Eichenrinde enthält Gerbstoffe in hoher Konzentration. Sie eignet sich deshalb für eine ganze Reihe von Indikationen.

Die „Pharmaceutical Tribune“ widmete dieser interessanten Heilpflanze einen informativen Beitrag.

Wie kommt die Wirkung gegen Durchfall zustande?

„Eichenrindentee wird innerlich bei leichten Durchfallerkrankungen empfohlen. Nach Einnahme gerbstoffhältiger Zubereitungen kommt es im Darm zur Anlagerung der nicht resorbierbaren Gerbstoffe an der Oberfläche der Mukosazellen. Es erfolgt eine Verdichtung der Struktur, die ein Eindringen weiterer pathogener Keime in die Darmschleimhaut verhindert. Unter dieser Protektion kann sich die Mukosa regenerieren, und erhöhte Flüssigkeitsabsonderung ins Darmlumen wird gestoppt.“

Eichenrinde eignet sich durchaus zur Anwendung gegen Durchfall. Üblicher ist für diesen Anwendungsbereich in der Phytotherapie aber Blutwurz (= Tormentillwurzelstock, Stammpflanze: Aufrechtes Fingerkraut, Potentilla erecta), die etwa einen ähnlich hohen Gerbstoffgehalt hat. Einfacher ist eine Gerbstoffanwendung bei Durchfallerkrankung mit Schwarztee (10 Minuten ziehen lassen), weil dieser im Haushalt eher greifbar ist.

Gerbstoffanwendungen lassen sich aber auch gut einsetzen bei Schleimhautentzündungen im Mundraum und im Analbereich:

„Ein Absud eignet sich abgekühlt ebenfalls als Mundspülung oder Pinselung bei Entzündungen der Mundschleimhaut und bei Parodontitis. Besonders effektiv sind Sitzbäder mit Auszügen von Quercus cortex bei Analfissuren, Hämorrhoiden und Windeldermatitis bei Säuglingen.“

Auch bei Mundschleimhautentzündungen und anderen Entzündungen im Mundraum wird in der Regel eher Tormentill eingesetzt, vor allem als verdünnte Tormentilltinktur zur Pinselung oder für Spülungen.

Etabliert und bewährt ist das Eichenrindensitzbad bei Hämorrhoiden, Analfissuren und Windeldermatitis.

Achtung: Für Eichenrindenbäder keine Emailgefässe verwenden. Es könnten auf dem Email Verfärbungen entstehen, die sich kaum mehr entfernen lassen.

Quelle der Zitate:

Pharmaceutical Tribune Nr. 22/2011

http://www.pharmaceutical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=111030&dspaid=961690

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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