Vorbeugung der oralen Mukositis unter Chemotherapie

Bei immer aggressiver werdender Chemotherapie wird die Vorbeugung und Therapie oraler Nebenwirkungen wie der oralen Mukositis (Mundschleimhautentzündung) immer wichtiger. In einer Metaanalyse wurde die Wirksamkeit prophylaktischer Maßnahmen gegen eine orale Mukositis untersucht. Die Basis bildeten 131 randomisierte Studien mit 10.514 krebskranken Patienten.

Dabei konnte für die folgenden vorbeugenden Interventionen, zu denen jeweils mehr als eine Studie in die Auswertung einbezogen wurde, ein statistisch signifikanter Nutzen (manchmal allerdings nur ein schwacher) bezüglich der Prophylaxe oder Linderung einer oralen Mukositis gezeigt werden: für Präparate mit Aloe vera, Amifostin, für Kryotherapie (Eiswürfel, Speiseeis, aber kein saures Fruchteis), den Granulozyten-Kolonie-stimulierenden Faktor (GCSF), i.v. Glutamin, Honig, den Keratinozyten-Wachstumsfaktor, Laser, eine Polymyxin-Tobramycin-Amphotericin-Kombination in Form von Pastillen oder Pasten sowie für Sucralfat.

Der Nutzen der einzelnen Maßnahmen ist möglicherweise bei bestimmten Krebserkrankungen oder Krebstherapien stärker als bei anderen. Weitere Studien mit hoher Qualität und der Möglichkeit zu Subgruppen-Analysen sind nötig.

Für eine Vielzahl von Maßnahmen ist also ein Schutz vor Chemotherapie-assoziierter oraler Mukositis in Studien gezeigt worden.

Quelle:

http://www.medical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=109610&dspaid=944612

H.V. Worthington et al., Cochrane Database Syst Rev 2011; 4:CD000978

Kommentar & Ergänzung:

Schön, dass „Cochrane“ unter anderem auch Aloe vera und Honig als wirksam gegen Mukositis einstuft.

Zur Anwendung von Honig bei Mukositis:

Honig bei Mundschleimhautentzündung aufgrund von Chemotherapie

In der Phytotherapie gibt es darüber hinaus eine ganze Reihe von Heilpflanzen-Anwendungen, die zur Vorbeugung und Behandlung bei Mukositis / Mundschleimhautentzündung interessant sind, für die es aber offenbar noch keine Studien gibt, die den Cochrane-Standards genügen:

– Reizlindernde und schleimhautschützende Schleimstoffe aus Leinsamen oder Eibischwurzel;

– Für eher kurzfristige Anwendung Heilpflanzen mit Gerbstoffen wie Tormentillwurzel (Blutwurz);

– Gefrorene Ananasstückchen, siehe dazu auch:

Phytotherapie kann bei Krebs manche Beschwerden lindern

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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