Im Garten wuchernder Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum, syn. Heracleum giganteum,) sollte jetzt im Frühsommer entfernt werden. Der auch als Herkulesstaude bekannte Doldenblütler verdrängt nicht nur andere Gewächse, sondern führt unter Einwirkung von Sonnenlicht bei Kontakt mit dem Saft auch zu starken Hautreaktionen. Erkennbar ist der bis zu vier Meter hohe Riesenbärenklau an seinen weißen Blütendolden mit bis zu 100 Zentimetern Durchmesser, den tief eingeschnittenen Blättern und an dem bis zu 10 Zentimeter starken, knotigen Stängel.

Foto auf Wikipedia,

Alle Pflanzenteile enthalten phototoxisch wirkende Furanocumarine, die in Kombination mit Sonnenlicht zu schweren Hautreaktionen führen. Auf der Haut entwickeln sich nach dem Kontakt mit dem Gift häufig erst mit einer Verzögerung von zwei oder drei Tagen Blasen, die an eine schwere Verbrennung erinnern. Hauptsächlich Kinder sind gefährdet, warnt der Landesverband Hamburg und Sachsen des Naturschutzbundes Deutschland (NABU).

Kommen Kinder mit Pflanzensaftspritzern in Kontakt, sollten gemäss NABU die betroffenen Hautstellen gründlich mit Wasser und Seife gewaschen und mit Sonnencreme eingerieben werden. Zwei bis drei Tage sollte das Kind die Sonne meiden. Bei starken Reaktionen ist ärztliche Behandlung nötig.

Beim Eliminieren der Stauden müssen zuerst die Blütendolden abgehackt werden. Dies muss sehr vorsichtig durchgeführt werden, da andernfalls Samen abfallen und nachreifen können. Eine Riesenbärenklau-Pflanze kann bis zu 10.000 Samen entwickeln. Deshalb sollten die Dolden auch keinesfalls auf dem Kompost entsorgt werden.

Den Rest der Pflanze muss man abhacken und ie Wurzel bis in etwa 15 Zentimeter Tiefe abstechen. Hat sich die Pflanze schon weit ausgebreitet, ist Mähen am sinnvollsten. Dies muss allerdings mehrmals im Abstand von zirka zehn Tagen wiederholt werden, da sich immer wieder Blüten ausbilden können. Während der Arbeit, die möglichst in der Dämmerung oder bei starker Bewölkung durchgeführt wird, sind lange Kleidung, Handschuhe und Gesichtsschutz nötig.

Quelle:

http://de.nachrichten.yahoo.com/riesenbärenklau-gefahr-von-hautreaktionen-090012248.html

Kommentar & Ergänzung:

Zusammen der Ambrosia, (Ambrosia artemisiifolia), die schwere Allergien auslösen kann, ist der Riesenbärenklau bei uns wohl der medizinisch problematischste Neophyt (Neueinwanderer). Sein natürliches Verbreitungsgebiet liegt im Kaukasus.

Und wie kam die Pflanze nach Mitteleuropa?

„ Die Ausbreitung in Mitteleuropa geht auf den russischen Zaren Alexander I. zurück. Er schenkte dem Fürsten Metternich nach dem Wiener Kongress (1815) eine riesige Malachitvase voll Samen des Riesen-Bärenklaus. Der Fürst wiederum pflanzte diese in den Treibhäusern seiner Sommerresidenz in Böhmen im Schloss Königswart als Zierpflanze an.

Im restlichen Europa wurde der Riesen-Bärenklau etwa 1890 als Zierpflanze eingeführt und zuerst in den Parks des englischen Königshofs angepflanzt. Als Zierpflanze wird er noch heute gelegentlich in Gärten und Parks verwendet.

