Reichlich Olivenöl zu verzehren könnte davor schützen, an Colitis ulcerosa zu erkranken. „Eine aktuelle Studie zeigt, dass Menschen, die viel Ölsäure zu sich nehmen, wie sie in Olivenöl, Erdnussöl sowie Traubenkernöl in größeren Mengen vorkommt, wesentlich seltener an Colitis ulcerosa erkranken. Möglicherweise könnten 2 – 3 Teelöffel Olivenöl pro Tag für diesen schützenden Effekt ausreichen”, erklärt Prof. Richard Raedsch vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Er bezieht sich dabei auf eine Studie von Wissenschaftlern um Andrew Hart von der Universität von East Anglia in Norwich, Großbritannien. Die Arbeit wurde auf der „Digestive Disease Week” in New Orleans, USA präsentiert.

Die Forscher griffen dabei auf Daten von über 25.000 Menschen zurück, die bei der European Prospective Investigation into Diet and Cancer (EPIC-Studie) teilgenommen hatten. Die Studienteilnehmer, von denen am Anfang der Untersuchung keiner an Colitis ulcerosa erkrankt war, führten detaillierte Ernährungstagebücher, die später analysiert wurden. „Rund 10 Jahre nach Beginn der Studie hatten 22 Personen eine Colitis ulcerosa entwickelt. Es zeigte sich, dass diejenigen Teilnehmer, die am meisten Ölsäure zu sich genommen hatten, ein um 90% verringertes Erkrankungsrisiko aufwiesen”, erläutert Prof. Raedsch. „Die Ölsäure scheint zum Schutz vor Colitis ulcerosa beizutragen, indem sie Botenstoffe blockiert, welche die entzündlichen Reaktionen bei dieser Erkrankung fördern.”

Colitis ulcerosa ist eine chronische Entzündung des Dickdarms, bei welcher Geschwüre in der Darmschleimhaut entstehen können. Die Krankheit bewirkt starke Bauchschmerzen und Durchfall. In Deutschland sind etwa 150.000 Menschen von Colitis ulcerosa betroffen. „Die britischen Forscher schätzen, dass die Hälfte aller Fälle von Colitis ulcerosa durch eine höhere Zufuhr von Ölsäure verhindert werden könnte. Dazu würde die Menge an Olsäure genügen, die in 10 bis 15 ml Olivenöl enthalten ist”, erklärt der BDI-Experte. „Weitere Untersuchung müssen diese Ergebnisse noch bestätigen, bevor hier eine eindeutige Empfehlung ausgesprochen werden kann.”

http://www.internisten-im-netz.de/de_news_6_0_873_oliven-l-sch-tzt-vor-colitis-ulcerosa.html

Kommentar & Ergänzung:

Olivenöl gilt ja traditionell als sehr gesunder Beitrag zur Ernährung.

Zusammengefasst nach Wikipedia (Literatur dort):

„Extra natives Olivenöl beinhaltet geringe Dosen eines natürlichen nicht-selektiven Cyclooxygenase-Hemmers namens Oleocanthal, der eine mit Ibuprofen vergleichbare entzündungshemmende Wirkung besitzt.

Eine Laborstudie aus dem Jahr 2008 legt nahe, dass der Konsum von Olivenöl wegen des hohen Gehalts an Ölsäure möglicherweise zu einem erhöhten Risiko für Arteriosklerose und anderen ernsthaften Herz-Kreislauferkrankungen führen könnte. Dem widerspricht die Deutsche Herzstiftung: ‚Reagenzglasstudien lassen normale biologische Prozesse wie Verdauung und Stoffwechsel unberücksichtigt […] deshalb kann man […] auch keine Ernährungsempfehlungen ableiten. […] Olivenöl – am besten nativ extra oder extra vergine – ist im Rahmen einer ausgewogenen mediterranen Ernährung nach wie vor empfehlenswert, um das Risiko für die Entstehung von Gefäßkrankheiten zu vermindern oder deren Verlauf günstig zu beeinflussen.’“

Zum Thema Olivenöl & Colitis ulcerosa:

Epidemiologische Studien wie die im BDI-Text beschriebenen können immer nur Hinweise geben auf mögliche Zusammenhänge, diese aber nie zweifelsfrei belegen.

Es wäre immer möglich, dass andere noch unbekannte Einflüsse (Lebensumstände, Ernährungsfaktoren), die gehäuft zusammen mit hohem Konsum von Olivenöl auftreten, für den Schutzeffekt verantwortlich sind.

Weiter Infos aus dem Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde zum Thema Colitis ulcerosa siehe:

Naturheilkunde bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch