Weidenrinde hat entzündungswidrige und schmerzstillende Wirkung, zum Beispiel bei Gelenkschmerzen infolge von Arthrose.

Im „Phyto-Forum“ der „Aerztezeitung“ wurde vor kurzem dazu folgende Frage gestellt:

„Schmerz- und Entzündungshemmer werden in der Langzeitanwendung immer wieder kontrovers diskutiert. Wie ist die Lage etwa bei Weidenrindenextrakt?“

Als Antwort schreibt Professor Rainer C. Görne:

„Das wirksame Prinzip der Weidenrinde ist Salicin, das im Organismus zur antientzündlichen und schmerzmindernden Salizylsäure umgewandelt wird. Diese Substanz ist chemisch-synthetisch hergestellter Acetyl-Salizylsäure (ASS) sehr ähnlich.

Salizylsäure und ASS hemmen die Synthese von Entzündungsmediatoren, den Prostaglandinen. Hieraus resultieren antientzündliche und schmerzmindernde Wirkung, aber auch Nebenwirkungen, die bei langfristiger Einnahme zu Dyspepsie, Sodbrennen, bis hin zu Magenblutungen, führen können.

Die genannten Nebenwirkungen sind nicht vollständig und müssen stets im Zusammenhang mit der eingenommenen Dosis bewertet werden. Insofern gibt es keine kontroverse Diskussion über Schmerz- und Entzündungshemmer, sondern es gilt die Feststellung, dass die Sinnhaftigkeit einer langfristigen Einnahme stets im Hinblick auf mögliche Nebenwirkungen zu überprüfen ist.“

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/schmerz/article/648939/phyto-forum-salizylsaeure-acetyl-salizylsaeure-sehr-aehnlich.html?sh=285&h=-1436656583

Kommentar & Ergänzung:

Diese Antwort geht meinem Eindruck nach nicht auf die Frage bezüglich Weidenrinde ein. Es ist selbstverständliche, dass „die Sinnhaftigkeit einer langfristigen Einnahme stets im Hinblick auf mögliche Nebenwirkungen zu überprüfen ist.“

Aber was ist nun mit der Weidenrinde?

Das Potenzial für gravierende Nebenwirkungen ist beim Weidenrinden-Extrakt mit Sicherheit viel geringer als bei NSAR wie Mefenacid oder Diclofenac. Weidenrindenextrakt ist von der Salicylat-Dosis her prägnant tiefer als Aspirin.

Weidenrinden-Extrakt zeigt eine leicht schmerzstillende Wirkung. Bei einer akuten Gelenkentzündung reicht die Entzündungshemmung aber meist nicht aus und es braucht oft stärkere Medikamente wie bspw. NSAR.

Ausserdem wichtig: Wenn im Text das Salicin aus der Weidenrinde in die Nähe der Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin) gestellt wird, dann ist es wichtig festzuhalten, dass die Wirkungen dieser beiden Substanzen sich in einem wesentlichen Punkt unterscheiden. Salicin wirkt im Gegensatz zu ASS / Aspirin nicht thrombozytenaggregationshemmend. Salicin bzw. Weidenrinde ist daher kein Ersatz für Aspirin Cardio!

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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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