Wann: Dienstag, 17. September 2013, 18.00 h,

Dauer: ca. 1,5 Stunden, Eintritt frei

Wo: Natur-Museum Luzern, Kasernenplatz 6, Luzern

Veranstalter: Naturforschende Gesellschaft Luzern

Mit dem Begriff „Neophyten“ bezeichnet man gebietsfremde Pflanzenarten, die nach dem Jahr 1500 bei uns eingeführt wurden und wildlebend etabliert sind. Die meisten dieser Neophyten machen keinerlei Probleme. Doch es gibt sogenannte Invasive Neophyten, die bei uns auf Bedingungen, unter denen sie sich massiv ausbreiten, andere Arten verdrängen oder sonst einen Schaden anrichten können.

Sie können beispielsweise Allergien auslösen (z.B. Ambrosia), durch Steigerung der Lichtempfindlichkeit Verbrennungen verursachen (Riesen-Bärenklau) einheimische Arten gefährden (z.B. Kanadische Goldrute, Drüsiges Springkraut), die Landschaft verändern (hauptsächlich entlang von Fliessgewässern), sowie Bauten, Uferbefestigungen oder Infrastrukturanlagen beschädigen (z.B. Japanischer Knöterich).

Neophyten verursachen in steigendem Masse naturschützerische, gesundheitliche und wirtschaftliche Schäden.

Das wirft viele Fragen auf:

Ab wann sind Neophyten wirklich eine Bedrohung? Was soll und was muss gegen sie unternommen werden?

Am Podiumsgespräch diskutieren:

Günther Gelpke, Biologe, Ökologische Beratung, Dübendorf

Peter Kull, Biologe, lawa, Abteilung Natur, Jagd und Fischerei, Fachleiter Lebensräume, Sursee

Erwin Leupi, Biologe, Stadtspaziergänger, Naturforschende Gesellschaft Luzern

Moderation: Urs Steiger, Wissenschaftsjournalist, NGL-Vorstand

Anmerkung von mir:

Die Neophyten-Diskussion ist interessant, weil hier Fragen aus Naturschutz, Gesundheit und Naturphilosophie zusammen kommen.

Die Frage, ab wann der Mensch eingreifen soll, ist komplex. Längst nicht jeder Neophyt ist eine Bedrohung. Eine pauschale Neophyten-Bekämpfung wäre daher nicht adäquat.

Fragwürdig ist aber auch die immer wieder mal zu hörende Vorstellung, jede Bekämpfung von Neophyten sei ein „Krieg gegen die Natur“. Denn die Verbreitung der Neophyten ist auch nicht „Natur pur“, sondern massgeblich von Menschen gefördert.

Zudem gibt es Neophyten, die einschneidende gesundheitliche Probleme verursachen. Ein besonders eindrückliches Beispiel dafür ist Ambrosia (Ambrosia artemisiifolia, Ragweed):

„Sind die Gefahren einer Pollenallergie bis vor wenigen Jahren in erster Linie von Birken und Gräsern ausgegangen, so ist nun das Ragweed oder Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) zu einer neuen Belastung geworden. Lang nach Beendigung der allgemeinen Allergiesaison (und bis in den Oktober hinein) blüht das Ragweed. Eine Pflanze kann bis zu acht Milliarden Pollen produzieren…….Dabei genügen schon 15 Ragweedpollen pro Kubikmeter Luft, um allergische Beschwerden auszulösen. Bei Gräsern und Birken liegt diese Schwelle bei 30 und mehr Pollen pro Kubikmeter Luft. Außerdem wirke der Ragweedpollen um vieles aggressiver, sagt Robert Richter, der an der Uni Wien seine Dissertation über Ragweed verfasst hat. Während bei Gräsern meist ein harmloser Heuschnupfen die Folge eines Pollenfluges ist, stellen sich bei der Ragweed-Allergie sehr schnell Asthmabeschwerden und Atemnot ein.“

Quelle:

http://diepresse.com/home/gesundheit/1452780/Ragweed_Aktionsplan-gegen-Allergie?_vl_backlink=/home/gesundheit/index.do

Bei Ambrosia, die derart gravierende Auswirkungen auf Allergiker haben kann, halte ich eine Eindämmung jedenfalls für sehr angebracht.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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