Antibakterielle Eigenschaften von Cannabis sativa sind bereits seit den Fünfzigerjahren bekannt. In den letzten Jahren hat die Forschungstätigkeit zu Tetrahydrocannabinol und seinen Abkömmlingen aber stark zugenommen.

Ein Team der Universität Ost-Piemont hat in Kooperation mit der “School of Pharmacy” London die antibiotischen Wirkungen der bekanntesten Cannabinoide untersucht: THC (Tetrahydrocannabinol), CBG (Cannabigerol), CBC (Cannabichromen), CBD (Cannabidiol) und CBN (Cannabinol). Diese Substanzen zeigten gegen Bakterienstämme Wirkung, welche gegen klassische Antibiotika Resistenzen zeigten. Dazu zählen MRSA- Stämme (methicillinresistente Staphylokokkus aureus), welche für viele nosokomiale Infektionen verantwortlich sind.

Der Wirkmechanismus der Cannabis-Inhaltsstoffe ist noch nicht bekannt und wird weiter erforscht. Es wird sich zeigen, ob die Wirkstoffe für eine systemische Anwendung geeignet sind, oder die Verwendung auf die lokale Anwendung beschränkt ist. Im Kampf gegen die Resistenzentwicklung ist es vorteilhaft, dass die Cannabinoide bis jetzt nicht als Antibiotika genutzt wurden.

Quelle:
www.pharmavista.net
Journal of Natural Products, 8/2008

Kommentar:
Interessante Ergebnisse, allerdings scheint mir eine Anwendung von Cannabis als Antibiotikum noch in sehr weiter Ferne zu liegen. Jedenfalls wenn man daran denkt, wie schwierig es nur schon ist, Cannabis für die Anwendung zum Beispiel gegen Spastik bei Multiple Sklerose zu legalisieren, ein Einsatzbereich, bei dem die Heilpflanze unbestreitbare Qualitäten besitzt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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