N-TV stellte dem praktizierenden Augenarzt Georg Eckert aus Ulm die Frage, ob Möhrensaft die Sehleistung steigern könne.

Hier die Antwort:

„‚Das kann man tatsächlich’, bestätigt der Facharzt für Augenheilkunde. Mit sogenannten Carotinoiden, also natürlichen Farbstoffen in Lebensmitteln, kann degenerativen Veränderungen der Netzhaut wie eine sogenannte Makuladegeneration vorgebeugt werden. Doch Carotinoide können noch viel mehr. Sie sollen Alzheimer, Rheuma, Krebs, Arteriosklerose und Parkinson vorbeugen. Bisher konnten 800 verschiedene Carotinoide identifiziert werden. Die gesundheitsfördernden Stoffe sind vor allem in Karotten, Spinat, Mais, Aprikosen, Tomaten und Eidotter vorhanden.“

Quelle:

http://www.n-tv.de/wissen/Legenden-rund-ums-Auge-article10029891.html

Kommentar & Ergänzung:

Als gute Quelle für Carotinoide würde ich noch rote und orange Paprika hinzufügen. Carotinoide sind wichtige Bestandteile der Nahrung.

Carotinoide sind ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung.

Etwa 50 Carotinoide werden im menschlichen Körper in Retinol (Vitamin A) umgewandelt.

Karotten enthalten β-Carotin, das als Provitamin A für die Versorgung mit Vitamin A wichtig ist.

Vitamin A wiederum ist unter anderem nötig für eine gute Funktion der Augen.

Daher kann man schon sagen, dass Karotten gut sind für die Augen, doch lässt sich dieses β-Carotin bzw. Provitamin A auch aus anderen Quellen zuführen.

Fragwürdig ist die Einnahme von Carotinoiden via Nahrungsergänzungsmittel wie „Burgerstein & Co.”:

„Ebenso wie für die anderen sekundären Pflanzenstoffe gilt für Carotinoide, dass sie nicht in Form von isolierten, hochkonzentrierten Präparaten aufgenommen werden sollten, sondern im natürlichen Verbund mit anderen Nahrungsinhaltsstoffen. Die Einnahme hochdosierter Präparate birgt sogar Gefahren. Eine regelrechte Vergiftung mit Carotinoiden ist zwar nicht möglich, β-Carotin-Supplemente können aber möglicherweise das Krebsrisiko erhöhen.“

(Quelle: Wikipedia)

Und ob man tatsächlich mit Carotinoiden Krankheiten wie Alzheimer, Rheuma, Krebs, Arteriosklerose und Parkinson vorbeugen kann, scheint mir sehr spekulativ.

Mit solchen Andeutungen und Versprechungen wird hauptsächlich der Umsatz an Vitaminpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln angekurbelt.

Sinnvoller als Rüeblisaft ist im übrigen die Aufnahme von Karotten als Gemüse, wobei der Kochvorgang und die Zugabe von etwas Fett die Aufnahme von β-Carotin in den Organismus fördert.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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