Viel Bewegung fördert offenbar die Gehirndurchblutung und dadurch die geistige Leistungsfähigkeit.
Ein ausgiebiger Spaziergang pro Tag, das hält bei alten Menschen nicht nur den Körper, sondern auch den Geist fit: Eine US-Studie hat gezeigt, dass die Hirndurchblutung und die kognitiven Fähigkeiten bei aktiven Menschen besser sind als bei trägen Zeitgenossen.
Ungenügende Bewegung erweist sich immer deutlicher als ein bedeutender Risikofaktor für Schlaganfall und Demenz bei alten Menschen. Umgekehrt scheint ausreichend körperliche Aktivität bei alten Menschen nicht nur den Körper, sondern auch den Geist länger fit zu halten. Kanadische Wissenschaftler haben nun eine Hypothese entwickelt, die diesen Zusammenhang erklären könnte. Sie vermuten, dass viel Bewegung die Hirndurchblutung optimiert und so den geistigen Abbau bremst.
In ihrer Studie untersuchten die Forscher um Dr. Marc Poulin 42 gesunde Frauen im Alter von durchschnittlich 65 Jahren. 28 von ihnen waren körperlich sehr fit. Sie machten täglich Spaziergänge oder beteiligten sich an Aerobic-Übungen. Die anderen waren eher träge und bewegten sich wenig. Die Forscher erfassten die körperliche Fitness per maximaler Sauerstoffkapazität beim Ergometer-Training. Zudem bestimmten sie den arteriellen Blutdruck und per transkraniellem Doppler-Ultraschall zerebrovaskuläre Messwerte. Mittels einer ausführlichen Testreihe wurden die kognitive Funktionen wie Gedächtnis, Sprachflüssigkeit, Aufmerksamkeit oder Reaktion festgehalten.
Im Ganzen schnitten die körperlich aktiven Frauen bei den kognitiven Tests deutlich besser ab – sie erreichten im durchschnittlich zehn Prozent mehr Punkte. Naturgemäß war die kognitive Leistung dabei umso schlechter, je älter die Studienteilnehmerinnen waren. Allerdings hing die geistige Leistung auch von der maximalen Sauerstoffkapazität ab – je höher dieses Maß für körperliche Fitness war, um so fitter war auch der Geist.
Zugleich zeigten Frauen mit guter Fitness auch bessere vaskuläre und zerebrovaskuläre Werte: Der durchschnittliche arterielle Blutdruck war um zehn Prozent tiefer, die zerebrovaskuläre Reservekapazität war hingegen um zirka fünf Prozent höher: Die fitten Frauen konnten deshalb während körperlicher Anstrengung oder einer Hyperkapnie (erhöhter Kohlenstoffdioxidgehalt im Blut) die Hirndurchblutung deutlich besser steigern als körperlich träge Frauen. “Eine gewisse körperliche Grundfitness ist offenbar entscheidend dafür, im Alter gesund und geistig klar zu bleiben”, hält Poulin fest. “Und dafür genügt ein simpler täglicher Spaziergang.”
Aufgrund der Studienresultate vermutet Poulin, dass die gute Hirndurchblutung ein Faktor für die bessere geistige Leistung von körperlich aktiven alten Menschen.
Quelle: Ärzte Zeitung, 03.02.2009
Originalpublikation:
Neurobiology of Aging, doi:10.1016/j.neurobiolaging.2008.11.002

Kommentar:
Eine weitere Studie, die den Wert von körperlicher Bewegung für die Gesundheit aufzeigt. Das freut mich jedes Mal, ist doch Bewegung ein altes Heilmittel der traditionellen Naturheilkunde. Die Studien zeigen auch sehr schön, dass gar nicht irgendwelche extremen Sportaktivitäten nötig sind, sondern die langfristig in den Alltag integrierte und durchaus moderate Bewegung.
Diese Art von Bewegung ist unspektakulär und kostet wenig bis gar nichts. Darum wird für sie nicht viel Propaganda gemacht. Dadurch rücken bezüglich Gesunderhaltung immer mehr Methoden und Techniken in den Vordergrund, die den Herstellern, Verkäufern, Therapeuten usw. mehr Gewinn an Geld und Status versprechen.
Mir scheinen solche Erkenntnisse bezüglich dem Wert von Bewegung immer auch als gutes Argument für Heilkräuter-Exkursionen. Wer die Natur und die Heilpflanzen in der Umgebung kennenlernt, wird dadurch motiviert, sich im Freien zu bewegen. Wenn immer mehr Menschen Pflanzen und Tiere allenfalls noch aus dem Fernsehen kennen, ist das nicht nur ein grosser Verlust an faszinierenden Erlebnissen, sondern auch eine bezüglich der Gesundheit bedenkliche Entwicklung. Heilpflanzen-Exkursionen sind eine Brücke zur Natur. Sie aktivieren zugleich Körper, Geist und Psyche.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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