Beiträge

Umkaloabo und Kaloba – was ist der Unterschied?

Umckaloabo® ist ein Erkältungsmittel aus Pelargonium sidoides (Kapland-Pelargonie).

Kaloba® ist ein identisches Präparat. Der einzige Unterschied:

Kaloba® wird von der Grundversicherung bezahlt, wenn eine Arzt oder eine Ärztin es verschreibt. Kaloba® ist weniger bekannt als Umckaloabo®, weil dafür keine Publikumswerbung gemacht werden kann.

Die Zusammensetzung ist aber identisch:

1 g Lösung enthält 800 mg Flüssigextrakt (1:8–10) aus den Wurzeln von Pelargonium sidoides.

Kaloba und Umckaloabo werden angewendet bei akuter Bronchitis (Entzündung der Bronchien). Für diesen Anwendungsbereich gibt es Studien, die eine Wirksamkeit belegen. Diese Studien  gelten nur für Umckaloabo® / Kaloba®. Sie lassen sich auf andere Präparate aus Pelargonium sidoides, die anders hergestellt wurden, nicht so einfach übertragen.

 

Siehe auch:

Metaanalyse zeigt: Umckaloabo lindert Atemwegsinfekte

Phytotherapie: Umckaloabo-Studien

Phytotherapie: Umckaloabo / Pelargonium sidoides bei Erkältungen

Wenn Sie lernen möchten, wie sich Naturheilmittel und Phytopharmaka beurteilen lassen, und wenn Sie die Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von Heilpflanzen fundiert kennenlernen möchten, dann können Sie das in meinen Lehrgängen, der Phytotherapie-Ausbildung und dem Heilpflanzen-Seminar

Neurodermitis bei Kindern: Schwarztee zur Behandlung nässender Areale im Gesicht

In seinem Buch “Kinder – natürlich gesund” gibt der Kinderarzt Professor Walter Dorsch einen Tipp zur Behandlung von nässenden Arealen im Gesicht bei Neurodermitis:

“Mehrmals täglich Anwendung von Schwarzteeumschlägen (nachcremen, z. B. mit Unguentum emulsificans aquosum, nicht vergessen, da sonst zu sehr austrocknend!).”

Das Buch “Kinder – natürlich gesund” habe ich in meinem Buchshop näher vorgestellt und Sie können es dort auch via Buchhaus bestellen (zur Besprechung im Buchshop hier).

Schwarztee eignet sich wegen seines Gehalts an Gerbstoffen generell zu Behandlung von nässenden Ekzemen und anderen nässenden Hautentzündungen.

Siehe auch:

Schwarztee gegen Hautentzündungen

Siehe ausserdem:

Schwarztee bei Windeldermatitis

Falls Sie fundierte Kenntnisse über Wirkungen und Anwendungen von Heilpflanzen erwerben möchten, können Sie das in meinen Lehrgängen in Winterthur, der Phytotherapie-Ausbildung und dem Heilpflanzen-Seminar.

 

Kräuterlexikon: Borretsch als Heilpflanze

Auf T-online wird in einem Beitrag der Borretsch (Borago officinalis) als Heilpflanze beschrieben. Die Aussagen kommen mir vor wie frei erfunden. Hier Zitate aus diesem Beitrag mit Kommentaren von mir:

„Der Borretsch wird häufig als Gewürz im Salat genutzt. Dank seiner heilsamen Wirkung wird er auch zum Beispiel bei Herzschwäche und Bluthochdruck eingesetzt.“

Es gibt keinerlei Belege oder auch nur plausible Argumente für eine Wirksamkeit von Borretsch bei Herzschwäche und Bluthochdruck.

Zur Wirkung von Borretsch schreibt T-online:

„Er wirkt beruhigend, entgiftend und entzündungshemmend…..”

Es gibt keinerlei Belege oder auch nur plausible Argumente für beruhigende und entgiftende Wirkungen von Borretschkraut. Dass man mit Heilpflanzen „entgiften“ kann, ist grundsätzlich eine fragwürdige bis abstruse Vorstellung. Eine entzündungswidrige Wirkung der Borretschkrauts könnte allenfalls noch mit dem Gerbstoffgehalt erklärt werden (dann aber nur lokal / äusserlich).

In der Phytotherapie-Fachliteratur finden sich zu Borretschkraut nur wenige Hinweise, weil es dazu kaum gesicherte Erkenntnisse gibt. Beispiel:

„Borretschkraut wirkt adstringierend (Gerbstoffe) und einhüllend (Schleimstoffe) und gilt volkstümlich als Bronchotherapeutikum; die Wirkung ist wissenschaftlich nicht belegt, eine Verwendung als Arzneidroge angesichts der Risiken…nicht vertretbar.“

(Aus: Heilpflanzenlexikon, Dietrich Frohne, 2006).

Mit den Risiken ist der Gehalt an Pyrrolizidinalkaloiden im Borretschkraut gemeint, die lebertoxisch wirken können.

T-online empfiehl Borretschkraut bei einer ganzen Reihe von Anwendungsbereichen:

„ ….und wird bei Herzbeschwerden, Bluthochdruck und Schlafbeschwerden eingesetzt.“

„Des Weiteren hat die Pflanze eine fiebersenkende Wirkung und soll bei Gicht, Rheuma und Menstruationsbeschwerden helfen.“

Hier wird eine fiebersenkende Wirkung behauptet, die völlig ungeklärt ist. Dazu gibt es meines Wissens nirgendwo plausible Hinweise.

