Die österreichische Tageszeitung „Kurier“ publizierte einen Text zur Anwendung von ätherischen Ölen in der Aromatherapie.

Unter der Überschrift „Erfolge bei Krebs“ geht der Artikel auch auf Anwendungsmöglichkeiten in der Onkologie ein:

«Besonders spannend sind wissenschaftliche Hinweise, dass Aromatherapie auch bei Krebs wirksam helfen kann. Bei Tierversuchen konnten Tumore durch die Behandlung mit ätherischen Ölen geschrumpft werden. “Es gibt einige Tierversuche an unterschiedlichen Tumorarten, wo vorzugsweise Limonen und sein Stoffwechselprodukt Perillylalkohol verwendet wurden. Hier konnte nachgewiesen werden, dass die Inhaltsstoffe den frühzeitigen Zelltod von Tumorzellen unterstützen”, erklärt Steflitsch. Man müsse diese Studienergebnisse aber insofern relativieren, als dass bei den Tierversuchen hohe Dosen verwendet wurden, die man beim Menschen nicht einfach anwenden kann. Es sei aber ein guter Ansatz, um etwas daraus zu entwickeln.»

Dieser Abschnitt ist etwas fragwürdig. Zwar wird hier richtigerweise darauf hingewiesen, dass die Resultate nicht einfach aus dem Labor auf die Anwendung bei Krebspatienten übertragen werden können. Aber eigentlich würde ich es vorziehen, diese Infos gar nicht hier aufzutischen, denn Krebspatienten machen sich verständlicherweise Hoffnungen, die in diesem Fall mit grösster Wahrscheinlichkeit enttäuscht würden.

Laboruntersuchungen sind meistens ziemlich kostengünstig durchzuführen. Aber gerade bei Krebs besteht ein riesiger Unterschied zwischen Effekten im Reagenzglas und therapeutischen Wirkungen bei Patientinnen und Patienten.

Linderung von Nebenwirkungen bei der Behandlung von Krebs

Zurecht weist der Artikel auf einen bedeutenderen Anwendungsbereich der Aromatherapie bei Menschen mit Krebs hin:

«Was bei der Therapie von Krebspatienten viel wichtiger ist, ist die Linderung der Nebenwirkungen durch Aromastoffe. Diese können beispielsweise bei durch Strahlentherapie geschädigtem Gewebe helfen. Im Sinne einer ganzheitlichen Gesundheitsförderung und Behandlung mit einer Kombination aus konventioneller Medizin und Komplementärmedizin kommt der Aromatherapie allgemein große Bedeutung zu.

Verfolgt man einen ganzheitlichen Ansatz, so muss man auch die Psyche des Menschen berücksichtigen. Mit wohlriechenden Ölen kann man viel Gutes bewirken. “Es muss ja nicht immer nur die bittere Medizin sein.”»

Quelle:

https://kurier.at/wellness/aromatherapie-aetherische-oele-die-heilende-kraft-der-aromen/232.011.937

Kommentar & Ergänzung:

Aromatherapie und Phytotherapie können tatsächlich sinnvoll zur Verminderung von Nebenwirkungen der Behandlung bei Krebs angewendet werden. In der Phytotherapie gibt es allerdings ein breiteres Spektrum an möglichen Wirkstoffen. So werden neben ätherischen Ölen insbesondere auch Gerbstoffe, Bitterstoffe und Schleimstoffe eingesetzt.

Ich führe zweimal im Tagesseminar durch zum Thema:

Heilpflanzen-Anwendungen für Palliative Care und Onkologiepflege

Wer sich vertieftes Wissen über die verschiedenen Zubereitungsformen und Anwendungsbereiche von Heilpflanzen erwerben möchte, kann das in meinen Lehrgängen, dem Heilpflanzen-Seminar und der Phytotherapie-Ausbildung.