Thymian in der Frühjahrsküche

Der Thymian (Thymus vulgaris) zählt zu den feinen Kräutern der französischen Küche. Zusammen mit Schnittlauch, Kerbel, Petersilie und Estragon bildet er die Grundlage für die Gewürzmischung “Fines herbes”. Die frischen oder getrockneten Stängel, Blätter oder Sprossenden des Thymians verwendet man zum Würzen von Kräuteressig, Fleisch, Suppen, Saucen, Salaten, Gemüse und Kartoffeln. Das Thymiankraut macht fette Fleischspeisen und Würste bekömmlicher und länger haltbar, weil es nicht nur würzende Eigenschaften besitzt, sondern auch antimikrobielle Wirkstoffe enthält. Ein bekanntes Sommergericht, bei welchem Thymian nicht fehlen darf, ist das Ratatouille. Der Gemüseeintopf aus geschmorten Tomaten, Zwiebeln, Paprika, Auberginen, Zucchini und Knoblauch wird mit frischen Provence-Kräutern abgeschmeckt. Das sind vor allem Thymian, Rosmarin, Oregano, Majoran, Bohnenkraut und Lavendel.
Man reicht das Gemüsegericht mit ein bisschen Brot oder serviert es im Sommer auch gerne zu Steak und Kartoffeln vom Grill. Für den häuslichen Bedarf kann Thymian im Kräutergarten gezogen und während der Sommermonate von Mai bis September frisch genutzt werden. Die Ernte geschieht kurz vor Beginn oder während der Blüte. Thymiankraut lässt sich als Wintervorrat gut trocknen. Zu diesem Zweck erntet man es bei gutem Wetter um die Mittagszeit, wenn der Gehalt an ätherischen Ölen besonders hoch ist. Man bindet die geschnittenen Stängel zu kleinen Sträußen zusammen und hängt diese kopfüber an einen luftigen Ort. Getrockneter Thymian behält sein Aroma sehr lange und kann nach Bedarf von den getrockneten Stängeln abgerebelt werden. Thymiankraut riecht stark würzig und schmeckt herb, harmoniert auch mit Lorbeer, Muskat und Salbei. Thymian stammt aus den westlichen Mittelmeerländern und wächst in Mitteleuropa und Südeuropa wild an Berghängen. Als Würzpflanze und Heilpflanze schätzte man den Thymian schon in den mittelalterlichen Klostergärten. Man unterscheidet grob zwischen Arznei-Thymian, Echtem Thymian und Zitronen-Thymian. Letzterer duftet und schmeckt zitronig, weshalb er gerne für Salate eingesetzt wird.

Quelle:
http://www.aid.de/presse/presseinfo.php?mode=beitrag&id=5284

Kommentar & Ergänzung:

In der Phytotherapie gehört Thymian (Thymus vulgaris) zu den wichtigen Heilpflanzen bei produktivem Husten. Thymian wirkt auswurffördernd, krampflösend auf die Bronchien. Zur Anwendung kommt vor allem Thymiantee, Thymiantinktur oder Thymianöl.
Dieser Arzneithymian stammt also aus dem Mittelmeergebiet und kommt bei uns nicht wild vor.
Bei uns wächst dagegen Thymus serphyllum – der Quendel, Bergthymian oder Feldthymian genannt wird. Er enthält wie der Arzneithymian ätherisches Öl, wobei allerdings der Gehalt stark schwankt. Man trifft immer wieder auf Bergthymian, welcher kaum aromatisch riecht, was eine Heilwirkung fraglich erscheinen lässt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch


0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.