In einem Fachbeitrag im Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (JDDG) mit dem Titel „Welche Pflanze für welche Hauterkrankung?“ ist ein interessanter Abschnitt über Eukalyptusöl bei Fusspilz zu finden:

Eukalyptus (Eucalyptus pauciflora)

In einer nicht kontrollierten klinischen Studie wurde 1 % ätherisches Öl mit einem hohen Anteil an Cineol….aus dem Schnee-Eukalyptus (Eucalyptus pauciflora) in einer Salbengrundlage zweimal täglich über drei Wochen von 50 Patienten mit Tinea pedis, cruris oder corporis angewendet. Bereits nach zwei Wochen ließ sich bei sämtlichen Patienten kein Mycel mehr in der mikroskopischen Evaluation nachweisen. Nach drei Wochen waren 60 % der Patienten komplett abgeheilt, die übrigen 40 % wiesen eine deutliche Besserung der Symptome Erythem, Schuppung, Juckreiz, Mazeration, Bläschen oder Pustelbildung auf. Bei keinem mikroskopisch negativen Fall war bei der Kontrolle nach zwei Monaten ein Rezidiv nachweisbar.“

Quelle:

JDDG; 2010 • 8:866–874

DOI: 10.1111/j.1610-0387.2010.07472.x

 

Kommentar & Ergänzung:

Eukalyptusöl wird in Aromatherapie und Phytotherapie vor allem bei Erkältungskrankheiten angewendet und hauptsächlich als schleimlösendes und antimikrobielles Mittel bei Husten und Bronchitis.

Dabei kommt aber Eukalyptusöl aus Eukalptus globulus zum Einsatz (= Gewöhnlicher oder Echter Eukalyptus), jedenfalls in der Phytotherapie. Es enthält als Hauptkomponente Hauptkomponente 70–85% 1,8-Cineol (= Eucalyptol) und wirkt im Labor (in-vitro) gegen zahlreiche Bakterien und Pilze.

Bei Eucalyptus pauciflora handelt es sich um den Schnee-Eukalyptus, der wie der Gewöhnliche Eukalyptus aus Australien stammt. Eucalyptus pauciflora ist nicht in den Arzneibüchern aufgeführt und wird in der Phytotherapie daher nicht verwendet.

Zu Eukalyptus pauciflora finde ich nur Angaben zu seiner Verwendung als Gartenpflanze aber keine Angaben zur Zusammensetzung des ätherischen Öls.

Ich gehe aber davon aus, dass die Zusammensetzung der ätherischen Öle dieser beiden Eukalyptus-Arten wohl nicht so grundsätzlich anders sein dürfte.

Von daher wäre es interesssant, eine Salbengrundlage mit 1% Eukalyptusöl aus Eukalyptus globulus bei Fusspilz zu erproben.

Angemerkt werden muss aber noch, dass eine Wirksamkeit bei Hautpilzen verschiedener Art bei ätherischen Ölen nicht selten ist. Solche Effekte gibt es zum Beispiel auch bei Lavendelöl, Korianderöl, Kümmelöl, Teebaumöl, Thymianöl, Pfefferminzöl u.a.

Wer sich vertieftes Wissen über Heilpflanzen-Anwendungen erwerben möchte, kann das an meinen Lehrgängen, dem Heilpflanzen-Seminar und der Phytotherapie-Ausbildung.