Weißer Tee ist eine Rarität aus den Bergen Südchinas. Er stammt ursprünglich aus den Bergregionen der chinesischen Provinz Fujian und gilt als der edelste Tee überhaupt.

Weißer Tee stammt von dem Teestrauch “Big White”, einer Variante der Pflanze “Camellia Sinensis”, von der auch Schwarztee und Grüntee stammen.

Für die Herstellung des Weißen Tees werden ausschließlich die ersten Triebe der Teebüsche im Frühling genutzt. Darum ist die zur Verfügung stehende Menge des Weißen Tees limitiert und entsprechend wertvoll.
Weisser Tee ist in der Regel ein lediglich zu zwei Prozent anfermentierter Tee. Diese Fermentation vollzieht sich während des Welkprozesses auf natürlichem Wege.
Für die Herstellung eines Kilogramms Weißen Tees werden etwa 30.000 handgepflückte Knospen benötigt. Ihren milden Geschmack erhält diese Teesorte durch die schonende Licht- und Lufttrocknung.
Die bekanntesten und beliebtesten Sorten des Weißen Tees sind der großblättrige Pai Mu Tan, zu deutsch weiße Pfingstrose, und die hochwertige Sorte Yin Zhen, deutsch Silbernadel, für welche nur speziell junge und aromatische Triebe des Großen Weißteebusches gepflückt werden.

Weisser Tee, Grüntee und Schwarztee gelten alle als gesundheitsfördernd

Die im Weißen Tee, aber auch im Grüntee und Schwarztee enthaltenen Antioxidantien neutralisieren freie Radikale im Körper und verhindern so deren gesundheitsschädliche Wirkung.

Weisser Tee in Mythos und Geschichte

Annähernd tausend Jahre lang war der Genuss von Weißem Tee nur den Kaisern vorbehalten. Das ist nicht weiter erstaunlich, galt Weißer Tee doch als unverzichtbare Zutat für ein Elixier, das Unsterblichkeit verleihen sollte. Der chinesischen Überlieferung zufolge wohnt dem Weißen Tee eine lebensverlängernde Kraft inne.

Die rituelle Pflückung musste angeblich von Jungfrauen mit einer goldenen Schere geschehen und durfte nach einer genauen botanischen Beobachtung nur an zwei Tagen im Jahr stattfinden. Nach der Pflückung durften die geernteten Knospen von niemandem berühret werden, bis sie vor dem Kaiser aufgegossen wurden.

Quelle: www.teeverband.at

Kommentar:

In der Pflanzenheilkunde / Phytotherapie wird hauptsächlich Schwarztee eingesetzt. Innerlich als Heilpflanze gegen Diarrhoe (Durchfall), äusserlich bei Entzündungen von Haut oder Schleimhaut, zum Beispiel bei leichter Bindehautentzündung (Conjunktivitis), Sonnenbrand, Mundschleimhautentzündung (Stomatitis), nässendem Ekzem, nässender Fussmykose ( Fusspilz) etc.
Grüntee gilt eher als präventiver Gesundheitstee, der aber intensiv auf mögliche Heilwirkungen hin untersucht wird.
Weisser Tee wird eher als Genusstee verwendet und zählt weniger zu den Heilpflanzen, weil er bezüglich Heilwirkungen kaum erforscht ist. Im Inhaltsstoffspektrum unterscheidet er sich nicht wesentlich von Grüntee. Weisser Tee wird als Anti-Aging-Produkt beworben, Diese Propaganda ist zwar überzogen, doch wenn jemand davon überzeugt ist, dass er oder sie etwas gegen das Älterwerden tun müsse, dann gibt es zweifellos dümmere Mittel als Weissen Tee. Ob allerdings irgendetwas von diesen Anti-Aging-Produkten überhaupt einen Wert hat, ist völlig unklar.

Die erwähnten Antioxidanzien, denen eine positive Wirkung auf die Gesundheit zugeschrieben wird, kommen allerdings im Grüntee, Schwarztee und im Weissen Tee vor.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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