Olivenöl ist gesund für Herz und Blutgefäße. Dafür gibt es in letzter Zeit zunehmende Belege. Nun haben portugiesische Wissenschaftler jenen Inhaltsstoff im Olivenöl entdeckt, der wohl hauptsächlich zu dieser Wirkung beiträgt.

Gemäss diesen Forschungen schützt das Antioxidans DHPEA-EDA die roten Blutkörperchen vor oxidativen Schäden durch freie Radikale. Die roten Blutkörperchen sind besonders anfällig für solche Schäden, weil sie Sauerstoff transportieren.

Im Labor prüften die Wissenschaftler der Universität Porto den Einfluss verschiedener Bestandteil von Olivenöl auf rote Blutkörperchen, die zuvor einer schädlichen Chemikalie ausgesetzt worden waren. Dabei bot DHPEA-EDA den besten Schutz.

Das Antioxidans DHPEA-EDA ist besonders reichlich in nativem Olivenöl enthalten. “Diese Ergebnisse liefern die wissenschaftliche Grundlage für den eindeutigen gesundheitlichen Nutzen bei Menschen, die Olivenöl als Teil ihrer Ernährung nutzen”, erklärt Studienleiterin Fatima Paiva-Martins.

Quelle:
http://science.orf.at/science/news/155239 /3.4.09

Kommentar:
In den Mittelmeer-Regionen treten Erkrankungen von Herz und Kreislauf seltener auf. Dies wird teilweise auf die mediterrane Ernährung zurückgeführt, in der Olivenöl einen festen Platz einnimmt. Man sollte aber solche Unterschiede im Auftreten bestimmter Krankheiten nicht auf einen einzigen Faktor zurückführen. Der Lebensstil in Mittelmeerländern unterscheidet sich an verschiedenen Punkten von demjenigen in Mitteleuropa. So hatten zum Beispiel Griechen, die täglich Siesta hielten, nach einer Studie an der Universität Athen etwa 30% seltener Herzinfarkte (nach Dr. Reinhard Imoberdorf, Co-Chefarzt, Medizinische Klinik, Kantonsspital Winterthur, auf www.evimed.ch).

Trotzdem lohnt es sich, die verschiedenen Öle unter dem Gesichtspunkt ihrer gesundheitlichen Wirkungen zu beachten.
Die Zeiten von Ölen mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie beispielsweise Sonnenblumenöl und Distelöl sind vorbei. Olivenöl und auch Rapsöl sind durch den hohen Anteil von einfach ungesättigten Fettsäuren sehr wertvolle und stabile Ölsorten.
Die Studie der Universität von Porto ist ein Beitrag zum besseren Verständnis der positiven Wirkung von Olivenöl auf Herzerkrankungen und Kreislaufprobleme. Allerdings ist es hier wohl ähnlich wie bei den Heilpflanzen. Es ist selten ein einzelner Wirkstoff, der allein für die positiven Effekte verantwortlich ist. In diesem Sinne würde ich die günstige Wirkung von Olivenöl auch nicht nur dem DHPEA-EDA zuschreiben.

Von den Heilpflanzen ist im übrigen Weissdorn das wichtigste Mittel für das Herz. Es kommt aber sehr darauf an, in welcher Form Weissdorn angewendet wird, weil nicht alle Weissdorn-Präparate wirksam sind.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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