Die Schweizer Generika-Herstellerin Mepha ergänzt ihr Sortiment um Arzneimittel, die auf pflanzlicher Basis hergestellt werden. In einem ersten Schritt lanciert Mepha für Patienten und Fachpersonen pflanzliche Medikamente gegen gedrückte Stimmung und das prämenstruelle Syndrom.

Mit diesem strategischen Schritt erweitert und ergänzt Mepha ihre Produktpalette an Generika, Generika mit Zusatznutzen und Originalmedikamenten sinnvoll um Präparate auf der Grundlage pflanzlicher Extrakte. Mit diesem Schritt will Mepha dem steigenden Trend nach natürlichen Heilmitteln und Therapien gerecht werden.

Unter dem Namen Hypericum-Mepha® bietet Mepha ein pflanzliches Arzneimittel auf der Basis von Johanniskraut-Extrakt zur Behandlung von gedrückter Stimmung an. Und mit Agnus castus-Mepha® ein Präparat mit Mönchspfeffer-Extrakt zur Linderung der Beschwerden beim prämenstruellen Syndrom. Im nächsten Jahr erweitert Mepha ihre Phytopharmaka-Linie mit einem Heilmittel zur unterstützenden Therapie von Gelenkschmerzen sowie einem Heilmittel zur Behandlung von nervösen Herzbeschwerden. Weitere Phytotherapie-Präparate sind in der Pipeline.

Die Wirkung der neuen pflanzlichen Medikamente von Mepha ist belegt, und die Präparate sind als Arzneimittel durch die Heilmittelkontrollstelle Swissmedic zugelassen. Die Neuheiten von Mepha sind rezeptfrei in der Apotheke, teilweise in der Drogerie oder beim selbstdispensierenden Arzt erhältlich. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen, wenn die Heilpflanzen-Präparate ärztlich verschrieben sind.

Quelle:

http://www.medical-tribune.ch/deutsch/news/news.php  01.10.2010

Kommentar & Ergänzung:

Für die Phytotherapie ist es natürlich erfreulich, wenn eine gut etablierte Firma eine Produktelinie mit qualitativ hochstehenden Heilpflanzen-Extrakten auf den Markt bringt. Mepha ist stark im Ärztekanal und wird die Produkte daher bestimmt den Medizinerinnen und Medizinern vorstellen. Ob die neuen Heilpflanzen-Präparate gegenüber den bisher erhältlichen Vorteile bringen, wird allerdings noch zu prüfen sein.

Der Klarheit halber wäre meines Erachtens noch festzuhalten:

Mepha hat einen Ruf als Generika-Herstellerin. Bei den Neuheiten aus dem Bereich der Phytotherapie wird es sich aber nicht um Generika handeln. Bei Phytopharmaka ist die Produktion von Generika gar nicht möglich. Heilpflanzen sind Vielstoff-Gemische, die nicht 1:1 kopiert werden können – im Gegensatz zum Beispiel zu synthetischen Medikamenten, die oft nur einen einzigen Inhaltsstoff enthalten.

Das ist auch der Grund, weshalb Forschungsergebnisse wie Patientenstudien, die mit dem Johanniskraut-Präparat „X“ erzielt wurden, nicht oder nur sehr bedingt auf die Johanniskraut-Präparate „Y“ und „Z“ übertragen werden können.

Dies zu wissen ist wichtig für die Beurteilung der Wirksamkeit von Heilpflanzen-Präparaten. Es ist aber auch eine Schwierigkeit, mit der die Phytotherapie-Forschung manchmal zu kämpfen hat.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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