen Wirkstoffkombination aus 90 mg Pfefferminzöl und 50 mg Kümmelöl (Carmenthin®) bei Schmerzen und Krämpfen in der aktuellen S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom der Evidenzgrad A und eine abgeschwächt positive Empfehlungsstufe (sollte oder kann) zugesprochen wird… Zum vollständigen Text hier…

Reizdarmsyndrom: Kümmel, Anis und Fenchel – als Tee?

RP-online hat einen Artikel veröffentlich über die Behandlung des Reizdarmsyndroms.

Das Reizdarmsyndrom (Colon irritabile) umfasst eine weite Palette an Beschwerden – von Verstopfung über Durchfall bis hin zu Blähungen, Völlegefühl und Krämpfen – die wechseln und in verschiedenen Kombinationen auftreten können. Im Artikel wird ein Apotheker zitiert mit der Aussage:

„In Apotheken sind auch eine Reihe von pflanzlichen Mitteln wie Kümmel, Fenchel oder Anis in Form von Tee erhältlich.“

Kümmel, Fenchel und Anis eignen sich tatsächlich oft zur Linderung von Blähungen und Krämpfen im Verdauungstrakt. Entscheidend für die Wirksamkeit ist in der Phytotherapie aber oft die Anwendungsform… Zum vollständigen Text hier…

Arzneipflanze des Jahres 2016: Kümmel (Carum carvi)

Kümmel ist bekannt als Gewürz, doch die Pflanze hat auch interessante und wertvolle Heilwirkungen:

Kümmeltee und Kümmelöl können Krämpfe im Verdauungstrakt lösen und Blähungen und Völlegefühl vertreiben.

Nun wurde der Echte Kümmel (Carum carvi) zur Arzneipflanze des Jahres 2016 gekürt.

«Kümmel ist ein sehr gutes Mittel gegen Reizdarmbeschwerden, wenn man es über magensaftresistente Kapseln nimmt. Als Tee kann Kümmel auch bei leichteren Beschwerden wirken», erklärt der Medizinhistoriker Johannes Gottfried Mayer anlässlich der Präsentation der „Arzneipflanze des Jahres“ in Würzburg… Zum vollständigen Text hier…

Kombination von Pfefferminzöl und Kümmelöl lindert Reizdarmsyndrom

Chronische Bauchschmerzen, Krämpfe und Blähungen können Symptome des Reizdarmsyndroms (RDS) sein.

Für diese Patienten ist in Deutschland seit Jahresbeginn ein Kombipräparat aus Pfefferminzöl und Kümmelöl im Handel (Carmenthin®). Es soll schmerzlindernd und entkrampfend wirken, Blähungen lindern und den gereizten Darm beruhigen.

Leichte Krämpfe im Magen-Darm-Bereich, Blähungen und Völlegefühl lassen dadurch nach.

Die ätherischen Öle werden durch die magensaftresistente Verkapselung gezielt in den Darm transportiert.

Beim Kongress Visceralmedizin 2014 in Leipzig wurden zu diesem Phytopharmakon Daten aus drei Doppelblindstudien mit insgesamt 376 Patienten präsentiert. 111 Patienten litten an einem begleitenden RDS und bekamen über eine Dauer von 28 Tagen das Phytopharmakon aus Kümmelöl und Pfefferminzöl oder Placebo… Zum vollständigen Text hier…

Kümmelöl für Bauchmassagen gegen Krämpfe und Blähungen bei Säuglingen und Kleinkindern

Bei Krämpfen und Blähungen von Säuglingen und Kleinkindern wird häufig Fencheltee oder Kamillentee angewendet. Eine Alternative oder Ergänzung ist die Bauchmassage mit Kümmelöl:

10 bis 15 Tropfen einer zehnprozentigen Lösung des Kümmelöls in einem fetten Öl, beispielsweise in Olivenöl, lindern bei Kleinkindern und Säuglingen Blähungen und Krämpfe, wenn sie mit kreisenden Bewegungen in der Nabelgegend einmassiert werden.