Rheuma und Menstruationsbeschwerden gibt es keine Belege oder auch nur glaubwürdige Argumente. Immerhin wird hier mit der Formulierung „soll“ keine Wirkung absolut behauptet.

Soweit die Ausführungen zur innerlichen Anwendung.

Zur äusserlichen Anwendung schreibt T-online:

„Außerdem können Sie Borretsch äußerlich anwenden: als Tee oder verdünnte Tinktur in Umschlägen oder Bädern. So kann das Kraut auch bei schlecht heilenden Wunden, Hautausschlägen oder Ekzemen helfen.“

Es gibt keinerlei Belege für eine Wirksamkeit von äusserlich angwandtem Borretschkraut bei schlecht heilenden Wunden, Hautausschlägen oder Ekzemen helfen. Aufgrund des Gerbstoffgehalts ist ein Effekt von Bädern und Umschlägen bei nässenden Wunden und Ekzemen zumindestens denkbar. Das gilt aber wirklich nur für nässende Wunden und Entzündungen – und es gibt dafür besser geeignete Heilpflanzen (z. B. Schwarztee, Eichenrinde).

Borretschsamenöl bei Neurodermitis

Gegen Ekzeme bei Neurodermitis (Atopische Dermatitis) wird in der Phytotherapie Borretschsamenöl angewendet, in der Regel innerlich in Form von Kapseln, manchmal auch äusserlich. Borretschsamenöl enthält wie Nachtkerzenöl Gamma-Linolensäure als Wirkstoff.  Und im Gegensatz zum Borretschkraut gibt es beim Borretschsamenöl kein Risiko bezüglich der Pyrrolizidinalkaloide.

Für die Anwendung von Borretschsamenol bei Neurodermitis gibt es zumindestens einige Hinweise aus Studien, die auf eine Wirksamkeit deuten. Und genau diese Anwendung kommt im Beitrag auf T-online gar nicht vor.

Das zeigt, wie willkürlich die Aussagen in diesem Artikel auf T-online sind.

Quelle der Zitate:

https://www.t-online.de/gesundheit/heilmittel-medikamente/id_77694630/borretsch-alles-zur-heilpflanze-und-verwendung.html

Kommentar & Ergänzung:

Dieses Beispiel verdeutlicht, dass beim Thema „Heilpflanzen“ in den Medien (und im Buchhandel) über weite Strecken ein Qualitätsproblem vorliegt. Den meisten Verlagen scheint es egal zu sein, ob auch stimmt, was da geschrieben wird. Hauptsache es gibt Klicks im Internet und damit Werbeeinnahmen, und gute Verkaufszahlen im Büchermarkt.

Für Konsumentinnen und Konsumenten ist das nur schwer durchschaubar.

Heilpflanzen-Bücher, die punkto Qualität meines Erachtens verlässlich sind, stelle ich in meinem Buchshop vor. Sie können dort auch bestellt werden und die Lieferung kommt dann vom Buchhaus „Lüthy Balmer Stocker“ (Zur Übersicht geht’s hier).

Wer sich fundiertes Wissen über Heilpflanzen-Anwendungen erwerben möchte, kann das in meinen Lehrgängen, dem Heilpflanzen-Seminar und der Phytotherapie-Ausbildung.

 

 

 

 

Cannabidiol (CBD): Ein Wirkstoff im Trend

Angebot und Nachfrage nach CBD-haltigen Produkten haben sich in letzter Zeit stark vermehrt. Cannabidiol ist eines von über 80 Cannabinoiden, die in der Cannabispflanze enthalten sind. Im Unterschied zu Tetrahydrocannabinol (THC) unterliegt CBD nicht dem Betäubungsmittelgesetz, da es keine vergleichbare psychotrope Wirkung hat.

Cannabidiol löst keinen Rausch aus. Es wird von einer entspannenden Wirkung berichtet, welche auch auf einen Restgehalt an THC zurückzuführen sein könnte.

CBD soll zahlreiche therapeutische Eigenschaften haben. Die klinischen Daten zur medizinischen Wirkung von CBD sind gegenwärtig allerdings noch begrenzt, ausser in der Behandlung von Epilepsie, wofür in den USA bereits eine Zulassung erteilt wurde (Epidiolex ®). Darüber hinaus werden antioxidative, entzündungshemmende, antiemetische, anxiolytische, antidepressive und antipsychotische Wirkungen erwähnt.

In der Schweiz wurde bislang noch kein Arzneimittel mit dem Reinstoff Cannabidiol zugelassen. CBD ist zwar in einer zugelassenen Spezialität (Sativex ®) enthalten. Dabei handelt sich jedoch nicht um den Reinstoff CBD, sondern um einen Dickextrakt aus Hanfblättern und Hanfblüten, der THC und CBD enthält.

CBD gilt als gut verträglich und sicher

Gemäss einem aktuellen Report des WHO-Expertenkomitees zur Drogenabhängigkeit ist CBD im Allgemeinen gut verträglich und gilt als sicher. Zu den Nebenwirkungen zählen Appetitlosigkeit, Durchfall und Müdigkeit. Gegenwärtig wird nicht davon ausgegangen, dass dier Wirkstoff CBD ein ähnliches Missbrauch- oder Abhängigkeitspotential aufweist wie Cannabis oder THC. Bezüglich möglischer Langzeitwirkungen des CBD-Konsums ist allerdigs noch wenig bekannt.

