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Lavendelöl gegen Pilze und gegen Hautkrankheiten

Die „Glückspost“ publizierte einen Artikel zum Thema „Antibiotika aus der Natur helfen“. Darin warnt die Autorin sehr zu Recht vor der zunehmenden Gefahr der Entwicklung von Antibiotika-Resistenzen durch den unsachgemässen Einsatz von Antibiotika.

In vielen Fällen könne man sich bei frühzeitiger Behandlung auch mit Antibiotika aus der Natur von seinen Leiden befreien. Dann verrät die Autorin uns einen Zusatzeffekt dieser Mittel: „Natürliche Antibiotika stärken erst noch das Immunsystem!“ – Das tönt natürlich (!) sehr gut, ist aber so pauschal behauptet einfach Unsinn.

Aber schauen wir uns eines der empfohlenen „natürlichen Mittel“ genauer an:

„Lavendelöl wirkt gegen Pilze und gegen Hautkrankheiten wie Akne, Schuppenflechte oder Neurodermitis.

So geht’s: 10 Deziliter destilliertes Wasser und 12 Tropfen Lavendelöl gut vermischen und mit einer Kompresse auf die betroffene Hautstelle legen.“

Quelle: https://www.glueckspost.ch/gesundheit/antibiotika-aus-der-natur-helfen/

 

Kommentar & Ergänzung:

Lavendelöl wirkt tatsächlich hemmend auf Hautpilze und Bakterien. Allerdings braucht es zu diesem Tipp noch eine Reihe von ergänzenden Informationen, damit er sinnvoll angewendet werden kann.

Die pilzhemmende und bakterienhemmende Wirkung von Lavendelöl ist sehr gut dokumentiert im Labor. Dort wird aber Lavendelöl meistens unverdünnt in Pilzkulturen oder Bakterienkulturen getestet. Daher stellt sich bei der Anwendung am Menschen die Frage, in welcher Konzentration es noch wirksam ist. Und wenn es verdünnt werden soll ist zu klären, ob eine fetthaltige oder wässerige Grundlage im konkreten Fall besser passt.

Bei Neurodermitis und Schuppenflechte spielen Bakterien oder Pilze ursächlich keine relevante Rolle. Antimikrobielle Mittel wie Lavendelöl sind hier nur sinnvoll, wenn eine übermäßige Besiedlung der Haut mit Bakterien oder Pilzen vorliegt.

Und eine wässige Lösung ist bei Ekzemen, d. h. auch bei Neurodermitis, eigentlich nur in akuten, nässenden Stadien passend. Phytotherapeutisch steht dann aber die Anwendung von Gerbstoffen im Vordergrund (Eichenrinde, Schwarztee).

In der Regel wir man die Haut eher mit fetthaltigen Emulsionen pflegen (O/W-Emulsionen, bei stark trockenr haut W/O-Emulsionen). Dort könnte man bei Bedarf auch ein paar Tropfen Lavendelöl in die Emulsion einrühren.

Zur Linderung des Juckreizes, der bei Neurodermitis oft sehr belastend ist, reicht Lavendelöl in der Regel nicht aus. Hier wäre eher eine Lotion mit Mentholzusatz zu empfehlen. Menthol wirkt in Konzentrationen von etwa 0,5 – 1 % in einer Salbengrundlage gut juckreizlindernd. Menthol ist der Hauptbestandteil des ätherischen Pfefferminzöls.

Bei Schuppenflechte (Psoriasis) stehen phytotherapeutisch als unterstützende Behandlung zwischen den Schüben Salben mit einem alkoholischen Auszug aus Mahonia aquifolium im Vordergrund (= Gewöhnliche Mahonie, Zierberberitze, Präparat Rubisan N Salbe), ausserdem gibt espositive Daten mit Aloe-vera-Gel.

Bei Akne und Fusspilz ist die antimikrobielle Wirkung von Lavendelöl passend, doch dürfte die von der „Glückspost“ angegebene Konzentration von acht Tropfen auf einen Liter eher zu schwach sein. Hier könnte Lavendelöl pur aufgetragen werden oder dann 10 % in einer öligen Lösung, zum Beispiel in Mandelöl.

