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Gut geprüfte Phytopharmaka behaupten ihren Platz unter den Arzneimitteln

Dass gut geprüfte, evidenzbasierte Phytopharmaka ihren festen Platz im Arzneimittelsortiment haben, weil sie zuverlässig wirken und nicht zufällig, zu diesem Schluss kamen die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion unter Leitung von Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Frankfurt, an der Pharma World.

Auf dem Podium wirkten mit Professor Dr. Michael Habs von der Dr. Willmar Schwabe GmbH, Professor Dr. Theo Dingermann von der Universität Frankfurt am Main und Dr. Harel Seidenwerg von Bionorica Deutschland.

Professor Habs unterstrich die Bedeutung universitärer und klinischer Forschung: Empathie müsse sich mit Wissenschaftlichkeit verbinden, damit die rationale Phytotherapie eine Zukunft habe.

Prof. Dingermann wies auf die Vielfalt der Produkte hin.

Vielfach spreche man einfach nur von Baldrian- oder Johanniskraut-Produkten. Der relevante pharmazeutische Rohstoff sei jedoch die Droge (= die getrocknete Heilpflanze), aus dem in einem speziellen Prozess ein Extrakt hergestellt wird, der als Wirkstoff gilt. Dieser Prozess ermöglicht gemäss Dingermann ein «Höchstmaß an Komplexität» und führe zu sehr heterogenen Produkten.

Schubert-Zsilavecz stellte fest, dass infolge der wissenschaftlichen Prüfung von Phytopharmaka diese vermehrt Aufnahme in aktuelle Therapieleitlinien finden.

Professor Habs begrüßte diese Entwicklung und sagte, dass kein Weg an guter Forschung vorbei führe, um in Leitlinien zu kommen.

Nach Habs liegt ein großer Wachstumsmarkt für Phytopharmaka in China, Indien oder Ländern in Südamerika.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=60002

Kommentar & Ergänzung:

Mit Bionorica und Willmar Schwabe waren auf diesem Podium zwei führende forschende Phytopharmaka-Hersteller vertreten und mit Professor Dingermann eine Top-Koryphäe der universitären Arzneipflanzenforschung.

Insofern ist es keine Überraschung, dass sich die Herren für die Phytopharmaka-Forschung stark machen.

Erläuterung verdient der Hinweis von Dingermann auf die Vielfalt der Phytopharmaka.

Tatsächlich gibt es grosse Qualitätsunterschiede bei Präparaten aus Heilpflanzen. Wo zum Beispiel „Baldrian“ draufsteht, kann sehr unterschiedlich viel Baldrian drin sein. Auf die Beratung in Apotheken oder Drogerien kann man sich diesbezüglich meiner Erfahrung nach sehr oft nicht verlassen. Es wird häufig nicht das am besten wirkende Präparat verkauft, sondern entweder das lukrativste, oder einfach das Lieblingspräparat der Verkaufsperson. X-mal erlebt.

Deshalb ist es mir wichtig, in meinen Weiterbildungen und Ausbildungen die Unterschiede zwischen den verschiedenen Heilpflanzen-Präparaten zu vermitteln, damit die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen, die Qualität selber zu beurteilen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Meisterwurz (Imperatoria) als Antidot?

Im Internet findet man zu jeder Heilpflanze eine riesige und unübersichtliche Zahl von Angaben bezüglich ihrer Wirkungen und Anwendungsbereiche. Dabei ist es oft nicht einfach, die Glaubwürdigkeit der Aussagen zu prüfen.

Ich bin aber sehr überzeugt davon, dass es für Konsumentinnen und Konsumenten wichtig wäre, zu lernen, wie man solche Empfehlungen und Versprechungen prüft.

Konsumentinnen und Konsumenten werden sonst schlicht und einfach abgezockt.

Ein Beispiel soll das genauer illustrieren:

Vor einiger Zeit bin ich auf der Website einer Drogerie auf folgende Aussage über den Meisterwurz (Imperatoria) gestossen:

„Meisterwurz ist ein äusserst potentes Antidot gegen verschiedenste Giftwirkungen.“

Und:

„Imperatoria hilft bei akuten Vergiftungserscheinungen (ausgelöst durch verdorbene Nahrungsmittel, Giftpflanzen, Umweltgifte)“

(Anmerkung: Antidot = Gegenmittel gegen Gifte)

Diese Behauptung stammt ursprünglich von einem Hersteller von Pflanzentinkturen und fällt sehr aus dem Rahmen, denn in der Phytotherapie-Fachliteratur ist von einer Wirksamkeit der Meisterwurz als „äusserst potentes Antidot“ nichts bekannt. Im Internet kann aber jeder alles behaupten.

Darum habe ich bei diesem Drogisten nachgefragt, gegen welche Gifte genau Meisterwurz ein „äusserst potentes Antidot“ sei, bekam aber nur sehr ausweichende Antworten.