Vorsichtshalber wird Kindern und Jugendlichen, sowie Schwangeren empfohlen, keine CBD-haltigen Produkte zu konsumieren.

Vom CBD-Konsum abgeraten wird auch Menschen, die Fahrzeuge lenken, weil der legale Cannabis auch geringe Mengen von THC enthält. Es lässt sich kaum abschätzen, wann der gesetzliche Grenzwert von 1,5 Mikrogramm THC pro Liter Blut überschritten wird, und der CBD-Konsumierende gemäss Strassenverkehrsrecht als fahrunfähig gilt.

Inzwischen wird vermehrt legaler Hanf mit weniger als 1% THC und hohem CBD-Gehalt angebaut. Zudem sind zahlreiche Produkte mit CBD auf den Markt gekommen, sei es als Rohstoff, Lebensmittel oder Kosmetikum. Je nachdem wie diese Produkte in den Handel gebracht werden, kommen die entsprechenden Gesetze und Verordnungen zur Anwendung, hauptsächlich das Gesetz über Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände und das Bundesgesetz über die Produktesicherheit.

 

Quellenangaben:

– WHO, Fortieth meeting of the Expert Committee on Drug Dependence, Juli 2018

– Sucht Schweiz, Factsheet CBD                                                                                    

– Bundesamt für Gesundheit, Cannabis

 

Quelle:

http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=5763&NMID=5762&LANGID=2

 

Kommentar & Ergänzung:

Diese Informationen entstammen dem Pharmavista-Newsletter. 

Dass CBD mehr Beachtung bekommt und auch verstärkt erforscht wird, ist zwar begrüssenswert. Der Boom mit CBD-Produkten, die nicht als Arzneimittel registriert und im freien Handel erhältlich sind, hat jedoch auch seine Tücken. Die Qualität der Produkte ist nur schlecht überprüfbar und viele Fragen bleiben offen, zum Beispiel bezüglich Dosierung, Nebenwirkungen und genaue Indikationen.

Siehe auch:

Cannabis-Wirkstoffe: Neben THC zunehmend auch Cannabidiol (CBD) im Fokus

Cannabis-Therapie bei MS: Zusatznutzen für Sativex-Spray gegen Spastik bestätigt

Cannabis als Medizin: Unterschiedliche Wirkung von Cannabis sativa und Cannabis indica

Die Wirkungen und Indikationen von Cannabis als Arzneimittel und die Möglichkeiten einer legalen Anwendung sind auch Thema in meinen Lehrgängen, der Phytotherapie-Ausbildung und dem Heilpflanzen-Seminar – natürlich neben allen anderen Heilpflanzen.

Sind Cranberry-Produkte wirksam gegen Blasenentzündung?

Die Großfrüchtige Moosbeere (englisch Cranberry genannt) steht im Ruf, das Risiko von Harnwegsinfekten reduzieren zu können. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) überprüfte, ob Cranberry-Produkte ihr Geld wert sind.

Hauptsächlich Frauen erkranken zumindest einmal im Leben an einer Harnwegsinfektion, doch auch auch Kinder, ältere Menschen und Personen mit Blasenkatheter sind gefährdet. Auslöser der Harnwegsnfektion sind meistens Bakterien, die beispielsweise aus dem Darm in die Harnwege gelangen können. Charakteristische Symptome einer Harnwegsinfektion sind Brennen oder Schmerzen beim Harnlassen, Blut im Urin und das Gefühl, dauernd aufs WC zu müssen. Um die Erreger einer Harnwegsinfektion und damit die Beschwerden loszuwerden, werden häufig Antibiotika verschrieben. Doch diese Medikamente können manchmal Nebenwirkungen auslösen und zu Resistenzen führen.

Als Alternative insbesondere zur Vorbeugung von Blasenentzündung werden seit einiger Zeit Produkte mit Cranberry angeboten. Sie kommen in verschiedener Form in den Handel – als Cranberrysaft, als Instand-Granulat zum Auflösen, als Tabletten oder Kapseln.

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) in Wien und seine Partner vom Portal medizin-transparent sind der Frage nachgegangen, ob Cranberry-Produkte halten, was sie versprechen.

Die Experten überprüften, ob es gute wissenschaftliche Studien gibt, die eine Wirksamkeit der Cranberry-Präparate belegen. Nach einer aufwendigen Literaturrecherche kommen sie zum Schluss, dass es zurzeit leider unklar ist, ob Cranberrys ein wirksames Mittel zur Vorbeugung von Harnwegsinfekten sind.

Zwar deuten die meisten ausgewerteten Studien in diese Richtung deuten, doch könnte es sich dabei nach Ansicht der Experten auch um einen Zufallsbefund handeln. Problematisch fanden sie offensichtlich auch, dass die untersuchten Studien sich teilweise nicht miteinander vergleichen lassen, dass viele der Studien zu klein um Aussagekräftig zu sein und dass Teilnehmerinnen oft vorzeitig aus der Studie ausgestiegen sind.

Diese und noch weitere Faktoren könnten nach Ansicht der Konsumentenschützer zu einer Verzerrung der Resultate führen.

 

Nebenwirkungen durch Cranberry eher unwahrscheinlich

 

Bezüglich möglicher unerwünschter Wirkungen scheint von den Cranberry-Produkten allerdings keine Gefahr auszugehen, wobei das Auftreten von Nebenwirkungen in den vorliegenden Cranberry-Studien jedoch nicht sonderlich gut dokumentiert wurde.

 

Quelle:

https://www.kleinezeitung.at/lebensart/gesundheit/5529222/Nachgefragt_Helfen-CranberryProdukte-gegen-Blasenentzuendung

 

Kommentar & Ergänzung:

Cranberry soll die Anhaftung von Bakterien an der Schleimhaut hemmen und dadurch Blasenentzündungen vorbeugen. Die Studienlage ist genau so, wie VKI und medizin-transparent es darstellen: unklar.

Die Cranberry-Forschug steht vor mehreren Problemen. Die im Handel erhältlichen Cranberry-Produkte sind sehr unterschiedlich in ihrer Wirkstoffkonzentration. Diese Heterogenität macht es schwierig, die greifbaren Studien in einer Metaanalyse zusammenzufassen und daraus Schlüsse zu ziehen. Zudem sind Cranberry-Produkte oft  herb im Geschmack und die Einnahme über längere Zeit fällt deshalb vielen Studienteilnehmerinnen nicht leicht. Es kommt zu Studienabbrüchen, die sich auf die Qualität der Studien negativ auswirken.

Cranberry-Produkte sollten einen Mindestgehalt von 36 mg oligomere Procyanidine / Tag enthalten.

Wenn Sie Naturheilmittel präzis kennenlernen und fundiertes Wissen über Heilpflanzen-Anwendungen erwerben möchten, können Sie das in meinen Lehrgängen, dem Heilpflanzen-Seminar und der Phytotherapie-Ausbildung.

 

 

 

 

Ingwer-Wirkstoff und Zitronensäure steigern Immunabwehr im Speichel – wirksam gegen Erkältung?

Zitronensäure und der Scharfstoff 6-Gingerol aus dem Ingwer-Wurzelstock verleihen nicht nur Speisen und Getränken eine besondere Geschmacksnote. Beide Substanzen stimulieren auch die molekularen Abwehrkräfte im menschlichen Speichel. Dies ist das Resultat einer Studie von Wissenschaftlern der Technischen Universität München (TUM) und des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie.

 

Der menschliche Speichel ist eine komplexe, wässrige Mischung aus unterschiedlichsten Bestandteilen. Er enthält neben Schleimhaut- und Immunzellen grössere Zahl von Molekülen, die unterschiedlichste biologische Aufgaben erledigen. Speichel ist nämlich nicht nur wichtig für die Nahrungsaufnahme, sondern ist für die Gesunderhaltung der Zähne, des Zahnfleischs und der Mundschleimhaut.

Darüber hinaus stellt er die erste Barriere gegen von außen eindringende Krankheitserreger dar. Deshalb enthält der Speichel verschiedene, antimikrobiell wirkende Moleküle, zu denen auch das antibakteriell wirkende Lysozym zählt. Sie gehören zum angeborenen, molekularen Immunsystems des Menschen.

Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand, aber auch was jemand isst und trinkt, beeinflussen die Speichel-Zusammensetzung. Über den Einfluss einzelner Lebensmittelinhaltsstoffe ist jedoch noch wenig bekannt.

Um mehr über diesen Punkt zu erfahren, untersuchte die Forscher um Studienleiter Professor Thomas Hofmann, Leiter des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der TUM, den Einfluss unterschiedlicher Geschmacksstoffe auf die Speichelzusammensetzung des Menschen: Zitronensäure (sauer), der Süßstoff Aspartam (süß), Iso-alpha-Säuren (bitter), der Geschmacksverstärker Natriumglutamat (umami), Kochsalz (salzig), 6-Gingerol (scharf) sowie die im Szechuanpfeffer enthaltenen Stoffe Hydroxy-alpha-Sanshool (kribbelnd) und Hydroxy-beta-Sanshool (betäubend).

Durch die Kombination von Speichelflussmessungen, Proteomanalysen und bioinformatischen Auswertungen konnten die Forscherinnen und Forscher estmals nachweisen, dass alle untersuchten Substanzen die Proteinzusammensetzung des Speichels in mehr oder weniger großem Umfang verändern. 

Biologische Funktionsanalysen der von der Modulation betroffenen Speichelproteine ergaben zudem, dass die durch Zitronensäure und 6-Gingerol ausgelösten Veränderungen, das molekulare Abwehrsystem im Speichel aktivieren. 

6-Gingerol aus Ingwer erhöht Abwehrkraft im Speichel

6-Gingerol erhöhte die Aktivität eines Enzyms, welches das im Speichel gelöste Thiocyanat in Hypothiocyanat umwandelt, wodurch sich die Menge des antimikrobiell und fungizid wirkenden Hypothiocyanats im Speichel in etwa verdreifachte.

Durch Zitronensäure stiegen die Lysozym-Spiegel im Speichel um das bis zu Zehnfache an. 

Wie mittels Untersuchungen an Bakterienkulturen erstmals gezeigt werden konnte, reicht diese Erhöhung aus, um das Wachstum von Gram-positiven Bakterien beinahe vollständig zu stoppen. Lysozym ist gegen diese Art der Bakterien wirksam, indem es deren Zellwand zerstört.