Woraus besteht Kümmelöl?… Zum vollständigen Text hier…

Inserat

Kräuterwanderungen in der Schweiz

Möchten Sie auf Kräuterwanderungen in schönen Landschaften der Schweiz Heilpflanzen, Wildkräuter und Alpenblumen kennenlernen?

Kräuterwanderungen und Kräuterkurse in den Kantonen Bern, Basel, Aargau, St. Gallen, Glarus, Schaffhausen, Luzern, Graubünden, Wallis, Zürich, Schwyz.

Programm: Kräuterwanderungen Schweiz. Dort finden Sie auch Ausschreibungen für Lehrgänge in Phytotherapie / Pflanzenheilkunde (Phytotherapie-Ausbildung, Heilpflanzen-Seminar Zur Weiterbildung) in Winterthur.

 

Sind Kreuzkümmel und Kümmel verwandt?

Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) und Echter Kümmel (Carum carvi) sind insofern verwandt, als sie zur gleichen Pflanzenfamilie gehören, zu den Doldenblütlern (Apiaceen).

Allerdings umfasst diese Pflanzenfamilie rund 3780 Pflanzenarten, so dass die Verwandtschaft nicht so eng sein wird.

Kreuzkümmel (Cuminum cyminum, Bild auf Wikipedia) wird seit langem als Gewürz verwendet. Wobei die getrockneten Früchte der Pflanze verwendet werden. Die Bezeichnung „Kreuzkümmel“ kommt vom kreuzförmigen Blattstand der Pflanze und dem kümmelähnlichen Aussehen der getrockneten Früchte. Der Geschmack von Kümmel und Kreuzkümmel ist allerdings sehr unterschiedlich, obwohl beide zur Familie der Doldenblütler gehören… Zum vollständigen Text hier…

Kümmeltee lindert Magenkrämpfe und Blähungen

Kümmel kann bei Völlegefühl, Blähungen und Magenkrämpfe Linderung verschaffen. Die kleinen Kümmelfrüchte sollten mit einem Mörser oder dem Rücken eines Esslöffels gequetscht und dann mit heißem Wasser zu einem Tee aufgegossen werden, empfiehlt Johannes Gottfried Mayer von der Forschergruppe Klostermedizin der Universität Würzburg.

Nur so könne das ätherische Öl aus dem Kümmel in das Teewasser übergehen und seine krampflösende und keimhemmende Wirkung entfalten.

Zur Linderung von Beschwerden bei Säuglingen oder Kleinkindern solle Kümmelöl zu zehn Prozent mit Olivenöl vermischt und vorsichtig in die Bauchhaut um den Nabel eingerieben werden, rät der Experte… Zum vollständigen Text hier…

Kümmelöl-Massage bei Magenschmerzen

Das Magazin „Focus“ veröffentlichte eine Serie mit bewährten Hausmitteln gegen Verdauungsprobleme.

Die vorgestellten Tipps aus Naturheilkunde und Phytotherapie sind erfreulich fundiert, was ganz und gar nicht selbstverständlich ist.

Hier eine Empfehlung für eine Kümmelöl-Massage bei krampfartigen Magenschmerzen:

„ Kümmelöl und Wärmeauflage

Kümmelöl wird aus Kümmelsamen hergestellt. Es beruhigt, löst Krämpfe und fördert die Verdauung. Deshalb eignet es sich bei Magenschmerzen gut, um sanft damit den Bauch zu massieren. Der Körper resorbiert die Kümmelwirkstoffe über die Haut. Der Duft des Öls sorgt zusätzlich für Entspannung. Wer den Geruch nicht mag, kann auch Melissenöl für die Bauchmassage verwenden… Zum vollständigen Text hier…

Kümmeltee gegen Blähungen

Das Magazin „Focus“ veröffentlichte eine Serie mit bewährten Hausmitteln gegen Verdauungsprobleme.

Die vorgestellten Tipps aus Naturheilkunde und Phytotherapie waren sind fundiert, was ganz und gar nicht selbstverständlich ist.

