Giersch (Baumtropfen, Geissfuss,  Aegopodium podagraria) gehört zur Pflanzenfamilie der Doldenblütler (Apiaceae) und gilt im Garten als hartnäckiges Unkraut, das sich nur schwer bekämpfen lässt.

Andererseits eignet sich Giersch aber gut zur Verwendung als wohlschmeckendes Wildgemüse. Auch von Meerschweinchen und Kaninchen wird Giersch gerne gefressen.

Sein Geruch und Geschmack erinnnert laut der Beschreibung auf Wikipedia roh ein bisschen an Petersilie,  gemischt mit dem harzigen Aroma einer Mango, gekocht jedoch an Spinat.

Um beim Sammeln Verwechslungen auszuschliessen, sollte man vor allem auf den Blattstiel achten, der  dreikantig ist, wobei eine Kante abgerundet und die gegenüberliegende Seite konkav eingezogen ist.

Statt sich über den Giersch /Baumtropfen im Garten zu ärgern, kann man ihn als Gemüse verwenden. Hier dazu ein Rezept:

Gierschgemüse

Dafür entfernt man die Stiele und blanchieert die Blätter etwa 1 Minute lang. Abgesiebt werden die Gierschblätter ganz fein gehackt oder im Mixer püriert. Zwei Scheiben Weissbrot werden mit heisser Milch übergossen und fein zerdrückt an das Gierschgemüse gegeben. Man kann dieses Gemüse mit Rühreiern essen, aber auch in dünne Pfannkuchen oder Maultaschen füllen. Dann gibt man etwas weniger Brot dazu.“

Quelle:

Ernte am Wegrand, von Christine Recht und Max F. Wetterwald, Ulmer Verlag 1997

Giersch soll in der traditionellen Pflanzenheilkunde gegen Gicht eingesetzt worden sein. Es gibt allerdings keine fundierten Hinweise auf eine Wirksamkeit. Eine Anwendung als Heilpflanze lässt sich heute daher nicht seriös begründen.

Wer Giersch / Baumtropfen im Garten hat und ihn loswerden will,  kommt um mehrjähriges Abdecken des Bodens wohl nicht herum.

Die Gierschblüten werden von Fliegen bestäubt. Doldenblütler sind generell attraktiv für Fliegen, weil sie den Nektar sehr offen anbieten, so dass auch sehr kurzrüsslige Insekten wie eben Fliegen dazu kommen.

Giersch ist aber auch Nektarpflanze und Raupen-Futterpflanze für eine Reihe von Schmetterlingsarten, und zwar sowohl Nachtfalter- als auch Tagfalterarten.

Hier gibts noch weitere Infos zu Giersch:

Giersch / Geissfuss / Baumtropfen: Wozu kann das ungeliebte “Unkraut” genutzt werden?

Wildkräuter: Giersch (Baumtropfen) in der Küche

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