Das ist eigenartig. Wenn ich weiss, dass Meisterwurz ein „äusserst potentes Antidot gegen verschiedenen Giftwirkungen“ ist, dann müsste ich auch wissen, gegen welche Gifte es wirkt. Sonst kann ich eine solche Aussage gar nicht machen. Ein paar detaillierte Fallberichte müsste es dazu doch mindestens geben.

Für den „Behaupter“ ist es aber natürlich vorteilhaft, im allgemeinen zu bleiben und keine konkrete Aussage zu machen, gegen welche Gifte Imperatoria helfen soll. Tollkirsche? Nikotin? Abflussreiniger? Blausäure? DDT? Quecksilber?….

Sobald konkret ein Giftstoff genannt würde, könnte man kritisch Nachfragen. Wie kommt die Wirkung zustande? Wie stark ist sie? Wie schnell tritt sie ein? Wie stark muss Imperatoria dosiert werden? In welcher Form muss es eingesetzt werden (Meisterwurztee, Meisterwurztinktur, Meisterwurzextrakt)?

Dann würde schnell klar, dass es äusserst unwahrscheinlich ist, dass eine Pflanzenart gegen viele ganz verschieden wirkende Gifte wirksam sein kann.

Es gibt Pflanzeninhaltsstoffe, die als Antidot wirken können. Gerbstoffe, die zum Beispiel im Schwarztee vorhanden sind, binden Alkaloide wie beispielsweise das Atropin aus der Tollkirsche. Das funktioniert allerdings nur beschränkt und vor allem nur solange, wie die Alkaloide noch im Verdauungstrakt liegen. Wurden sie aus dem Verdauungstrakt in den Körper aufgenommen, können sie mit den Gerbstoffen, die im Verdauungstrakt bleiben, nicht mehr „zusammen kommen“.

Die Behauptung, dass Meisterwurz ein „äusserst starkes Antidot“ gegen viele Gifte ist, kommt umfassend und zugleich ausgesprochen vage daher.

Damit kann man alle weit verbreiteten Ängste vor vergifteter Nahrung und vor anderen Umweltgiften ansprechen und damit ausbeuten.

Vage und zugleich umfassende Versprechungen machen – das ist eine erfolgreiche Verkaufsstrategie.

Fazit: Konsumentinnen und Konsumenten werden in vielen Apotheken und Drogerien ausgenommen, solange sie nicht gelernt haben, Behauptungen und Versprechungen in Frage zu stellen.

Ausbildungen und Weiterbildungen im Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde sollten daher nicht nur Wissen weitergeben, sondern auch vermitteln, wie sich Informationen prüfen und sortieren lassen.

Es geht darum die Fähigkeit zu vermitteln, Informationen mit präzisen Fragen auf ihre Glaubwürdigkeit zu prüfen.

Siehe auch:

Naturheilkunde – so erkennen Sie fragwürdige Aussagen

P.S. Meisterwurz (Peucedanum ostruthium, Doldenblütler) enthält im Wurzelstock (Imperatoriae rhizoma) 1,4 % ätherisches Öl und Bitterstoffe. Sie riecht sehr aromatisch. Aus der traditionellen Verwendung und aus den Inhaltstoffen lässt sich plausibel eine verdauungsfördernde Wirkung und eine schleimlösende Wirkung bei produktivem Husten ableiten.

In den Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts war die Meisterwurz allerdings ein Universalheilmittel.

Solche Universalheilmittel (Panazeen = Allheilmittel) gab und gibt es in der Geschichte der Heilkunde in vielerlei Varianten. Das spricht für ein menschliches Bedürfnis nach Schutz und Heilung und hat daher weniger mit den Pflanzen und mehr mit den Menschen zu tun.

Hier ein paar Ausschnitte aus alten Kräuterbüchern zum Meisterwurz:

„..ist gut für alle kalten pesten des kalten Magen….Dienet wol zu der kalten Lungen, Keichen und feuchten Husten…bewegt den Schweiss.“

(Hieronymus Bock, 1489 -1554)

„Sie zertheilen und verzehren die groben, zähen, kalten flüsse im Leibe. Dienen wider den Husten. Sie zertrennen auch den schleimigen Lungenkoder und fürdern ihn zum aussreuspern.“

(Matthiolus, 1500 – 1577)

„…ist gut dem geschwollenen Magen…räumet die Brust, ist gut für langwirigen Husten.“

(Adam Lonicerus, 1528 – 1586)

„Er dient auch wider die Erkaltung der Brust und Lungen, vertreibt das Keichen und den kalten Husten…

Meisterwurtz stärcket und erwärmet den kalten schleimigen Magen….stärcket die Däuung….“

(Jakob Theodor Tabernaemontanus, gestorben 1590)

 

Historische Zitate aus: Arzneipflanzen in der Traditionellen Medizin; J. Benedum, D. Loew, H. Schilcher; Kooperation Phytopharmaka (Hrsg.), 2000.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Phytotherapie in der Palliative Care

Heilpflanzen-Anwendungen haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen in der Palliative Care.

Sie eignen sich gut zur Linderung vieler Beschwerden, die in der Palliative Care auftreten können.