Zitat:

„Die unangenehmen Blähungen entstehen, wenn sich im Magen-Darm-Trakt zu viele Gase ansammeln. Diese erzeugen ein Gefühl von Völle und Druck im Bauch. Wichtig ist jetzt, dass die Gase den Körper wieder verlassen. Gegen einen Blähbauch helfen am besten verschiedene Kräuter- und Gewürztees. Wer Blähungen vorbeugen möchte, sollte auf die Ernährung achten und zum Beispiel Kohl, Zwiebeln und Hülsenfrüchte meiden.“… Zum vollständigen Text hier…

Pflanzenheilkunde bei Reizdarm: Pfefferminze, Kümmel, Fenchel, Anis, Flohsamen

Das Nachrichtenmagazin „Focus“ behandelt in einem grösseren Artikel das Thema „Reizdarm“. Dabei werden auch Möglichkeiten der Phytotherapie erwähnt:

„Patienten mit leichteren Beschwerden helfen auch rezeptfreie Mittel auf Basis von Heilkräutern. Hier haben sich Pfefferminze, Kümmel, Anis oder Fenchel bewährt. Die Wirkstoffe dieser Phytotherapeutika entkrampfen, entblähen und machen so auf sanfte Weise die Verdauung wieder stabil. Helfen kann auch Flohsamen. Dabei handelt es sich um einen natürlichen, löslichen Ballaststoff, der Wasser im Darm bindet. Er gleicht Darmstörungen aus, eignet sich also sowohl gegen Durchfall als auch gegen Verstopfung.“… Zum vollständigen Text hier…

Rosmarin

ROSMARIN


Rosmarintinktur bei Blutarmut?

Kürzlich ging ich hier in Winterthur in die Naturdrogerie. Auf dem Ladentisch sah ich ein Plakat, auf dem Rosmarintinktur bei Blutarmut empfohlen wurde. Ich stutzte, weil in der ganzen Phytotherapie-Fachliteratur kein Hinweis auf eine solche Wirkung von Rosmarintinktur existiert. Auf dem Schild stand ausserdem: Fragen Sie unser kompetentes Personal. Und so fragte ich nach…

„Wie wirkt denn die Rosmarintinktur genau gegen Blutarmut?“

Die Drogistin macht einen sehr überraschten Eindruck. Offenbar stellen Kunden normalerweise keine so dummen Fragen. Dann versucht sie zu erklären, dass die Rosmarintinktur die Aufnahme von Eisen in die Zelle verbessert. Immerhin, offenbar eine spontan entwickelte Idee, denn im welche Zellen Rosmarintinktur die Eisenaufnahme erhöht, kann sie nicht sagen… Zum vollständigen Text hier…

ROSMARIN: HEILPFLANZE DES JAHRES 2011

Rosmarin ist zur Heilpflanze des Jahres 2011 erkoren worden. Diese Information gab der Naturheilkundeverein Theophrastus bei einem Heilkräuter-Fachsymposium im Kloster St. Marienstern in der Lausitz bekannt. Rosmarin (Rosmarinus officinalis) sei im medizinischen und kosmetischen Bereich vielfältig anwendbar, hieß es in der Mitteilung. «Durch seine natürliche, aktivierende und tonisierende Wirkung ist er für eine immer älter werdende Bevölkerung ebenso hilfreich wie für jüngere Patienten mit Erschöpfungs- und Ermüdungszeichen.» Zudem wirke Rosmarin durchblutungsfördernd und krampflösend, bringe den Kreislauf in Schwung und stärke Herz und Verdauung…… Zum vollständigen Text hier…

