Um ein gesünderes Leben zu führen, bewirken große Kampagnen und Appelle häufig wenig. Menschen entscheiden sich nämlich in zahlreichen Situationen nicht rein rational, sondern aus Gewohnheit und Bequemlichkeit für den Weg des geringsten Widerstandes. Darum – so schreiben es britische Verhaltensforscher in der Fachzeitschrift “Science” – sollten besser andere Maßnahmen ergriffen werden.

Das Wissenschaftlerteam schreibt um Theresa Marteau von der Universität Cambridge schildert mehrere Beispiele: Wenn sich etwa die Fahrstuhltüren etwas langsamer schließen, nutzen deutlich mehr Personen die Treppe. Hohe und schmale Gläser lassen Probanden weniger trinken als breite mit demselben Volumen. Und eine Salatbar in der Nähe zieht mehr Leute an als die süßen, ungesunden Desserts weiter hinten.

Aus diesen Gründen plädieren die Forscher dafür, die äußeren Bedingungen für eine gesündere Lebensweise zu ändern. Die Möglichkeiten dafür in der Produktgestaltung und Architektur halten sie für endlos.

Sie reichen von der ansprechenderen Gestaltung gesunder Produkte und deren bequeme Platzierung in Kantine und Supermarkt bis hin zur Architektur von Bürogebäuden, die zu mehr Bewegung in Arbeitspausen animieren.

Die Verhaltensforschung habe gezeigt, dass es nicht viel bringt, den Konflikt zwischen gesunder Lebensweise und Faulheit dadurch zu beeinflussen, dass man an die rationale Seite appelliere. Viel besser sei es dagegen, den Weg zur gewünschten Entscheidung durch äußere Bedingungen zu vereinfachen und so neue, gesündere Gewohnheiten zu etablieren.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=139083

http://science.orf.at/stories/1705154

http://www.sciencemag.org/content/337/6101/1492.abstract

Kommentar & Ergänzung:

Auch im Umfeld von Naturheilkunde und Komplementärmedizin wird meiner Beobachtung nach verhältnismässig oft mit Appellen und guten Ratschlägen auf die Gesundheit hingearbeitet.

Und dass Appelle und gute Ratschläge oft scheitern, ist keine neue Erkenntnis.

Dass Design und Architektur wirksame Ansatzpunkte wären, ist dagegen sehr interessant.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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