Zum Beispiel bei Mundschleimhautentzündung, Mundtrockenheit, Pilzbefall, Durchfall, Verstopfung, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Stimmungseinbrüche, Ängstlichkeit, Schlafstörungen, Blasenentzündung, Hautentzündung, Hand-Fuss-Syndrom, Juckreiz.

Aber was braucht es, damit Heilpflanzen erfolgreich in die Palliative Care integriert werden können?

In einem kürzlich erschienenen Fachartikel in der Zeitschrift Palliative.ch habe ich dieses Thema beschrieben.

Schauen Sie sich den Artikel doch hier an:

Phytotherapie in der Palliative Care

Weiterbildungen und Ausbildungen in Phytotherapie / Pflanzenheilkunde finden Sie oben in der Rubrik “Kurse”.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

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Fragwürdiges Basenfasten

Basenfasten ist im Trend. Mehr Energie, weniger Gewicht und ein Grossputz für den Organismus. Die Versprechungen zu den positiven Wirkungen des Basenfastens sind ziemlich umfassend. Basenfasten basiert aber auf fragwürdigen Theorien.

Das stellte vor kurzem die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) klar:

„Beim Basenfasten dürfen nur Lebensmittel verzehrt werden, die als basisch gelten. Wichtige Lebensmittel wie Getreide- und Milchprodukte werden in zu geringen Mengen empfohlen, da sie als ‘säureüberschüssig’ gelten. Eine durch die Ernährung verursachte Übersäuerung ist bei Gesunden jedoch nicht zu befürchten. Verschiedene Puffersysteme unseres Körpers regulieren die Säure-Basen-Konzentration im Blut und halten sie konstant. Zusätzliche ‘basenfördernde’ Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen ist unnötig.“

Quelle:

http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=1359

 

Kommentar & Ergänzung:

Problematisch an der Säure-Basen-Theorie ist meiner Ansicht nach, dass den Menschen ein Mangel eingeredet wird, ein Basenmangel, der dann mit entsprechenden Basenpulvern scheinbar wieder behoben wird. Das ist reine Angstmacherei, welche das Vertrauen in die Kompetenz unserer Puffersysteme unterminiert. Unser Organismus kann jedoch bestens mit säurebildender Nahrung umgehen.

Die Säuren, die bei der Verdauung einiger Lebensmittel entstehen, scheidet der Mensch hauptsächlich durch die Atmung oder durch die Niere aus.

An dieser Konsumententäuschung beteiligen sich inzwischen auch Grossverteiler wie die Migros mit Basenpräparaten. Offenbar will man dieses Geschäft nicht den Apotheken, Drogerien, Reformhäusern und den Internetshops überlassen.

Siehe auch:

Basendiät gegen Übersäuerung des Körpers

Übersäuerung macht krank – stimmt das? 

Die Konsumentinnen und Konsumenten werden schamlos abgezockt, wenn sie solche haltlosen Versprechungen nicht kritisch hinterfragen. In meinen Kursen und Ausbildungen kann man lernen, Versprechungen auf ihre Substanz hin zu überprüfen. Das ist meines Erachtens eine zentrale Aufgabe von Ausbildungen und Weiterbildungen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

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Argumente für Heilpflanzen-Anwendungen in der Palliative Care

In letzter Zeit hat sich immer deutlicher gezeigt, dass Heilpflanzen-Anwendungen in der Palliative Care sehr sinnvoll eingesetzt werden können.

Hier die wichtigsten Argumente für die Integration von Heilpflanzen-Anwendungen in die Palliative Care:

In der Palliative Care stehen die Verbesserung der Lebensqualität im Zentrum und die Linderung von Beschwerden. Kommunikation und das Eingehen auf Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige haben dabei einen hohen Stellenwert.

Über die direkte Linderung von Beschwerden hinaus können mit Heilpflanzen-Anwendungen noch weitere Aspekte in die Pflege integriert werden:

– Heilpflanzen-Anwendungen ermöglichen eine ritualisierte Form von Zuwendung;

– Manche Heilpflanzen-Anwendungen eignen sich auch zur Instruktion von Angehörigen., die damit ihren Liebsten etwas Gutes tun können;

– Heilpflanzen-Anwendungen können zur Tagesstrukturierung eingesetzt werden;

– Heilpflanzen-Anwendungen bieten den Pflegenden oft eine bessere Basis für Kommunikation und damit einen besseren Zugang zu Patientinnen und Patienten, als es beim Stecken einer Infusion oder beim Verabreichen einer Tablette der Fall ist.

Voraussetzung für eine professionelle Integration von Heilpflanzen-Anwendungen in die Palliative Care ist eine fundierte Ausbildung und Weiterbildung von Pflegenden.

Dabei sind zwei Punkte entscheidend:

1. Die Ausbildung der Pflegefachleute im Fachbereich der Heilpflanzen-Anwendungen muss kompatibel sein mit den Pflegeinstitutionen und mit dem medizinischen System.

