„Das Magazin“ (Nr. 29 / 2012) publizierte ein Interview  von Daniel Binswanger mit dem Ökonomieprofessor Luigi Zingales. Darin geht es unter anderem auch um die Frage, wie der ökonomisch bedrohten Mittel- und Unterschicht geholfen werden könnte.

Zitat Luigi Zingales:

„Ein weiteres zentrales Feld sind die Gesundheitskosten in den USA und vielen anderen westlichen Ländern. Sie müssen unbedingt unter Kontrolle gebracht werden, da sie extrem hoch sind, schneller wachsen als die Wirtschaftsleistung und einen immer grösseren Teil der Einkommen der Mittelschicht aufzehren. Der Kampf für die Kaufkraft der mittleren und unteren Einkommen muss auch ein Kampf gegen die Gesundheitskosten sein.“

Dass die horrend zunehmenden Gesundheitskosten eine ganze Reihe von Problemen schaffen, ist wohl weitgehend anerkannt. Ich habe dieses Thema aber noch kaum je so klar in den Kontext der gegenwärtigen Krise gestellt gesehen wie in diesem Interview.

Klar ist aber auch, dass die politischen Bemühungen zur Eindämmung der Gesundheitskosten immer wieder in einer Sackgasse landen. Wohl weil unzählige Lobbys ihre jeweiligen Pfründen mit Zähnen und Klauen verteidigen.

Eine einfache Lösung für dieses Problem wird es also bestimmt nicht geben.

Nötig wäre aber meiner Ansicht nach auch eine breite gesellschaftliche Debatte über  unser Verhältnis zu Gesundheit und Krankheit.

Dabei geht es unter anderem um weitverbreitete, absolute Gesundheitsideale. Irgendwie scheint das Bewusstsein verloren zu gehen, dass in manchen Situationen – leider – auch Krankheit zum Leben gehört.

Georges Canguilhem schreibt dazu:

„Und warum schliesslich sollte man alle Kräfte aufbieten, um den Leuten zu verheimlichen, dass es, von dem Moment an, da man lebt, normal ist, krank zu werden, dass es normal ist, sich mit oder ohne Beistand der Medizin davon zu erholen, dass Gesundheit und Heilung in die Grenzen und das Vermögen biologischer Regulationen eingeschrieben sind?………Der Mensch steht also nicht aufgrund eines Urteils oder eines Schicksals der Krankheit offen, sondern wegen seiner einfachen Anwesenheit in der Welt.“

(Georges Canguilhem; Gesundheit – eine Frage der Philosophie, Merve Verlag Berlin 2004)

Absolute, starre Gesundheitsideale können sehr hinderlich sein im Umgang mit chronischen Krankheiten.

Vor allem für Menschen mit chronischen Krankheiten ist die Auseinandersetzung mit solchen Fragen wichtig beim Umgang mit Schmerzen, Einschränkungen und Beschwerden. Unterstützung dafür finden Sie auf www.patientenseminare.ch

Georges Canguilhem (1904 – 1995) war einer der führenden Philosophen und Wissenschaftshistoriker Frankreichs. Zu seinen Schülern gehörten unter anderem Michel Foucault, Pierre Bourdieu und Alain Badiou.

Wichtig zur Reduktion der Gesundheitskosten ist auch eine verstärkte und verbesserte Gesundheitsbildung.

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