Zur wässrigen Lösung der „Glückspost“ ist zudem noch zu erwähnen, dass ätherische Öle sich schlecht mit Wasser mischen. Empfehlenswert wäre deshalb, das Lavendelöl zuerst in einer Portion Kaffeerahm zu verrühren und die Mischung anschliessend ins Wasser zu geben. So wird das Lavendelöl besser emulgiert.

Meines Erachtens ist zudem die Verwendung von destilliertem Waser unnötig. Leitungswasser reicht.

Heilpflanzen-Anwendungen müssen sorgfältig und differenziert eingesetzt werden. Es reicht meistens nicht, einen Kürzest-Tipp in zwei Sätzen in die Welt zu setzen, wie das die „Glückspost“ gerade gemacht hat. Aber ein Titel wie „Antibiotika aus der Natur helfen“ wird jedenfalls für Klicks sorgen.

Wenn Sie interessiert sind an fundiertem Wissen über pflanzliche Arzneimittel, können Sie das erwerben in meinen Lehrgängen, der Phytotherapie-Ausbildung und dem Heilpflanzen-Seminar.

 

Heilpflanzen bei Psoriasis

Im Phyto-Forum der Ärztezeitung wurde die Frage gestellt, ob es pflanzliche Alternativen zur Therapie der Psoriasis gebe.

Die Schuppenflechte oder Psoriasis (Psoriasis vulgaris) sei eine schubweise verlaufende, entzündliche und chronische Hauterkrankung mit Hyperproliferation der Epidermis, schreibt dazu Professor Jürgen Reichling.

„Nach derzeitigem Erkenntnisstand können zur Behandlung bei Psoriasis Phytopharmaka (Phyto-Dermatika) nur bei leichten Formen adjuvant eingesetzt werden.“

Bei schweren Verlaufsformen gebe es bisher weder überzeugende Studien noch entsprechende Erfahrungswerte.

Sinnvoll erscheine eine Kombinationstherapie bestehend aus äußerlich anwendbaren Phyto-Dermatika zusammen mit systemisch wirksamen Arzneimitteln wie zum Beispiel Retinoiden, Ciclosporin, Methotrexat.

Und welche Pflanzenpräparate empfiehlt Reichling konkret?

„Bei den Phyto-Dermatika haben sich zur äußerlichen Anwendung Zubereitungen aus Birkenrinde (etwa Trockenextrakt mit 80 Prozent Betulin), Mahonienrinde sowie Pflanzenteere (zum Beispiel Birkenholzteer) bewährt.“

Eine Kombination aus Pflanzenteer und Johanniskrautöl eingearbeitet in Zinkpaste werde ebenfalls als sehr hilfreich beschrieben.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/fachbereiche/sonstige_fachbereiche/phytotherapie/article/814714/akute-sinusitis-phytopharmaka-verhindern-sekretstau.html?sh=14&h=-1654080400

Kommentar & Ergänzung:

Am häufigsten im Bereich Psoriasis wird als Begleittherapie die Mahonia-Salbe angewendet (Rubisan-Salbe / Rubiderm-Salbe).

Die Gewöhnliche Mahonie (Zierberberitze, Mahonia aquifolium) gehört in die Familie der Berberitzengewäche (Berberidaceae).

Die Pflanze ist bei uns wenig bekannt, obwohl sie zum Beispiel in Parkanlagen häufig anzutreffen ist. Darum hier ein paar Informationen zur Mahonia (Foto auf Wikipedia)

Wo kommt die Mahonia ursprünglich her?

„ Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Gewöhnlichen Mahonie liegt im westlichen Nordamerika von Britisch-Kolumbien in Kanada bis zum US-Bundesstaat Oregon. Dort ist die Gewöhnliche Mahonie die offizielle Staatsblume („Oregon grape“). Heute findet man sie auch kultiviert und verwildert in Mitteleuropa; besonders in Frankreich ist sie als Neophyt weit verbreitet. Die Gewöhnliche Mahonie wächst sowohl in sonnigen als auch in halbschattigen Lagen, hauptsächlich in städtischen Garten- und Parklandschaften.“

(Quelle: Wikipedia)

Und zur Nutzung der Mahonia:

„ Die Pflanze ist nicht ohne Weiteres zu verwerten, da die meisten Pflanzenteile giftig sind. Die Wurzeln enthalten bis zu 1,5 % Berberin sowie diverse weitere Alkaloide. Der Alkaloid-Gehalt der Beeren liegt bei etwa 0,05 %; sie sind essbar und werden z. B. für die Herstellung von Marmeladen und Fruchtweinen verwendet.

In der Literatur finden sich Hinweise auf die medizinische Verwendung von Pflanzenextrakten, insbesondere des darin enthaltenen Berberins zur Bekämpfung von Haarschuppen und Schuppenflechte, möglicherweise auch Akne. Der Extrakt aus Rinde und Wurzel wird in der traditionellen Literatur und in der Homöopathie bei Hautausschlag empfohlen. Studien belegen einen positiven Effekt. Die Pflanze blüht schon zeitig im Frühjahr (ab März) und stellt damit eine frühe Nektar- und Pollentracht für Bienen und Hummeln dar.“

(Quelle: Wikipedia)

Der Hinweis auf die Anwendung von Mahonia-Extrakten in der Homöopathie bei Hautausschlag, bei welcher positive Studienresultate vorliegen sollen, ist etwas irreführend, weil es sich dabei um Salben auf der Basis von homöopathischen Urtinkturen handelt. Weil die Urtinktur noch nicht verschüttelt und verdünnt wurde, handelt es sich eigentlich um eine phytotherapeutische Anwendung.

Einen Überblick über Heilpflanzen-Anwendungen bei Hauterkrankungen finden Sie hier:

Phytotherapie im Überblick: Dermatologie

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
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Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Garten: Weissdorn, Holunder, Wacholder statt Mahonie, Cotoneaster & Co.

Einheimische Sträucher im Garten vorziehen

Wer in seinen Garten Tiere locken und sie beobachten möchte, sollte auf jeden Fall auch einheimische Sträucher pflanzen. Oft werden bevorzugt fremdländische Ziergehölze und Nadelbäume gepflanzt, die für die einheimische Tierwelt nur von bescheidenem ökologischem Nutzen sind. Zwar werden zum Beispiel auch die Blüten der Zwergmispel (Cotoneaster) von Bienen umschwärmt und die Beeren der Mahonie von Amseln gefressen. Das ist aber kein Vergleich zu dem überaus reichen Tierleben in einer Hecke aus heimischen Wildsträuchern.

Sie bieten unseren Wildvögeln einen wichtigen Lebensraum.

Die Früchte des heimischen Weißdorns (Crataegus spec.) werden zum Beispiel von 32 Vogelarten gefressen, die des nahverwandten nordamerikanischen Scharlachdorns dagegen nur von zwei Arten. Der heimische Wacholder ernährt sogar 43 Vogelarten, der oft in Gärten gepflanzte Chinesische Wacholder jedoch nur eine einzige Art.

Ähnlich verhält es sich mit Insekten, deren Larven oftmals auf wenige oder gar nur eine einzige Nahrungspflanze spezialisiert sind. Während heimische Wildsträucher ein schier unerschöpfliches Nahrungsangebot für viele Insekten in allen Entwicklungsstadien bieten, wird man an exotischen Gehölzen in unseren Gärten kaum jemals Fraßspuren von Raupen entdecken. Ein gutes Beispiel hierfür ist der beliebte, aber nichtheimische Sommerflieder (Buddleja) oder Schmetterlingsstrauch – für erwachsene Falter zwar eine sehr begehrte Nektarquelle, als Raupenfutterpflanze jedoch absolut wertlos. Ohne Raupen fehlt aber die Nahrungsgrundlage für Meisen und andere Vögel. Auch ein wohlmeinend aufgehängter Nistkasten nützt dann nicht mehr viel.