2. Für eine erfolgreiche Integration von Heilpflanzen-Anwendungen in die Palliative Care braucht es Support und die Möglichkeit von Erfahrungsaustausch mit anderen Pflegenden, die sich mit diesem Thema befassen.

Am Seminar für Integrative Phytotherapie (SIP) in Winterthur werden Ausbildungen und Weiterbildungen für Heilpflanzen-Anwendungen in der Pflege angeboten, welche diese Voraussetzungen erfüllen. Zudem besteht ein Netzwerk für gegenseitigen Support und Austausch für Absolventinnen und Absolventen der Lehrgänge am SIP.

Konkrete Angebote für Lehrgänge und Kurse im Bereich „Heilpflanzen-Anwendungen für die Palliative Care“ finden Sie hier.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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Heilpflanzen-Anwendungen in der Palliative Care

Mit Heilpflanzen-Anwendungen lassen sich viele Beschwerden lindern, die in der Palliative Care häufig auftreten. Das verbessert die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten. Heilpflanzen-Anwendungen sind aber oft auch mit Zuwendung verbunden und ermöglichen den Einbezug von Angehörigen, falls diese das wünschen.

Erwerben Sie sich fundiertes Fachwissen, um professionelle Heilpflanzen-Anwendungen in die Palliative Care und in andere Bereiche der Pflege zu integrieren.

Zur Einführung:

4. Oktober 2018: Tagesseminar Heilpflanzen-Anwendungen in Palliative Care und Onkologiepflege

16. November 2018: Tagesseminar Heilpflanzen-Anwendungen bei Erkältungskrankheiten

14. Februar 2019: Tagesseminar Heilpflanzen-Anwendungen bei Hauterkrankungen und Wunden

23.Februar 2019: Tagesseminar Heilpflanzen bei Verdauungsstörungen, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Blasenentzündung, Rheuma, Frauenkrankheiten

19. März 2019: Tagesseminar Heilpflanzen-Anwendungen bei Schlafstörungen, Angst, Depression

Die umfassende Phytotherapie-Ausbildung für Pflegende:

Lehrgang Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) für Pflegende ab 20./21. Dezember 2018

 

Weitere Informationen zu Phytotherapie / Pflanzenheilkunde in der Pflege:

Was ist Phytotherapie? – Kurztext

Argumente für Heilpflanzen-Anwendungen in der Palliative Care – Kurztext

Phytotherapie in der Palliative Care – Ausführlicher Artikel von Martin Koradi in der Fachzeitschrift Palliative.ch

Phytotherapie in der Pflege – Kurztext

Phytotherapie in der Pflege – Langtext mit Argumenten für Heilpflanzen-Anwendungen in der Pflege, auch für Gespräche mit der Pflegedienstleitung, wenn es um eine Beteiligung der Institution an den Ausbildungskosten geht.

Phytotherapie für Ärztinnen und Ärzte

Presseberichte zu Phytotherapie in der Pflege

Teamweiterbildungen für Phytotherapie in der Pflege (Interessengemeinschaft Phytotherapie in der Pflege)

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Interessiert an Kräuterkunde in der Natur? Dann schauen Sie sich doch einmal das Sommerprogramm an mit Kräuterwanderungen in vielen schönen Landschaften der Schweiz. Hier finden Sie das aktuelle Kursprogramm.

Pharmazieprofessoren kritisieren industrielastige Weiterbildung der Apotheker

Acht Pharmazieprofessoren kritisieren in einem offenen Brief an den Präsidenten der Bundesapothekerkammer (BAK), Dr. Andreas Kiefer, sowie den Landesapothekerkammern die Nähe zu Pharmaunternehmen.

Die Unterzeichnenden verlangen, dass sich die Kammern wieder auf ihre „elementaren Aufgaben besinnen“ sollten.

In dem Brief werden von Pharmaunternehmen moderierte Fortbildungsveranstaltungen beanstandet. Bei den Seminaren trete der Anspruch einer wissenschaftlich fundierten und von wirtschaftlichen Interessen der Industrie und Ärzten entkoppelten Arzneimittelversorgung in den Hintergrund, erklären die Professoren. Auch die sachgerechte Beratung der Patienten über die Therapie sehen sie dadurch in Gefahr.

Dass diese Sorge berechtigt sei, zeige zum Beispiel eine Fortbildungsveranstaltung der Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern zum Thema Schüßler-Salz-Salben. Als Referent sei ein Mitarbeiter des Karlsruher Unternehmens Deutsche Homöopathie Union (DHU) geladen worden, kritisieren die Wissenschaftler.

Eine „als Fortbildung verbrämte und zertifizierte“ Veranstaltung der Industrie steht nach Ansicht der Professoren im „Gegensatz zur Notwendigkeit eines wissenschaftlichen Apothekerstandes“. Für Schüßler-Salze existiere außerdem kein wissenschaftlich belegter Wirksamkeitsnachweis.

Die Kammern sollten sich auf ihre ursprünglichen Aufgaben konzentrieren, verlangen die Professoren. Dazu gehöre insbesondere die Pflicht, für die Qualität der Berufsausübung sowie die der Fort- und Weiterbildung zu sorgen.

