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Genanalyse der Universität von Kalifornien: Alle Europäer sind verwandt

Gesundheitliches

Avatar-FotoMartin Koradi10.05.2013

Forscher der Universität von Kalifornien konnten mit einer Erbgutanalyse zeigen, dass fast jeder Europäer mit fast jedem anderen viele Vorfahren teilen:

„Jeder hat zwei Eltern, vier Grosseltern, und so weiter. In nur 1000 Jahren kommt man so auf gut eine Milliarde Vorfahren pro Mensch – so viele Menschen lebten damals aber nicht. Folglich ist jeder, der vor 1000 Jahren lebte und Kinder zeugte, der Vorfahre von jedem heute lebenden Europäer.“

(Tages-Anzeiger, 8. Mai 2013)

Publikation im Fachmagazin „PLoS Biology“:

https://www.plosbiology.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pbio.1001555

Kommentar & Ergänzung:

Interessante Meldung. Das stellt die scharfe Unterscheidung „Verwandt / Nichtverwandt“ in Frage.

Bisher habe ich naiverweise geglaubt, ich könnte recht sicher angeben, wer mit mir verwandt ist und wer nicht.

Nun kann es aber nur noch um die Frage gehen, wie stark oder schwach jemand mit mir verwandt ist.

Ins Nachsinnen über Verwandtschaft bringt es mich im übrigen auch immer wieder, wenn ich irgendwo lese, wie viele Gene wir Menschen mit Stubenfliegen, Schimpansen und auch Pflanzen gemeinsam haben.

Bei der Fruchtfliege beispielsweise haben 60 Prozent der Gene des Insekts ein Pendant im menschlichen Erbgut. Und von 289 Genen, die Mediziner für Krankheiten beim Menschen verantwortlich machen, gibt es 177 entsprechende Varianten bei der Fruchtfliege.

Fliege und Mensch haben zum Beispiel ein Gen mit dem Kürzel p53 gemein, das beim Menschen eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Lungenkrebs, Darmkrebs und Brustkrebs spielen soll. Diabetes und Schilddrüsenprobleme des Menschen sollen gleichfalls von Genen mit ausgelöst werden, die auch im Fliegenerbgut vorkommen.

(Quelle: https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-16044582.html)

Die genetische Forschung mit Fruchtfliegen wird angetrieben von der Hoffnung, aufgrund dieser Verwandtschaftsverhältnisse wirksame Gentherapien für den Menschen zu entwickeln. Inwieweit sich diese Hoffnungen erfüllen, wird sich zeigen.

Aber nur schon das Phänomen der genetischen Verwandtschaft ist faszinierend.

Der Spiegel-Artikel zur Fruchtfliegen-Forschung ist allerdings schon etwas älter (Nr. 13 / 2000). Er endet mit einem Satz des Biologen Charles Zuker:

„Im Prinzip sind wir doch nichts anderes als eine große Fliege.“

Genetisch gesehen mag das ja vielleicht  stimmen.

Aber ist das alles? Der Mensch ist doch nicht nur Genetik?

Oder ist dieser Einwand nur die Abwehr einer narzisstischen Kränkung?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
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www.phytotherapie-seminare.ch

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