Lavendel

Kräuter trocknen kann man auf unterschiedliche Art. Wer Heilkräuter oder Küchenkräuter trocknet, macht sie nicht nur länger haltbar, sondern kann auch viel von ihrem frischen Aroma und ihrer Wirkung erhalten.

Die Zeitschrift Öko-Test stellt in einem Beitrag vier Methoden vor, um Kräuter wie Lavendel, Majoran, Oregano, Rosmarin, Salbei oder Thymian zu trocknen, und gibt Tipps, was dabei zu beachten ist.

Kräuter trocknen – verschiedene Methoden

Kräuter lassen sich an der freien Luft, im Backofen, in der Mikrowelle oder im Dörrgerät trocknen.

An der freien Luft Kräuter trocknen

Das ist die klassische und energiesparende Methode. Man bündelt die Kräuter einfach und hängt sie an einem warmen, trockenen Ort auf. An der Trockenstelle sollte eine gute Luftzirkulation gewährleistet sein, damit sich kein Schimmel entwickeln kann.

Gut eignen sich belüftete Dachböden oder Abstellräume, wo die Kräuter zudem vor direktem Sonnenlicht geschützt sind. Das ist vorteilhaft, weil Sonneneinstrahlung die Aromen und Farben der Kräuter beeinträchtigen kann.

Im Backofen Kräuter trocknen

Auch diese Trockenmethode ist einfach: Die Kräuter werden auf ein Backblech gelegt. Den Ofen lässt man auf einer niedrigen Temperatur (40 oder 50 Grad) laufen. Einen Kochlöffel in die Ofentür klemmen, damit die Feuchtigkeit austreten kann.

Je nach Pflanze sind die Kräuter im Ofen nach etwa ein bis drei Stunden trocken, wobei Kräuter mit größeren Blättern wie Salbei mehr Zeit brauchen, weil sie mehr Feuchtigkeit enthalten. Holzige Kräuter wie Rosmarin und Thymian trocknen rascher.

In der Mikrowelle Kräuter trocknen

Kräuter lassen sich auch in der Mikrowelle trocknen. Dazu die Pflanzenteile einfach zwischen zwei Blättern Küchenpapier in das Gerät legen und es bei niedriger Wattzahl für zwei Minuten anschalten, danach öffnen und die Feuchtigkeit entweichen lassen. Den Vorgang wiederholen, bis die Kräuter ausreichend trocken sind.

Viele Mikrowellen haben zudem einen speziellen Trockenmodus, der zum Einsatz kommen kann.

 Im Dörrgerät Kräuter trocknen

Wer ein Dörrgerät besitz, hat es am einfachsten: Die Kräuter werden einfach auf den Gittern des Geräts verteilt und entsprechend der Gebrauchsanweisung verfahren.

Welche Methode für welches Kraut?

Die Lufttrocknung ist besonders geeignet für Kräuter mit holzigen Stielen wie Rosmarin, Thymian und Oregano, die von Natur aus weniger Feuchtigkeit enthalten.

Bei grüneren Kräutern wie Basilikum oder Petersilie, die mehr Wasser enthalten und/oder Blätter haben, ist der Ofen, das Dörrgerät oder die Mikrowelle vorteilhaft, weil sie der Schimmelbildung vorzubeugen.

Einfrieren oder Einlegen als Alternativen zum Trocknen

Wer die Kräuter nicht trocknen will, kann sie auch Einfrieren oder Einlegen. Kräuter trocknen, Einfrieren und Einlegen erfüllen denselben Zweck: Die Kräuter bleiben dadurch lange haltbar und behalten viel von ihrem individuellen Aroma.

Um Kräuter in Öl einzulegen werden die gewaschenen Pflanzenteile einfach in ein Glasgefäß gegeben und mit hochwertigem Öl (Raps- oder Olivenöl) übergossen, bis sie vollständig bedeckt sind. Das Gefäss wird luftdicht verschlossen und für ein bis zwei Wochen an einem kühlen, dunklen Ort stehen gelassen, damit die Aromen ins Öl übergehen können. Viele Kräuter können auch gut zu Pesto verarbeiten werden, zum Beispiel Giersch (Geissfuss, Baumtropfen), Basilikum oder Bärlauch.

Quelle:

Kräuter trocknen: So machen Sie Kerbel, Koriander & Co. lange haltbar (Öko-Test)

Anmerkung:

Will man Heilpflanzen trocken, ist es besonders wichtig, dass dabei allfällig enthaltene ätherische Öle nicht verloren gehen. Daher wird empfohlen, immer am Schatten zu trocknen und nicht über 40° C. Ich würde die Pflanzenteile auch nicht unnötigerweise zerkleinern, weil eine grössere Oberfläche die Verdunstung der ätherischen Öle verstärkt.

Siehe auch:

Kamille ernten und trocknen – wie geht das?