Nahrungsergänzungsmittel (NEM) mit Mikronährstoffen (Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen) boomen seit einiger Zeit. Zum Nutzen dieser NEM’s gibt es grosse Fragezeichen, denn für die allermeisten Stoffe, die damit eingenommen werden, liegt gar kein Mangel vor.

Interressanterweise werden NEM’s vor allem von Menschen konsumiert, die die ohnehin gesundheitsbewusst leben und sich entsprechend ernähren und NEM’s daher am wenigsten brauchen.  Darauf weißt Professor Martin Smollich in einem Interview auf DAZ.online hin:

„Dieser Eindruck stimmt und ist durch zahlreiche Studien belegt. Tatsächlich werden NEM besonders häufig von Frauen über 40 Jahren, mit höherem Bildungsstatus und einem insgesamt eher gesundheitsbewussten Lebensstil konsumiert. Umgekehrt nutzen gerade jene Bevölkerungsgruppen, die im Einzelfall vielleicht doch von NEM profitieren würden, diese Präparate eher nicht. Das heißt: Da die typischen NEM-Konsumenten meist ohnehin schon sehr gut mit Mikronährstoffen versorgt sind, ist die Sinnhaftigkeit besonders fraglich.“

Professor Martin Smollich arbeitet und forscht am Institut für Ernährungsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein.

Quelle:

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/02/11/brauchen-maenner-spezielle-nahrungsergaenzungsmittel

Kommentar & Ergänzung:

Uns wird dauernd eingeredet, was uns alles fehlt, damit man uns Produkte verkaufen kann. Nötig ist eine gute Portion Gelassenheit, um sich von dieser penetranten Werbung nicht ins Bockhorn jagen zu lassen.

Künstliche Zufuhr von Mikronährstoffen ist in der Regel nur sinnvoll, wenn klar belegt ein Mangel vorliegt. Ansonsten genügt eine einigermassen abwechslungsreiche Ernährung.