Unterzeichnet haben den offenen Brief die Professoren Dr. Theodor Dingermann (Frankfurt), Dr. Bernd Clement (Kiel), Dr. Ulrike Holzgrabe (Würzburg), Dr. Ernst Mutschler, Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz (Frankfurt), Dr. Dieter Steinhilber (Frankfurt), Dr. Angelika Vollmar (München) und Dr. Werner Weitschies (Greifswald).

Quelle:

http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/politik/nachricht-detail-politik/fortbildung-pharmazie-professoren-kritisieren-apothekerkammer/

Kommentar & Ergänzung:

Das ist meines Erachtens eine sehr gute Initiative, die auch in der Schweiz nachahmenswert wäre.

Dass die Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Apotheken und Drogerien weitgehend durch Veranstaltungen erfolgt, die von Pharmaherstellern finanziert und durchgeführt werden, ist fragwürdig und gefährdet eine fachlich unabhängige Beratung. Die Tendenz zu solchen firmengesponserten Weiterbildungskursen ist nicht nur zu beobachten bei der „klassischen Pharmaindustrie“, sondern auch bei Produkten aus Komplementärmedizin bzw. Alternativmedizin.

Das gleiche Problem haben wir selbstverständlich auch mit firmengesponserten Weiterbildungen und Kongressen der Ärzteschaft und bei den NaturheilpraktikerInnen.

Mehr Unabhängigkeit wäre sehr wünschenswert.

P.S.: Ich biete Ihnen in meinen Heilpflanzenkursen und in der Phytotherapie-Ausbildung firmenunabhängiges Wissen. Wir nehmen die Hersteller und ihre Produkte genau unter die Lupe und ich bin kein Propagandist für irgendwas oder irgendwen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Krankenpflege & Naturheilkunde: Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Palliative Care, Spital

Sie suchen eine fundierte Weiterbildung im Bereich „komplementäre Pflege“?

In Winterthur am Seminar für Integrative Phytotherapie gibt es einen Speziallehrgang für professionelle Heilpflanzen-Anwendungen in der Pflege. Phytotherapie verbindet die traditionelle Pflanzenheilkunde mit den Erkenntnissen moderner Arzneipflanzenforschung.

Phytotherapie ist kompatibel mit medizinischem Denken und Handeln, was eine Voraussetzung ist für eine Integration in Pflegeheime, Spitex-Dienste, Palliative Care, Klinik / Spital.

Komplementäre Pflege bzw. komplementärmedizinische Pflege ist ein Thema, das zunehmend auf Interesse stösst, doch genau wie beim Begriff „Komplementärmedizin“ ist nirgendwo verbindlich definiert, was genau damit gemeint ist. Das hat zur Folge, dass in Ausbildungen und Weiterbildungen in „Komplementärer Pflege“ meistens eine ganze Reihe von Methoden vermittelt werden, die zum grossen Teil einfach zu „exotisch“ sind, um in „normalen“ Pflegeinstitutionen umgesetzt zu werden. Sie eignen sich allenfalls für komplementärmedizinisch orientierte Spezialkliniken (werden dort aber dann hautsächlich von Ärzten angewendet).

Heilpflanzen-Anwendungen sind dagegen so breit in der Bevölkerung verankert, dass sie auch in vielen „normalen“ Pflegeheimen, Spitex-Diensten und Kliniken akzeptiert werden, wenn sie in einem professioneller Rahmen angeboten werden.

Phytotherapie auf der Grundlage professioneller Krankenpflege ist eine ideale Brücke zwischen Medizin und Naturheilkunde. Pflegende als medizinische Fachpersonen bringen zudem ausgezeichnete Voraussetzungen mit, um im Sinne der Gesundheitsförderung fundiertes Heilpflanzenwissen an die Bevölkerung weiterzugeben.

Informationen zum Thema „Phytotherapie in der Pflege“:

Phytotherapie-Ausbildung für Pflegepersonen

(medizinkompatibler, pflegekompatibler Lehrgang)

Argumente für Phytotherapie in der Pflege

(zum Beispiel für Gespräche mit Pflegedienstleitungen)

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege

(Presse-Berichte zu Beispielen erfolgreicher Integration von Heilpflanzen-Anwendungen in Spitex, Pflegeheime und Kliniken, Angebot für Teamweiterbildung)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Koloquinte als Heilpflanze des Jahres 2012 gekürt

Der Verein NHV Theophrastus hat wie in den Vorjahren eine Heilpflanze des Jahres gekürt. Der einstimmig gekürte Sieger für 2012 ist die in Nordafrika beheimatete Koloquinte (Citrullus colocynthis). Die Koloquinte ist eine interessante Heilpflanze, nur die Begründung des NHV ist fragwürdig.

