Angesichts der immensen Menge an neurotoxischen Chemikalien, die in der Umwelt verbreitet sind, liege es nahe, diese Substanzen auch für solche eher unauffälligen Störungen als Ursache anzunehmen, schreiben die Wissenschaftler.

Von den 214 bisher bekannten neurotoxischen Substanzen werden mindestens die Hälfte in großen Mengen hergestellt – und in die Umwelt freigesetzt

Jährlich kommen zwei neue Chemikalien mit hirnschädigender Wirkung hinzu.

Lebenslange Folgen

Die im Mutterleib oder in der frühen Kindheit verursachten Chemikalienschäden seien größtenteils unbehandelbar, schreiben die Forscher.

Sie verlangen deshalb dringende Änderungen in den Zulassungsbestimmungen und Umweltrichtlinien. Auch bereits produzierte Chemikalien sollten noch einmal auf ihre neurotoxische Wirkung hin untersucht werden.

Wichtig ist den Wissenschaftlern zudem die Überprüfung der Kriterien für diese Tests. Bisher werden dabei zwar akute neurotoxische Wirkungen getesteet. Schleichende und pränatale Wirkungen dagegen werden nicht erfasst.

Die Forscher warnen vor der irrigen Annahme, nach der neue Chemikalien und Technologien solange als ungefährlich gelten, bis das Gegenteil bewiesen wird.

Umdenken und entschlossenes Handeln sei nötig, um die Kinder und auch die gesamte Gesellschaft gegen die stille Pandemie der schleichenden Vergiftung zu schützen.

(Lancet Neurology, 2014; doi: 10.1016/S1474-4422(13)70278-3)

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-17226-2014-02-18.html

http://www.thelancet.com/journals/laneur/article/PIIS1474-4422(13)70278-3/abstract

Kommentar & Ergänzung:

Die Qualität dieser Studien kann ich nicht einschätzen. Doch ist „The Lancet“ eine renommierte Fachzeitschrift. Und dass es weltweit schärfere Vorschriften braucht gegen die allzu sorglose Freisetzung problematischer Chemikalien steht für mich ausser Frage.

Dass es immer wieder Fälle gibt, bei denen erst nach Jahren oder Jahrzehnten klar wird, dass eine Chemikalie die Gesundheit von Mensch und Tier gefährdet, ist nicht akzeptabel. Wählen Sie bevorzugt Politikerinnen und Politiker, welche diese Probleme ernstnehmen und angehen. Unterstützen Sie NGO, welche diese Probleme ernstnehmen und angehen. Es braucht Druck. Gesundheit ist nicht nur eine individuelle Angelegenheit – sie hat auch eine gesellschaftliche Dimension.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie/ Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

 

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