Phytotherapie: Rosmarin zur Behandlung von Magenbeschwerden

Zur Behandlung von Appetitlosigkeit, Völlegefühl oder Blähungen helfen Rosmarinblätter oder Rosmarinöl. Auch gegen leichte Magenkrämpfe, Darmkrämpfe oder Gallenstörungen lässt sich Rosmarin anwenden.
Das erklärt Johannes Gottfried Mayer von der Forschergruppe Klostermedizin an der Universität Würzburg. Täglich sollten gegen solche Beschwerden vier bis sechs Gramm Rosmarinblätter als Tee oder 10 bis 20 Tropfen Rosmarinöl eingenommen werden…… Zum vollständigen Text hier…

Fenchel

FENCHEL

Vaginalcreme mit Fenchel gegen Scheidentrockenheit

Eine Vaginalcreme mit Fenchel reduzierte in einer Studie die Symptome postmenopausaler Scheidentrockenheit.

Während der Wechseljahre wird die Östrogenproduktion im weiblichen Organismus vermindert. Dabei kommt es bei beinahe 40 % der Frauen zu Symptomen wie Brennen, Jucken, Scheidentrockenheit und Dyspareunie (Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs). Der pH-Wert in der Vagina erhöht sich, was dazu führt, dass Krankheitserreger sich leichter ansiedeln und Entzündungen auslösen können. Sexuelle Aktivität kann dieser Entwicklung entgegen wirken, doch zahlreichen Frauen bleibt nur der Griff zu Cremes und Gleitmitteln… Zum vollständigen Text hier…


Reizdarmsyndrom: Kümmel, Anis und Fenchel – als Tee?

RP-online hat einen Artikel veröffentlich über die Behandlung des Reizdarmsyndroms.

Das Reizdarmsyndrom (Colon irritabile) umfasst eine weite Palette an Beschwerden – von Verstopfung über Durchfall bis hin zu Blähungen, Völlegefühl und Krämpfen – die wechseln und in verschiedenen Kombinationen auftreten können. Im Artikel wird ein Apotheker zitiert mit der Aussage:

„In Apotheken sind auch eine Reihe von pflanzlichen Mitteln wie Kümmel, Fenchel oder Anis in Form von Tee erhältlich.“

Kümmel, Fenchel und Anis eignen sich tatsächlich oft zur Linderung von Blähungen und Krämpfen im Verdauungstrakt. Entscheidend für die Wirksamkeit ist in der Phytotherapie aber oft die Anwendungsform. Und da stellt sich beim Reizdarmsyndrom die Frage, ob die Wirkstoffe bei der Anwendung in Form von Kümmeltee, Fencheltee oder Anistee tief genug in den Verdauungstrakt gelangen.

Beim Reizdarmsyndrom setzt die Phytotherapie nämlich eher auf ätherische Öle in einer magensaftresistenten Kapsel. So kommen die Wirkstoffe auch in tiefere Darmabschnitte… Zum vollständigen Text hier…

Fenchelfrüchte bei Völlegefühl, Blähungen und krampfartigen Bauchbeschwerden

Auf n-tv.de hat Heidi Driesner gerade einen informativen Beitrag veröffentlicht zur Verwendung von Fenchel als Gewürz, Gemüse und Heilpflanze.

Zitat zu den Wirkungen des Fenchels als Heilpflanze:

„Richtig dosiert aber lindern die ätherischen Öle in den Samen tatsächlich Blähungen und Koliken. Besonders reich sind die Samen an Anethol, es bewirkt den anisartigen Duft und Geschmack des Fenchels (befindet sich auch in Anis). Anethol steigert die Bewegung der Muskulatur in Magen und Darm und wirkt zusätzlich krampflösend. Beides zusammen hilft bei Völlegefühl, Blähungen und krampfartigen Bauchbeschwerden… Zum vollständigen Text hier…

KRÄUTERTEES FÜR JEDE GELEGENHEIT: FENCHEL

Die „Kleine Zeitung“ veröffentlichte eine Zusammenstellung von bekannten Heilpflanzen und ihren Wirkungen. Hier der Abschnitt zum Fenchel:

Fenchel

Was bei Säuglingen und Kleinkindern bereits gegen Bauchschmerzen eingesetzt wird, kann bei Erwachsenen nicht verkehrt sein: Fencheltee wirkt beruhigend auf die Verdauung, kann aber auch bei Kopfschmerzen und Migräne Abhilfe schaffen. Dazu ein Tuch mit Fencheltee tränken und einige Zeit auf der Stirn einwirken lassen.“… Zum vollständigen Text hier…

HEILPFLANZEN: FENCHELTEE GEGEN HUSTEN

Die „Welt online* stellt verschiedene Heilpflanzen vor:

„Fenchel gegen Husten: Vom Fenchel heißt es übersetzt: „Sein Same mit der Milch einer Mutterziege getrunken, lockre die Blähung des Magens und fördere lösend alsbald den zaudernden Gang der lange verstopften Verdauung.“ Niemand trinkt heute noch Fenchel mit Ziegenmilch, trotzdem ist er als Heilpflanze heute genauso anerkannt wie damals – er hilft gegen Verstopfung, gegen Husten und Halsschmerzen. Man sollte die Körner frisch zerrieben als Tee trinken oder einige Tropfen Öl nach dem Essen schlucken. Als seltene Nebenwirkungen können allerdings allergische Reaktionen auftreten.“… Zum vollständigen Text hier…

PFLANZENHEILKUNDE BEI REIZDARM: PFEFFERMINZE, KÜMMEL, FENCHEL, ANIS, FLOHSAMEN

Das Nachrichtenmagazin „Focus“ behandelt in einem grösseren Artikel das Thema „Reizdarm“. Dabei werden auch Möglichkeiten der Phytotherapie erwähnt:

„Patienten mit leichteren Beschwerden helfen auch rezeptfreie Mittel auf Basis von Heilkräutern. Hier haben sich Pfefferminze, Kümmel, Anis oder Fenchel bewährt. Die Wirkstoffe dieser Phytotherapeutika entkrampfen, entblähen und machen so auf sanfte Weise die Verdauung wieder stabil. Helfen kann auch Flohsamen. Dabei handelt es sich um einen natürlichen, löslichen Ballaststoff, der Wasser im Darm bindet. Er gleicht Darmstörungen aus, eignet sich also sowohl gegen Durchfall als auch gegen Verstopfung.“… Zum vollständigen Text hier…

PHYTOTHERAPIE: FENCHELTEE WEITERHIN EMPFEHLENSWERT

Auf Grund seiner guten Wirksamkeit und Verträglichkeit nimmt Fenchel bei der Behandlung von Beschwerden des Verdauungstrakts bei Säuglingen und Kindern eine spezielle Stellung ein. Dieser altbewährte Heilpflanzen-Tee wurde in den letzten Jahren jedoch mit Begriffen wie „toxisch“ oder „gefährlich“ belegt., was zu grosser Verunsicherung führte…… Zum vollständigen Text hier…

Zur Geschichte der Heilpflanzen: Fenchel

Die Nutzung von Heilpflanzen begleitet den Menschen wohl seit seinen Anfängen. Phytotherapie verbindet die Erfahrungen traditioneller Pflanzenheilkunde mit den Erkenntnissen moderner Arzneipflanzenforschung. Dieser weite Bogen ist einer der vielen spannenden Aspekte der Phytotherapie.
Eine interessante Figur aus der Geschichte der Heilpflanzen ist der Abt Walahfrid Strabo vom Benediktinerkloster Reichenau. Nachfolgend einen gekürzten und überarbeiteten Text aus der “Ärztezeitung”, welcher auf den Fenchel Bezug nimmt….. Zum vollständigen Text hier…

Anis

ANIS


Reizdarmsyndrom: Kümmel, Anis und Fenchel – als Tee?

RP-online hat einen Artikel veröffentlich über die Behandlung des Reizdarmsyndroms.