Die Jury des NHV Theophrastus begründete die Entscheidung unter anderem mit dem bisher viel zu wenig bekannten Heilungspotential der Koloquinte. Der NHV Theophrastus teilt mit, gerade in Zeiten der Zivilisationskrankheiten sei die verdauungsfördernde, entgiftende und leberstärkende Wirkung der Heilpflanze von besonderer Bedeutung: „Die Koloquinte ist ein Kleinod in der Behandlung von Verdauungsproblemen.“ Die Jury erhofft sich zudem perspektivisch „neue wissenschaftliche Forschungsansätze“.

Paracelsus – der Namensgeber des Vereins – erwähnt die Koloquinte häufig und formuliert in der damaligen drastischen Sprache: „Wer der Coloquint frißt, der muß zum Stuhl.“ Die Koloquinte – so der NHV Theophrastus in einer Pressemitteilung –  sei als Abführmittel unter therapeutischer Aufsicht anwendbar gegen Verstopfungen. Außerdem könne sie die Behandlung von rheumatischen Erkrankungen und Hautausschlägen unterstützen. In der Homöopathie sei Colocynthis ein wichtiges Hauptmittel bei Koliken.

Kommentar & Ergänzung:

Die Koloquinte ist zweifellos eine interessante Heilpflanze. Insofern habe ich gar nichts einzuwenden dagegen, dass sie nun zur Heilpflanze des Jahres 2012 gewählt wurde. Fragwürdig ist nur die Begründung der Jury.

Gerade in Zeiten der Zivilisationskrankheiten sei die verdauungsfördernde, entgiftende und leberstärkende Wirkung der Heilpflanze also von besonderer Bedeutung, schreibt der NHV Theophrastus und bezeichnet die Koloquinte als „ein Kleinod in der Behandlung von Verdauungsproblemen.“

Was heisst das genau?

– Der Hinweis auf die „Zeiten der Zivilisationskrankheiten“ ist vage und nebulös. Was meint der NHV genau damit? Welche Zivilisationskrankheiten aufgrund welcher Wirkungen?

– Begriffe wie „Kleinod bei Verdauungsproblemen“ und „verdauungsfördernde Wirkung“ sind vage und können sehr unterschiedliches bedeuten. Defacto wirkt die Koloquinte in Verdauungstrakt einfach abführend, wie schon Paracelsus geschreiben hat. Aber „Kleinod bei Verdauungsproblemen“ tönt offenbar viel besser.

– Eine entgiftende Wirkung soll die Koloquinte zudem haben. Es ist immer wieder das selbe mit solchen Entgiftungskuren: Nie wird genauer erklärt, welche Giftstoffe damit auf welche Weise ausgeschieden werden sollen. Offen bleibt auch, wie die Koloquinte merkt, welche Stoffe als Giftstoffe auszuscheiden sind, und welche Stoffe auf keinen Fall ausgeschieden werden dürfen, weil sie in unserem Organismus unabkömmlich sind.

– Dazu kommt dann noch die „leberstärkende Wirkung“. Auch hier bleibt offen, welche der vielfältigen Funktionen der Leber gestärkt werden sollen. Irgendwelche konkreten Hinweise auf eine Leberwirksamkeit der Koloquinte gibt es in der Phytotherapie-Fachliteratur bisher nicht. Die Phytotherapie kennt als „Leberpflanze“ die Mariendistel. Hier ist aber einigermassen beschreib- und begründbar, welche Funktionen der Leber durch die Mariendistel bzw. ihre Inhaltsstoffe Silymarin / Silibinin beeinflusst werden.

Siehe:

Silibin (Legalon®) jetzt zur Hepatitis-C-Therapie

Mariendistel hat auch antivirale Wirkung

Silibin aus Mariendistel unterstützt Standarttherapie bei chronischer Hepatitis-C

Eine pauschale „leberstärkende Wirkung“ zu postulieren ohne konkretere Angaben dazu zu machen ist sehr fragwürdig.

– Die vom NHV in Aussicht gestellte Wirksamkeit gegen Rheuma und Hautausschläge ist nirgends fundiert belegt und basiert offenbar auf Anekdoten.

– Für die Wirksamkeit von „Colocynthis“ als ein Hauptmittel der Homöopathie gegen Koliken gibt es nirgends fundierte Belege. Allfällige Erfolgsmeldungen auf der Basis von Anekdoten lassen sich am überzeugendsten damit erklären, dass Koliken eine natürliche Neigung zum Abklinken haben und diese mit einer Wirkung des Mittels verwechselt wird (Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss).

Dazu kommt noch, dass die Koloquinte zu den Giftpflanzen gehört und daher einen sorgfältigen Umgang erfordert. Davon steht in der Pressemitteilung des NHV nicht der kleinste Hinweis.

