Als eine der ersten Frühlingsblumen ist gerade der Huflattich am aufblühen. Im Dialekt heisst die Pflanze auch Ziitröseli, Märzeblüemli oder Teeblüemli. Huflattich (Tussilago farfara) ist eine traditionelle Hustenpflanze, wobei Huflattichblüten und Huflattichblätter zur Anwendung kommen. Die Huflattichblätter entwickeln sich erst später im Jahr, nachdem die Huflattichblüten bereits verblüht sind.

Huflattich ist ein Rohboden-Pionier. Er wächst gern auf offener Erde, zum Beispiel an Wegrändern, in Lehmgruben oder Kiesgruben.

Problematisch am Huflattich ist, dass er Pyrrolizidinalkaloide (PA) enthält, die sich tierexperimentell als lebertoxisch und krebsfördernd erwiesen haben. Zwar sind in diesen Tierexperimenten sehr hohe Mengen an Pyrrolizidinalkaloiden verwendet worden, doch haben Experimente an menschlichen Leberzellen gezeigt, dass die schädlichen Wirkungen dort genauso eintreten können wie in den tierischen Leberzellen.

Ausserdem gibt es mit anderen PA-haltigen Pflanzen eindrückliche Vergiftungen in der Tiermedizin, vor allem mit Senecio-Arten (Kreuzkraut) wie dem Jakobskreuzkraut und dem Alpen-Kreuzkraut. Damit ist klar, dass es sich bei den PA-Vergiftungen nicht einfach um abstrakte Laborereignisse handelt.

Auch wenn nicht wirklich geklärt ist, ob Huflattichtee für den Menschen gefährlich ist und wenn ja bei welcher Menge und Anwendungsdauer:

Huflattichtee sollte nicht länger als 6 Wochen pro Jahr  angewendet werden und keinesfalls während Schwangerschaft und Stillzeit.

Ich selber empfehle den Huflattich nicht mehr als Hustenpflanze und ersetze ihn vorzugsweise durch Malvenblütentee aus Malva silvestris oder durch Eibischwurzel. Diese beiden Heilpflanzen enthalten wie der Huflattich Schleimstoffe, die Hustenreiz lindern können, und sind toxikologisch völlig unbedenklich.

Ich muss nicht jede Pflanze für irgendeinen Zweck verwenden und kann mich auch einfach über den Huflattich als Frühlingsboten freuen.

Inzwischen gibt es auch eine PA-freie Huflattichzüchtung, für die die oben genannten Einschränkungen natürlich nicht gelten. Sammelt man Huflattich selber, weiss man nie genau, wieviel PA die gesammelten Blätter oder Blüten enthalten, weil der Gehalt in der Natur schwankt.

Wer sich für Wirkstoffe und Heilpflanzen-Anwendungen interessiert, kann dazu fundiertes Wissen erwerben in meinen Lehrgängen, dem Heilpflanzen-Seminar und der Phytotherapie-Ausbildung.