Der Echte Schwarzkümmel (Nigella sativa), häufig nur Schwarzkümmel genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Schwarzkümmel ist also nicht mit Kümmel und Kreuzkümmel verwandt.

Heimisch ist der Schwarzkümmel in Südeuropa, Westasien, Indien und Nordafrika.
Als pfefferartiges Gewürz und Medizin wird Schwarzkümmel im Orient bereits seit mehr als 2.000 Jahren verwendet. Punkto Geschmack erinnert Schwarzkümmel leicht an Sesam mit einer leichten Kreuzkümmelnote. Die schwarzen Samen, die im asiatischen Raum auch als “black onion seed” (“schwarzer Zwiebelsamen”) bezeichnet werden, streut man heute noch ähnlich wie Sesam auf Fladenbrot. Die Beliebtheit der Schwarzkümmelsamen als Brotgewürz führte zur Bezeichnung “Brotwurz”. Im Handel ist Schwarzkümmel häufig unter der Panjabi-Bezeichnung Kalonji erhältlich.

In der islamischen Welt kam der Schwarzkümmel zu grosser Popularität. Das soll auf einen Spruch Mohammeds (570 – 632 n. u. Z.) im Hadith (Buchari) zurückgehen: “Schwarzkümmel heilt jede Krankheit – ausser den Tod.”

Schwarzkümmelöl: grosse Versprechungen – viele offene Fragen

Schwarzkümmelöl ist ein fettes Öl, wird durch Pressung gewonnen und enthält daher auch ätherisches Öl. Es enthält neben gesättigten Fettsäuren die ungesättigten Fettsäuren Linolsäure und Ölsäure. Der Gehalt an Gamma-Linolensäure ist im Vergleich zum Nachtkerzenöl und zum Borretschsamenöl verhältnismässig gering.

Reines Schwarzkümmelöl wird in der Naturheilkunde als Heilmittel vor allem zur Linderung von Allergien (z. B. Heuschnupfen), Neurodermitis (Atopische Dermatitis), Psoriasis (Schuppenflechte), zur Regulierung des Immunsystems, gegen Asthma, in Begleitung von Chemotherapien zur Linderung der Nebenwirkungen, bei Verdauungsproblemen, Bluthochdruck sowie in der Tiermedizin empfohlen. In der indischen Heilkunde gilt Schwarzkümmelöl als bevorzugtes Mittel zu Linderung von Schwangerschaftsbeschwerden. Schwarzkümmelöl wird in Flaschen abgefüllt oder verkapselt. Die Kapseln können besser dosiert werden und sind länger haltbar. Schwarzkümmelöl ist in Apotheken, Drogerien und Reformhäusern erhältlich.

Die beste Qualität soll das kaltgepresste Öl aus ägyptischen Schwarzkümmelsamen besitzen, welche im trocken-heißen Klima Oberägyptens auf sandigen Böden gereift sind (Al-Baraka-Qualität); und auch in Österreich, speziell im Marchfeld (Wittau, Niederösterreich), wird Schwarzkümmel erfolgreich angebaut, geerntet und daraus kaltgepresstes Schwarzkümmelöl produziert.

Wichtig zu wissen ist: Schwarzkümmelöl ist als Nahrungsergänzungsmittel im Handel und nicht als Heilmittel zugelassen. Die Heilungsversprechungen, mit denen Schwarzkümmelöl zum Teil propagiert werden, sind daher nicht behördlich überprüft.

Bisher gibt es im wesentlichen tierexperimentelle Untersuchungen und Laborexperimente (in-vitro), in welchen antimikrobielle, antitumorale und immunmodulierende Effekte beschreiben wurden. Ob sich solche Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, bleibt dabei offen, weil valide klinische Studien mit Patienten bisher fehlen.

Bezüglich der Wirksamkeit von Schwarzkümmelöl bleiben also viele Fragen offen.
Nicht sehr überzeugend erscheint mir jedenfalls ein Ersatz von Nachtkerzenöl oder Borretschsamenöl durch Schwarzkümmelöl, wenn es um die Behandlung von atopischer Dermatitis (Neurodermitis) geht, weil zu diesem Zweck die Gamma-Linolensäure wesentlich ist. Der Gehalt an Gamma-Linolensäure ist jedenfalls im Nachtkerzenöl und im Borretschsamenöl wesentlich höher als im Schwarzkümmelöl.

Quellen:
Wikipedia;
Heilpflanzenlexikon von Dietrich Frohne (siehe Buchshop)
Biogene Nahrungsergänzungsmittel von Hans-Peter Hannssen, Angelika Koch, Rita Richter (siehe Buchshop)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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