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Komplementärmedizin und das Ideal permanenter Gesundheit

Gesundheitliches

Avatar-FotoMartin Koradi01.11.2010

Von der Schriftstellerin Karin Spaink stammt folgendes Zitat:

„Ein tiefer liegender Nährboden für den alternativen Sektor ist die Angst vor dem Tod, die Angst vor körperlichem Versagen. Mit all ihrer Kritik bestätigen alternative Heiler das Bild, das die Mediziner so gern ablegen wollen: das unmögliche Ideal permanenter Gesundheit, die für jeden erreichbar sei. Sie ergeben sich in – nur teilweise gerechtfertigter – Kritik an der medizinischen Welt und malen deren Unzulänglichkeiten in grellen Farben aus, stärken ihrerseits jedoch den Glauben der Öffentlichkeit, permanente Gesundheit sei für jedermann machbar und erreichbar – wir bräuchten nur einen anderen Weg einzuschlagen.

Natürlich, so hält der alternative Sektor seiner Klientel vor, sei es bei einer derart eingeengten Sicht auf den Menschen auch kein Wunder, dass Sie nicht geheilt werden konnten. Mit unseren Methoden dagegen….Eine Heilung sei jederzeit für jedermann möglich; es komme nur darauf an, intensiv genug nach der richtigen Behandlung, dem richtigen Weg zu suchen. Das schürt das latente Schuldgefühl, das kranke Menschen manchmal haben, nur noch mehr: Ich habe nicht ausdauernd genug gesucht, noch nicht alles ausprobiert.

Früher musste man sich mit den Launen, den Unzulänglichkeiten und Störungen des Körpers abfinden – das war nicht leicht und gelang auch bei weitem nicht jedem. Heute dagegen kann man den Moment, in dem man einsieht, dass man die Launen seines Körpers vielleicht akzeptieren muss, dadurch immer wieder hinausschieben, dass man es mit noch einer Kur, noch einer Behandlung, noch einem Therapeuten versucht, dass man erst den regulären Medizinbetrieb durchläuft, danach endlos im alternativen Bereich sucht – und als Folge dieser Flucht nach vorn braucht man sich der Notwendigkeit, sich mit den Tatsachen abzufinden, nicht einzugestehen.“

 

Karin Spaink, Schriftstellerin, in: Krankheit als Schuld? Rororo 1994

Kommentar & Ergänzung: Komplementärmedizin und das Ideal permanenter Gesundheit

Das ist eine Kritik, die im Bereich von Komplementärmedizin / Alternativmedizin / Naturheilkunde natürlich nicht gerade gerne gehört wird. Ich selber arbeite nun seit über 25 Jahren in diesem Terrain und muss feststellen, dass ich die von Karin Spaink geschilderte Haltung an allen Ecken und Enden antreffe. Hinter einer menschenfreundlichen Fassade sehe ich häufig eine ziemliche Portion Anmassung. Mit genauso viel Überzeugung wie Naivität wird nicht selten die Ansicht vertreten, dass man für jedes gesundheitliche Problem die einzige und richtige Lösung kenne. Ich habe in der sogenannten „Schulmedizin“ – mit der ich mich auch nicht einfach identifiziere – deutlich mehr Bescheidenheit angetroffen (ich suche mir hier allerdings „meine“ Leute auch sorgfältig aus).

Komplementärmedizin & Naturheilkunde dienen meiner Erfahrung nach mit ihren grossen Heilungsversprechungen häufig der Abwehr von Ohnmachtserfahrungen und ich bin überzeugt davon, dass das oft nicht zum Wohle der Patientinnen und Patienten ist. Bei Beschwerden und Krankheiten, die nicht heilbar sind, wäre es meines Erachtens häufig konstruktiver, die Betroffenen darin zu unterstützen, dass sie ihre Krankheit als nun zu ihrem Leben gehörend akzeptieren können.

Kraft, Zeit und Geld, die für eine permanente Suche nach der endgültigen Heilung verwendet wurden, könnten dann dafür eingesetzt werden, mit der Krankheit eine möglichst gute Lebensqualität anzustreben. Das ist allerdings für die Behandelnden eine schwierigere Rolle: Hier kann man nicht mehr einfach als grossartige Heilerin oder grossartiger Heiler auftreten. Gefragt ist die unspektakulärere Rolle einer langfristigen Begleitung der kranken Person über alle Besserungen und Rückschläge hinweg. Das ist anspruchsvoller auf der Ebene der therapeutischen Beziehung.

Meines Erachtens wäre es wichtig, dass sowohl Behandelnde als auch Behandelte im Bereich Komplementärmedizin / Naturheilkunde sich ernsthaft mit der Kritik von Karin Spaink auseinandersetzen würden. Damit konstruktivere Grundhaltungen mehr Gewicht bekommen in Komplementärmedizin bzw. Naturheilkunde.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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