Frauen, die ein Baby erwarten, sollten besser auf den Konum von lakritzehaltigen Nahrungs- und Genussmitteln verzichten, um die Gesundheit des Kindes nicht zu gefährden. Verschiedene Studien haben in letzter Zeit einen ungünstigen Effekt von Inhaltsstoffen der Süßholzwurzel auf die embryonale Entwicklung aufgezeigt. „Es wird vermutet, dass sich der Inhaltsstoff Glycyrrhizin aus Lakritze negativ auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes auswirken könnte. Bei Kindern von Frauen, die während der Schwangerschaft Lakritz gegessen hatten, wurden dreimal höhere Cortisol-Level gemessen als bei Kindern gleichen Alters, deren Mütter kein Lakritz gegessen hatten. Cortisol ist ein Stesshormon und besitzt ein sehr breites Wirkungsspektrum im Organismus. So besteht ein Zusammenhang zwischen Cortisol und der Bewältigung von Stress sowie der Entwicklung von Diabetes und Übergewicht”, erläutert Dr. Klaus König, Vizepräsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF). Er bezieht sich dabei auf eine Untersuchung um Katri Räikkönen von der Universität von Helsinki, deren Studie im Fachmagazin „Psychoneuroendocrinology” publiziert wurde. „Ein Gramm pro Woche reichte dabei schon aus, um bei dem Nachwuchs höhere Cortisol-Werte zu verursachen. Auch wenn die genauen Zusammenhänge bislang noch nicht geklärt sind, sollten Schwangere vorsichtshalber besser auf den Verzehr größerer Mengen lakritzhaltiger Produkte verzichten.”

Frühere Untersuchungen hatten bereits einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Lakritze während der Schwangerschaft und kognitiven Beeinträchtigungen beim Nachwuchs aufgezeigt. Konsumierten Mütter während der Schwangerschaft pro Woche über 100 Gramm Lakritze, so wurden später vermehrt Verhaltens- und Konzentrationsprobleme bei Nachwuchs beobachtet. Die Arbeitsgruppe um Katri Räikkönen an der Universität Helsinki vermutete damals, dass Glycyrrhizin die Plazenta durchlässiger für Stresshormone der Mutter machen könnte.

Quelle:

http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_news_652_1_980_lakritz-w-hrend-der-schwangerschaft-besser-vermeiden.html

Kommentar & Ergänzung:

Es gibt keine Hinweise darauf, dass der gelegentliche Genuss eines „Süssholzstengels“, also der Süssholzwurzel, schädlich sein könnte während der Schwangerschaft. Lakritze ( = „Bärendreck“) ist aber eingedickter Süssholzsaft, so dass die Konzentration der Inhaltsstoffe hier deutlich höher ist. Aus den bisher vorliegenden Untersuchungen ergeben sich aber deutliche Hinweise dafür, dass der regelmässige Konsum von Lakritze in der Schwangerschaft heikel sein könnte .

Siehe auch:

Lakritze – schädlich in der Schwangerschaft?

Süssholzwurzel gehört in der Phytotherapie zu den Hustenpflanzen. Mit anderen Heilpflanzen zusammen ist Süssholz oft Bestandteil von Hustentees. Lakritze wirkt zudem entzündungswidrig bei Magenschleimhautentzündung und Magengeschwür. Das würde ich aber nur unter ärztlicher Aussicht empfehlen, weil Lakritze in höheren Dosen auch den Mineralstoffhaushalt stören kann.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch