Personen mit Heuschnupfen durch Gräser oder mit allergischem Asthma sollten bei den jetzt im Herbst anfallenden Gartenarbeiten auf sich Acht geben, damit ihre Krankheitsbeschwerden sich nicht verstärken. Spezielle Verhaltenstipps haben nun die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung in Hannover veröffentlicht.

Man solle sich bewusst sein, dass die Belastung mit Pollen durch Pflanzen im eigenen Garten etwa zehnmal größer ist als durch Pflanzen, die außerhalb des Grundstückes weiter weg stehen, erklärt Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lungenstiftung. Wer von einer Pollenallergie betroffen ist, sollte deshalb die Anzahl Pollen bildender Pflanzen im eigenen Garten begrenzen bzw. sie möglichst weit entfernt vom Hauseingang, anderen Türen und Fenstern positionieren. Wenn möglich könne man auch bevorzugt weibliche Pflanzen wählen, welche die heran gewehten Pollen der männlichen Vertreter ihrer Art auffangen, so dass diese nur noch in geringerem Ausmaß ins Haus gelangen können.

In Gegenwart mancher Pflanzenarten können sich verstärkt Asthmabeschwerden zeigen, andere Gewächse lösen hingegen keine allergischen Reaktionen aus. Fuchsschwanz, Sonnenhut, Holunder, Wacholder, Pfingstrosen, Mohnblumen und Liguster gehören beispielsweise zu den Sorten, die Atemnot auslösen können, erläutert Morr. Zu bevorzugen wäre es, sich stattdessen mit Azaleen, Begonien, Bougainvillea, Gladiolen, Ringelblumen, Stiefmütterchen, Löwenmäulchen oder Veilchen zu umgeben. Und als Frühlingsblüher eignen sich Narzissen und Tulpen übrigens sehr viel besser als Krokusse, auf deren Blütenstaub viele Patienten allergisch reagieren.

Zum Überwintern kein Stroh benutzen

Bei Staub aufwirbelnden Arbeiten wie dem Anlegen neuer Beete, Umtopfen oder Bodenumgraben und vor allem beim Ausleeren von Behältern, die Laub enthalten, ist es für Allergiker empfehlenswert, eine Atemmaske bzw. Schutzbrille zu tragen. Aber auch durch häufiges Bewässern lässt sich die Menge an Allergenen und Schimmelpilzen in der Atemluft verringern, erklärt Morr. Wer eine Allergie gegen Gräserpollen hat, solle zum Winterfestmachen der Pflanzen zudem kein Stroh verwenden, sondern die Schützlinge lieber beispielsweise mit Jutesäcken abdecken.
Quelle:

www.lungenaerzte-im-netz.de

Kommentar & Ergänzung:

Diese Empfehlungen sind wohl nützlich und die Publikationen der “Lungenärzte” oft informativ und wertvoll.
Etwas “naturfern” scheint mir nur die rührende Vorstellung, dass sich männlicher Blütenstaub durch Ansiedelung von passenden “Weibchen” einfangen lassen.
Wie machen das die “Frauen” bloss?
Mit dem Lasso oder gar mit Charme?

Theoretisch funktionieren könnte dies nur bei zweihäusig-windblütigen Pflanzen, von den aufgeführten Beispielen also beispielsweise beim Wacholder. Bei Windblütlern gelangt der Pollen aber nur rein zufällig und ungesteuert auf die weibliche Narbe. Weil so nur ein sehr kleiner Teil des Blütenstaub am Bestimmungsort ankommt und hängenbleibt, produzieren Windblütler diesen in riesigen Mengen. Das lässt sich zum Beispiel gut beobachten auf der Rigi zur Zeit der Fichtenblüte. Der Vierwaldstätersee ist dann manchmal stellenweise gelblich eingefärbt von Blütenstaubschwaden.
Und vor ein paar Jahren habe ich bei einer Heilkräuter-Exkursion in der Rheinschlucht erlebt, dass bei windigem Wetter die Landschaft durch Blütenstaub von Fichten und / oder Kiefern eingehüllt wurde wie von Nebelschwaden.
Zu mindestens in diesen zwei Fällen kann ich hoch und heilig bezeugen, dass die “Fangquote” der weiblichen Blüten nicht sehr gross waren und die allerallermeisten Pollen sich auf sehr freiem “Fuss” befanden.
Als Pollenallergie-Prophylaxe scheint mir die “Einfangmethode” also nicht sehr überzeugend…..

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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