Die Aussage “Hafer-Beta-Glucan verringert nachweislich den Cholesteringehalt im Blut” wurde von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) auf der Grundlage wissenschaftlicher Studien bestätigt und darf nun laut EU-Verordnung verwendet werden. Allerdings ist die Nutzung der Aussage an feste Bedingungen gebunden: So muss das mit dieser Angabe beworbene Lebensmittel pro Verzehrportion mindestens ein Gramm des Ballaststoffs Beta-Glucan enthalten und aus Hafergetreide stammen. Des Weiteren muss der Lebensmittelproduzent kennzeichnen, dass ein hoher Cholesterinwert zu den Risikofaktoren für koronare Herzerkrankungen zählt und dass sich die cholesterinsenkende Wirkung des Produkts bei einer Tagesaufnahme von drei Gramm Hafer-Beta-Glucan einstellt. Zahlreiche bekannte Erzeugnisse aus Hafer sind Vollkornprodukte und enthalten den Ballaststoff Beta-Glucan. So werden gemäss dem Getreidenährmittelverband schon mit einem Frühstück aus drei bis vier Esslöffeln Haferflocken mit Milch und Obst sowie einer Zwischenmahlzeit mit Joghurt, in den zwei Esslöffel Haferkleie eingerührt werden, drei Gramm Hafer-Beta-Glucan zugeführt.

Quelle:

http://www.presseportal.de/pm/74098/2158677/mit-hafer-den-cholesterinspiegel-senken

Kommentar & Ergänzung:

Dass ein ausreichend hoher Ballaststoffanteil in der Nahrung sich günstig auf die Gesundheit auswirkt, darüber sind sich wohl die meisten Ernährungsfachleute einig.

Ballaststoffe aus Hafer werden schon seit Jahren empfohlen zur Reduktion des Cholesterinspiegels und sind wohl auch nützlich zu diesem Zweck. Erwähnt werden muss dazu aber auch, dass die Reduktion verhältnismässig gering ist.

Das spiegelt sich auch im Abschnitt „Kleie“ in der Online-Enzyklopädie Wikipedia:

„Die quellfähigen und schleimbildenden Bestandteile der Kleie (ß-D-Glucan, Arabinoxylane) sorgen dafür, dass der Blutzuckeranstieg nach Stärkeaufnahme verzögert wird, was bei Diabetes Typ 2 erwünscht ist. Neben Vitaminen und Mineralstoffen sind in den Randschichten des Getreides auch unerwünschte Inhaltsstoffe wie Abwehrstoffe gegen Fraßfeinde (etwa Phytin) und Verunreinigungen (etwa Pestizide, Schwermetalle und Schimmelpilzgifte) konzentriert. Phytin bindet im Darm Mineralstoffe und Vitamine und verhindert dadurch die Verwertung dieser Stoffe für die Ernährung.

Regelmäßiger Verzehr von Haferkleie kann den Cholesterinspiegel des Körpers nur geringfügig senken, wie eine amerikanische Metaanalyse auf der Basis von 162 klinischen Einzelstudien herausfand. Bei der Verwendung von Kleie zur menschlichen Ernährung muss auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden, da es sonst zu schwerwiegenden Verstopfungen kommen kann. Im schlimmsten Fall kann es zu einem lebensbedrohenden Darmverschluss kommen.“

(Quelle: Wikipedia)

Sehr viele Nahrungsmittelhersteller versuchen, ihre Produkte als Quasi-Heilmittel zu verkaufen. Nichts fördert den Umsatz mehr, als wenn mit dem Produkt gleichzeitig noch „Gesundheit“ verkauft wird. Darum ist es sehr zu empfehlen, solchen „Health claims“ mit einer gesunden Portion Skepsis zu begegnen.

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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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