Mehr als 1.000 Unternehmen weltweit sollen mit Heilpflanzen-Produkten nach Schätzungen mehr als 60 Milliarden Euro Umsatz machen. Pflanzenpräparate sind ein riesiger Markt.

Gemäss einer Studie der Uni Guelph in Kanada ist allerdings in vielen Produkten nicht drin, was draufsteht – zum Teil bestehe dadurch gar ein Gesundheitsrisiko.
Für ihre Studie untersuchten die Forscher per DNA-Analyse 44 Kräutermischungen. In nur zwei der Kräutermischungen fanden sie genau das, was auf der Inhaltsliste aufgeführt war. In 60 Prozent fanden sie nicht deklarierte Stoffe. Beispielsweise fanden die Wissenschaftler in einem Ginkgo-Produkt Schwarznuss, was Allergien bewirken kann. In Johanniskraut entdeckten sie eine Pflanze, die abführend wirkt.

Bei 30 Prozent der Proben waren Füllstoffe wie Reis, Sojabohnen oder Weizen beigesetzt – und dafür weniger Kräuter.

Quelle:

http://www.dradiowissen.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=273705

Kommentar & Ergänzung:

Die Meldung zu dieser Studie ist etwas gar knapp, so dass es nicht einfach ist, sich eine fundierte Meinung dazu zu bilden.

Es ist zwar kein zentraler Punkt, aber mir scheint die Zahl von „mehr als 1000 Unternehmen weltweit“, die Heilpflanzen-Produkte herstellen sollen, sehr tief. Würde mich interessieren, wie diese Zahl zustande gekommen ist.

Entscheidender ist jedoch die Frage, ob und wie weit sich diese Ergebnisse aus Kanada auf die Schweiz, Deutschland und Österreich übertragen lassen. Ich kenne die Situation betreffend Heilpflanzen-Produkte in Kanada nicht. Von den USA ist mir bekannt, dass dort  viele pflanzliche Produkte nicht als Arzneimittel, sondern mehr oder weniger kontrolliert als „dietary supplements“ in Drugstores verkauft werden. In der Schweiz, aber vermutlich auch in Deutschland und Österreich, wird ein grösserer Anteil der pflanzlichen Produkte als Arzneimittel registriert. Das müsste normalerweise eigentlich auch zur Folge haben, dass sie stärker kontrolliert werden.

Wer Heilpflanzen-Produkte anwenden will, fährt meines Erachtens am besten mit Präparaten,  die als Arzneimittel registriert sind.  Einfach weil die Anforderungen und Kontrollen höher sind als bei Nahrungsergänzungsmitteln. Zum Beispiel müssen die verwendeten Heilpflanzen bei Arzneimitteln den Anforderungen des staatlichen Arzneibuches (Pharmakopöe) entsprechen.

Ich zweifle sehr daran, ob diese Ergebnisse aus Kanada so einfach auf die Verhältnisse bei uns übertragbar sind.

Allerdings gibt es auch bei uns grosse Unterschiede, was die Qualität von Heilpflanzen-Produkten oder von anderen Naturheilmitteln anbelangt.

Es ist nicht einfach alles super, was als natürlich daher kommt.

Genau hinschauen und sich schlau machen lohnt sich.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
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