Dagegen nisten im schützenden Dickicht von Sträuchern wie Holunder, Weißdorn oder Pfaffenhütchen gerne zahlreiche Vögel wie Heckenbraunelle und Nachtigall. Im Herbst bieten die bunten Beeren den Vögeln einen reich gedeckten Tisch: Von Vogelbeere und Schwarzem Holunder ernähren sich zum Beispiel jeweils über 60 Vogelarten. Aber auch zahlreiche Säugetiere wie Mäuse und selbst Fleischfresser wie Fuchs und Marder naschen gerne an den leckeren Früchten.
Zahlreiche gute Gründe also, im Herbst einige einzelne Sträucher zu setzen oder eine ganze Hecke aus mehreren Arten anzulegen. Im übrigen sind einheimische Sträucher anspruchsloser und widerstandsfähiger, auch gegen witterungsbedingte Einflüsse und gegen Schädlinge. Zudem ist für jeden Gartenstandort etwas dabei: Weißdorn und Wildrosen lieben es sonnig, Haselnuss und Pfaffenhütchen genügt ein halbschattiger Standort und die Heckenkirsche gibt sich sogar mit einem schattigen Plätzchen zufrieden. Einheimische Sträucher sind jedoch nicht nur nützlich, sondern sehen auch hübsch aus. Und sie bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Naturbeobachtung.
Quelle:

http://hamburg.nabu.de/projekte/garten/gartentipps/05228.html

www.nabu.de

Kommentar & Ergänzung:

Für Naturbeobachtungen empfehle ich Ihnen meine Naturseminare

– Weissdorn, Holunder und Wacholder sind im Übrigen auch wichtige Heilpflanzen:

Weissdorn ist die wichtigste Herzpflanze der Phytotherapie, Schwarzer Holunder wirkt gegen Erkältungskrankheiten und Wacholderbeeren lindern Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Völlegefühl.

– Aus der Mahonie (Mahonia aquifolium, Zierberberitze) werden Salben hergestellt, die unterstützend eingesetzt werden bei Psoriasis, also bei Schuppenflechte.

– Beim Weissdorn-Strauch ist ein Problem im Auge zu behalten: Weissdorn überträgt – wie z. B. Cotoneaster, Loorbeermispel (Photinia davidiana), Vogelbeere – die Pflanzenkrankheit Feuerbrand, die durch Bakterien (Erwinia amylovora) verursacht wird.

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

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Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

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Phytotherapie im Überblick: Dermatologie

Im Bereich Hauterkrankungen / Dermatologie werden verschiedenste Heilpflanzen-Präparate empfohlen und angewendet.

Hier als Überblick eine überarbeitete und gekürzte Zusammenstellung aus der Universität Duisburg-Essen mit den wichtigsten Heilpflanzen bei Ekzemen, Wunden, Warzen und Fieberbläschen.

Entzündlich-nässende Dermatosen (Nässende Ekzeme)
Verwendet werden Heilpflanzen mit Gerbstoffen:
– Eichenrinde (Quercus robur, Quercus cortex)
– Hamamelisblätter und Hamamelisrinde (Hamamelis virginiana)

Ekzematöse Dermatosen
Bewährt haben sich Heilpflanzen mit Schleimstoffen oder Saponinen zur äußerlichen Anwendung
– Wildes Stiefmütterchen (Viola tricolor)
– Spitzwegerichkraut (Plantaginis herba, Plantago lanceolata)
– Holzteerpräparate (gewonnen aus Kiefer, Buche, Birke oder Wacholder)
– Mahonia aquifolia (Mahonie, Zierberberitze)
Innerlich kann das Öl aus den Samen der Nachtkerze oder aus Borretschsamen eingesetzt werden (Nachtkerzenöl = Oenotherae oleum, Borretschsamenöl = Boraginis oleum)
Wirksam in Nachtkerzenöl und Borretschöl ist der Gehalt an Gamma-Linolensäure.

