Vögel halten sich Bakterien mit frischen Heilkräutern vom Leib. US-Wissenschaftler untersuchten das Nestmaterial verschiedener Vogelarten und fanden Heilpflanzen mit antibakterieller Wirkung. Jann Ichida von der Ohio Wesleyan Universität schließt daraus, daß Vogeleltern diese Pflanzen in ihr Nest stopfen, um sich und ihren Nachwuchs vor Mikroben zu bewahren.
Unter den gefundenen Heilpflanzen waren etwa Schafgarbe und die Blätter von zwei Eichenarten. Schafgarbe wirkt unter anderem entzündungshemmend und antibakteriell. Und Eichenextrakte hemmen im Laborversuch ebenfalls das Wachstum von Viren und Würmern.
“Solange die frischen Kräuter ausreichend hohe Konzentrationen der Chemikalien bieten, schaffen sie wohl, die Jungen vor schädlichen Erregern zu bewahren”, so Ichida au einer Tagung der Amerikanischen Gesellschaft für Mikrobiologie in New Orleans.

Quelle: www.aerztezeitung.de

Kommentar:
Die Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium) enthält tatsächlich ein ätherisches Öl mit antibakterieller Wirkung.
Dass Tiere Heilpflanzen nutzen, ist nicht ungewöhnlich. Die Frage ist nur, ob sie das gelernt haben oder einem Instinkt-Programm folgen.
Solche Berichte über die Nutzung von Heilpflanzen durch Tiere lösen bei manchen Menschen eine Art von Sehnsucht danach aus, dass auch wir Menschen so instinktiv die richtigen Heilpflanzen finden könnten.

Das dürfte eine Illusion sein. Wir Menschen haben einen grossen Teil unserer Instinkt-Steuerung verloren und damit auch die Sicherheit, die eine solche Instinktgebundenheit mit sich bringt. Instinktgebundene Tiere müssen sich nicht viel überlegen und sind frei von Zweifeln, ob eine Entscheidung richtig ist.
Allerdings bringt die Abschwächung der Instinkte dem Menschen auch einen Raum für (mehr oder weniger) freie Entscheidungen. Da gehört als Preis dafür auch dazu, dass wir auf die absolute Sicherheit der Instinktgebundenheit verzichten müssen, auch bei der Auswahl von geeigneten Heilpflanzen. Wir kommen also nicht darum herum, uns mit dem Für und Wider einzelner Heilpflanzen auseinanderzusetzen und eine Wahl zu treffen ohne letztendliche Gewissheit, dass es die richtige ist.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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