Professor Hofmann vom Lehrstuhl für Lebensmittelchemie und molekularer Sensorik der TUM sagt zu diesen Forschungen:

„Unsere neuen Erkenntnisse zeigen, dass geschmacksgebende Stoffe bereits im Mundraum biologische Wirkungen besitzen, die weit über ihre bekannten sensorischen Eigenschaften hinausgehen.“

Diese geschmacksgebenden Stoffe mit neuesten Analysemethoden weiter zu erforschen, sei eins der Ziele, die sich die Lebensmittel-Systembiologie gesetzt habe, ergänzt der Lebensmittelchemiker. Nur so könnten auf lange Sicht neue Ansätze für die Produktion von Lebensmitteln gefunden werden, deren Inhaltsstoff- und Funktionsprofile an den gesundheitlichen und sensorischen Bedürfnissen der Verbraucherinnen und Verbraucher ausgerichtet seien. 

Quelle:

https://idw-online.de/de/news697688

Originalpublikation:
Matthias Bader, Andreas Dunkel, Mareike Wenning, Bernd Kohler, Guillaume Medard, Estela del Castillo, Amin Gholami, Bernhard Kuster, Siegfried Scherer and Thomas Hofmann: Dynamic Proteome Alteration and Functional Modulation of Human Saliva Induced by Dietary Chemosensory Stimuli, Journal of Agricultural and Food Chemistry 6/2018. DOI: 10.1021/acs.jafc.8b02092

https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acs.jafc.8b02092

Kommentar & Ergänzung:

Diese Forschungsergebnisse sind sehr interessant, auch für die Phytotherapie. Und es taucht sofort eine ganze Reihe von Anschlussfragen auf:

Der Scharfstoff 6-Gingerol aus Ingwer erhöht die antimikrobiellen und fungiziden Eigenschaften des Speichels. Gilt das auch für andere Scharfstoffe – oder nur für 6-Gingerol?

Zitronensäure erhöht die antibakteriellen Eigenschaften des Speichels. Gilt das auch für andere saure Nahrungsbestandteile?

Aus Sicht der Phytotherapie wäre zudem interessant, ob auch Bitterstoffe eine Veränderung im Speichel bewirken, die gesundheiltlich bedeutsam ist.

Interessant ist aber auch, die diese Forschungsergebnisse in der Boulevardpresse dagestellt werden. Während der Informationsdienst Wissenschaft (IDW) sie etwa so darstellt wie ich weiter oben, schreibt „Bild“:

„BEI ERKÄLTUNG

Darum sind Ingwer und Zitrone besser als Medikamente

Eine Tasse Ingwer-Tee hilft sehr wirksam gegen Erkältung. Das wurde jetzt wissenschaftlich bewiesen

Wer sich wirksam vor Erkältung und Grippe schützen will, muss nicht in die Apotheke gehen, sondern in den Supermarkt.

Denn Ingwer und Zitrone stärken die Abwehrkräfte besser als jedes Medikament. Was schon unsere Urgroßmütter wussten, wurde jetzt auch wissenschaftlich bewiesen: mit Spucke.“

Quelle:

https://www.bild.de/ratgeber/gesundheit/gesundheit/bei-erkaeltung-ingwer-und-zitrone-sind-besser-als-medikamente-58345230.bild.html

Das ist vollkommen überzogen dargestellt. Es ist mitnichten wissenschaftlich bewiesen, dass „Eine Tasse Ingwer-Tee…sehr wirksam gegen Erkältung“ hilft. Diese Frage wurde gar nicht untersucht. Es wurde nur untersucht und gefunden, dass Zitronensäure und 6-Gingerol die Konzentration gewisser Stoffe mit antimikrobieller Wirkung im Speichel erhöht. Daraus lässt sich noch kein Schluss ziehen auf die  Wirksamkeit einer Tasse Ingwertee auf eine viral bedingte Erkältung. Es müsste noch gezeigt werden, dass das antimikrobiell wirksame Hypothiocyanat – das zentrale Stoffwechselprozesse bei Bakterien blockiert – auch gegen Erkältungsviren wirkt. Und es müsste gezeigt werden, dass dadurch weniger Erkältungen ausbrechen.

Vorsichtiger wird die Studie im Magazin „Focus“ bewertet:

Die Untersuchung legt also nahe, dass eine Kombination aus Zitronen und Ingwer den Speichel im Kampf gegen Bakterien optimal unterstützt. In diesem Sinne: Lassen Sie sich öfter mal ein Zitronen-Ingwer-Wasser schmecken! Das enthält ganz nebenbei auch viel gesundes Vitamin C.“

Quelle:

https://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/stimuliert-das-immunsystem-zitronenwasser-mit-ingwer-was-das-getraenk-zur-geheimwaffe-macht_id_9207496.html

„Legt nahe“ (Focus) ist bezüglich Erkältungsprävention angemessener und zurückhaltender als die Aussage „wissenschaftlich bewiesen“ (Bild).

Das soll allerdings niemanden davon abhalten, Zitronen-Ingwer-Wasser oder Ingwertee zu trinken. Vielleicht hilfts ja, auch wenn wissenschaftlich gesehen zur Wirksamkeit noch viele Fragen offen sind.

 

Wenn Sie sich fundiertes Wissen über Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von Heilpflanzen erwerben möchten, dann können Sie das in meinen Lehrgängen, der Phytotherapie-Ausbildung und dem Heilpflanzen-Seminar.

Cannabis-Therapie bei MS: Zusatznutzen für Sativex-Spray gegen Spastik bestätigt

In Deutschland hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) dem cannabinoidhaltigen Oromukosalspray Sativex® einen geringen Zusatznutzen für die mittelschwere bis schwere Multiple Sklerose (MS)-induzierte Spastik bestätigt.

