Wo finde ich Anis?

Diese Frage kommt gelegentlich an Kräuterexkursionen.

Anis wächst aber bei uns gar nicht wild. So ist es ziemlich sinnlos, ihn zu suchen.

Wahrscheinlich stammt die wegen ihres würzigen Geruchs geschätzte Anis-Pflanze aus dem Orient. Sie wird heute in Südeuropa, im Mittelmeergebiet, im Vorderen Orient und Indien angebaut. Aus weggeworfenen Früchten wächst Anis selten verwildert an Wegrändern und Schuttstellen.

Welche Inhaltsstoffe sind in Anisfrüchten vorhanden?

Anisfrüchte enthalten ätherisches Öl („Anisöl“) mit süß schmeckendem trans-Anethol (Hauptbestandteil), das auch für den charakteristischen Geruch der Anisfrüchte verantwortlich ist; vorhanden sind außerdem fettes Öl und Proteine.

Welche Wirkung kommt der Heilpflanze Anis zu?

Wikipedia umschreibt die Wirkung von Anis so:

„Ein heißer Aufguss (Infus) wird aufgrund seiner schleimlösenden (sekretolytischen) und sekretomotorischen Wirkung als Hustenmittel (Expektorans), auf Grund von krampflösender (spasmolytischer) und blähungstreibender (karminativer) Wirkung auch bei Magen-Darm-Beschwerden, verwendet. Das aus den Früchten (Anisi fructus) durch Destillation gewonnene Anisöl wird gegen Ungeziefer – oder in fetten Ölen und Salbengrundlagen eingearbeitet, volksmedizinisch zu reizenden Einreibungen – eingesetzt.

Anis regt die Drüsen des Magen-Darm-Traktes an. Anistee wird daher – oft auch mit anderen Apiaceenfrüchten gemischt – bei Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Koliken und Krämpfen eingesetzt. Für Anistee überbrüht man 1 Teelöffel Anis mit 1 Tasse kochendem Wasser und lässt die Mischung 10 Minuten ziehen. Da die ätherischen Öle teilweise über die Lungen wieder ausgeschieden werden, findet Anis auch in vielen Hustentees Verwendung.

Da die ätherischen Öle in Exkretgängen („Ölstriemen“) lagern, können die Früchte vor Gebrauch angestoßen werden, um die Wirkstofffreisetzung zu beschleunigen. Allerdings sinkt dadurch die Haltbarkeit, da das ätherische Öl flüchtig ist.“

Kommentar & Ergänzung:

In seiner Wirkung gegen Blähungen ist Anisöl schwächer als Fenchelöl und Kümmelöl. Bezüglich der schleimlösenden Wirkung bei Husten ist Anisöls dagegen dem Fenchelöl und dem Kümmelöl überlegen.

Anisfrüchte sind häufig Bestandteil von Milchbildungstees (ebenso wie Kümmelfrüchte und Fenchelfrüchte). Plausibel dokumentiert wurde diese Wirkung allerdings bisher nicht.

Anisöl eignet sich als Erkältungstrunk vor dem Schlafengehen:

In ein Glas heiße Milch gibt man einige Tropfen Anisöl und Honig nach Geschmack und trinkt die Mischung schluckweise. Dabei gleichzeitig die aufsteigenden Dämpfe des Anisöls tief inhalieren.

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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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