An einen Symposium über „Die Heilkraft des Wassers“ kam der Kneippkurarzt Dr. Heinz Schiller auch auf die Anwendung von ätherischen Ölen zu sprechen.

Bei einem Fichtennadelölbad beispielsweise werde der Großteil der Wirkstoffe nicht – wie lange Zeit angenommen – über die Atemwege, sondern über die Haut aufgenommen und erst nach dem Bad langsam ins Blut abgegeben. Dies gewährleiste eine nachhaltige und bei mehrwöchiger kurmäßiger Anwendung sogar noch steigende Wirkung, sagte Schiller.

Quelle:

http://www.springermedizin.at/fachbereiche-a-z/i-o/komplementaermedizin/?full=43857

 

Kommentar & Ergänzung:

Für viele Stoffe bildet die menschliche Haut eine undurchlässige Grenze. Längst nicht alle Substanzen, die auf die Haut aufgetragen werden, durchdringen sie auch. Zum Glück. Sonst würden wir wohl nicht lange überleben.

Auch bei vielen Stoffen, die in medizinischer Absicht auf die Haut aufgetragen werden, ist fraglich, ob und wie stark sie in relevanten Mengen aufgenommen werden und so eine therapeutische Wirkung entfalten (zum Beispiel bei Aescin aus Rosskastaniensalben).

Kleine, lipophile Moleküle wie die Bestandteile von ätherischen Ölen gehen aber gut durch die Haut. Das ist nichts Neues.

Interessant ist aber der Hinweis, dass die aufgenommenen ätherischen Öle nur verzögert ins Blut gelangen. Das ergäbe eine Art von Retard-Effekt.

Interessant könnte das zum Beispiel sein für Lavendelöl-Anwendungen als Einreibung gemischt mit Mandelöl abends als Einschlafhilfe. Kommt es hier zu einem verzögerten Effekt, kann sich die schlaffördernde Wirkung in die Nacht hinein entfalten.

Leider fehlt in dem Bericht über das Symposium eine Quellenangabe zu dieser Aussage (Wie, von wem und wann wurde dieser “Retard-Effekt festgestellt?)

Das erwähnte Fichtennadelöl wird vor allem als schleimlösendes Mittel bei Husten und Bronchitis angewendet.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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