Rosmarinsäure hemmt die Bildung des Enzyms COX-2 und wirkt auf diese Weise antientzündlich.

Der antientzündliche Effekt von Rosmarinsäure ist  an menschlichen Zellkulturen geprüft worden. Als Messparameter diente die Expression der Cyclooxygenase-2 (COX-2), deren Spiegel sich bei externen Reizen wie Verletzungen oder bei Entzündungen erhöht. Den US-amerikanischen Forschern ist es mit ihren Experimenten gelungen nachzuweisen, dass Rosmarinsäure die Bildung von COX-2 signifikant reduziert.

Quellen:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/urologische-krankheiten/article/661978/antientzuendlicher-effekt-rosmarin-zellkulturen-belegt.html?sh=39&h=-1436656583

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18936204

Kommentar & Ergänzung:

Zum Verständnis wichtig wäre an diesem Punkt wohl eine genauere Beschreibung dazu, in welchen Heilpflanzen Rosmarinsäure vorkommt. Richtig: In Rosmarin, aber auch in der Melisse ( = Zitronenmelisse) und vielen anderen Lippenblütlern, und im Beinwell (Wallwurz).

Zum Vorkommen der Rosmarinsäure schreibt Wikipedia:

„Vor allem die Familien der Lamiaceae, speziell die Unterfamilien Nepetoideae und Boraginaceaen sind reich an Rosmarinsäure. Sie kann aber auch in taxonomisch weiter entfernen Pflanzengruppen, wie Farnen und Hornmoosen, hier jedoch in geringerer Konzentration, gefunden werden.“

Und zur Verwendung:

„Rosmarinsäure besitzt antivirale, antibakterielle und antiinflammatorische Eigenschaften. Sie wird daher in verschiedenen Melissepräparaten (z. B. Lomaherpan® Creme) eingesetzt, außerdem in einigen Salben gegen Sportverletzungen (z. B. Traumaplant®).“

Ergänzung: In der Schweiz als Salbe gegen Herpes auf der Basis von Melissenextrakt „Valverde Fieberbläschensalbe“.

„Reine Rosmarinsäure wirkt gegen die komplementabhängige Stimulation der Prostaglandinsynthese, besitzt antioxidative Eigenschaften, blockiert die Opsonisierung und kann leicht über die Haut aufgenommen werden.

Rosmarinsäure besitzt, ebenso wie viele andere Phenolcarbonsäureester, gerbende Eigenschaften. Da sie vor allem in Pflanzenarten der Familie Lamiaceen vorkommt, wird sie auch als Lamiaceengerbstoff oder als Labiatengerbstoff – Labiatae ist die veraltete Bezeichnung für Lippenblütler – bezeichnet.“

(Quelle: Wikipedia)

Zur biologischen Bedeutung der Rosmarinsäure:

„Rosmarinsäure ist ein sekundärer Pflanzenstoff. Pflanzen synthetisieren sie als Abwehrstoff gegen Pilze und Bakterien. Außerdem wird vermutet, dass sie die Pflanze vor Fraßfeinden schützt. Pflanzen speichern Rosmarinsäure in den Vakuolen getrennt von Oxidasen. Kommt es zu einer Verletzung, wird diese Kompartimentierung aufgehoben. Die phenolischen Hydroxygruppen der Rosmarinsäure werden zu Orthochinonen oxidiert. Diese binden an Peptide und inaktivieren sie dadurch.“

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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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