Wer regelmäßig Grüntee trinkt (etwa drei Tassen in drei Tagen pro Woche), reduziert höchstwahrscheinlich das Risiko, an einem Tumor des Verdauungssystems zu erkranken. Dieses Fazit ziehen US-Forscher aufgrund einer Langzeitstudie, an der fast 70.000 chinesische Frauen teilgenommen haben. Besonders deutlich war der Zusammenhang bei Magenkrebs, Darmkrebs und Speiseröhrenkrebs, schreiben die Wissenschaftler im “American Journal of Clinical Nutrition”.

Quelle:

http://derstandard.at/1350260143676/Regelmaessig-gruener-Tee-reduziert-das-Krebsrisiko

Kommentar & Ergänzung:

Interessante Meldung. Aber: Mit dieser Art von Studien kann ein ursächlicher Zusammenhang von Grüntee-Konsum und tieferen Krebserkrankungsraten nie zweifelsfrei belegt werden, selbst wenn 700 000 Menschen in die Untersuchung einbezogen würden. Es lässt sich nämlich nicht ausschliessen, dass ein dritter, unbekannter Faktor für den Effekt verantwortlich ist.

Beispielsweise könnte es sein, dass Grüntee-Trinker weniger Schnaps konsumieren und der hochprozentige Alkohol Krebs im der Speiseröhre und im Magen fördert. Das ergäbe dann auch eine tiefere Krebsrate durch den tieferen Alkoholkonsum.

Das ist aber nur ein Beispiel zu Illustration – nicht sehr realistisch bei Frauen aus China – aber so ähnlich könnte ein Störfaktor die Studie verfälschen.

Bisherige Krebspräventions-Studien mit Grüntee kamen meinem Eindruck nach auf höhere notwendige Dosierungen. Allerdings geht es bei dieser Meldung um Krebsarten im Verdauungstrakt, bei denen die Inhaltsstoffe aus dem Grüntee nicht zuerst in den Körper aufgenommen werden müssen, sondern lokal einwirken können. Das könnte eine tiefere Dosierung plausibel machen.

Als wichtigster Wirkstoff im Grüntee gilt Epigallocatechingallat (EGCG),  das zu den Polyphenolen gehört.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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