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Zitrusöle auf der Haut steigern Sonnenbrandrisiko

Phytotherapie

Avatar-FotoMartin Koradi01.08.2012

Zitrusöle auf der Haut steigern das Sonnenbrandrisiko. Nach der Massage mit solchen ätherischen Ölen sollten deshalb starke UV-Strahlen gemieden werden. Zitrusöle auf der Haut steigern Sonnenbrandrisiko Zitrusöle enthalten phototoxische Substanzen, die die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Die Haut kann mit Rötungen bis hin zur Brandblasenbildung reagieren, wenn nach Applikation von Zitrusölen Sonnenbestrahlung folgt.

Es empfiehlt sich daher genau nachzufragen, welche Bestandteile ein Massageöl enthält. Neben Zitrusölen machen auch Lavendelöl, Lindenöl, Sandelholzöl und Zedernöl die Haut lichtempfindlicher, heisst es in der Pressemeldung, die vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen stammt. Wer mit diesen ätherischen Ölen massiert wurde, solle die Sonne für rund zwölf Stunden meiden.

Gewarnt wird auch vor dem Besuch im Solarium mit Zitrusölen auf der Haut.

Quelle:

https://www.kleinezeitung.at/magazin/wellness/3077427/zitrusoel-haut-erhoeht-sonnenbrandgefahr.story

Kommentar & Ergänzung:

Dieses Risiko für phototoxische Reaktionen auf bestimmte ätherische Öle ist auch aus der Parfümerie bekannt, beispielsweise beim Bergamottöl.

Bergamottöl gehört auch zu den Zitrusölen (Bergamotte = Citrus aurantium subsp. bergamia, Rutaceae) und ist ein wichtiger Bestandteil aller Arten von Kölnisch Wasser. Trägt man solche Parfümprodukte vor dem Sonnenbad auf die Haut auf, kann dies zu einer sogenannten „Berloque-Dermatitis“ führen.

Was ist eine Berloque-Dermatitis?

„Die Berloque-Dermatitis ist eine Sonderform der phototoxischen Reaktion. Die phototoxische Reaktion wird überwiegend durch bestimmte Pflanzen, Lebensmittel und Medikamente ausgelöst. Sie erhöhen die Wirkung des Strahleneffektes auf der Haut und es kann leicht ein Sonnenbrand entstehen.

Bei der Berloque-Dermatitis spielen bestimmte Pflanzenstoffe (Furocumarine) eine Rolle, die man häufig in Parfüm finden kann. Durch das Besprühen oder Betupfen der Haut und die anschließende Bestrahlung mit dem Sonnenlicht kommt es zu verbrennungsähnlichen Symptomen, wie Hautrötung, Schwellung und Blasenbildung. Später entstehen dauerhafte Pigmentflecken.“

(Quelle: Wikipedia)

Das aus den Schalen der Bergamotte gewonnene ätherische Bergamottöl soll offenbar mit einer sehr viel größeren Menge an Olivenöl verdünnt auch als Bräunungsbeschleuniger eingesetzt werden. Davon ist abzuraten, weil auch die Schäden durch UV-Strahlen verstärkt werden.

Furanocumarine sind als phototoxische Pflanzeninhaltsstoffe generell von Bedeutung.

Was sind Furanocumarine?

„Furocumarine (auch Furanocumarine) kommen häufig in Doldenblütlern vor wie Bärenklau (Riesen-Bärenklau, Wiesen-Bärenklau) und Angelika (Engelwurz), außerdem in Rautengewächsen wie Zitruspflanzen (darunter Bergamotte, Zitrone, Limette, Grapefruit, Bitterorange u.a.) sowie in einer Reihe weiterer Pflanzen. Furocumarine gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und dienen als Phytoalexine.

Im Grundgerüst der Furocumarine ist Cumarin mit einem Furanring fusioniert. Bekannte Furocumarine sind Xanthotoxin, Psoralen und Bergapten.

Wie die meisten α,β-ungesättigten Carbonylverbindungen sind Furocumarine sehr reaktiv. Unter Einwirkung von Sonnenlicht (UVA- und UVB-Strahlung) werden Furocumarine photoaktiviert. Prominentes Beispiel ist der giftige Saft des Riesen-Bärenklaus (Herkulesstaude). Die darin enthaltenen Furocumarine schädigen den menschlichen Organismus auf zweierlei Weise:

– Photosensibilisierend/Phototoxisch: Gelangen Furocumarine auf die Haut und werden anschließend dem Sonnenlicht (UV-Strahlung) ausgesetzt, kommt es je nach Schwere zu verbrennungsähnlichen Symptomen (Hautrötung, Schwellung, Blasenbildung, Läsionen, Photopigmentierung, Narbenbildung).

– Krebserregend: Furocumarine gehen unter UV-Einwirkung kovalente Bindungen mit den Pyrimidinbasen der DNA ein, vernetzen so die DNA-Doppelstränge irreversibel miteinander (cross-linking) und wirken dadurch krebserregend.“

(Quelle: Wikipedia)

Zum Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) siehe auch:

Riesenbärenklau: Risiko von Hautentzündungen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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