Artemisia ist der Name einer Pflanzengattung, zu der viele Heilpflanzen und Gewürzpflanzen gehören. Bekannte Vertreter der Gattung Artemisia sind Beifuß, Estragon und Wermut. Wermut ist beispielsweise als Heilpflanze bekannt, er enthält jedoch auch ein ätherisches Öl mit dem  Nervengift Thujon. Da Wermut (Artemisia absinthium) ein Bestandteil von Absinth ist, war der grünliche Branntwein jahrelang verboten.

Die meisten Pflanzen der Gattung Artemisia riechen sehr stark aromatisch und enthalten ätherische Öle. Zahlreiche Arten wurden schon in der Antike zum Würzen von Speisen verwendet oder wegen ihres Aromas in Duftsäckchen aufbewahrt.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=47762&drn:date=1312279200

Kommentar & Ergänzung:

Es fehlt hier noch die Erklärung zur Herkunft des Namens „Artemisia“:

„Artemisia wurde bereits bei Dioskurides und Plinius erwähnt, die damit Artemisia vulgaris und ähnliche Arten beschrieben. Angeblich stammt der Name der Gattung vom Namen der griechischen Göttin Artemis Ilithyia, der Geburtshelferin, wegen der Wirksamkeit bei Frauenkrankheiten, oder von der Königin Artemisia, Gattin des Mausolos von Halikarnassos, die die Heilkräfte bekannt gemacht haben soll.“

(Quelle: Wikipedia)

Die Gattung Artemisia gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und umfasst rund 250 – 500 Pflanzenarten.

Wikipedia führt als Auswahl auf:

Eberraute (Artemisia abrotanum)

Wermutkraut (Artemisia absinthium)

Indianer-Wermut oder Räucherwermut (Artemisia afra)

Einjähriger Beifuß (Artemisia annua)

Madeira-Beifuß (Artemisia argentea)

Duft-Beifuß (Artemisia aromatica) ?

Österreichischer Beifuß (Artemisia austriaca)

Zweijähriger Beifuß (Artemisia biennis)

Kalifornischer Beifuß (Artemisia californica)

Feld-Beifuß (Artemisia campestris)

Wurmsamen (Artemisia. cina)

Moxakraut (Artemisia douglasiana)

Russischer Estragon (Artemisia dracunculoides)

Deutscher Estragon (Artemisia dracunculus)

Ährige Edelraute auch Schwarze Edelraute (Artemisia genipi)

Heiligenbeifuß (Artemisia gmelinii)

Schlitzblättriger Beifuß (Artemisia laciniata)

Strand-Beifuß (Artemisia. maritima)

Waldsteppen-Beifuß (Artemisia. pancicii)

Pontischer Beifuß (Artemisia pontica)

Dünen-Beifuß (Artemisia pycnocephala)

Felsen-Beifuß (Artemisia rupestris)

Besen-Beifuß (Artemisia scoparia)

Sivers Beifuß (Artemisia siversiana)

Armenischer Beifuß (Artemisia. tournefortiana)

Wüsten-Beifuß (Artemisia tridentata)

Echte Edelraute (Artemisia umbelliformis, Syn.: Artemisia mutellina)

Kamtschatka-Beifuß (Artemisia verlotiorum)

Gewöhnlicher Beifuß (Artemisia vulgaris)

Cola-Strauch (Artemisia camphorata)

Elfenraute / Weißer China-Beifuß (Artemisia lactiflora)

Die bekannteste Heilpflanze aus der Gattung Artemisia ist der Wermut (Artemisia absinthium). Er gehört zu den Amara-Aromatica, das sind Heilpflanzen, die ätherische Öle enthalten und zugleich Bitterstoffe. Wermuttee hilft bei verschiedenen Verdauungsbeschwerden und bei Appetitlosigkeit.

Intensiv duftende Wermutvorkommen können Sie beispielsweise auf den Kräuterexkursionen in Jeizinen erleben.

Der Feld-Beifuss kommt an warmen, trockenen Stellen vor. Ihn treffe ich ebenfalls in Jeizinen und auch in Feldis.

Etwas ganz besonderes sind die Edelrauten. Sie duften absolut betörend. Schwarze Edelraute und Echte Edelraute treffen wir auf den Alpenblumenexkursionen auf der Birg in Mürren. Die Birg ist die Station zwischen Mürren und dem Schilthorn.

Das Moxakraut (Artemisia douglasiana) stammt aus Nordamerika von den Vereinigten Staaten bis Mexiko. Bei zahlreichen indianischen Stämmen hat die aromatische Pflanze eine ähnlich hohe kulturelle Bedeutung wie der Wüstenbeifuss. Neben den Räucherungen, welche unwillkommene Geister und Dämonen abhalten sollen, sind auch Schwitzbäder beliebt, um Erkältungen, Fieber und Kopfschmerzen entgegen zu wirken.

Der Name „Moxakraut“ bezieht sich auf die Moxibustion (auch Moxa-Therapie oder kurz „Moxen“ genannt). Dieses Verfahren wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) oft angewendet. Bei der Moxibustion werden kleinere Mengen von getrockneten, feinen Beifußfasern (Moxa) auf oder über bestimmten, auf den Meridianen liegenden Therapiepunkten abgebrannt. In Ostasien werden dazu allerdings verschiedene Beifuss-Arten verwendet.

Der Wüstenbeifuss (Artemisia tridentata) (englischer Trivialname: Sagebrush) wird auch Steppen-Beifuß oder Wüstensalbei genannt.

Für zahlreiche nordamerikanische Indianer ist der Wüsten-Beifuß eine der heiligsten Pflanzen. Sie verbrennen Wüsten-Beifuss in Zeremonien, im Glauben, dass dies böse Geister fernhalten und die Gedanken reinigen würde. Der Wüsten-Beifuß ist zudem die National-Blume des US-Bundesstaates Nevada.

Der Einjährige Beifuss (Artemisia annua) enthält Artemisinin, ein Wirkstoff, der weltweit zur Behandlung von Infektionen mit multiresistenten Stämmen von Plasmodium falciparum, dem Erreger der Malaria tropica, eingesetzt wird.

Zum Absinth-Schnaps siehe auch:

Absinth – was ist das genau?

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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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