Das teilte Sativex-Hersteller Almirall mit. Basis des Beschlusses sind zwei klinische Studien. 

Der Sativex-Spray wird in der Mundhöhle angewandt. Er enthält die zwei zurzeit wichtigsten Wirkstoffe aus Cannabis – Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) – die über die Schleimhäute resorbiert werden und Muskelverspannungen (Spastik) bei MS lindern. Wie alle THC-haltigen Arzneimittel unterliegt Sativex® den Vorschriften des Betäubungsmittelgesetzes. 

Positive Studien zu Sativex für MS-Patienten bei Spastik

Nun liegen zwei klinische Studien zur Wirksamkeit von Sativex vor: GWSP 0604 und SAVANT.

Auf der Grundlage von Auswertungen der klinischen Studien hat der G-BA dem Sativex® -Spray nun einen Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen bescheinigt.

Der Ausschuss sieht den Zusatznutzen bestätigt für erwachsene Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Spastik aufgrund von MS, die nicht angemessen auf eine andere anti-spastische Arzneimitteltherapie mit mindestens zwei verschiedenen oralen, optimiert eingesetzten Spasmolytika angesprochen haben – davon mindestens ein Arzneimittel mit Baclofen oder Tizanidin als Wirkstoff. 

Die zweite Voraussetzung für den Zusatznutzen ist laut G-BA eine klinisch erhebliche Verbesserung der Symptome während eines Anfangstherapieversuchs mit Sativex®. Als zweckmäßige Vergleichstherapie hatte der G-BA eine optimierte  Standardbehandlung mit Baclofen (oral), Tizanidin oder Dantrolen unter Berücksichtigung der zugelassenen Dosierungen festgelegt.  

 Quelle:

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/11/02/nach-dreimaliger-fristverlaengerung-g-ba-bescheinigt-sativex-zusatznutzen

Kommentar & Ergänzung:

Es ist sehr zu begrüssen, wenn Cannabis-Präparate nach und nach zu normalen Bestandteilen des Medikamenten-Sortiments werden, denn sie haben in einigen Situationen deutliche Vorteile. Begleitend dazu braucht es aber weitere Forschung und Überwachung, damit die Wirksamkeit, die genauen Anwendungsbereiche und auch die Risiken besser verstanden werden.

Zum Sativex-Spray siehe auch:

Sativex-Spray mit Cannabisextrakt gegen Spastik bei Multipler Sklerose in der Schweiz zugelassen

 

Cannabis als Heilmittel: Zulassung für Sativex-Spray in Deutschland

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Rosenwurz-Wirkstoff verbessert Gedächtnisleistung im Alter

Forscher haben einen potenziellen neuen Ansatz für die Behandlung von altersbedingtem Verlust der Merkfähigkeit entdeckt

In einer immer älter werdenden Gesellschaft nehmen Gedächtnisstörungen in der Bevölkerung zu. Bisher ist es nicht gelungen Medikamente zu entwickeln, die dem altersbedingten kognitiven Abbau vorbeugen oder dem dauerhaften Gedächtnisverlust wirksam entgegenzusteuern können. Eine von Forschern der Leibniz-Institute für Neurobiologie (LIN) und für Pflanzenbiochemie (IPB) geleitete Studie, die in der Fachzeitschrift Science Advances publiziert wurde, belegt nun erstmalig in Tierexperimenten eine Gedächtnis-fördernde Wirkung eines pflanzlichen Esters als aktiver Wirkstoff aus der Medizinalpflanze Rhodiola rosea (Rosenwurz).

Um altersbedingtem Gedächtnisverlust vorzubeugen gibt es bisher keine wirksamen Strategien – abgesehen von körperlicher Bewegung. In der traditionellen Naturheilkunde sind Pflanzenpräparate zur Förderung der Gedächtnisleistung zwar weit verbreitet. Wegen schwankender Wirkstoffkonzentrationen können diese jedoch inaktiv sein oder zu Fehldosierungen führen – und zwar vor allem dann, wenn der Wirkstoff unbekannt ist. Dadurch sind weder die Wirkungen noch die Nebenwirkungen für Patienten und Mediziner berechenbar.

So ist zwar auch die förderliche Wirkung von Rhodiola rosea, der Rosenwurzpflanze, für die geistige Leistungsfähigkeit des Menschen schon seit längerem bekannt. Doch die Erstautorin der Studie, Dr. Birgit Michels vom LIN, erklärt dazu „Um dieses Wissen für die Medizin nutzbar zu machen, wollten wir herausfinden, welche konkreten Wirkstoffe aus Rhodiola das Gedächtnis verbessern.“

Ohne identifizierten Wirkstoff ist nämlich keine gezielte Dosierung, keine Pflanzenzucht, keine Qualitätskontrolle und somit auch keine Medikamentenentwicklung möglich. 

Für die Studie wurden aufwändige Biotests am LIN in Magdeburg, zunächst an Fliegenlarven, kombiniert mit der phytochemischen Analyse durch Wissenschaftler am IPB in Halle. Dadurch gelang es schlussendlich, die Substanz Ferulasäure-Eicosyl-Ester (FAE-20) aus Rosenwurz zu isolieren und chemisch eindeutig zu bestimmen. Diese Substanz kann die Gedächtnisleistung fördern. Chemisch handelt es sich dabei um ein strukturell einfaches Molekül. Trotzdem war die Identifizierung von FAE-20 als wirksame Komponente im Pflanzenextrakt sehr langwierig. Es sei komplizierter, eine kognitive Leistung wie Lernfähigkeit mit den Hunderten von Naturstoffen aus der Pflanze in Beziehung zu setzen, als es zum Beispiel bei der Suche nach neuen Antibiotika der Fall ist, sagt Prof. Dr. Ludger Wessjohann vom IPB. Mit der reinen Substanz, die in seinem Labor gewonnen wurde, konnte der Effekt von FAE-20 dann jedoch eindeutig belegt werden.

Als Nächstes interessierte die Wissenschaftler, ob sich auch bei alternden Fliegen das Gedächtnis verbessern lässt. Das Team konnte zeigen, dass nach Zugabe von FAE-20 in das Fliegenfutter die Gedächtnisleistung von gealterten Fruchtfliegen um ein Drittel besser war als bei ihren nicht behandelten Artgenossen. Die durchgeführten Lernexperimente basieren auf der sogenannten klassischen Konditionierung. Das bedeutet, dass die Tiere lernen, einen Duft mit einer Belohnung zu verknüpfen – beispielsweise durch Zucker. In Tests kann man dann prüfen, ob sie sich diese Verknüpfung gemerkt haben und den Duft nun attraktiver finden als zuvor.

Grundlagenforschung mit Rosenwurz

Außerdem konnten die Forscher belegen, dass FAE-20 die altersbedingte übermäßige Ansammlung von Proteinen an den Verbindungen der Nervenzellen im Gehirn der Fliege verhindert. „Alt“ bedeutet bei Fliegen allerdings nur ungefähr 14 Tage. Deshalb war es für die Wissenschaftler besonders ermutigend, zusammen mit den Kollegen der Magdeburger Otto-von-Guericke-Universität und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen die positiven Effekte auf die Gedächtnisleistungen auch bei über 2 Jahre alten Mäusen bestätigen zu können.

Ausgehend von der positiven Wirkung der Rhodiola-Pflanze beim Menschen konnten die Wissenschaftler mit FAE-20 also einen konkreten natürlichen Wirkstoff identifizieren, der die Gedächtnisleistung im Alter verbessert – zumindest im Tiermodell.

Sie hoffen nun, dass ihre Entdeckung für die medizinische Demenzforschung nutzbar gemacht werden kann. Sie halten es für wahrscheinlich, dass ihre Resultate mit FAE-20 bei Tieren auch auf Menschen übertragen werden können. Bereits liegt auch eine Patentanmeldung zur neu gefundenen Anwendung von FAE-20 vor.

Quelle:

Pressemitteilung Leibniz-Institut für Neurobiologie

https://idw-online.de/de/news704706

Originalpublikation:

DOI: 10.1126/sciadv.aat6994

Kommentar & Ergänzung:

Solche Grundlagenforschung ist wichtig für die Weiterentwicklung der Phytotherapie. Natürlich wird aber die Bedeutung einer Entdeckung in solchen Pressemitteilungen gerne ins günstigste Licht gestellt. Oft geht es dabei darum, Investoren für weitergehende Forschungen zu finden. Und wenn man eine möglich Beeinflussung von Demenz in den Raum stellt,  dann erweckt das selbstverständlich Hoffnung und Aufmerksamkeit.

Von solcher Laborforschung ist es aber noch ein sehr weiter Weg bis zur Entwicklung eines wirksamen Medikaments, und das Vorhaben kann an vielen Stellen noch scheitern.

Bisher wird Rosenwurz in der Phytotherapie als Adagtogen eingesetzt. Er soll en Organismus bei der Bewältigung belastender Einflüsse unterstützen (z. B. Stress, Lärm, Schichtarbeit,in der Rekonvaleszenz).

Siehe auch:

Burnout-Syndrom: Adaptogene wie Ginsengwurzel, Taigawurzel, Rosenwurz

Taigawurzel, Ginseng, Rosenwurz & Co. – Was sind Adaptogene?

Rosenwurz (Rhodiola rosea / Orpin rose) gegen Stress & Müdigkeit

 

Rosenwurz (Rhodiola rosea) gehört zur Pflanzenfamilie der Dickblattgewächse (Crassulaceae).

Die Sukkulente wächst in Felsspalten in Hochebenen und an Meeresklippen in Europa (bspw. in Schweden und Finnland), Sibirien, Nordamerika, Grossbritannien und im Himalaya.

Die im Handel erhältlichen Wurzeln des Rosenwurz stammen zum grössten Teil aus dem Altai-Hochgebirge.

Rosenwurz ist unter dem Präparatenamen Vitango als Arzneimittel zugelassen.

Eine Filmtablette Vitango® enthält 200 mg Trockenextrakt aus Rhodiola-rosea-Wurzel und Rhodiola-rosea-Wurzelstock [DEV 1,5–5:1, Auszugsmittel: Ethanol 60 %).

Wer sich fundiertes Wissen über Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von Heilpflanzen erwerben möchte, kann das in meinen Lehrgängen – dem Heilpflanzen-Seminar und der Phytotherapie-Ausbildung.

Heilpflanzen-Seminar: Nächster Lehrgang startet ab 14. Juni 2019

Das Heilpflanzen-Seminar über 6 Wochenenden mit Start im Dezember 2018 ist bereits ausgebucht. Deshalb habe ich einen zusätzlichen Lehrgang ausgeschrieben mit Start am 14. Juni 2019.