Leichte Hautverletzungen, Wundheilungsstörungen
– Ringelblume (Calendula officinalis, Calendulae flos)
– Johanniskrautöl (Hyperici oleum)

Warzen (erfahrungsmedizinisch)
– Schöllkrautsaft (aus Chelidonium majus)
– Zitronensaft
– Zwiebelsaft
– Umckaloabo (Pelargonium sidoides, Kapland-Pelargonie)
– Knoblauchsaft
– Efeublätter (Hedera helix)
Herpes labialis (Fieberbläschen)
– Melissenblätter (Melissa officinalis, Melisae folium)
– Roter Sonnenhut (Echinacea purpurea), zur äußeren Anwendung als Salbe

Verbrennungen I. und II.Grades:
– Johanniskrautöl (Hyperici oleum)
– Ringelblume (Calendula officinalis) als Salbenverband

Kommentar & Ergänzung:

Bei nässenden Ekzemen kommen neben Eichenrinde und Hamamelis (Virginische Zaubernuss) auch andere gerbstoffreiche Heilpflanzen in Frage wie Schwarztee, Tormentill (Blutwurz) oder Walnussblätter.
Im Abschnitt Ekzematöse Dermatosen fehlt die Ballonrebe (Cardiospermum) und bei Mahonia müsste das Anwendungsgebiet präzisiert werden auf Psoriasis (Schuppenflechte) und allenfalls Akne.
Nachtkerzenöl und Borretschöl sind vor allem bei Neurodermitis (Atopische Dermatitis) zu empfehlen.
Bei leichten Hautverletzungen und Wunden wären noch zu erwähnen Chäslichrut (Malva silvestris / Malva neglecta), Hamamelis, Aloe vera und Kamille.
Im Bereich “Warzen” gibt es zahlreiche Hausrezepte, die aber kaum geklärt oder in ihrer Wirksamkeit dokumentiert sind. In der traditionellen Pflanzenheilkunde wird der Schöllkrautsaft sehr geschätzt (äusserlich aufgetragen).
Bei Fieberbläschen zeigen Salbei-Extrakt und Rhabarberwurzel-Extrakt Wirksamkeit gegen Herpes-Viren, in Salben ähnlich wie Zovirax.
Bei leichten Verbrennungen eignet sich Gel aus Aloe vera.

Ausführliche Informationen zu Heilpflanzen bei Hauterkrankungen und Wunden bekommen Sie in meinem Tagesseminar zu diesem Thema.
Siehe dazu:
www.phytotherapie-seminare.ch/index.php

Abschliessend zu diesem Überblick der Universität Duisburg-Essen soll noch betont werden, dass es nicht nur darauf ankommt, die richtige Heilpflanze für eine bestimmte Krankheit zu finden. Ebenso wichtig ist es, in welcher Form die Heilpflanze zur Anwendung kommt (z. B. Tee, verschiedene Varianten von Tinktur oder Extrakt).
Es ist nämlich eine ganze Anzahl von Heilpflanzen-Präparaten im Handel, von denen ausgesprochen fragwürdig ist, ob sie überhaupt eine Wirkung haben – neben fundierten Produkten, die es natürlich auch gibt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Ekzeme – was bringt die Behandlung mit Heilpflanzen?

Möglichkeiten und Grenzen der Behandlung von Ekzemen mit Heilpflanzen und Naturheilmitteln sind Thema am Tagesseminar “Heilpflanzen bei Hauterkrankungen und Wunden” vom 22. März 2010 in Winterthur.

Es geht um Heilpflanzen wie Cardiospermum (Ballonrebe), Hamamelis, Nachtkerzenöl, Eichenrinde, Ringelblumen, Stiefmütterchen, Mahonia (Zierberberitze), Aloe vera – und um Hautkrankheiten wie Neurodermitis (Atopische Dermatitis), Psoriasis (Schuppenflechte), Kontaktekzeme. Vermittelt wird der Stand des Wissens im Bereich Phytotherapie (Pflanzenheilkunde). Wichtig ist dabei nicht nur, welche Heilpflanze sich zur Behandlung welcher Hautkrankheit eignet. Genauso entscheidend ist beispielsweise auch die Wahl der passenden Anwendungsform (z. B. Salbe, wässrige Anwendung, Lotion) entsprechend dem jeweiligen Ekzemstadium.