Im Gegensatz dazu schreibt der „Leitfaden Phytotherapie“ (2010):

„Anwendungsdauer: Koloquintenfruchtauszug ist nicht zur längerfristigen Einnahme geeignet. Die Einnahmedauer  sollte sich im Bedarfsfall auf so wenige Tage wie möglich beschränken. Nicht länger als 14 Tage hintereinander und innerhalb eines Jahres nicht an mehr als 30 Tagen anwenden.“

Ausserdem führt der „Leitfaden Phytotherapie“ zahlreiche Krankheiten und Zustände auf, bei denen die Koloquinten nicht angewendet werden sollen:

„Kontraindikationen: Ileus, akute und chronische entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Appendizitis, abdominale Schmerzen unbekannter Ursache, schwere Dehydration mit Wasser- und Salzverlust, gleichzeitige Einnahme von Herzglykosiden, Antiarrhytmika, Diuretika, Kortison, Nebennierenrindensteroiden oder Süssholzwurzel, bekannte Überempfindlichkeit gegen Koloquinthen oder andere Bestandteile, gleichzeitige Einnahme anderer Abführmittel, Schwangerschaft, Stillzeit, Kinder unter 12 Jahren.“

Es geht mir keinesfalls darum, nun dramatische Warnungen vor der Koloquinte in die Welt zu posaunen. Ich finde aber, dass ein Hinweis auf allfällige Nebenwirkungen und auf Vorsichtsmassnahmen in eine solche Pressemeldung gehört hätten.

Es ist nicht das erste Mal, dass der NHV Theophrastus seine Wahl der Heilpflanze des Jahres mit fragwürdigen Angaben begründet. Das schadet meines Erachtens dem Ruf der Pflanzenheilkunde und auch der Phytotherapie.

Die alljährliche Wahl einer „Arzneipflanze des Jahres“ durch den Studienkreis «Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzen» an der Universität Würzburg ist dagegen fundiert und seriös.

Abschliessend noch Informationen aus Wikipedia zur Koloquinte:

„ Nutzung

Die Koloquinte wurde und wird als Medizinialpflanze angebaut, vor allem im Mittelmeergebiet, in Afrika und Indien. Verwendet wird das getrocknete Fruchtfleisch von unreifen, aber ausgewachsenen Früchten. Zu den Anwendungsgebieten in der Volksmedizin zählen: Geschwüre, Asthma, Bronchitis, Gelbsucht, Dyspepsie, Verstopfung, Anämie; aber auch gegen Tumore, bei Wassersucht, Problemen mit dem Harnablassen, bei Rheumatismus, als Antidot gegen Schlangenbisse. Die seit der assyrischen Zeit kultivierte Pflanze wurde ebenfalls im alten Rom zur Bekämpfung von Nagetieren verwendet. Wahrscheinlich hat sie schon vorher eine wichtige Bedeutung im israelischem Reich zur Zeit des bekannten weisen Königs Salomo (ca. 990 bis 930 n.Chr.) gehabt. Salomo ließ gegossene Abbilder der (höchstwahrscheinlich) Koloquinte als Dekoration am Rand um sein Wasserbecken herum anbringen (vgl. in der Bibel 1. Könige 7,23-24). Darüber hinaus werden die nichtbitteren Samen gegessen und in Afrika das aus ihnen gewonnen Öl zum Kochen verwendet.“

(Quelle: Wikipedia)

Wir finden in diesem Abschnitt die für viele traditionelle Naturheilmittel der „Volksmedizin“ charakteristische „Indikationslyrik“. Aufgabe von Fachleuten ist es dann, sich immer wieder mit den traditionellen Angaben auseinanderzusetzen und herauszuschälen, welche der vielfältigen Empfehlungen plausibel sind. Denn Tradition hat nicht einfach fraglos immer Recht.

„Wirkstoffe

Die Wirkung der Koloquinte beruht auf ihrem Gehalt an Cucurbitacinen, Triterpene mit bitterem Geschmack, der bis zu 3 % beträgt. Die Cucurbitacine, bei dieser Pflanze B, E und J, liegen in freier und in glykosidischer Form vor. Die Wirkung beruht dabei auf den freien Cucurbitacinen. Der Gehalt im Fruchtfleisch beträgt 0,22 %, in den Samen 0,18 %, im Stängel 0,17 % und in den Blättern 0,15 %.“

(Quelle: Wikipedia)

„Symptomatik

Die Einnahme kann zu Reizung der Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt und blutigen Durchfällen führen. Nierenschäden und eine abortive Wirkung sind möglich. Die Cucurbitacine wirken cytotoxisch und antimitotisch. Die Wirkstoffe gehen in Harn und Muttermilch über und können bei Schwangeren zum Abort führen. Weitere Vergiftungserscheinungen sind Geschwüre, Wanddurchbrüche, Peritonitis, Blutungen der Niere und Harnblasenschleimhaut-Entzündungen. Oft treten Hyperämie im Gehirn, Delirien und Kollaps auf. Der Tod tritt infolge eines Atemstillstandes ein. In der Homöopathie wird die Pflanze bei Durchfall, Darmkatarrh und chronischem Darmkatarrh angewendet. Verwechselungen der Koloquinte mit Wassermelonen oder Zucchini führten mitunter zu Vergiftungen. Hierbei wurden auch Vergiftungen bei Tieren beobachtet, die die Früchte verzehrten. Die Einnahme von 3 g C. colocynthis ist tödlich. Nach einer Exposition der Haut mit den Wirkstoffen kann es zu einer Blasenbildung kommen.“