Dieser Lehrgang beginnt mit dem Wochenende vom 14. – 16. Juni in Feldis (Graubünden). Wir werden dort auf Kräuterwanderungen Heilpflanzen, Wildkräuter und Alpenblumen in der Natur kennenlernen. Anschliessend mach der Lehrgang eine Sommerpause und fährt fort mit fünf Wochenenden (Sa/So) in Winterthur verteilt auf die Monate September / Oktober / November / Dezember.

Sie können in diesem Lehrgang in kompakter, verständlichen Form fundiertes Wissen über Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von Heilpflanzen erwerben.

Hier finden Sie die Detailausschreibung und die Anmeldemöglichkeit:

Heilpflanzen-Seminar Winterthur

 

[Buchtipp] „Pflanzliche Arzneimittel – was wirklich hilft“ von Robert Fürst

Verlagsbeschreibung:

Efeuextrakt, Ingwerwurzelpulver oder Melissenblätter – sicher haben Sie auch schon einmal ein pflanzliches Arzneimittel verwendet. Viele Menschen schätzen die meist milde Wirksamkeit und gute Verträglichkeit. Doch es gibt große Unterschiede zwischen den Mitteln, selbst wenn sie aus derselben Arzneipflanze hergestellt wurden. In diesem Buch erklärt Robert Fürst, welche Pflanzen bei welchen Erkrankungen eingesetzt werden können und nachweislich wirksam sind. Er nennt die Kriterien, die wichtig sind, um pflanzliche Arzneimittel beurteilen zu können, und bietet einen Überblick über zahlreiche Präparate gegen die häufigsten Gesundheitsbeschwerden. Dazu gehören beispielsweise: Erkältungskrankheiten, Magen-Darm-Beschwerden oder nervös bedingte Einschlafstörungen. Robert Fürst ist Professor für Pharmazeutische Biologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Dort erforscht er die Wirkungen von Naturstoffen und bringt angehenden Apothekern bei, worauf es bei der Pflanzenheilkunde ankommt. Für seine Arbeiten zu pflanzlichen Extrakten wurde Fürst von der Gesellschaft für Arzneipflanzen- und Naturstoff-Forschung ausgezeichnet. Zum Shop

Zum Autor Robert Fürst

Robert Fürst ist seit 2012 Professor für Pharmazeutische Biologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und erforscht dort mit seinem Team die zellulären und molekularen Wirkungen von entzündungshemmenden Naturstoffen. Seine Arbeiten zu pflanzlichen Extrakten sind mit dem renommierten bionorica-Phytoneering-Pris der Gesellschaft für Arzneipflanzen- und Naturstoff-Forschung ausgezeichnet worden.

In den Bereichen der universitären Lehre und der berufliche Fortbildung von Apothekerinnen und Apothekern engagiert sich Prof. Fürst stark für die evidenzbasierte Phytotherapie. Er ist Mitglied im Beirat der Gesellschaft für Arzneipflanzen- und Naturstoff-Forschung, Vorsitzender der Landesgruppe Hessen der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft und darüber hinaus einer der Herausgeber der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Planta Medica.

Kommentar von Martin Koradi

Professor Robert Fürst – das ist aus der obigen Beschreibung ersichtlich – ist sehr engagiert in der Arzneipflanzenforschung. Dementsprechend handelt diese Publikation auch hauptsächlich von Phytopharmaka (= pflanzliche Arzneimittel), zu denen wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen. Es geht also nicht um traditionelle Pflanzenheilkunde, sondern um denjenigen Teil der Phytotherapie, der wissenschaftliche Belege für Wirksamkeit vorlegen kann. Hier bietet dieses kleine, gut lesbare Büchlein eine sehr gute Übersicht. Heilpflanzen-Bücher, die ohne kritische Überprüfung Überlieferungen und Heilungsgeschichten wiedergeben, gibt es schon mehr als genug.

Robert Fürst geht auch auf einen Punkt ein, der im Umgang mit Heilpflanzen oft vernachlässigt wird: Entscheidend ist nicht nur, welche Heilpflanze für eine bestimmte Krankheit wirksam ist, sondern auch, in welcher Arzneiform die Anwendung geschieht. Man kann also eigentlich nicht einfach nur sagen: “Johanniskraut hilft gegen Depressionen”. Genauso wichtig ist die Frage, ob Johanniskrauttee, Johanniskrauttinktur oder Johanniskrautextrakt am besten wirkt. Und bei Johanniskrauttee, Johanniskrauttinktur und Johanniskraut gibt es jeweils unterschiedliche Arten der Herstellung, die sich in der Wirksamkeit nochmals unterscheiden.

“Pflanzliche Arzneimittel – was wirklich hilft” geht darum in einem speziellen Kapitel darauf ein, wie ein pflanzliches Arzneimittel hergestellt wird und wie seine Qualität geprüft wird.

Wenn Sie Wissen sowohl über traditionelle Pflanzenheilkunde als auch über wissenschaftliche Phytotherapie in verständlicher und fundierter Formerwerben möchten, dann können Sie das in meinen Lehrgängen – dem Heilpflanzen-Seminar und der Phytotherapie-Ausbildung.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur (Schweiz) und Leiter von Kräuterkursen und Kräuterwanderungen.