Das Reizdarmsyndrom (Colon irritabile) umfasst eine weite Palette an Beschwerden – von Verstopfung über Durchfall bis hin zu Blähungen, Völlegefühl und Krämpfen – die wechseln und in verschiedenen Kombinationen auftreten können. Im Artikel wird ein Apotheker zitiert mit der Aussage:

„In Apotheken sind auch eine Reihe von pflanzlichen Mitteln wie Kümmel, Fenchel oder Anis in Form von Tee erhältlich.“

Kümmel, Fenchel und Anis eignen sich tatsächlich oft zur Linderung von Blähungen und Krämpfen im Verdauungstrakt. Entscheidend für die Wirksamkeit ist in der Phytotherapie aber oft die Anwendungsform. Und da stellt sich beim Reizdarmsyndrom die Frage, ob die Wirkstoffe bei der Anwendung in Form von Kümmeltee, Fencheltee oder Anistee tief genug in den Verdauungstrakt gelangen… Zum vollständigen Text hier…

ANIS (PIMPINELLA ANISUM) ZUR HEILPFLANZE DES JAHRES 2014 GEWÄHLT

Der Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus (NHV Theophrastus) hat Anis zur Heilpflanze des Jahres 2014 gekürt. Mit dieser Wahl sollen interessierte Menschen auf eine der ältesten Gewürz- und Heilpflanzen aufmerksam gemacht werden.

Anis ist eine einjährige, 30 bis 60 cm hohe Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Als Heilpflanze verwendet werden die getrockneten Anisfrüchte.

Als Wirkstoff enthalten sie ätherisches Öl, das zu 95 Prozent aus trans-Anethol besteht. Anisöl wirkt auswurffördernd bei Husten, schwach entkrampfend und antibakteriell. Anis steigert die Speichel- und Magensaftsekretion… Zum vollständigen Text hier…

ANIS (PIMPINELLA ANISUM) ZUR HEILPFLANZE DES JAHRES 2014 GEKÜRT

Zur Heilpflanze des Jahres 2014 wurde der Anis gekürt – und zwar im Rahmen des 10. Heilkräuter-Fachsymposiums im Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau (Sachsen). Das gab der Naturheilverein NHV Theophrastus in einer Pressemitteilung bekannt. »Die reinigenden Tendenzen der Anisfrüchte – blähungstreibend, verdauungsfördernd und schleimlösend – können viele chronische Krankheiten positiv beeinflussen«, so begründete ein Jury-Mitglied die Entscheidung. Für stillende Mütter sei Anis Milchfluss anregend. Bekannt ist das markante Gewürz seit der Antike hauptsächlich in Backwaren, aber auch in alkoholischen Spezialitäten wie im griechischen Ouzo oder türkischen Raki… Zum vollständigen Text hier…

ANISTEE GEGEN BLÄHUNGEN

Die Zeitschrift „Die Apotheke“ (Nr. 8 / 2012) publizierte einen Artikel zum Thema „Blähungen“ und empfiehlt darin unter anderem Anistee:

„Anistee ist bei Blähungen und Bauchkrämpfen – auch bei Säuglingen und Kleinkindern – sehr zu empfehlen. Die ätherischen Öle lösen Krämpfe und regulieren den Fluss der Verdauungssäfte. Anis ist deshalb fester Bestandteil vieler Verdauungstees. Zur pflanzlichen Therapie bei Blähungen eignen sich neben Anis auch Fenchel und Kümmel.“

Kommentar & Ergänzung:

Anis (Pimpinella anisum) gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Die Pflanze stammt vermutlich aus dem Orient. Sie wird heute in Südeuropa, im Mittelmeergebiet, im Vorderen Orient und Indien angebaut. Sie kommt bei uns nicht wild vor… Zum vollständigen Text hier…

WAS UNTERSCHEIDET ANIS UND STERNANIS?

Anis zählt zu den klassischen Gewürzen der Weihnachtszeit. Egal, ob als Backzutat für Kuchen und Plätzchen, für die Würze in Süßspeisen oder für den Anislikör: Der süßliche, lakritzartige Anis-Geschmack gibt den Speisen und Getränken die spezielle Note.

Konsumentinnen und Konsumenten sind beim Einkauf oft unsicher: Anis oder Sternanis? Stehen beide Namen für das gleiche Gewürz?

