Ulrike Viegner hat in der „Pharmazeutischen Zeitung“ einen informativen Artikel publiziert über das „Multitalent Ethanol“. Neben dem Anwendungsbereich in der Arzneimittelherstellung – zum Beispiel für Pflanzentinkturen – kommt die Autorin auch auf die pharmazeutische Wirkung zu sprechen, die der Alkohol bzw. Ethanol selbst besitzt.

Seine antimikrobielle Wirkung mache Ethanol zu einem viel verwendeten Desinfektionsmittel, schreibt Viegner. Geeignet für diesen Zweck sei ein Gemisch aus 70 Teilen Ethanol und 30 Teilen Wasser.

„Mit einer 70-prozentigen Ethanol-Lösung werden Bakterien durch Eiweißdenaturierung zuverlässig abgetötet, wobei der Wasseranteil durch seine Quellwirkung wie ein Türöffner funktioniert. In 100-prozentigem Ethanol dagegen wird lediglich das Bakterienwachstum gehemmt.“

70-prozentiges Ethanol wirke nicht nur bakterizid (bakterientötend), sondern auch zuverlässig fungizid (pilztötend).

„Sporen von Pilzen und Bakterien lassen sich so allerdings nicht vernichten.“ Die viruzide (= virentötende) Wirkung von Ethanol sei ebenfalls gut, weise jedoch eine Lücke bei den nackten Spezies ohne Virushülle auf. Die mikrozide Wirkung von Ethanol trete innerhalb weniger Minuten ein. Für die Anwendung als Hautdesinfizienz sei auch von Vorteil, dass Ethanol kein allergenes Potenzial besitze. Von Nachteil sei dagegen das Brennen auf offenen Wunden.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=41009

Kommentar & Ergänzung:

Alkohol ist eine sehr simple Substanz, aber Einfachheit kann eben auch ein Vorteil sein.

Alkohol 70% zur Desinfektion kauft man in der Apotheke oder Drogerie. Er ist vergällt, enthält also einen Stoff mit schlechtem Geschmack, der verhindern soll, dass er innerlich verwendet, also getrunken wird. Darum ist er billig im Vergleich zum Trinksprit, der stark mit Steuern verteuert wird.

Für die Herstellung von Pflanzentinkturen, die äusserlich angewendet werden – zum Beispiel Ringelblumentinktur oder Kamillentinktur – kann auch der billigere Alkohol 70% verwendet werden. Für Pflanzentinkturen zu innerlichem Gebrauch wird dagegen der teurere Trinksprit eingesetzt.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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