Baldrian (Valeriana officinalis) ist die bekannteste Heilpflanze gegen Schlafstörungen. Er lässt sich gut im Garten kultivieren.

Baldrian-Anbau im Garten

Baldrian stellt keine speziellen Ansprüche. Er entwickelt sich gut auf trockenen und feuchten Böden, im Halbschatten und ebenso in der prallen Sonne. Gesät wird Baldrian direkt im Freiland von Mitte März bis Ende Mai mit einem Reihenabstand von 50cm und einer Aussaatmenge von 50 Korn pro laufenden Meter. Den Samen nicht mit Erde abdecken, weil Baldrian ein Lichtkeimer ist. Bis zur Keimung ist der Samen immer gut feucht zu halten, weil er sonst rasch austrocknet. Die Keimzeit beträgt 7 – 14 Tage, bei ungünstigen Bedingungen manchmal auch etwas länger. Nach dem Auflaufen der Pflanzen auf 25cm in der Reihe vereinzeln. Erst im zweiten Jahr von September bis November die Wurzeln ausgraben.

Konservierung

Baldrianwurzeln können bei Temperaturen um + 35° C gedörrt werden.

Quelle: www.biogemuese.ch

Kommentar & Ergänzung

Dass Baldrian ein Mittel gegen Schlafstörungen ist, wissen ziemlich viele Menschen. Wie die Pflanze aussieht und wo sie wächst, ist dagegen viel weniger bekannt. Arznei-Baldrian (Valeriana officinalis) kommt auch im Flachland und in der Nähe von Städten und Dörfern vor, zum Beispiel an Bachläufen und Waldrändern. In den Bergen sind häufig andere Baldrianarten anzutreffen, die weniger gross werden (Berg-Baldrian, Dreiblatt-Baldrian).

Baldrian als Heilpflanze

Zur Verwendung als Heilpflanzen genutzt wird ausschliesslich der Wurzelstock von Valeriana officinalis. Er lässt sich als Baldriantee, Baldriantinktur oder Baldrianextrakt anwenden. Baldriantee ist geschmacklich eine Zumutung, Baldriantinktur auch, aber sie ist schneller geschluckt. Baldriantinktur muss aber hoch genug dosiert werden (1 Teelöffel als Einzeldosis). Dosierungen von 3 – 5 Tropfen, wie sie zum Teil empfohlen werden, sind ungenügend. Wirksamer ist Baldrianextrakt. Er wird allerdings meistens in Kombination mit Hopfenextrakt eingesetzt (zum Beispiel als Redormin).

Entgegen einer verbreiteten Überzeugung hat Baldrian keine Sofortwirkung. Eine Anwendungsdauer über mindestens 3 – 4 Wochen ist für Baldrianpräparate nötig, damit sie ihre Wirkung entfalten können. Das schliesst aber nicht aus, dass kurzfristig angewendet nützliche Placebo-Effekte auftreten und Schlafstörungen verbessern können.

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