Hier finden Sie Informationen zum Tagesseminar “Heilpflanzen bei Hauterkrankungen und Wunden”:
www.phytotherapie-seminare.ch/index.php

Im Buchshop können Sie das Fachbuch zum Thema anschauen und kaufen:
Phytotherapie bei Hauterkrankungen

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Phytotherapie – wo sie helfen kann

Die Grundlage unseres gegenwärtigen Wissensstandes über die Anwendung von Heilpflanzen ist die
oft Jahrhunderte lange traditionelle Anwendung von Pflanzen in der Volksmedizin.

Allerdings hat die traditionelle Pflanzenheilkunde nicht nur viele wertvolle Erkenntnisse auf der Grundlage von Erfahrungen gewonnen. Sie hat sich auch an zahlreichen Punkten über Jahrhunderte gründlich geirrt, weil wir Menschen mit unseren Erfahrungen einer ganzen Reihe von Täuschungsmöglichkeiten ausgesetzt sind.

Deshalb versucht eine neuere Phytotherapie die alten Erfahrungen aufzugreifen und sie mit wissenschaftlichen Methoden zu bestätigen oder zu widerlegen. Diese Arzneipflanzenforschung ist bestrebt, von modellhaften Labortests bis hin zu klinischen Studien an
Patienten Fakten für den therapeutischen Wert und die Unbedenklichkeit von Heilpflanzen-Präparaten (Phytopharmaka) zu liefern.

In folgenden Anwendungsbereichen hat sich die Phytotherapie alleine oder kombiniert mit anderen therapeutischen Maßnahmen bewährt:

(Die aufgeführten Arzneipflanzen stellen nur eine kleine Auswahl dar. Weil die Heilpflanzen bei Präparaten meist mit dem lateinischen Namen aufgeführt sind, ist auch dieser angegeben:

– Vorbeugung von Krankheiten:

Stärkung des Immunsystems, sogenannte Immunstimulation:
Roter Sonnenhut, Echinacea purpurea

Schwitzkuren bei Erkältungen bzw. beginnenden grippalen Infekten:

Holunderblüten, Sambucus nigra
Lindenblüten, Tilia – Arten, z. B. Tilia cordata (Winterlinde) und Tilia platyphyllos (Sommerlinde)

– Befindlichkeitsstörungen im Verdauungstrakt:

Entzündungen im Bereich der Mundhöhle (z. B. Mundschleimhautentzündung, Aphthen):
Salbei, Salvia officinalis
Blutwurz, Tormentill, Potentilla erecta

Blähungen, Krämpfe im Verdauungstrakt:
Kamille, Matricaria recutita
Kümmel, Carum carvi
Fenchel, Foeniculum vulgare
Pfefferminze, Mentha piperita

Appetitlosigkeit:
Arzneipflanzen mit Bitterstoffen:
Gelber Enzian, Gentiana-Arten
Tausendguldenkraut, Centaurium erythraea
Fieberklee, Bitterklee, Menyanthes trifoliata

Arzneipflanzen mit aromatisch-bitterem Geschmack:
Wermut, Artemisia absinthium
Schafgarbe, Achillea millefolium

Magenübersäuerung, Hyperacidität:
Käsepappel, Chäslichrut, Malva – Arten, vor allem Malva silvestris und Malva neglecta

Lebererkrankungen, Leberschutz:
Mariendistel, Silybum marianum

Erkrankungen der Galle:
Artischocke, Cynara scolymus
Löwenzahn, Taraxacum officinale

Durchfallerkrankungen:
Tormentill, Blutwurz, Potentilla erecta
Heidelbeeren (getrocknet!), Vaccinium myrtillus