(Quelle: Wikipedia)

„Pharmakologie

Die Cucurbitacine hemmen die mitotische Zellteilung und wirken daher cytotoxisch.“

(Quelle: Wikipedia)

„Erste Hilfe und klinische Therapie

Als erste Hilfe erfolgt die Gabe von Aktivkohle und Natriumsulfat sowie der anschließenden Verabreichung von viel Flüssigkeit. In der Klinik erfolgt nach einer Überdosierung in der Regel eine Magenspülung, beispielsweise mit 0,1 % Kaliumpermanganat-Lösung. Des Weiteren erfolgt die Gabe von Aktivkohle und Natriumsulfat.“

(Quelle: Wikipedia)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Mönchspfeffer bei Kinderwunsch

Frauen mit einem unregelmäßigen Zyklus kann bei Kinderwunsch der Mönchspfeffer helfen. Auch beim Prämenstruellen Syndrom (PMS) wird das Heilpflanzen-Präparat oft verschrieben. Das schreibt die Zeitschrift „Eltern“ in einem erfreulich differenzierten und fundierten Artikel.

Zitat:

„Der Mönchspfeffer kann Frauen mit Zyklusbeschwerden helfen. So werden Mönchspfeffer-Präparate gerne bei prämenstruellen Schmerzen verschrieben. Auch Frauen mit Wechseljahresbeschwerden können sich vom Mönchspfeffer Linderung erhoffen. Denn die Früchte der Pflanzen helfen dem Körper dabei, den Hormonhaushalt zu regulieren.“

Präzisieren müsste man hier meines Erachtens, dass Mönchspfeffer  bei Wechseljahresbeschwerden vor allem im Frühklimakterium sinnvoll sein kann und weniger später, wenn Wallungen auftreten.

Der Text schildert dann gut verständlich den Einfluss von Mönchspfeffer auf den Prolaktinspiegel:

„Frauen, die unter dem prämenstruellen Syndrom leiden, haben häufig erhöhte Prolaktin-Werte. Dieses Hormon wird normalerweise vermehrt während der Schwangerschaft und vor allem während der Stillzeit ausgeschüttet. Es regt die Milchbildung an und sorgt während der Schwangerschaft dafür, dass die Brustdrüsen wachsen. Für Frauen, die nicht schwanger sind und nicht stillen, kann ein erhöhter Prolaktinwert jedoch zu Problemen führen: Denn Prolaktin kann zum Ausbleiben des Eisprungs führen. Auch für ein Spannungsgefühl in der Brust oder Niedergeschlagenheit können erhöhte Prolaktinwerte verantwortlich sein. Der Mönchspfeffer kann hier helfen, denn er ist bekannt dafür, die Prolaktinproduktion im Körper zu drosseln.“

Auch die günstige Wirkung von Mönchspfeffer bei Gelbkörpermangel (Corpus-luteum-Insuffizienz) wird beschrieben:

„Das Gelbkörperhormon oder Progesteron wird in der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung gebildet und bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vor. Auch nach der Einnistung wird weiter Progesteron gebildet, dann vor allem von der Plazenta. Das Gelbkörperhormon hat für Frauen, die sich ein Kind wünschen, also eine besondere Bedeutung. Denn wenn der Körper zu wenig Gelbkörper entwickelt, kann sich das Ei nicht in der Gebärmutter einnisten. Mönchspfeffer fördert die Bildung von Gelbkörperhormonen und kann daher bei einem Gelbkörpermangel unterstützend eingesetzt werden.“

Quelle:

http://www.eltern.de/kinderwunsch/fruchtbarkeit/moenchspfeffer.html

Kommentar & Ergänzung:

Mönchspfeffer  ( = Keuschlamm) wird als Extrakt angewendet. Während beim Prämenstruellen Syndrom (PMS) eine Selbstmedikation mit einem Mönchspfeffer-Präparat möglich ist – also ein Versuch auf eigene Faust durch ein frei verkäufliches Präparat – braucht es bei unerfülltem Kinderwunsch eine ärztliche Abklärung. Mönchspfeffer macht hier nur Sinn, wenn eine Hyperprolactinämie (erhöhter Prolactinspiegel) bzw. Gelbkörperschwäche vorliegt.

Siehe auch:

Mönchspfeffer bei unerfülltem Kinderwunsch

Natürlich gibt es auch mit Mönchspfeffer keine Erfolgsgarantie bei unerfülltem Kinderwunsch. Für die Wirksamkeit bei dieser Indikation gibt es zwar Hinweise aus Studien, aber keine zweifelsfreien Belege. Mönchspfeffer ist die einzige Heilpflanze, die bei dieser Indikation plausibel begründet werden kann, ganz im Gegensatz zu sehr fragwürdigen Empfehlungen wie zum Beispiel dem Storchenschnabel.

Siehe auch:

Pflanzenheilkunde: Storchenschnabeltee gegen Kinderlosigkeit?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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