Zur mitteleuropäischen Ausbreitung des Riesen-Bärenklaus hat wesentlich beigetragen, dass der Pflanze ein wirtschaftlicher Nutzen unterstellt wurde. Imkern wurde er in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wiederholt als Bienenweide empfohlen, und in der Forstwirtschaft verwendete man sie, weil man mit den dichten Beständen dieser Pflanze dem Wild zusätzliche Deckung geben wollte und man der Überzeugung war, mit dieser Pflanze Böschungen befestigen zu können.“

(Quelle: Wikipedia)

Zur Bedeutung des Riesenbärenklaus als invasiver Neophyt schreibt Wikipedia:

„ Der Riesen-Bärenklau wird als invasiver (=eindringender) Neophyt eingestuft und seine Ausbreitung häufig sehr emotional wahrgenommen oder reißerisch in der Presse kommentiert. Diese Reaktion ist teilweise darauf zurückzuführen, dass die Pflanze erhebliche gesundheitliche Risiken in sich birgt und bereits bloße Berührungen ernsthafte gesundheitliche Schädigungen nach sich ziehen können.

Neben gesundheitlichen Gefährdungen, die durch den Riesen-Bärenklau verursacht werden, gibt es noch folgende:

In Schweden kam es durch hohe Riesen-Bärenklau-Stauden an Straßenrändern zu Sichtbeschränkungen im Straßenverkehr.

Da die Wurzeln des Riesen-Bärenklaus keine böschungsbefestigende Wirkung haben, diese Pflanze jedoch häufig am Rand von Fließgewässern gedeiht, kann von ihnen eine erhöhte Erosionsgefahr ausgehen.

Erosionsgefährdung trat auch an den Hängen von Hohlwegen auf.

Zu Ertragsverlusten kann es kommen, wenn Riesen-Bärenklau-Stauden sich auf Äckern und Wiesen etablieren.

Standorte, die von Riesen-Bärenklau dominiert werden, weisen im Vergleich zur benachbarten Vegetation ein geringeres Artenspektrum auf. Er breitet sich vorwiegend an solchen Standorten aus, die durch menschliche Eingriffe stark verändert sind – in der Botanik werden solche als „anthropogen gestörte Standorte“ bezeichnet. Arten, die sich wegen ihrer Gefährdung auf der Roten Liste befinden, sind auf solchen Standorten selten zu finden. Vereinzelt dringt der Riesen-Bärenklau in gefährdete Biotope ein und konkurriert mit seltenen Arten oder behindert Pflegemaßnahmen des Naturschutzes.

Der ökologische Schaden, der vom Riesen-Bärenklau ausgeht, ist verglichen mit anderen invasiven Neophyten wie beispielsweise der Späten Traubenkirsche oder der Gewöhnlichen Robinie eher gering. Die breite öffentliche Wahrnehmung des Riesen-Bärenklaus als problematischer Neophyt resultiert daher vor allem aus den Risiken für die menschliche Gesundheit.“

(Quelle: Wikipedia)

Was gibt es sonst noch für relevante Neophyten?

Ein weiterer bedeutender Neophyt ist die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis), die in Feuchtgebieten epidemisch auftreten kann, dabei viele andere Pflanzenarten verdrängt und mit viel Aufwand entfernt werden muss. Immerhin könnte man sie in Nieren-Blasentees verwenden und für Insekten ist sie noch spät im Sommer eine gute Nahrungsquelle.

An Flussufern verbreitet sich gern das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera), das ursprünglich aus Indien stammt. Es wurde als Zierpflanze eingeführt.

Problematisch ist auch der Japanische Staudenknöterich (Fallopia japonica). Er stammt ursprünglich aus Ostasien und ist in China, Korea und Japan heimisch. Die Pflanze wurde um 1825 von Philipp Franz von Siebold als Zierpflanze und Viehfutterpflanze nach Europa gebracht. Auch in der Forstwirtschaft wurde der Japanische Staudenknöterich gezielt angepflanzt. Das Gewächs sollte als Äsungspflanze für Rotwild sowie als Deckungspflanze für Fasane dienen. Es hat sich allerdings gezeigt, dass der Japanische Staudenknöterich als Äsung nicht angenommen wird und dass er als Deckungspflanze, auf Grund des Blattfalls im Winter, wenig geeignet ist. Großzügig an seiner Ausbreitung beteiligt waren zudem Imker, weil der Staudenknöterich noch im Frühherbst eine exzellente Bienenweide ist.

Siehe auch:

Ambrosia-Allergie – Ambrosia-Bekämpfung

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
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www.phytotherapie-seminare.ch

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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