Nein! Obwohl Geschmack und Geruch ähnlich sind – bei Anis und Sternanis handelt es sich um zwei völlig verschiedene Pflanzen!… Zum vollständigen Text hier…

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ANISTEE GEGEN KRÄMPFE UND BLÄHUNGEN

Das Magazin „Focus“ veröffentlichte eine Serie von Beiträgen über Hausmittel gegen Beschwerden der Verdauungsorgane.

Hier ein Zitat zur Wirkung von Anis beziehungsweise Anistee:

„Anis löst Krämpfe und gilt deshalb traditionell als Heilmittel gegen Blähungen. Verwendet werden die Anisfrüchte, die wie Samen aussehen. Sie enthalten Anisöl mit dem Wirkstoff Anethol. Anis soll die Drüsen im Magen anregen, mehr Magensaft zu produzieren, und so die Verdauung fördern… Zum vollständigen Text hier…

HEILPFLANZEN: ANIS – PIMPINELLA ANISUM

Wo finde ich Anis?

Diese Frage kommt gelegentlich an Kräuterexkursionen.

Anis wächst aber bei uns gar nicht wild. So ist es ziemlich sinnlos, ihn zu suchen.

Wahrscheinlich stammt die wegen ihres würzigen Geruchs geschätzte Anis-Pflanze aus dem Orient. Sie wird heute in Südeuropa, im Mittelmeergebiet, im Vorderen Orient und Indien angebaut. Aus weggeworfenen Früchten wächst Anis selten verwildert an Wegrändern und Schuttstellen.

Welche Inhaltsstoffe sind in Anisfrüchten vorhanden?… Zum vollständigen Text hier…

KRÄUTERTEES FÜR JEDE GELEGENHEIT: ANIS

Die „Kleine Zeitung“ stellte eine Reihe von Heilpflanzen vor, die sich zur Anwendung als Kräutertee eignen. Zum Anis steht dort:

„Anis ist den meisten Menschen aus der Weihnachtsbäckerei bekannt. Aber außer seinem guten Geschmack, hat dieses Gewürz auch heilende Kräfte zu bieten: Zum einen unterstützt Anis die Verdauung und hilft gegen Blähungen und Magen-Darm-Beschwerden. Auf der anderen Seite kann Anis auch hervorragend gegen Husten eingesetzt werden, denn da seine ätherischen Öle zum Teil über die Lunge ausgeschieden werden, wirkt er auf die Bronchien von innen.“… Zum vollständigen Text hier…

PFLANZENHEILKUNDE BEI REIZDARM: PFEFFERMINZE, KÜMMEL, FENCHEL, ANIS, FLOHSAMEN

Das Nachrichtenmagazin „Focus“ behandelt in einem grösseren Artikel das Thema „Reizdarm“. Dabei werden auch Möglichkeiten der Phytotherapie erwähnt:

„Patienten mit leichteren Beschwerden helfen auch rezeptfreie Mittel auf Basis von Heilkräutern. Hier haben sich Pfefferminze, Kümmel, Anis oder Fenchel bewährt. Die Wirkstoffe dieser Phytotherapeutika entkrampfen, entblähen und machen so auf sanfte Weise die Verdauung wieder stabil. Helfen kann auch Flohsamen… Zum vollständigen Text hier…

HEILPFLANZE ANIS WIRKT GUT BEI HUSTEN UND VERDAUUNGSSCHWÄCHE

Anis gehört zu den hilfreichen Heilpflanzen bei Verdauungsschwäche und Katarrhen der Atemwege. Wegen seiner milden Wirkung wird Anis hauptsächlich in der Kinderheilkunde geschätzt. «Es werden dabei ausschließlich die Anisfrüchte genutzt, die im Volksmund auch ‘Samen’ heißen», erklärt Johannes Gottfried Mayer von der Forschergruppe Klostermedizin der Universität Würzburg….. Zum vollständigen Text hier…