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Rosskastanienextrakt: Wirkung als Venenmittel belegt

Phytotherapie

Avatar-FotoMartin Koradi10.10.2018

Rosskastanienextrakt aus der Gewöhnlichen Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) gilt in der Phytotherapie als bestuntersuchtes und  bestbelegtes Mittel gegen Ödeme bei Venenschwäche. Er enthält ein Saponin-Gemisch, das Aescin genannt wird.

Zur Rosskastanienextrakt-Wirkung gibt es viele Forschungsarbeiten.

Wie wirkt Aescin genau gegen Ödeme?

Kompakt erklärt ist das auf der Website von Venostasin, einem Venenpräparat auf Basis von Rosskastanienextrakt:

„Extrakt aus den Samen der Rosskastanie hemmt lysosomale Enzyme. 

Bei lysosomalen Enzymen handelt es sich um körpereigene Stoffe, die für den zellulären Abbau verantwortlich sind. Zum Schutz des umliegenden Gewebes werden sie in Transportbläschen (Lysosome) gespeichert. In Stresssituationen, d. h. Entzündungen oder einem erhöhten Druck auf die Veneninnenwände werden die Enzyme freigesetzt und schädigen die Kapillarwände und Fasern des Bindegewebes. Die Gefäßwände werden durchlässiger für Flüssigkeit und die Entstehung von Ödemen wird verstärkt.“

Quelle:

https://www.venostasin.de/rosskastanienextrakt/

 

Kommentar & Ergänzung:

Rosskastanienextrakt: Wirkung als Venenmittel belegt

Dieser Wirkungsmechanismus wurde allerdings zur Hauptsache im Labor erforscht und belegt. Ob er auch im lebenden Organismus in klinisch relevanter Grösse vorkommt, ist nicht so klar.

Allerdings haben Rosskastanienextrakte wie Venostasin ihre Wirksamkeit auch mit Studien an Patientinnen und Patienten  zeigen können. Sie bauen durch Venenschwäche bedingte Stauungen ab und lindern das Schweregefühl in den Beinen. Es braucht zur Linderung von Venenleiden aber eine längerdauernde Rosskastanien-Behandlung.

Bemerkenswert ist auf der Venostasin-Website die Passage über Venensalbe & Venengel:

„Während die Creme und das Gel in ihrer lindernden und massierenden Wirkung der oberen Hautschichten die systemische Behandlung unterstützen, reduziert die langfristig angesetzte medikamentöse Behandlung mit Venostasin® retard nachweislich Ödeme, Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen und hemmt zudem venenwand-schädigende Enzyme.“

Hier fällt angenehm die Zurückhaltung auf, mit der die Wirksamkeit der Venensalbe bzw. des Venengels umschrieben wird:

„…lindernden und massierenden Wirkung….“

Venensalben und Venengele sind bei Patientinnen und Patienten sehr beliebt. Vor allem die Gelform bringt noch etwas Erfrischendes mit und massieren zum Herzen hin kann entstauend wirken. Ob aber die Wirkstoffe im Rosskastanienextrakt durch die Haut und bis in die Vene vorstossen, ist sehr offen und meines Erachtens eher unplausibel. Der Websitetext macht hier keine überzogenen Versprechungen.

Während der innerlich verabreichte Rosskastanienextrakt also ziemlich gut in seiner Wirksamkeit belegt ist, fehlen bezüglich Venensalbe/Venengel verlässliche Erkenntnisse aus Studien.

Neben Venostasin gibt es in der Schweiz noch den Rosskastanienextrakt in Aesculaforce / Aesculamed von Bioforce.

Fragwürdig bezüglich Wirksamkeit sind Rosskastanientinktur, Rosskastanien Urtinktur und Rosskastanie Gemmospray – sie sind mit grösster Wahrscheinlichkeit den Extrakten im Wirkstoffgehalt deutlich unterlegen.

Unsinnig sind spagyrische Rosskastanientinkturen, weil bei ihrer Herstellung  durch die grosse Hitze der Wirkstoff Aescin zerstört wird.

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