Verstopfung:
Faulbaum, Frangula alnus
Senna, Cassia – Arten
Rhabarber, Rheum palmatum
Leinsamen, Linum usitatissimum
Flohsamen, Plantago ovata
Rizinus (als Rizinusöl), Ricinus communis

– Erkrankungen im Bereich der Atemwege:

Reizhusten – Tees mit schleimhaltigen Heilpflanzen:
Eibisch, Althaea officinalis
Isländisches Moos, Cetraria islandica
Wald-Malve, Wilde Malve, Malva silvestris
Spitzwegerich, Plantago lanceolata

Auswurffördernde Hustenmittel:

a) Arzneipflanzen mit ätherischem Öl:
Thymian, Thymus vulgaris
Anis, Pimpinella anisum
Eukalyptus, Eucalyptus globulus
Latschenkiefer, Pinus mugo

b) Arzneipflanzen mit Saponinen:
Schlüsselblume, Primula veris
Efeu, Hedera helix

c) Arzneipflanzen mit anderen Wirkstoffen:
Sonnentau, Drosera rotundifolia

– Erkrankungen im Urogenitaltrakt

Erhöhung der Harnmenge,
besonders bei Steinleiden oder
Entzündungen der ableitenden
Harnwege, z. B. Blasenentzündung (Cystitis)

Birke, Betula pendula
Hauhechel, Ononis spinosa
Schachtelhalm, Equisetum arvense
Wacholder, Juniperus communis
Goldrute, Solidago virgaurea

Antimikrobiell wirkend bei Blasenentzündung:
Bärentraube, Arctostaphylos uva-ursi
Preiselbeersaft

Unterstützung bei gutartiger
Prostatavergrösserung (Prostatahyperplasie, BPH):

Weidenröschen, Epilobium angustifolium (eher volksheilkundlich)
Sägepalme, Serenoa repens, Sabal serrulata
Kürbissamen, Cucurbita pepo

– Herz-Kreislaufbeschwerden:

Leichte Herzmuskelschwäche, “Altersherz”:
Weißdorn, Crataegus-Arten, v. a. Crataegus monogyna und Crataegus laevigata (= Crataegus oxyacantha)

Krampfadern, chronisch-venöse Insuffizinez, venöse Stauungen in den Beinen:
Rosskastanie, Aesculus hippocastanum

Durchblutungsstörungen:
Ginkgo, Ginkgo biloba
Vorbeugung gegen Arteriosklerose (= “Verkalkung”):
Knoblauch, Allium sativum
Artischocke, Cynara scolymus

– Nervöse Störungen:

Leichte und mittelschwere
Depressionen:

Johanniskraut, Hypericum perforatum

Einschlafstörungen:
Baldrian, Valeriana officinalis
Melisse, Melissa officinalis
Hopfen, Humulus lupulus
Lavendel, Lavandula angustifolia

– Erkrankungen aus Gynäkologie / Frauenheilkunde

Prämenstruelles Syndrom, Beschwerden im Klimakterium (Wechseljahrbeschwerden):
Mönchspfeffer, Keuschlamm, Vitex agnus-castus
Nordamerikanisches Wanzenkraut, Traubensilberkerze, Cimicifuga racemosa

– Hauterkrankungen:

Ringelblume, Calendula officinalis
Arnika, Arnica montana
Hamamelis, Zaubernuss, Hamamelis virginiana
Ballonrebe, Cardiospermum halicacabum
Mahonie, Zierberberitze, Mahonia aquifolia
Nachtkerze, Oenothera biennis
Kamille, Matricaria recutita

Wichtig ist aber im Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde immer:
Es kommt nicht nur darauf an, welche Heilpflanzen bei welchen Beschwerden eingesetzt werden können.
Genauso viel Sorgfalt verlangt die Frage, in welcher Form eine bestimmte Heilpflanze angewendet werden soll, zum Beispiel als Tee, Tinktur, Extrakt, ätherisches Öl, Inhalation, Bad, Salbe etc.
Zudem gibt es grosse Unterschiede beispielsweise bezüglich der Qualität von Tinkturen, Extrakten etc.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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