Lokal aufgetragenes Menthol, das im Pfefferminzöl vorkommt, kann bei Patienten mit medikamenteninduzierter Polyneuropathie die Schmerzen reduzieren.

Eine kleine Studie hat interessante Ergebnisse zur Anwendung von Menthol bei Patienten mit medikamenteninduzierter Polyneuropathie geliefert.

Hauptsächlich bei Chemotherapien mit Oxaliplatin oder Bortezomib ist die Neurotoxizität ein Problem. PD Dr. Karin Jordan von der Inneren Medizin IV am Universitätsklinikum Halle-Wittenberg stellte beim 2. ASORS-Jahreskongress der onkologischen Supportivmediziner eine mit 22 Patienten allerdings kleine Studie vor, in der lokal appliziertes Menthol einen gewissen Nutzen zeigte.

Die Patienten litten alle an einer schweren, chronischen, medikamenteninduzierten Polyneuropathie. In der Studie wurden die betroffenen Hautareale, meist die Unterschenkel, zweimal täglich mit einer einprozentigen Menthollösung behandelt.

„Schmerzen und Funktionseinschränkungen besserten sich dadurch bei zwei von drei Patienten“, erklärte Jordan. Sie sprach sich dafür aus, die Menthol-Behandlung in einer größeren Studie zu überprüfen, weil es sich um eine einfache und gut verträgliche Therapie handele.

Quelle:

http://www.springermedizin.de/neurotoxizitaet-nach-chemo-hilft-menthol/351828.html

Kommentar & Ergänzung:

– Menthol als Hauptbestandteil von Pfefferminzöl wirkt lokalanästhetisch (lokal schmerzstillend).

– Pfefferminzöl bewährt sich in der Phytotherapie als Einreibung gegen Spannungskopfschmerzen.

Siehe dazu:

Pfefferminzöl lindert Spannungskopfschmerzen

Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerzen

– Und was ist eine Polyneuropathie?

Hier die Antwort aus Wikipedia:

„Polyneuropathie ist der Oberbegriff für bestimmte Erkrankungen des peripheren Nervensystems, die mehrere Nerven betreffen. Abhängig von der jeweiligen Ursache können motorische, sensible oder auch vegetative Nerven gemeinsam oder auch schwerpunktmäßig betroffen sein. Die Erkrankung kann eher die Isolationsschicht der Nerven (Myelin) oder eher den Zellfortsatz (Axon) selbst betreffen, sie kann sich eher körperfern (distal) an Händen und Füßen oder sehr viel seltener auch körpernah (proximal) zeigen, es gibt symmetrische und asymmetrische Formen; stets aber sind mehrere periphere Nerven betroffen (poly (griech.) = viele). Die Symptome können je nach betroffenem Nervenfasertyp und betroffener Körperregion sehr vielfältig sein.“

Und was sind häufige Ursachen der Polyneuropathie?

„- Diabetes mellitus

– Alkoholmissbrauch

– Idiopathische Polyneuropathie, d.h. ohne erkennbare Ursache

– Autoimmunologisch bedingt

– (Guillain-Barré-Syndrom, CIDP (= “chronic inflammatory demyelinating polyneuropathy”)

– (Churg-Strauss-Syndrom, CSS)

– Toxisch (Alkohol, Medikamente, andere Giftstoffe)

– Infektionskrankheiten (Mononukleose, Ehrlichiose, Typhus, Diphtherie, HIV, Lues, Borrelien und andere)

– bei Krebserkrankungen als paraneoplastisches Syndrom oder als Nebenwirkung bestimmter Wirkstoffe der Chemotherapie (z.B. Oxaliplatin)

– vererbbare (hereditäre) Polyneuropathie (z. B. Morbus Charcot-Marie-Tooth, auch bekannt unter HMSN I). Hier gibt es zahlreiche verschiedene, zum Teil sehr seltene Formen.“

(Quelle: Wikipedia)

– Als Erläuterung zu den Polyneuropathien als Nebenwirkung von Oxaliplatin und Bortezomib:

Zu Oxaliplatin:

„Die häufigsten Nebenwirkungen von Oxaliplatin in Kombination mit 5-Fluorouracil und Folinsäure sind Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Entzündungen der Schleimhäute, Veränderungen des Blutbilds und periphere-sensorische Neuropathie(n) (neurologische Missempfindungen). Letztere ist häufig dosislimitierend.“

(Quelle: Wikipedia)

Zu Bortezomib:

„Die wichtigste Nebenwirkung, welche die Behandlung mit Bortezomib auch im Wesentlichen begrenzt, ist die periphere Neuropathie, eine Nervenstörung mit Schmerzen und Taubheitsgefühlen, vor allem an Händen oder Füßen. Diese Nebenwirkung ist therapeutisch nur schwer beeinflussbar und kann den Patienten sehr stark beeinträchtigen. Nach Literaturangaben sind bis zu 70% der Patienten hiervon betroffen und die Ausprägung kann schwer bis sehr schwer sein (Grad III-IV nach WHO) und bis zur völligen Immobilität der Patienten führen. In diesen Fällen ist die Lebensqualität der Patienten ganz erheblich und über Monate eingeschränkt. In der Regel bildet sich die Neuropathie wieder zurück,[6] kann aber sehr lange Zeit anhalten.“

(Quelle: Wikipedia)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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