Ätherische Öle aus Pflanzen könnten eine wirksame und kostengünstige Alternative im Kampf gegen multiresistente Krankenhauskeime sein. „Eine aktuelle Studie zeigt, dass beispielsweise ätherisches Öl aus Thymian Bakterien innerhalb von 60 Minuten abtöten kann. Möglicherweise haben pflanzliche Öle auch das Potenzial, den Einsatz von Anitbiotika insgesamt zu verringern”, erklärt Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI). Er bezieht sich dabei auf eine Forschungsarbeit von Wissenschaftlern um Yiannis Samaras vom Technologischen Institut der Ionischen Inseln in Griechenland. Die Studie wurde auf der Frühjahrskonferenz der Society for General Microbiology in Edinburgh vorgestellt.

Die Forscher testeten die antibakterielle Eigenschaften von acht verschiedenen ätherischen Ölen gegenüber unterschiedlichen Spezies von Staphylokokken. Diese Bakterienstämme sind zum Beispiel auf der Haut zu finden und können bei Personen mit geschwächtem Immunsystem gefährliche Infektionen auslösen. Antibiotika-resistente Stämme, wie beispielsweise Meticillin-resistenter Staphylococcus aureus sind ausgesprochen schwierig zu behandeln. „Die Forscher stellten fest, dass ätherische Öle aus Thymian sowie aus Zimt die beste Wirksamkeit gegen die Bakterien zeigten”, erläutert Dr. Wesiack.

Ätherische Öle wurden schon vor hunderten von Jahren als Arzneimittel angewendet. Australische Aborigines benutzten Teebaumöl zur Behandlung von Erkältungen, Hautinfektionen und Insektenstichen. Bis heute ist aber relativ wenig darüber bekannt, wie die ätherischen Öle ihre Wirkung entfalten. „Mehrere Studien haben gezeigt, dass ätherische Öle nicht nur gut verträglich sind, sondern auch gegen verschiedene Bakterien und Pilze helfen. Ihr therapeutischer Wert wurde beispielsweise bei Akne, Schuppen, Kopfläusen und Infektionen im Mundraum nachgewiesen”, hält Dr. Wesiack fest.

Quelle:

http://www.internisten-im-netz.de/de_news_6_0_883_etherische-le-gegen-antibiotika-resistente-bakterien.html

Kommentar & Ergänzung:

Zahlreiche ätherische Öle zeigen gute antibakterielle Eigenschaften. Von Thymianöl ist dies schon lange bekannt.

Allerdings ist für die Anwendung in der Praxis nicht nur die antibakterielle Wirksamkeit entscheidend. Genauso wichtig ist die Verträglichkeit auf der Haut. Hier ist Zimtöl eher problematisch. Auch Teebaumöl kann Reizungen auslösen. Ausserdem stimmt es nicht, dass die Aborigines bereits vor hunderten von Jahren Teebaumöl angewendet haben.  Meines Wissens verwendeten sie Aufgüsse von Teebaumblättern. Die Destillation von Teebaumöl geht auf die australischen Kolonialisten zurück.

Grundsätzlich ist es natürlich sehr begrüssenswert, dass die Möglichkeit geprüft wird, ob sich durch den Einsatz von ätherischen Ölen der Verbrauch von Antibiotika verringern lässt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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