„Bei einem gebrochenen Fuß ist die Sache klar: Der Bruch muss behandelt werden. Was aber, wenn jemand vergesslich ist und Angst hat, an Alzheimer zu erkranken? Oder wenn ein lebhaftes Kind die Diagnose ADHS bekommt? Dann sind die Diagnosen manchmal nicht so eindeutig.“

So beschreibt der Radiosender den Inhalt des Beitrages.

Die zunehmende Medikalisierung und Pathologisierung aller Lebenslagen ist tatsächlich eine problematische Entwicklung, die ernsthaft diskutiert werden müsste.

Die Wechseljahre, das Älterwerden, Schwangerschaft und Geburt, die Leistungsfähigkeit in Beruf, Studium, Sexualität, Sport….alles braucht immer intensivere Behandlungen, selbst dann, wenn keine Beschwerden vorliegen.

Zu beachten ist dabei meiner Ansicht nach, dass für diese ungesunde Entwicklung nicht nur die Medizin verantwortlich ist. Komplementärmedizin bzw. Alternativmedizin sind hier voll mit dabei im fragwürdigen Trend.

Kummer? Nervosität beim Schulanfang? Trennungsschmerz? Einsamkeit? Für jede Lebenslage werden uns Unmengen an Globuli, Tropfen und Tabletten auf natürlicher Basis angeboten. Und weil die grosse Mehrheit der Leute davon ausgeht, dass solche Naturheilmittel sanft und nebenwirkungsfrei sind, kann wirklich hemmungslos und willkürlich durcheinander gemixt eingeworfen und geschluckt werden.

Problematisch daran finde ich vor allem die Haltung, die damit gefördert wird. Schon Kindern wird so vermittelt, dass es für jedes Unwohlsein, jedes kleine „Högerli“ im Leben ein Mittel braucht. Die Kompetenz des Organismus, mit kleineren Störungen selber fertig zu werden, wird damit unterlaufen. So entstehen psychische Abhängigkeiten und vielleicht gar eine Disposition zu Medikamentenmissbrauch.

Man müsste meines Erachtens einen simplen Grundsatz wieder mehr betonen:

Es braucht nicht immer etwas! Abwarten und Teetrinken ist oft (aber nicht immer) ein gute Idee. Manchmal hilft auch nur abwarten.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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